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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2017

Rauchwölkchen und Meisterdieb

Ein Kuss aus Sternenstaub
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Meine Meinung

Ich habe mich auf Anhieb in dieses wunderschöne Cover verliebt. Der Klappentext dazu hat mir keine andere Wahl gelassen. Ich musste das Buch lesen. Schon als Kind hat mich die Filmserie ...

Meine Meinung

Ich habe mich auf Anhieb in dieses wunderschöne Cover verliebt. Der Klappentext dazu hat mir keine andere Wahl gelassen. Ich musste das Buch lesen. Schon als Kind hat mich die Filmserie "Bezaubernde Jeannie" total begeistert. Ein hübscher Flaschengeist, der per Rauchwolke seine Flasche verlässt und mich mit seinen Aktionen zum Lachen brachte. Auch die Dschinny Zarah und der Meisterdieb Aladin konnten mich für sich einnehmen. Die charmante Adaption dieses Märchens hat mich verzaubert zurückgelassen.

Zarah konnte ich sehr gut leiden. Zarah dürfte als Dschinny eigentlich gar keine Gefühle für Menschen haben. Doch der gutmütige Flaschengeist ist sehr wohl in der Lage, Menschen Liebe und Freundschaft entgegenzubringen. Vor 500 Jahren wurde ihr das zum Verhängnis. Sie hatte ihre beste Freundin verraten .....

Aladin ist von seinem Flaschengeist Zarah verzaubert. Er hat drei Wünsche frei, mit denen er sorgfältig umgehen muss. Die Flasche hütet er wie seinen Augapfel. Aladin ist ein Rebell. Auch seine Eltern waren Aufständische, die vom König hingerichtet wurden. Aladin sinnt auf Rache. Die bezaubernde Dschinny hilft ihm dabei. Auch sie hat einen großen Wunsch. Sie möchte ihre Freiheit gewinnen. Das ist gar nicht so einfach. Ihr ist es verboten Gefühle für Menschen zu hegen. Aber dieser Aladin ist wirklich ein schmuckes Kerlchen, welcher sogar mehrmals sein Leben für sie in Gefahr bringt. Das hat nicht jeder Meister für sie gemacht. Mit Ausnahme ihrer besten Freundin, vor vielen vielen Jahren ...

Mir haben die Abenteuer der Beiden ausnehmend gut gefallen. Die Dialoge zwischen Zarah und Aladin fand ich einfach nur köstlich. Aladin amüsiert sich gerne über das "Rauchwölkchen!" >>Ich finde es nur nett, wenn du wütend auf mich bist. Dann quillt dir Rauch aus den Ohren.<< (Seite 95 auf dem Reader)
Zarah ist hin- und her gerissen. Einerseits will sie ihre Freiheit-, anderseits kann und will sie ihre Gefühle für Aladin nicht verleugnen. Sie dringen beide unter falschen Namen in das Königshaus ein. Dort hat mir besonders die Umgebung gefallen. So stelle ich mir den Orient vor. Wunderschöne Blumen und Tiere, die aus dem königlichen Garten ein Paradies machen. Köstliche Speisen, die den Gaumen erfreuen.
Jedoch ist nicht alles so schön, wie es den Anschein hat. Zarah und Aladins Lügennetz bekommt gewaltige Risse.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Zarah und Aladin erzählt. Die Spannung kommt wahrlich nicht zu kurz. Die Nebencharaktere kommen authentisch rüber. Die Sprache ist verspielt und vermittelt einem den Zauber von Tausendundeine Nacht.

Mein Fazit

Rauchwölkchen und Dieb, haben sich furchtbar lieb.
Erleben Abenteuer pur, das entspricht ihrer Natur.
Eine Dschinny die Menschen liebt, obwohl es so was normal nicht gibt.
Kämpfen gegen die Bösen und wollen sich nicht mehr voneinander lösen.
Eine Dschinny und ein Dieb, beide außergewöhnlich lieb.
Mal Vogel,-mal Katze oder Wolke aus der Flasche. Die hat der Dieb stets in der Tasche. Reibt er daran, kommt seine Dschinny zu ihm zurück. Oh welch Glück!
Ein Königsreich mit vielen Tücken, füllt sämtliche Lücken.
Zarah und Aladin erkunden Geheimnisse pur, denn beide sind selten stur.
Lassen nicht ab von ihren Plänen. Das muss man schon auch mal erwähnen.
Haben mir manch schöne Lesestunden beschert und mich einiges über den Orient gelehrt.
Heißer Wüstensand und Bösewichte, gibt es zuhauf in der Geschichte.
Herz und Verstand, gehen Hand in Hand.
Lassen den Leser wünschen und hoffen.
Das Ende lasse ich jetzt offen.

