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Veröffentlicht am 26.07.2019

Eine Liebe, die nicht sein sollte

Scandal Love
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INHALT:
Trent Rexroth ist kalkuliert und skrupellos. Einzig seine vierjährige Tochter Luna erwärmt sein kaltes Herz. Doch seit ihre Mutter vor drei Jahren sang- und klanglos aus ihrem Leben verschwand, ...

INHALT:
Trent Rexroth ist kalkuliert und skrupellos. Einzig seine vierjährige Tochter Luna erwärmt sein kaltes Herz. Doch seit ihre Mutter vor drei Jahren sang- und klanglos aus ihrem Leben verschwand, spricht Luna nicht mehr. Egal, was Trent versucht - seine Tochter scheint sich völlig von der Welt zurückgezogen zu haben. Das Letzte, was Trent nun braucht, ist ein verwöhntes, reiches Mädchen wie Edie Van Der Zee als Praktikantin. Doch Edie wirbelt nicht nur seine Multi-Milliarden-Dollar-Firma durcheinander, sie baut als Einzige auch eine Verbindung zu Luna auf - und weckt Gefühle in Trent, von denen er glaubte, sie nie wieder spüren zu können ...

MEINUNG:
Seit Vicious Love und Twisted Love ist L. J. Shen meine Queen, was Erotik und New Adult angeht. Ihr Schreibstil ist außergewöhnlich und nimmt mich jedes Mal absolut gefangen. Sie erzählt ihren Geschichte mit absoluter Leidenschaft, einer Eigenschaft, die auch ihren Charakteren inne wohnt. Scandal Love steht ddort en beiden Vorgänger Bänden in nichts nach.

Trent Rexroth kennt man natürlich schon aus den Vorgängerbänden und man weiß, dass er eine kleine Tochter, Luna, hat, die aus einem One Night Stand mit einer Prostituierten entstanden ist. Lunas Mutter ist von heute auf morgen sang- und klanglos verschwunden und nun spricht Luna nicht mehr, was Trent, der sonst natürlich der knallharte Geschäftmann und klassischer Machtmensch ist, an den Rand der Verzweiflung. Man kann sich hier allerdings streiten, ob es eine gute Erziehungsmethode ist, dass er Luna zwar bei ihm wohnt, aber vor allem von einem Kindermädchen groß gezogen wird. Trent ist an sich ein recht schweigsamer und kühler Geselle. Mir gelang es nicht so richtig, wie vergleichsweise zu Vicious oder Dean, zu ihm einen Draht aufzubauen.

Mit dem Auftauchen von Edie Van der Zee ändert sich in Trents und auch Lunas Leben so einiges. Edie baut sofort eine Beziehung zu Luna auf und das in sich sonst so verschlossene Mädchen blüht regelrecht auf. Die Beziehung zwischen Edie und Trent ist wie Feuer und Wasser, nicht zuletzt deswegen prikär, weil Edie erst 18 Jahre ist und die Tochter seines Geschäftspartners. Edie fand ich absolut klasse, weil sie eine sehr starke Persönlichkeit ist und leider dennoch abhängig von ihrem Vater ist, der wirklich ein furchtbarer Mensch ist. Edie schwankt immer wieder zwischen einem selbstbestimmten Leben führen und der emotionale Erpressung durch ihren Vater. Edie kümmert sich auch um ihre psyschisch kranke Mutter. Für ihre 18 Jahre musste Edie früh erwachsen werden und Verantwortung übernehmen.

Natürlich können die beiden nicht voneinander lassen und gehen eine äußerst fragwürdige und auch gefährliche Beziehung miteinander ein, allerding nicht Knall auf Fall, sondern erst ungefähr auf der Hälfte des Buches. Mir gefiel es, dass dies erstmal seine Zeit brauchte. Alles andere wäre unglaubwürdig gewesen. Der Weg der beiden ist allerdings steinig, denn da ist immer noch Edies Vater, der sie erpresst und Trent unbedingt aus der Firma haben will.

FAZIT:
Scandal Love ist der dritte Band der Sinners of Saint Reihe und überzeugt wieder genauso wie die Vorgängerbände mit dem leidenschaftlichen Schreibstil von LJ Shen. Ich mochte Vicious Love und Twisted Love nur minimal lieber, weil ich mit Trent nicht ganz so warm geworden bin.

Veröffentlicht am 24.07.2019

Leider nicht meins :(

Das Labyrinth des Fauns
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INHALT:
Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte ...

INHALT:
Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen.
Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Kann Unschuld über das Böse siegen?

