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Veröffentlicht am 16.12.2017

Am Anfang waren das Wort und die Wörtchen

Der Wortschatz
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Ein Wort auf der Suche nach seinem Sinn, davon handelt dieses erstaunliche Buch. Jeder, der es liest, darf stummer Begleiter auf einer fantastischen Reise sein und entdeckt mit dem kleinen Wort zusammen ...

Ein Wort auf der Suche nach seinem Sinn, davon handelt dieses erstaunliche Buch. Jeder, der es liest, darf stummer Begleiter auf einer fantastischen Reise sein und entdeckt mit dem kleinen Wort zusammen die wahrhaft verblüffende Welt der Wortheit.

Der Grund, weshalb ich dieses Buch lesen wollte, war im wahrsten Sinne des Wortes offensichtlich, denn es war das Cover, welches mein Interesse sofort weckte, als ich es zum ersten Mal sah. Es erweckt den Eindruck, mit viel Liebe und sehr bedacht gestaltet worden zu sein, im Nachhinein kann ich zudem sagen, dass es perfekt zum Inhalt des Buches passt.
Die Leseprobe zur Geschichte hat den Eindruck bestätigt, den ich bereits beim Lesen der kurzen Inhaltsangabe bekam: Ich musste dieses Buch zu meinem Buch machen, was dank der Glücksfee von vorablesen.de auch möglich war.
Zu Beginn der Geschichte lernt man ein junges Wort kennen, welches durch einen Menschen seine Erinnerung und damit seine Bedeutung verliert. Um diese wiederzufinden, begibt es sich auf eine lange Reise, im Laufe derer es nicht nur neue Erfahrungen macht und andere Wörter trifft, sondern schlussendlich auch jemanden trifft, der ihm Antworten geben kann.

Schreibstil:
Elias Vorpahl ist ein Sprachkünstler, der seinesgleichen sucht. Mit kleinen, witzigen (Vorsicht, Wortspiel!) Wortspielen, verleiht er dem Roman einen Charme, den ich bisher in dieser Form bei keinem Buch erlebt habe. Ein Wort, das auf seinen Versen steht, Teekesselchen mit Esel und Verrückt und ein Bad im Sprachfluss - wann immer ich eine dieser sprachlichen Doppeldeutigkeiten fand, freute ich mich aufs Neue, auch wenn ich zugebe, gelegentlich erst im Nachhinein darauf aufmerksam geworden zu sein.
Um dem Geschehen im Buch folgen zu können, darf man nicht halbherzig bei der Sache sein. Erstens würde das diesem faszinierendem Buch nicht gerecht, und zweitens empfand ich die Lektüre als doch etwas anspruchsvoller als die Bücher, die ich für gewöhnlich lese, sodass ich immer voll bei der Sache sein musste, um auch nicht aus dem Lesefluss zu geraten. Das ist jedoch keine Kritik, im Gegenteil. Die Idee, ein Wort zum Protagonisten zu machen, hat mich gleich angesprochen und dass beim Lesen auch noch meine grauen Zellen gefordert wurden, um auch alle Andeutungen zu verstehen, stimmt mich am Ende umso glücklicher. (Vielleicht ist auch mein mangelhaftes Verständnis der Grund, wieso mir dieses Buch so geistig fordernd erschien, und es ist in Wirklichkeit alles total selbsterklärend, ich weiß es nicht. kratzt sich nachdenklich am Kopf)
Neben dem Wort gibt es viele Nebencharaktere, von denen jeder seine ganz eigene Bedeutung hat, die zur Suche des Wortes nach der seinigen beitragen. Mein persönlicher Favorit, der zwar nur am Rande auftaucht und auch keine tragende Rolle trägt, ist der Marktschreier Imperativ.

Mein Fazit:
Der Autor hat meiner Meinung nach mit diesem Buch direkt ins Schwarze getroffen. Es hat Witz, regt zum Nachdenken an, fordert den Leser und entführt ihn in eine komplett neue Welt, die von Seite zu Seite an Farbe und Details gewinnt. Gewiss scheiden sich bei diesem Buch die Geister. Die einen sind begeistert wie ich, den anderen fehlt vielleicht das Vorstellungsvermögen, um sich das Wort und seine Reise vor Augen zu führen.