Und die Moral von der Geschicht: Verpasst dieses orientalische Märchen nicht.

Meine Lieblingszitate

>>Es muss schön sein, sich Träume leisten zu können.<< (Seite 104 auf dem Reader.)

>>Es ist schwer, die Gestalt einer Spinne anzunehmen - man muss so viele Beine bewegen.<< (Seite 105 auf dem Reader.)

>>Und was weißt du über Liebe?<< >>Dass sie freiwillig sein muss.<< (Seite 154 auf dem Reader.)

>>Nicht Hass hat den Krieg zwischen deinem Volk und meinem ausgelöst, Aladin. Sondern die Liebe.<< (Seite 170 auf dem Reader.)

Danke Jessica Khoury

Lust auf eine Reise zu den Sternen?

Veröffentlicht am 29.09.2017

Hund aufs Herz

Hund aufs Herz
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Meine Meinung

Das ist die erste Rezension, die ich mit einer Frage beginne: Gibt es eine Tagesstätte für Hunde wirklich? Ja, es gibt sie. Vor diesem Buch wusste ich das nicht. Bei einer gut geführten ...

Meine Meinung

Das ist die erste Rezension, die ich mit einer Frage beginne: Gibt es eine Tagesstätte für Hunde wirklich? Ja, es gibt sie. Vor diesem Buch wusste ich das nicht. Bei einer gut geführten Tagesstätte finde ich die Idee super. Solange der Betreiber nicht ausschliesslich Euroscheine in den Augen hat.

Lara Munter steht nach vielen Ehejahren vor dem Aus ihrer Ehe. Leider arbeitet sie im gleichen Unternehmen wie ihr Mann Marcel. Die Reinigungsfirma "PUTZmunter" kommt für sie nun nicht mehr in Frage. Sie flüchtet zu ihrer besten Freundin Wiebke auf die Insel Usedom.

Wenn man gemütlich in seiner Leseecke von einer Frau liest, deren ganzes Leben zusammenbricht, kann man das Ganze bei einer guten Tasse Tee genießen. Man findet viele Situationen komisch, die einem im wahren Leben das Genick brechen würden. Sofern es einem selber passiert. Lara merkt bald, dass sie auf ihre alten Freunde nicht mehr zählen kann. Keiner kann sie auch nur für eine Nacht aufnehmen. Jeder bedauert-keiner hilft!
Die liebenswürdige Lara hält sich jedoch nicht lange damit auf, ihre Wunden zu lecken. Trotz großer Zukunftsängste packt sie eine einmalige Gelegenheit beim Schopf. Sie übernimmt die Vertretung einer Hundestagesstätte in Usedom. Nach ein paar Bierchen in einer Strandbar besiegelt sie ihr Schicksal per Handschlag, mit ihrer Zufallsbekanntschaft Britt. Die möchte nämlich zehn Wochen lang an einem Segelturn teilnehmen.
Lara kann den Job gut gebrauchen. Es wäre immerhin ein Anfang. Leider kennt sie sich mit Hunden überhaupt nicht aus. Eine Absage kann sie nicht mehr aussprechen .....

Die Hundestagesstätte hat mir ausnehmend gut gefallen. Sie hat mir das Gefühl vermittelt, dass die Hunde wirklich geliebt und verstanden werden. Die Bedürfnisse der Vierbeiner haben oberste Priorität. Lara hat sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten, sehr gut eingearbeitet. Besonders ihr Anfängerfehler zieht zuckersüße Konsequenzen nach sich. Ich habe das Gefühl, jeden Hund zu kennen. Ich weiß nun, wie die einzelnen Besitzer so ticken.
Britts Bruder Niklas soll ihr am Anfang unter die Arme greifen.
Lara weiß nicht, was sie von dem sonderbaren, gut aussehenden Niklas halten soll. Nimmt er sie für voll? Nach ein paar seltsamen Begegnungen, in denen Lara kein Fettnäpfchen auslässt, ist sich Lara da nicht mehr so sicher.