MEINUNG:
Das Labyrinth des Fauns ist ein besonderes "Experiment", denn erstmalig wurde ein Buch nachträglich zu einem Film geschrieben. Cornelia Funke hat die Ehre den Film Pans Labyrinth vom mexikanischen Erfolgsregisseur Guillermo del Toro literarisch umzusetzen. Den Film habe ich leider bis heute nicht gesehen und kannte die Geschichte daher nicht. Ich habe aber Meinungen dazu gehört, die ihn als "besonders, aber grausam" beschrieben und das kann ich nun nach dem Lesen im Großen und Ganzen bestätigen.

Die Gestaltung des Buches ist wunderschön, sowohl das Cover als auch das Buch ohne Schutzumschlag und die wunderschönen Zeichnungen im Inneren des Buches. Das ist in mehrere, relativ kurze, Abschnitt eingeteilt. Jeder Abschnitt wird von einer Zeichung und einem Märchen eingeleitet. Mir als Nicht-Märchen-Fan gefielen diese überraschenderweise ausgesprochen gut. Ich habe von Cornelia Funke bisher nur Tintenherz gelesen und bin daher kein Spezialist für ihren Schreibstil, aber ich mochte ihn.

Damit sind wir dann leider auch schon am Ende mit den positiven Punkte für die Geschichte, denn ich habe mich mit dem Buch bis zum Schluss unfassbar schwer getan und nicht richtig rein gekommen. Hier wird zum einen natürlich Zeitgeschichte erzählt. Wir befinden uns 1944 in Spanien und damit natürlich im Krieg. Dieser Aspekt ist ganz wesentlich und wird auch immer wieder thematisiert. Mittendrin gibt es Ofelia, ihre Mutter und den neuen Mann ihrer Mutter, Vidal. Vidal ist auch nicht näher erläuterten Umständen ein äußerst grausamer Mensch, vor dem Ofelia sich fürchtet. Besonders als die Familie in ihr neues Zuhause mitten im Wald zieht.

Ofelia flüchtet sich in eine Traumwelt, um dem grausamen Vidal zu entkommen und auch um die Kälte von ihm zu Ertragen, die er auch ihrer Mutter, die von ihm schwanger ist, entgegen bringt. Die Geschichte springt immer wieder zwischen Gegenwart und Ofelias Fantasiewelt, in dem es einen Faun gibt, der ihr drei Aufgaben stellt. Wenn sie die Aufgaben besteht, dass ist die einst verschollene Prinzessin des Reiches. Ich empfand Ofelia als ziemlich naiv, trotz ihres jungen Alters. Sie ließ wenig Vorsicht walten als sie die fantastische Welt des Fauns betritt und beachtet auch Warnungen nicht.

Die Geschichte ist ganz klar nicht für Kinder und Jugendlich unter 16 Jahren geeignet, denn sie ist sehr grausam und brutal. Vidals Abscheulichkeiten werden recht detailliert beschrieben. Mich wunderte es auch, dass er immer wieder so viel Platz in der Geschichte einnahm. Die Autorin erzählt auch aus seiner Sicht und dennoch war einfach nur ein böser Mann, über den man fast nichts erfährt. Ich habe mich manchmal gefragt, was die Geschichte eigentlich sein möchte. Ein historischer Roman des damaligen Zeitgeschehens? Die Geschichte eines jungen Mädchens? So richtig weiß ich es nicht, aber es auf jeden Fall die Schwäche der Geschichte, neben den fehlenden Hintergundinformationen. Vielleicht ist schwierig einen Film in ein Buch umzusetzen, denn bekanntermaßen bietet eine BuchVORLAGE deutlich mehr Input als ein Film es in 90 min kann.

FAZIT:
Ich werde mir den Film bei Gelegenheit nochmal anschauen, einfach um das Bild für abzurunden, aber ich habe mich mit der Geschichte sehr schwer getan und mochte sie irgenwann auch nicht mehr so richtig lesen. Gut, dass es nur gute 300 Seiten waren. Möglicherweise ist das "Experiment" vom Film zum Buch nicht gelungen, was nicht an Cornelia Funke liegt, da bin ich mir ziemlich sicher.

Veröffentlicht am 24.07.2019

Geschichte in der Geschichte

Wenn ich tot bin
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INHALT:
Nach zehn Jahren in der Gewalt ihres brutalen Peinigers gelingt der 19-jährigen Madelin McFarland die Flucht. Ihre Mutter Susan ist überglücklich, die totgeglaubte Tochter in die Arme schließen ...