Diese Welt der Wortheit ist gleichermaßen schräg wie logisch, voller liebevoller Details und packt einen vom ersten bis zum letzten Satz.
Alles in allem ist dieses Buch wirklich erstaunlich und trifft meinen Geschmack zu hundert Prozent. Wenn es für eine begeisterte Leserin und Liebhaberin der Spache wie mich ein perfektes Buch gibt, dann ist es dieses.
Elias Vorpahl, wenn Sie das lesen: Meinen Respekt haben Sie, gute Arbeit. Wirklich verdammt gute Arbeit.

Es war mir eine Ehre dieses Buch vorablesen zu dürfen!

Veröffentlicht am 25.01.2022

Lesenswert

Chasing Hope
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Chasing Hope ist der dritte Band der Reihe um das Montana Arts College. Die Teile können auch unabhängig voneinander gelesen werden, es ist zum verstehen der Folgebände nicht zwingend das Vorwissen der ...

Chasing Hope ist der dritte Band der Reihe um das Montana Arts College. Die Teile können auch unabhängig voneinander gelesen werden, es ist zum verstehen der Folgebände nicht zwingend das Vorwissen der anderen Bände nötig. Wer also mittendrin einsteigen möchte, nur zu, ich habe es ebenso gemacht.

Dass ich den zweiten Band gelesen habe, ist noch gar nicht so lange her, daher war mir das Setting noch vor Augen und auch die Atmosphäre hatte mich schnell wieder im Griff. Es war ein bisschen, als wäre ich nach Hause gekommen, ein schönes Gefühl! Es ist immer schön, wenn Autor*innen es schaffen, den Leser so in ihre Welt mitzunehmen.

Die Protagonisten Julie und Nate könnten auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein. Ich muss sagen, dass ich unsicher war, ob sie so gut zusammenpassen würden, aber man hat schon unglaubwürdigere Paare gesehen, die am Ende zu einander gefunden haben. Entsprechend haben auch die zwei es langsam aber stetig geschafft, mich von sich und ihrer Beziehung zu überzeugen.

Mir gefiel es, dass auch in diesem Band wieder aus beiden Sichten der Figuren erzählt wird. Wenn man Einblicke in alle Perspektiven bekommt, in jeden Kopf mal reinschauen und jeden mal bei seiner persönlichen Entwicklung begleiten kann, intensiviert das die Beziehung, die man zu den Figuren knüpfen kann. Das hat hier für mich wieder ganz gut funktioniert, ich konnte mich sowohl mit Julie als auch mit Nate schnell anfreunden und in sie hineinversetzen, obwohl sie so unterschiedliche Charaktere hatten.

Leider muss ich gestehen, dass der dritte Band mich nicht so sehr begeistert hat wie der zweite. Ich wurde zwar gut unterhalten und mir gefielen auch das Setting und die Figuren sehr gut. Doch der letzte Funke Emotion, auf den ich noch gewartet habe, ist nicht übergesprungen. Auf inhaltlicher Ebene mochte ich das Buch sehr! Nur fehlte mir einfach eine tiefere Verbindung für ein Highlight.

Mein Fazit:
Für mich nicht ganz so gut wie der Vorgänger, aber dennoch auf jeden Fall lesenswert! Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternen und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

Veröffentlicht am 18.01.2022

Gefiel mir!

Und wir tanzen über den Flüssen
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Für mich war dies das erste Buch von Sophie Bichon. Ich hatte bereits vorher schon Bücher von ihr im Regal, aber bisher habe ich zu keinem davon gegriffen, was ich jetzt im Nachhinein etwas bereue. Mir ...

Für mich war dies das erste Buch von Sophie Bichon. Ich hatte bereits vorher schon Bücher von ihr im Regal, aber bisher habe ich zu keinem davon gegriffen, was ich jetzt im Nachhinein etwas bereue. Mir gefiel die Geschichte echt gut und ich werde auch in Zukunft definitiv noch mehr Bücher von ihr lesen und horten. Bei der love-is-love-Reihe gefallen mir auch die Einbände unheimlich gut, dieses glänzende, schillernde, regenbogenfarbene ist perfekt gewählt.

Ich muss gestehen, dass das Thema des Buches mir neu war. Neu nicht im Sinne von „Hä, was ist das?“, sondern im Sinne von „Darüber habe ich noch nie ein Buch gelesen“. Ich wäre allein aufgrund des Klappentextes nicht auf das Thema der Geschichte gekommen, bei der Widmung wurde es dann aber sehr deutlich und ich muss sagen, dass ich mich von da an kaum noch bremsen konnte, weil ich enorm gespannt war, wie dieser Punkt in der Beziehung dargestellt wird. Da ich keinen Vergleich hatte, ging ich unvoreingenommen an die Sache ran und muss sagen, dass ich auch größtenteils überzeugt wurde. Klar, nicht jeder ist für diese Art der Liebe gemacht, aber das macht sie darum nicht besser oder schlechter als andere, und ist es ebenso wert, in Romance behandelt zu werden. Es steht im Titel der Reihe, love is love. Und ich finde es bewundernswert, dass Sophie Bichon sich eines solchen Themas angenommen hat, denn das Buch hat zudem auch einen hohen aufklärerischen Wert, behaupte ich mal.