Lara kennt sich noch nicht aus, mit der Mentalität der Insulaner. Man darf nicht zuviel fragen. Das versteht Lara nun überhaupt nicht. Menschliches Interesse mit Taktlosigkeit gleichstellen? Nö, geht gar nicht. Die charmante Frau bleibt sich selbst treu. Ihrer Authentizität verdankt sie, dass ihr nach kurzer Zeit die Herzen von Hund und Mensch zufliegen.
Ich habe mich gewundert, dass Lara sich so in die Probleme anderer hineingekniet hat. Sie selber hat doch jede Menge davon. Das hat mir wieder mal gezeigt, man erntet das, was man sät.

Mein Fazit

Das Setting konnte für mich nicht schöner sein. Usedom liegt in der Pommerschen Bucht, südlich der Ostsee. Da ich ein großer Fan der Ostsee bin, möchte ich diese Insel nun auch kennen lernen. Ich habe dieses Buch auf der Insel Rügen genossen. Ich konnte den Sand zwischen den Zehen spüren und das Meer rauschen hören. Ich sah die Sonnenuntergänge, die ich in einer gemütlichen Strandbar genoss. Bei jedem Hund der vorbei lief, dachte ich mir: Na, Wow Wow! Schon mal was von der Hundestagesstätte auf Usedom gehört? An diesem Ort wurde, für Hunde mit berufstätigen Frauchen/Herrchen eine gute Lösung gefunden für Euch. An diesem Ort wird auch des öfteren der Peil Amor geschossen. Es gibt Zwei- und Vierbeiner, die dadurch das große Glück gefunden haben.
An alle Zweibeiner da draußen: Packt die Koffer. Ab nach Usedom! Was? Geht nicht? Dann lest ganz einfach das Buch.


Die Hauptprotagonisten

Niklas: Befürworter der privaten Zurückhaltung. Ein Mann, der der Großstadt-Lara Zurückhaltung beibringen möchte.

Lara: Eine Frau, die das Insel-Einheimischen-Gen erforscht, während sie ohne Vorkenntnisse, die Urlaubsvertretung einer Hundestagesstätte übernimmt. Sie ist genervt von Niklas, der ihr Zurückhaltung beibringen will.

Britta: Schwester von Niklas, die auf einem großen Segelturn ihrer großen Liebe begegnet. Eine Frau, die unendlich viel Mut beweist und Lara ihre Hundestagestätte anvertraut.

Hunde: Jasper, Xena, Tiffany und Pauline.

Huta-Kunden: Richard und Mandy. Mandy und Richard!


Danke Mirjam Müntefering.

Veröffentlicht am 29.09.2017

Spätsommersprossen und Hochwürden.

Spätsommersprossen - St. Elwine 5
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Meine Meinung

Das ist nun der 5. Band, welchen ich aus der St. Elwine-Reihe gelesen habe. Gefallen haben mir bisher alle sehr gut. Mit Spätsommersprossen hat die Autorin jedoch einen Roman hingelegt, ...

Meine Meinung

Das ist nun der 5. Band, welchen ich aus der St. Elwine-Reihe gelesen habe. Gefallen haben mir bisher alle sehr gut. Mit Spätsommersprossen hat die Autorin jedoch einen Roman hingelegt, der einen bis ins Knochenmark berührt. Alleine schon die Tatsache, dass in dieser Geschichte ein vierjähriges Kind spurlos verschwindet, stimmt einen traurig und lässt den Leser auf ein gutes Ende hoffen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Baylee und Joel DeLuca in der dritten Person erzählt.
Baylee und Joel hatten in den 70igern große Erfolge in der Gruppe Ted Brunner Singers zu verbuchen. Bei diesem Namen brachte ich eine bestimmte Gruppe nicht mehr aus dem Kopf. Ich vermute ja sehr stark, dass die Autorin diese mit Absicht in die Köpfe der Leser gepflanzt hat. Das Verschwinden eines kleinen Mädchens war das AUS für die Gruppe.