INHALT:
Nach zehn Jahren in der Gewalt ihres brutalen Peinigers gelingt der 19-jährigen Madelin McFarland die Flucht. Ihre Mutter Susan ist überglücklich, die totgeglaubte Tochter in die Arme schließen zu können. Doch wenige Stunden später ist Madelin erneut verschwunden, Susans Mann liegt schwer verletzt in der Küche, und ihre jüngere Tochter Harper ist so verstört, dass sie kein Wort mehr spricht. Detective Sergeant Kate Fincher von der Polizei Edinburgh setzt alles daran, Madelin zu finden. ‹Amy›, wie sich die junge Frau nun anscheinend nennt, flieht in die Highlands – doch vor wem?

MEINUNG:
Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, ist Karen Sander das Pseudonym der deutschen Autorin Sabine Klewe, die bei über die britische Autorin Val McDermid promoviert hat. Ich habe früher sehr viele Romane von Val McDermid gelesen und schätze ihren Schreib- und Erzählstil sehr.

Die Autorin lässt dem Leser nicht viel Zeit zum Durchatmen, sondern man ist ab der ersten Seite mitten im Geschehen. Alles was im Klappentext beschrieben wird passiert in den ersten Seiten. Zunächst hatte ich auch angenommen, dass es sich hier um die klassische Geschichte um ein jahrelang entführtes Mädchen handelt, dass durch Glück endlich wieder den Weg zurück nach Hause gefunden hat. Seltsam ist dabei nur der Angriff auf Susans Mann und dass Madelin dann sofort wieder verschwindet.
Detective Kate Fincher und ihr Kollege, der die Familie schon seit dem ersten Verschwinden von Madeline kennt, nehmen die Ermittlung auf. Die Geschichte wird aus der Sicht von mehreren Beteiligten erzählt, so dass man einen guten Einblick in die Gedankenwelt und die Beweggründe der Protagonisten erhält. Neben den bekannten Personen gibt es auch eine Person, die sich Amy nennt und die auf der Flucht ist. Der Gedanke liegt nahe und es sicherlich genau so von der Autorin beabsichtigt, dass man Amy für Madelin hält. Nach ungefähr 200 Seite scheint der Fall gelöst zu sein und natürlich war ich misstrauisch, was da nun noch kommen mag, denn immerhin gab es noch gut 100 Seiten.

Kate Fincher spürt auch, dass der Fall noch nicht abgeschlossen zu sein scheint und ermittelt zum Teil auf eigene Faust weiter. Ehrlich gesagt konnte ich mir keinen Reim machen, wie die Geschichte gelagert sein und könnte und war dann natürlich umso überraschter als alles in eine weitere Geschichte überging. Beide Geschichten sind natürlich miteinander verknüpft. Es kommt zu üblichem Showdown, den ich als etwas übertrieben empfunden habe, ebenso wie den gedankenlosen Alleingang von Kate. Für mich war es ein bisschen zu viel des Guten, was die Autorin hier zum Schluss alles „rausholt“ und zusammenführt. In meinen Augen hätte es die Geschichte nicht im dem Maß gebraucht, aber das mag sicherlich Geschmackssache sein. ? Auf jeden Fall hat mich das fantastische Setting der schottischen Highlands sehr begeistert, denn das hat die Autorin sehr gut eingearbeitet, so dass vor meinem geistigen Auge auch ein Bild entstehen konnte.

FAZIT:
Wenn ich tot bin ist ein atmosphärischer Thriller aus deutscher Feder, durch der Charakter der Einsamkeit in den Highlands durch und durch fließt. Mir gefiel, dass die Geschichte nicht dem klassischen Ablauf einer Rückkehr eines jahrelang entführten Mädchens gewesen ist, die ich erwartet hätte. Bis auf den Schluss, der wir bei Thrillern so häufig, der für mich für ein wenig zu viel des Guten war, fand ich die Geschichte sehr spannend und werde die Autorin jetzt im Auge behalten.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 24.07.2019

Solides Debüt

Die kalten Sekunden
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INHALT:
Zehn Jahre nach dem Verschwinden seiner Verlobten Ewa ist Damian Werner ein Schatten seiner selbst. Er ist sich sicher, dass er sie nie wiedersehen wird. Eines Tages stößt er jedoch auf eine Spur ...

