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Veröffentlicht am 13.10.2021

Eure Ladyschaft kämpft für Gerechtigkeit

Der Faden der Vergangenheit
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Öffentlich
Meine Meinung
Prolog 1. Satz: Dan trat in das Büro der neuen Oberstaatsanwältin und hielt einen Augenblick lang überrascht die Luft an.
»Es gibt Bücher, in denen verliert man sich. Raum und ...

Öffentlich
Meine Meinung
Prolog 1. Satz: Dan trat in das Büro der neuen Oberstaatsanwältin und hielt einen Augenblick lang überrascht die Luft an.
»Es gibt Bücher, in denen verliert man sich. Raum und Zeit spielen keine Rolle mehr. Der Faden der Vergangenheit ist so ein Buch. Melody Stewart ist eine sehr erfolgreiche Oberstaatsanwältin. Ihr Beruf führt sie von London nach Stockmill. Melody muss sich um ihr Erbe kümmern. Eine längst verlassene alte Villa, die einst als Bürogebäude erstellt wurde, ist erst mal ihre Bleibe, die sie später verkaufen möchte. Das Gebäude steht auf dem Gelände der Baumwollfabrik der Hamptons. Sie entdeckt Tagebücher ihrer Vorfahrin Lady Abigall Hampton. Melody ist gefesselt von der Geschichte dieser tapferen Frau. Abigall konnte sich, dank ihrer Heirat, jeden Luxus leisten. Dennoch lag ihr das Wohl der Arbeiter in der Fabrik sehr am Herzen. Nachdem ihr Mann unpässlich wurde, kümmerte sie sich um die Missstände, denen die Arbeiter in der Wollfabrik ausgesetzt waren. Verbesserungen, die sie zum Wohl der Arbeiter durchführte, fanden nicht bei jedem Anklang. Sie lernte den Angestellten Oliver Rashleigh kennen und lieben. Mit ihm kämpfte sie um die Gleichberechtigung aller Menschen. Doch, was ist vor über 180 Jahren passiert? Laut Tagebücher wurde Oliver Rashleigh wegen Mordes angeklagt und erhängt. Abigall ist daraufhin in den Tod gesprungen.
Wie ich solche Familiengeheimnisse liebe. Kann mir bitte mal jemand sagen, warum ich keine Villa mit geheimen Tagebüchern erbe? (Neidmodus gerade wieder ausgeschaltet!) Fellicity Whitemore erzählt in Rückblenden in der Sprache, die 1841 üblich war. Die Passagen in der Gegenwart sind mindestens genauso spannend. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen. Habe mit Abigall und Melody mitgefiebert. Melody erkennt immer mehr Ähnlichkeiten zu der Frau, die vor vielen Jahren das gemacht hat, wofür heute die Gewerkschaften kämpfen. Ich habe es genossen, mit Melody die Geheimnisse der Villa zu lüften. Konnte die Spinnweben und den Staub sehen und riechen, der sich in der alten Villa breitgemacht hat. Ich könnte so viel mehr erzählen. Macht es Euch an Eurem Lieblingsplatz gemütlich. Dazu eine schöne Tasse Tee. Klingel und Handy ausschalten und nach Stockmill reisen. Ich verspreche Euch, ihr werdet einen wundervollen Tag haben.
Fazit:
Der Auftakt zu dieser Trilogie konnte mich überzeugen. Zwei wunderbare Frauen zeigen uns, was wirklich wichtig ist im Leben. Zwei Frauen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten. Das Setting spiegelt die Atmosphäre der alten Villa wider. Die Sprache reflektiert die Zeit um 1841. Zeigt die Missstände auf, denen Arbeiter zu der damaligen Zeit ausgesetzt waren. Die wahre Liebe kommt bei beiden Frauen zu einem Zeitpunkt daher, wie er romantischer nicht sein könnte.
Von mir eine absolute Empfehlung. Danke Felicity Whitemore. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.«

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Trotz Schwächen lesenswert

Wunderjahre - Aufbruch in eine neue Zeit
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Meine Meinung

Die Geschichte hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits punktet sie mit einem sehr flüssigen Schreibstil, anderseits gibt es mir einfach zu viele Zufälle.