Eine besondere Sympathie habe ich für Baylee. Die kesse Blondine ist auch nicht mehr die Jüngste; jedoch kleidet sie sich wie ein junger Hüpfer. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und bringt Reverend Joel damit auf die Palme.
Ach, ich habe ja noch gar nicht erwähnt, dass aus dem sexy Sänger Joel eine Geistlicher wurde. Tja, jeder hat so seine Methoden mit schlimmen Altlasten umzugehen. Joel steht nun stets in Zwiesprache mit Gott. Besonders als nach vielen Jahren seine alte Liebe Baylee in St. Elwine auftaucht. Sie soll ihn überreden bei dem Revival-Konzert der Gruppe mitzumachen. Aber Hallo!!! Ist doch ganz normal, dass Pfarrer in einer Gruppe mit einem Hauch Hippie-Romantik mitsingen!
Der brave Reverend muss sich nun mit seiner Vergangenheit als Hippie auseinandersetzten. Eine Zeit, die so gar nicht mehr zu seiner jetzigen Berufung passen will. Die ihm oftmals die Schamesröte ins Gesicht treibt. Besonders in Gegenwart der forschen Baylee. Oh mein Gott! Diese Baylee ist aber auch ein sexy Frauchen, welches so rein gar nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt hat. Ihr konnten die Jahre nichts anhaben. Joel muss jedoch schon bald erkennen, dass sich hinter der oberflächlichen Fassade Baylees eine intelligente und herzensgute Frau steckt.

Auch diese Geschichte besticht wieder durch häufige Situationskomik. Orlowski wäre nicht Orlowski, wenn nicht mindestens ein Krankenhausaufenthalt für einen Mann nötig wäre.
Ein Krimi, Drama und viel Humor sorgen für Abwechslung. Man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ich hatte für Baylee und Joel sehr viel Mitgefühl. Besonders für Baylee. Man gab ihr für etwas Schuld, die sie in meinen Augen nicht hatte. Ich erinnere mich an ein klares Nein!
Viele Missverständnisse und das Verschwinden eines kleinen Mädchens, lassen Beiden viele Jahre nicht richtig zur Ruhe kommen.
Eine große Überraschung lässt Joel in die Knie gehen. (Krankenhausaufenthalt! Oh oh Orlowski!)

Mein Fazit

Mich hat diese Geschichte sehr berührt. Ich musste lachen und war oftmals sehr traurig gestimmt.
St. Elwine hat mir von der ersten Silbe an das Gefühl gegeben, wieder an einem wundervollen Urlaubsort zu sein, den man nicht gerne wieder verlässt. Viel alte Bekannte habe ich wieder getroffen.
Die Dialoge zwischen Reverend Joel und Baylee sind einfach nur köstlich. Nicht nur die ..... !!!


Die nächste Reise nach St. Elwine ist schon gebucht. Ich warte lediglich noch auf eine Bestätigung! Vielleicht besuche ich ja wieder das wunderschöne Pfarrhaus und den Garten mit Sonnenblumen.

Meine Lieblingszitate:

>>Du wohnst mit diesem Hausdrachen zusammen? Die perfekte Mischung aus einem englischen Butler und Fräulein Rottenmeier ..... << (Pos. 924 Kapitel 2 auf dem Reader)

>>Ich sollte dir den Hintern versohlen.<< >>Au ja.<< (Pos 4895-Kapitel 8 auf dem Reader)

>>Hoffentlich hielt der Hund seinen baumelnden Penis nicht für ein Leckerli.<<(Pos.3597-Kapitel 5 auf dem Reader)

>>Ich habe nicht gewusst, wie glücklich wir waren, bis wir es nicht mehr waren.<< (Pos. 6093-Kapitel 10 auf dem Reader.)

Danke Britta Orlowski.

Danke Reverend Joel und Baylee. Reißt euch bitte ein bisschen zusammen.

Veröffentlicht am 14.09.2017

Als die Träume in den Himmel stiegen.

Als die Träume in den Himmel stiegen
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Meine Meinung

Die Geschichte wird aus der Sicht von Samar erzählt. Mal in der Gegenwart- mal in der Vergangenheit. So bekommt man ein klares Bild von Personen, Umgebungen und Geschehen.
Die Reise, welche ...