INHALT:
Zehn Jahre nach dem Verschwinden seiner Verlobten Ewa ist Damian Werner ein Schatten seiner selbst. Er ist sich sicher, dass er sie nie wiedersehen wird. Eines Tages stößt er jedoch auf eine Spur – jemand sucht nach Ewa und hat ein Bild von ihr ins Netz gestellt. Kurz darauf postet der Unbekannte ein weiteres Foto. Wer sucht die junge Frau? Und kann es nach all den Jahren wirklich Ewa sein? Damian und Ewa waren bereits als Kinder unzertrennlich, sie hatten keine Geheimnisse voreinander. Doch als Damian weitere Nachforschungen anstellt, muss er feststellen, dass er seine große Liebe wohl doch nicht so gut kannte, wie er immer gedacht hatte.

MEINUNG:
Die kalten Sekunden habe ich mit Spannung erwartet, weil ich gerne auch Thriller und Krimis lese, die nicht in Deutschland, England oder USA spielen. Schon in der Vorschau wurde das Buch als viel gelobtes Debüt angekündigt und ich war sehr neugierig.

Alles beginnt damit, dass Damian von seinem Kumpel auf ein Bild bei Facebook aufmerksam gemacht wird, auf dem seine seit 10 Jahren verschwundene Verlobte Ewa zu sehen ist. Der bis dahin förmlich vor sich hinsiechende Damian erfährt einen beispiellosen Energieschub und macht sich auf die Suche nach ihr bzw. zunächst nach weiteren Spuren, die ihn eventuell zu Ewa führen könnten. Auf der Such nach Ewa muss Damian feststellen, dass Ewa ihm viel verschwiegen hat und sie nicht die Frau war, wie er sie gekannt und geliebt hat.

Mir gefiel gut, dass man ohne große Vorreden gleich mitten im Geschehen war. Damian konnte einem eigentlich schon leidtun, denn seit Ewas Verschwinden, scheint ihn so ein bisschen die Lebensenergie verloren gegangen zu sein. Damit würde ich nicht sagen, dass er stark depressiv und selbstmordgefährdet ist, aber er hat sich auch sozial einfach abgekapselt und arbeitete in einer Bar. Seine Eltern sind die einzigen zu denen er noch ein recht enges Verhältnis hat und die er auch im gewissen Maß an sich heranlässt. Sie sind auch seine Unterstützer (ohne viele Fragen zu stellen) als er sich auf die Suche nach Ewa macht, was weder für ihn noch für seine Eltern ganz ungefährlich ist, denn jemand ist Damian auf den Fersen.

Auf Anraten von seinem Kumpel engagiert Damian eine Privatdetektei, dessen Inhaberin Kassandra ihn bei der Suche nach Ewa unterstützt. Die Erzählweise wechselt zwischen Kassandra und Damian, beide jeweils in der Ich-Perspektive. Man findet sich recht schnell rein, aber ich hätte es schöner gefunden, wenn die Kapitel explizit gekennzeichnet worden wären. Kassandra führt eine schwierige mit häuslicher Gewalt geprägte Ehe mit Robert, ebenfalls Inhaber der Detektei. Der Autor beschreibt diese Szene auch recht explizit, so dass ich mich beim Lesen sichtlich unwohl gefühlt habe. Roberts Aggressionen gegenüber Kassandra schweben immer über allem und drohen schnell auszuufern.

Die Spannung ist durchgängig vorhanden, aber für mich auf einem gesunden Mittelmaß. Unter die Haut ist mir das Buch vor allem wegen Kassandras Situation gegangen, weniger wegen der Geschichte um Ewa. Es gibt auch einige spannende Wendungen, die ich nicht vorhergesehen habe. Der Autor agiert so ein wenig nach dem Matroschka Prinzip. Wenn man glaub alles zu wissen, dann bringt er eine neue Wendung und wieder verschieben sich Gut und Böse bzw. die Absichten einiger Personen legen sich offen. An dem Ende muss man etwas kauen, aber es ist mal ein anderer Ansatz. Warum der Autor seine Geschichte so gestaltet hat, wie sie vorlegt, erklärt er nochmals im aufschlussreichen Nachwort.

FAZIT:
Die kalten Sekunden ist für mich ein solider Thrillerdebüt gewesen, dass einige neue Facetten, vor allem hinsichtlich der Auflösung, aufzeigt. Die persönliche Situation von Kassandra ist etwas, was mir wirklich unter die Haut ging und was zu lesen auch unangenehm war. Bin gespannt, was wir noch von Remigiusz Mroz lesen werden.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Die Liebe zum Schwimmen

Im Freibad
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INHALT:
Rosemary hat ihr ganzes Leben in Brixton verbracht. Jetzt ändert sich alles, was ihr vertraut ist. Die Bücherei, in der sie gearbeitet hat, schließt. Aus dem Gemüseladen ist eine hippe Bar geworden. ...