Wilmersbach in ...

Meine Meinung

Die Geschichte hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits punktet sie mit einem sehr flüssigen Schreibstil, anderseits gibt es mir einfach zu viele Zufälle.

Wilmersbach in der Vulkaneifel 1952

Mit Ruth Thelen hat die Autorin eine sympathische Frau geschaffen, die ihren Mitmenschen mit sehr viel Empathie begegnet. Nach dem Tod ihres Vaters führt sie das Unternehmen im elterlichen Steinbruch weiter. Leicht hat Ruth es nicht. Frauen gehören 1952 an den Herd. Sie sollen den Kriegsheimkehrern gute Ehefrauen sein und ihnen nicht die Arbeitsplätze wegnehmen. So versuchen auch die Arbeiter bei Ruth die Grenzen auszutesten. Während ihre beste Freundin Heidi das Stadtleben liebt, fühlt sich Ruth in der Natur am wohlsten. Besucht immer mit ihrem Schäferhund ihre Lieblingsstelle am Steinbruch. Da entdeckt sie eines Tages einen Mann, der ohne Schutzvorrichtungen klettert. Für Ruth ist es Liebe auf den ersten Blick.

Ich kann immer wieder nur betonen, wie locker leicht sich diese Geschichte weglesen lässt. Die damaligen Vorstellungen, wie eine Frau zu leben hat, verwundern mich immer wieder. Das hat Birgit Reinshagen sehr gut beschrieben. Auch das Familienleben der Thelens ist sehr bildlich beschrieben. Ruth musste feststellen, dass die Firma in den roten Zahlen steckt. Ich habe Ruth sehr für ihre Tatkraft bewundert, die sie in das Familienunternehmen gesteckt hat. Nicht nur die finanzielle Lage der Firma war lange ein Geheimnis für sie. Friedrich Thelen hat noch ein sehr großes Familiengeheimnis mit ins Grab genommen.

Und da wären wir bei meinem ersten Kritikpunkt angekommen. Das Familiengeheimnis war für mich von Anfang an sehr durchschaubar. Das könnte jedoch auch an meinem hohen Konsum an Romanen liegen, die von Familiengeheimnissen gepflastert sind. Manches wiederholt sich immer wieder. Wie es mit der Firma weiter geht und woher Ruth große Unterstützung bekommen wird, war mir auch zu vorhersehbar. Auch der Tod des Betriebsleiters Karl war irgendwie komisch. Mehr möchte ich nicht dazu verraten.

Die Naturbeschreibungen haben mir gut gefallen. Ruths Liebe zum Steinbruch und der Natur in der Eifel konnte ich gut nachvollziehen. Sämtliche Genussmittel erinnern an die 50er. Zigaretten, Liköre und fettes Essen waren damals kein großes gesundheitliches Thema.

Bei bestimmten Dingen konnte ich die Reaktionen von Ruths Mutter nicht verstehen. Auch Ruths Verhalten, nachdem sie das eine oder andere Geheimnis aufgedeckt hat, konnte ich nicht nachvollziehen. Mir lief es zu sehr nach dem Motto: Aha, so ist das Okay. Nächste Szene bitte.

Fazit

Trotz meiner Kritikpunkte habe ich das Buch gerne gelesen. Knapp 400 Seiten auf zwei Nachmittage sprechen dafür. Das Setting reflektiert die Vulkaneifel wider. Die Protagonisten kommen teilweise nicht authentisch rüber. Dennoch war die Geschichte spannend genug um meine Neugierde wach zu halten. Die 50er sind sehr gut beschrieben. Falsch macht man beim Kauf dieses Buches nichts. Von einem Flop ist es weit entfernt. Von mir knappe 4 Sterne.

Danke Birgit Reinshagen .

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Ich war Feuer und Flamme beim Lesen

Wer das Feuer entfacht - Keine Tat ist je vergessen
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Meine Meinung

Seit "Girl on the Train" bin ich ein absoluter Fan von Paula Hawkins. Auch in diesem Psychothriller steht wieder eine junge Frau im Mittelpunkt, die mit der Welt fertig zu sein scheint. ...