Was ich jetzt bewerte, ist keinesfalls das grundlegende Konzept der Beziehung, die in diesem Buch geführt wird. Ich versuche nur, meine subjektive Wahrnehmung der drei Figuren und ihres jeweiligen Verhaltens wiederzugeben.
Kian war mein Liebling, er ist einfach so ein herzensguter Mensch und er hat stets eine gewisse Beständigkeit und Ruhe verströmt, fand ich. In seiner Nähe habe ich mich wohl gefühlt und mich über jede Erzählung aus seiner Perspektive sehr gefreut.
Auch Ash war mir sympathisch, selbst wenn wir ein paar Anlaufschwierigkeiten hatten. Irgendwas an ihm hat mich fasziniert und ich fand ihn und Kian ein tolles Duo.
Dann gab es allerdings noch June und die hat es mir ein wenig schwer gemacht. Ich bin mit ihr nicht warmgeworden, sie hat etwas Unangenehmes in ihrem Charakter, was ich nur schwer benennen kann, sich für mich aber die ganze Zeit wie ein Dorn im Schuh anfühlte. Es wäre zu harsch, zu sagen, sie sei ein Störfaktor, aber so richtig stimmig eingefügt hat sie sich in das Konstrukt für mich nicht.

Zu bewerten, wie authentisch die Beziehung der drei dargestellt wurde, maße ich mir nicht an. Ich habe weder Vergleichswerte noch persönliche Erfahrungen in dem Bereich, daher kann ich nur für mich ganz persönlich sagen, dass ich davon fasziniert war und die Gefühle zu jedem Zeitpunkt bei mir angekommen sind. Ich habe die Geschichte von June, Kian und Ash über weite Strecken sehr genossen, zugegebenermaßen auch deshalb, weil es mal etwas anderes war als der normale New Adult Einheitsbrei. Unabhängig von der Form der Beziehung fand ich aber auch die Dynamik zwischen den Protagonisten sehr angenehm, bis auf die bereits erwähnten Ausnahmen durch June.

Mein Fazit:
Leider bin ich nicht mit June warmgeworden, das hat mir die Geschichte hier und dort getrübt. Aber das Thema fand ich sehr spannend und nachvollziehbar dargestellt und Ash und Kian waren mir sehr sympathisch. Ich hoffe sehr, dass Bücher wie diese auch in weiteren „großen“ Verlagen bald keine Seltenheit mehr sind.
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 17.01.2022

Würdiger Abschluss

Das Labyrinth (4). Das Labyrinth vergisst nicht
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Der letzte Ausflug ins Labyrinth steht an und ich muss sagen, dass ich nach dem Ende von Band 3 kaum abwarten konnte, endlich nach dem vierten Teil zu greifen. Ich konnte mir nur schwer ausmalen, was die ...

Der letzte Ausflug ins Labyrinth steht an und ich muss sagen, dass ich nach dem Ende von Band 3 kaum abwarten konnte, endlich nach dem vierten Teil zu greifen. Ich konnte mir nur schwer ausmalen, was die Protagonisten in dieser Geschichte nun erwarten würde, nachdem die Karten jetzt ja völlig neu gemischt wurden und bereits nach den ersten Seiten war ich wieder Feuer und Flamme. Was da auf mich zukam, war ganz anders als jede meiner Vorstellungen, aber viel passender zu den Hintergründen und Ursprüngen des Labyrinths.

Die Figuren, die in diesem Band auftreten, hat man im Verlauf der Reihe schon recht gut kennengelernt. Ich bilde mir ein, dass ich die meisten mittlerweile einschätzen kann, aber manche sind dennoch nach wie vor wie eine wandelnde Wundertüte für mich, sie schafften es auch in diesem Band, mich wieder zu überraschen. Trotz dessen kann ich sagen, dass mich das Ende dieses Buches nicht komplett verblüfft zurückgelassen hat, sondern ich zum ersten Mal behaupten kann, dass etwas so gekommen ist, wie ich es erwartet und mir gewünscht habe. Ein tolles Gefühl, muss ich sagen, wenn man so lange Zeit im Dunkeln tappte.