INHALT:
Rosemary hat ihr ganzes Leben in Brixton verbracht. Jetzt ändert sich alles, was ihr vertraut ist. Die Bücherei, in der sie gearbeitet hat, schließt. Aus dem Gemüseladen ist eine hippe Bar geworden. Ihr geliebter Mann George ist gestorben. Und das Freibad, in dem sie seit über 60 Jahren jeden Morgen schwimmt, soll Eigentumswohnungen weichen.
Kate fühlt sich einsam in London. Als sie über Rosemarys Freibad für die Zeitung schreiben soll, öffnet sich ihr eine neue Welt. Kate zeigt sich nicht gerne im Badeanzug, aber mit Rosemarys Hilfe überwindet sie ihre Schüchternheit. Kate und Rosemary werden Freundinnen und beschließen, gemeinsam das Freibad zu retten. Denn der Pool ist mehr als ein Ort zum Schwimmen – er ist das Herz der Nachbarschaft.

MEINUNG:
Im Freibad war für mich das ideale Sommerbuch in meinen Flitterwochen, wo ich es mir unter Palmen und strahlenden Sonnenschein habe gut gehen lassen. Vor allem kommt bekommt man durch das Buch unheimlich Lust auf Schwimmen und das konnte ich dann gleich in die Tat umsetzen.

Die Geschichte ist aber nicht eine Hommage an das Schwimmen und öffentliche Freibäder als Teil der Kultur eines Londoner Stadtteils (in dem Fall Brixton), sondern auch ein Zeichen, dass Freundschaften und Zusammenhalt einen Menschen retten können.
Da gibt es zum einen die 83-jährige Rosemary, deren Mann George gestorben ist, und die ihr ganzes Leben in Brixton verbracht hat. Sie liebt es jeden Morgen ins nahegelegene Freibad zu gehen und ihre Bahnen zu ziehen. Rosemarys Welt droht komplett zusammen zu brechen als sie erfährt, dass ihr geliebtes Freibad, was sie auch jeden Tag an ihren verstorbenen Mann erinnert, geschlossen werden soll.

Zu diesem Zeitpunkt trifft sie auf Kate, eine junge Journalistin der lokalen Zeitung von Brixton, die eine Story über die Schließung und deren Konsequenzen schreiben soll. Im Rahmen ihrer Recherche trifft sie im Freibad auf Rosemary und bittet diese um ein Interview. Dieses gibt ihr Rosemary erst unter der Bedingung, dass Kate ebenfalls beginnt im Freibad zu schwimmen und das ist der Beginn ihrer wunderbaren Freundschaft. Kate lebt bis dahin ein sehr einsames Leben in London, nachdem sie ihr Studium der Journalistik beendet hat und hat weder in Brixton noch in ihrem Leben bisher so richtig Fuß gefasst. Die Darstellung von ihr als Beispiel einer jungen Frau, die versucht ihren Platz sowohl im Leben als auch im Berufsleben in einer großen Stadt wie London zu finden, fand ich sehr gelungen und zum Teil auch erschreckend, wie Großstadtleben Personen einfach verschluckt als wäre sie unsichtbar.

Mit zunehmendem Verlauf der Geschichte wächst natürlich auch Kate das Freibad sehr ans Herz und zusammen mit Rosemary und ihren Freunden und Bekannten aus Brixton versuchen sie die Schließung des Freibads zu verhindern. Die Autorin beschreibt die Liebe zu diesem Freibad und zum Schwimmen an sich über den kompletten Roman mit solcher Leidenschaft, dass man sich dem kaum entziehen kann und selbst sehr viel Lust bekommt ins kühle Nass zu springen. Dabei lässt sie immer wieder diverse Besucher zu Wort kommen, was für die sie der Besuch dort bedeutet und wie wichtig er für viele auch ist, um dem Alltag zu entkommen oder auch für Familien mit Kindern, die sich keinen Urlaub am Strand leisten können. Großartig ist auch die Gemeinschaft, die um Rosemary existiert und deren Teil dann auch Kate wird. Es fühlte mich eher an eine kleine Gemeinde erinnert als an einen Stadtteil mitten in einer Millionenstadt.

FAZIT:
Die Geschichte über die Freundschaft zweier Frauen und die Liebe zu einem Freibad und dem Schwimmen im Allgemeinen haben mein Herz beim Lesen mit Wärme erfüllt. Das ideale Sommerbuch und doch eine Geschichte, die hängen bleiben wird und an die ich beim nächsten Besuch im Freibad denken werde.
Ich vergebe 4 von 5 Sternen.