Meine Meinung

Die Geschichte wird aus der Sicht von Samar erzählt. Mal in der Gegenwart- mal in der Vergangenheit. So bekommt man ein klares Bild von Personen, Umgebungen und Geschehen.
Die Reise, welche Samar mit ihrer Familie unternimmt, könnte emotionaler nicht sein. Müssen sie doch ihr ganzes, eigentlich glückliches Leben, hinter sich lassen. Sind gezwungen ihr schönes Haus, und den damit verbundenen Luxus, zu verlassen. In einem Dorf im Hindukusch findet die Familie Zuflucht bei den Großeltern. Anfangs ist Samar total schockiert, ob der primitiven Verhältnisse. Bald schon lernt sie jedoch diese außergewöhnliche Idylle zu lieben. Findet eine gute Freundin. Was mit der Freundin später passiert, hat mir Tränen in die Augen getrieben.
Die Menschen leben dort in Häusern, die in Felsen hineingebaut wurden. Ich habe mir Bilder im Netz angesehen. Wahnsinn! Aber auch irgendwie faszinierend.
In Kabul herrschten Kriege. Im Hindukusch sind sie erst mal sicher. Der Friede währt jedoch nicht lange. Ein Bruder von Samar schließt sich der Taliban an.

In der Gegenwart flüchtet die Familie mit dem Zug nach Russland. Die transsibirische Eisenbahn ist lange Zeit so eine Art Wohnung für sämtliche Menschen.
Die Passagen im Zug fand ich auch spannend, obwohl erst mal gar nicht viel passiert.
Samar liest viel und liebt die Spiele, die sie mit der Familie zusammen macht.
Die Szenen im Hindukusch berühren sehr. Stimmen einen traurig und fassungslos.

Die Flucht vom Hindukusch ist sehr spannend. Traurig hat mich die Tatsache gestimmt, dass es solche Flüchtlinge im realen Leben zu Tausenden gibt.
Die Autorin erzählt dieses Drama, ohne dabei rührselig zu werden. Sie überlässt es dem Leser, welche Emotionen er für dieses Buch investieren möchte. Sie weiß bestimmt im Vorfeld schon, dass diese Geschichte keinen Menschen kalt lässt. Zumindest keinen Menschen mit Gewissen und Herz.
Ich finde es total schade, dass es in Afghanistan so viele Kriege gibt. Wie gerne würde ich solche Länder mal bereisen. Die Mentalität kennen lernen. Besonders die in Fels gehauenen Häuser besuchen. Es gibt dort so viele tolle Menschen. Die Taliban und sämtliche andere kriegerische Organisationen, vermitteln uns oftmals ein falsches Bild dieser Menschen. Wir lernen jedoch auch Menschen kennen, die ihr eigenes Leben in Gefahr bringen, um zu helfen. Fanatismus ist, wie so oft, der Auslöser dieses blutigen Dramas.

Mein Fazit

Die Autorin holt den Leser von Anfang an ab. Begibt sich mit ihm auf eine Reise, die Potenzial hätte ein unvergessliches Abenteuer zu werden. Ist es ja eigentlich auch; aber nicht diese Art von Abenteuer, die wir uns wünschen. Vielmehr lernen wir Brutalität und unheimliches Leid kennen, welches uns fassungslos zurück lässt.
Man beginnt mit diesem Buch und ist gefangen. Gefangen von einem Mädchen, welches uns von ihrem großen Schicksal erzählt. Die Umstände, unter denen ihre Mutter ein weiteres Kind zur Welt gebracht hat, sind in unserem Land unvorstellbar.
Und doch kommt auch in dieser traurigen Welt, immer wieder mal ein kleines Stückchen Glück zum Vorschein.

Ob mir das Buch gefallen hat? Es ist unheimlich gut geschrieben. Die Charaktere fabelhaft ausgearbeitet. Ich habe es sehr gerne gelesen. Aber, der Inhalt darf einem doch gar nicht gefallen! Oder?

Eine absolute Empfehlung von mir. Meine Besprechung beinhaltet nur einen kleinen Bruchteil dessen, was auf 350 Seiten passiert ist.


Danke Laura Mc Veigh

Veröffentlicht am 12.09.2017

Tausendundeine Nacht

Mein Mann, seine Frauen und ich
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Ich war ständig im Zwiespalt mit meiner Meinung über Nadia. Mal wollte ich sie schütteln, damit sie zur Besinnung kommt, mal trösten, weil ich sie auch sehr gut verstehen konnte.
Nach ihrer Scheidung ...