Meine Meinung

Seit "Girl on the Train" bin ich ein absoluter Fan von Paula Hawkins. Auch in diesem Psychothriller steht wieder eine junge Frau im Mittelpunkt, die mit der Welt fertig zu sein scheint. Als Kind hatte Laura einen schweren Unfall, den sie nur knapp überlebt hat. Sie hinkt seither und hat Probleme ihr Tun und Handeln unter Kontrolle zu halten. Sie fügt sich selbst Schmerz zu. Sie ritzt sich, bis das Blut nur so spritzt. Nach einem One-Night-Stand gerät sie unter Mordverdacht. Sie wurde gesehen, wie sie blutverschmiert das Hausboot verließ, in dem der junge Mann ermordet wurde. Es stellt sich die Frage, ob Laura wirklich der letzte Mensch war, der den Toten lebendig gesehen hat.

Die Geschichte kommt nicht spektakulär daher. Vielmehr baut sich die Spannung nach und nach auf. Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Nur von dem Ermordeten konnte ich mir erst ziemlich am Ende ein Bild machen. Carla, die Tante des Mordopfers, war mir von Anfang an suspekt. Seine Mutter wirkt auch sehr speziell. Miriam ist die Nachbarin des Ermordeten und hat noch mit Jemanden eine Rechnung offen. Ich fand es sehr interessant, wie sich die Wege von Carla und Miriam mit Lauras kreuzen.

Mit Laura hat Paula Hawkins wieder mal eine Protagonistin geschaffen, die einem sehr nahe geht. Einsam und verlassen, körperlich lädiert und unheimlich traurig kämpft sie sich durchs Leben. Ein leichtes Opfer ..... oder Täterin?

Fazit

Wieder konnte mich die Autorin von Anfang an abholen. Abermals hat sie mich an den seelischen Abgründen ihrer Figuren teilhaben lassen. Der Schreibstil ist magisch. Ich musste immer weiter lesen. Die Spannung ist von Anfang an da. Erst leise. Dann immer lauter. Einziges Manko: Ich habe ziemlich früh geahnt, wer für den Mord verantwortlich ist. Ich mag bei einem Thriller am Ende überrascht werden.

Danke Paula Hawkins. Ich hatte spannende Lesestunden.

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Veröffentlicht am 27.09.2021

Traurig aber dennoch schön

Die Überlebenden
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Meine Meinung


Worte über diese Geschichte zu finden fällt mir nicht leicht. Dafür ist das Buch einfach zu traurig. Ich war nicht darauf gefasst. Abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit erfährt ...

Meine Meinung


Worte über diese Geschichte zu finden fällt mir nicht leicht. Dafür ist das Buch einfach zu traurig. Ich war nicht darauf gefasst. Abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit erfährt man von der Kindheit der Brüder Benjamin, Pierre und Nils. Man landet jedoch nie in der gleichen Vergangenheit und Gegenwart. Die Szenen beim Urlaub, in Schweden an einem See, muten erst mal idyllisch an. Die drei Brüder tollen durch die unberührte Natur. Schwimmen im See und genießen hinterher ein Essen mit den Eltern auf der Terrasse oder am Strand. Die Eltern leben so in den Tag hinein und genießen das eine oder andere Gläschen Wein. Der Vater bringt den Söhnen das Fischen bei. Erkundet mit ihnen den Wald.

Der Schein trügt. Das merkt man sehr bald. Der Alkoholkonsum der Eltern ist zu groß. Die Launen der Mutter für die Kinder bares Gift. Die Eltern streiten. Die Kinder buhlen um die Gunst der Mutter. Nils ist der Älteste und scheint am besten mit der Situation klar zu kommen. Pierre hat einen Hang zu Aggressionen. Bei einer Szene wurde mir richtig übel. Ich fand sie sehr heftig. Benjamin ist ein typisches Sandwichkind. Er scheint ein besonnener Junge zu sein. Wir erfahren die Geschehnisse aus seiner Sicht.