In diesem Band geht es nicht so rasant zu wie in den anderen Büchern, hier gab es weniger Sprints und stattdessen mehr einen Ausdauerlauf. Dennoch empfand ich die Geschichte nicht als langweilig, sondern habe mich auch hier wieder von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten gefühlt.
Die Richtung, die eingeschlagen wird, weicht auf den ersten Blick etwas vom Schema aus den anderen Bänden ab und entspricht ihm doch auf eigenartige Weise. Ich hatte das Gefühl, wieder von vorn anfangen zu müssen und zugleich kurz vor dem Ende zu stehen. Denn mir war klar, dass der Weg zum Ziel im Grunde kein weiter war und trotzdem war er hinter einer fetten Mauer verbarrikadiert, die ich erst zusammen mit den Figuren einreißen musste. Es ist schwer zu beschreiben, aber das Buch war ein neuer Anfang und das Finale zugleich.

Wie schließlich der Bogen zum Beginn des ersten Teils der Reihe geschlagen wird, fand ich genial und ich habe mich diebisch gefreut, als ich die Parallele erkannt habe. Solche Verbindungen gefallen mir unheimlich gut, danke dafür!
Meine Bewertung klingt wahrscheinlich alles in allem sehr kryptisch. Aber zu einem finalen Band einer Reihe mit derart vielen Plot Twists eine Rezension zu schreiben, die nicht zu viel vorwegnimmt und dennoch hilfreich ist, stellte für mich als Herausforderung dar.

Mein Fazit:
Ich fasse zusammen: Auch in Teil 4 hat der Autor es geschafft, mich wieder zu überraschen und dieser Band erwies sich als würdiger Abschluss der Reihe mit sehr schönem Ende. Wir lernen hier das Labyrinth von einer neuen Seite kennen und entdecken doch viel Altbekanntes, ein Kreis schließt sich. Dennoch kam auch dieser Teil nicht an den Auftakt der Reihe heran, daher gibt es von mir 4 von 5 Sternen für den Finalband.
Die ganze Reihe hat sich eine dicke Leseempfehlung von mir verdient, so etwas einzigartiges habe ich noch nie gelesen!

Veröffentlicht am 17.01.2022

Gebrauchter Zauber = fauler Zauber?

Magic Kleinanzeigen - Gebrauchte Zauber sind gefährlich
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Ebay Kleinanzeigen ist wohl vielen Leuten ein Begriff. Eine Plattform, auf der man die gebrauchten Gegenstände anderer kaufen kann, so würde man sie wohl beschreiben. Und die Idee, so etwas magisch zu ...

Ebay Kleinanzeigen ist wohl vielen Leuten ein Begriff. Eine Plattform, auf der man die gebrauchten Gegenstände anderer kaufen kann, so würde man sie wohl beschreiben. Und die Idee, so etwas magisch zu verpacken, das Ganze mit Zaubern und magischen Utensilien zu versehen, sodass am Ende Magic Kleinanzeigen dabei heraus kommt, fand ich von vornherein super! Ich war schon vom Klappentext hin und weg und das kunterbunte Cover hat sein übriges getan, mich zu locken. Ehe ich mich versah, war ich mitten drin in der Geschichte und habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Der Protagonist Tobi hat im Laufe des Buches ordentlich zu kämpfen. Er ist ein mir recht sympathischer Junge und zu sehen, wie er ständig von einem Chaos ins nächste läuft, fand ich sehr erheiternd. Stellenweise tat er mir zwar echt leid, aber es war zu witzig, was bei den gebrauchten Zaubern alles schief läuft.
Meine heimliche Heldin der Geschichte war Filine, eine Begleiterin von Tobi. Obwohl man aus Tobis Sicht liest, war mir das Mädchen sogar ein wenig lieber als er und ich konnte mich erstaunlich gut in sie hineinversetzen und mich mit ihr identifizieren.

Das Buch wurde mir tatsächlich zu keinem Zeitpunkt langweilig und bot ein lustiges und auch vom Stil her sehr angenehmes Lesevergnügen. Mir hat allerdings das gewisse Etwas zum Highlight gefehlt. Die Idee finde ich nach wie vor absolut großartig und ich freue mich sehr auf eine Fortsetzung, in der Hoffnung, dass diese mich dann vollends vom Hocker reißen kann.
Insgesamt bietet das Buch viel Lesespaß für Groß und Klein, eine eindeutige Empfehlung!