Ich war ständig im Zwiespalt mit meiner Meinung über Nadia. Mal wollte ich sie schütteln, damit sie zur Besinnung kommt, mal trösten, weil ich sie auch sehr gut verstehen konnte.
Nach ihrer Scheidung fühlte sie sich eigentlich wohl. Lebte in einer WG zusammen mit einem jungen, hübschen Mann. Nur platonisch, versteht sich. Einziger Wermutstropfen war ihre Arbeitslosigkeit. Nach einem Türkeiurlaub entflammte ihre Leidenschaft für den Orient.
Sie erlernte das Zubereiten arabischer Gerichte und Bauchtanz.
Als sie einen Anruf von einem Karim erhielt, der sie besuchen möchte, wusste sie erst gar nicht wie ihr geschah. Nadia wurde Karim von einem befreundeten Ehepaar empfohlen. Sie verliebte sich auf Anhieb in diese wunderbare Stimme. Als sie ihn dann vom Nürnberger Bahnhof abholte, wurden ihre Knie regelrecht wackelig.
Daheim verwöhnte sie ihn mit arabischen Gerichten. Karim erzählt ihr von seinem Leben. Häufig gluckste er (lachte) was Nadia ein Kribbeln im Bauch bescherte. Lange Rede kurzer Sinn: Oktober 1995 hatten sie sich kennengelernt. November 1995 heirateten sie in Amsterdam.
Ich hatte so meine Probleme damit. Karim hatte ja schon eine Frau und drei Kinder.
Er wollte unbedingt Nadia als Zweitfrau. Da eine Scheidung für einen gläubigen Moslem unmöglich ist, musste er sich nun um zwei Frauen kümmern.
Ich habe mich gefragt: Echt Nadia? Wirklich? Du als selbständige Frau, die sich gerade von einem Fremdgänger scheiden lassen hatte, willst nun eine Zweitfrau werden? Und das von Kopf bis Fuß verschleiert????
Klar, Karim war ja so verletzlich und einsam. Er brauchte eine Frau, die mit ihm auf "Augenhöhe" war!
An dieser Aussage sollte Nadia noch so manches mal zu knabbern haben.

Mir gefielen die Beschreibungen vom Orient wahnsinnig gut. Ich konnte Nadias Liebe zu diesem Land sehr gut verstehen. Als Karim mit ihr in den Oman gezogen war, durfte sie Seite an Seite mit ihm arbeiten. Nadias Ideenreichtum brachte ein Hotel in die grünen Zahlen. Man schätzte die deutsche Frau sehr. Alles könnte wunderbar sein, wäre da nicht auch noch Frau Nummer 1! Und bald schon Nummer 3 .....
Eines musste man Karim hoch anrechnen. Er sorgte stets für alle Frauen und Kinder. Niemals wurde er handgreiflich. Seine Frauen durften verreisen wann- und wohin sie wollten.

Mein Fazit

Tausendundeine Nacht wurde zu einem real gewordenen Traum für Nadia. Sie erfuhr die große Liebe und Wertschätzung eines kultivierten Moslems. Sie fühlte sich geborgen. Sie fühlte sich verraten. Sie war unendlich glücklich. Sie war unglücklich.
Eine deutsche Frau verlässt ihre Familie, um mit einem Moslem auf Augenhöhe glücklich zu werden. Zuckerhut und Peitsche.
Und doch kann man Nadia verstehen. Picknicks an malerischen Stränden am arabischen Meer. Weiße Lehmhäuser, die bei Sonnenauf- und Untergang in ein märchenhaftes Licht getaucht werden. Dazu ein Blick aus den Augen eines Mannes, der pure Liebe verspricht.
Hera Lind hat hier einen bildgewaltigen Roman hingelegt. Ängste und Hoffnungen wurden von der Autorin gut eingefangen. Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet. Es gibt sie ja auch im realen Leben. Ich habe nun das Gefühl, alle persönlich zu kennen.

Egal was Nadia mitmachen musste, viele Dinge waren es wert. Ja, und auf seine Art war Karim wirklich treu.

Eine absolute Empfehlung von mir. Lest dieses Buch. Meine Besprechung ist nur ein kleiner Bruchteil dessen, was Nadia erlebt hat. Auch ihr familiärer Hintergrund geht zu Herzen.

Vielen Dank Hera Lind. "Mein Mann, seine Frauen und ich" ist bisher mein Highlight 2017!