Ich habe immer überlegt, warum die Eltern so eine komische Ehe führen. Die Mutter ist mal liebevoll, dann wieder total eiskalt zu ihren Jungen. Der Vater kommt verantwortungslos rüber. Der Schreibstil und meine Neugierde haben mich durch die Seiten rasen lassen. Man spürt die Fremdheit, die sich nach über 20 Jahren bei den Brüdern breit gemacht hat. Jeder versucht cool zu sein. Keiner will zeigen, welche seelischen Schäden ihre Kindheit hinterlassen hat. Mit der Urne der Mutter und einigen Gesprächen, offenbart sich den Leser*innen ein grausame Wahrheit. Eine Wahrheit, mit der ich im Leben nicht gerechnet hätte. Sie hat mich zutiefst erschüttert.

Fazit

Eins vorweg: Dies ist kein Sommerroman zum Wohlfühlen. Vielmehr hat mich des öfteren richtig gefroren. Der Schreibstil wechselt zwischen poetisch und derb. Die wunderschöne Natur wird bildhaft beschrieben. Ebenso unappetitliche Szenen. Die gehören aber in die Geschichte hinein. Sie zeigen wie unmöglich die Gesamtsituation für die Kinder war. Wie sie als Männer noch damit zu kämpfen haben. Das Ende hat mich schockiert zurückgelassen.

Ich empfehle jedem die Geschichte, der gerne auch mal ein Familiendrama liest. Ich habe dieses Buch gerne gelesen.

Danke Alex Schulman. Ich gratuliere zum Debüt


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Veröffentlicht am 25.09.2021

Der Blutkünstler

Der Blutkünstler
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Meine Meinung

Ich bin ja nicht die große Thriller-Leserin. Viel zu groß sind die menschlichen Abgründe, mit denen man in diesem Genre konfrontiert wird. So auch beim Blutkünstler.

Tom Bachmann ist ein ...

Meine Meinung

Ich bin ja nicht die große Thriller-Leserin. Viel zu groß sind die menschlichen Abgründe, mit denen man in diesem Genre konfrontiert wird. So auch beim Blutkünstler.

Tom Bachmann ist ein Profiler. Er erkennt Psychopathen und deren Tricks ihr krankes Hirn zu verbergen, so gut wie kein anderer. Bachmann kommt ziemlich emotionslos rüber. Sei es in der Liebe oder bei den Mordfällen. Ich habe mich von Anfang an gefragt, was mit diesem Mann passiert ist, dass er so eine kalte Ausstrahlung hat. Sein Gerechtigkeitssinn stimmt oftmals nicht mit den Gesetzen überein. Der Blutkünstler hat mich wirklich das Fürchten gelehrt. Mir ging es wie bei einer Umweltkatastrophe. Ich will es nicht sehen, da ich eh nicht vor Ort bin um zu helfen. Dennoch schaue ich im Netz die dramatischen Videos an. Was die weiblichen Opfer beim Blutkünstler mitmachen müssen, ist mehr als man ertragen kann. Dennoch habe ich weiter gelesen. Die Geschichte hat ein regelrechten Sog auf mich ausgeübt. Ich habe mit den Frauen gehofft und gebangt.

Doch es passieren auch Morde, die so gar nicht in das Schema des Blutkünstlers passen wollen. Das macht ihn noch unberechenbarer. Mir hat die Auflösung der Fälle mehr wie einmal den Atem geraubt. Ich wollte kein Blut mehr sehen. Habe weiter gelesen. Ich wollte die Qualen der Frauen nicht mehr miterleben. Ich habe weiter gelesen. Stellenweise wurde mir richtig übel. Ich habe weiter gelesen.

Fazit

Dieser Thriller hat mich in die Geschichte hineingezogen. Ich wollte nicht mehr weiter lesen, konnte aber nicht aufhören. Selten hat ein Cover so gut gepasst, wie bei diesem Thriller. Ich war noch nie ein Freund von moderner Kunst. Die des Blutkünstlers hat mich an der Menschheit zweifeln lassen. Ich habe mich gefragt, ob es solche Gräueltaten wirklich gibt, oder schon gegeben hat. Die Protagonisten kommen authentisch rüber. Der Schreibstil ist magisch. BLUTIG!

Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen. Ich freue mich auf den zweiten Teil. Macht mich das jetzt zu einem schlechten Menschen?

Danke Chris Meyer. Woher nehmen sie ihre Ideen?

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