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Veröffentlicht am 17.10.2021

Zeit, dich zu entscheiden

Monster & Magie: Diebe des Drachendolchs
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Dieses Werk ist das erste Spielbuch, welches ich bisher gelesen bzw. gespielt habe und es hat mir sehr gut gefallen. Das Buch handelt davon, dass du in den Besitz des legendären Drachendolches gekommen ...

Dieses Werk ist das erste Spielbuch, welches ich bisher gelesen bzw. gespielt habe und es hat mir sehr gut gefallen. Das Buch handelt davon, dass du in den Besitz des legendären Drachendolches gekommen bist, welcher dir ganz zu Beginn des Buches von einer windigen Bande Diebe abgenommen wird. Nun liegt es an dir, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um wieder an die Rarität zu gelangen und dabei bestmöglich am Leben zu bleiben, denn gerade letzteres ist gar nicht so einfach.

Das Buch ist aus der Du-Perspektive geschrieben, welche innerhalb des Genres auch absolut passend ist, denn so fühlt man sich dem Geschehen gleich viel näher. Nach kurzen Abschnitten ist es an der Zeit, dass du dich für diese oder jene Aktivität entscheidest, um dir deinen Weg zu den Dieben zu bahnen oder um dein Leben drastisch zu verkürzen. Das liegt natürlich ganz bei dir und deiner spielerischen Kreativität.

Du kannst dich auf zwei große Schauplätze freuen. Zum einen musst du einen gruseligen Wald durchschreiten oder aber einen Kerker erkunden, wobei die Kerker-Variante ein wenig schwieriger ist. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass sich das gesamte Buch prima für Anfänger des Genres eignet, vor allem deshalb, da es ganz ohne Hilfsmittel auskommt.

Besonders gut haben mir die Illustrationen des Buches gefallen, an der Stelle kann ich nur sagen, dass es für mich gerne mehr hätten sein können, da sie die Fantasie nur noch mehr anregen. Das ist aber Geschmackssache.

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Veröffentlicht am 13.10.2021

Eine Reise in die Vergangenheit

Engel über der Stadt
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Als Johannes erfährt, dass sein heißgeliebter Großvater verstorben ist, bricht für ihn eine Welt zusammen. Fassungslos steht er im Totenzimmer und ergreift die Flucht, da er den Anblick einfach nicht ertragen ...

Als Johannes erfährt, dass sein heißgeliebter Großvater verstorben ist, bricht für ihn eine Welt zusammen. Fassungslos steht er im Totenzimmer und ergreift die Flucht, da er den Anblick einfach nicht ertragen kann. Johannes' Großvater hat als Jugendlicher den Bombenanschlag auf Kopenhagen durch die Briten miterlebt und war dementsprechend ein gezeichneter Mann. Wie durch ein Wunder befindet sich Johannes nach seiner Flucht aus dem Krankenhaus plötzlich an der Seite eines Jungen namens Raf. Schnell stellt Johannes fest, dass es sich bei Raf um seinen jugendlichen Großvater handelt und dass er plötzlich auch in einer ganz anderen Zeit wandelt. Gemeinsam mit Raf erlebt er den Bombenanschlag auf Kopenhagen, der seinen Großvater so verändert hat.

Der Klappentext des Buches hat mich sofort angesprochen und ich hatte sehr hohe Erwartungen und auch Vorstellungen bezüglich der Geschichte. Leider konnten die Erwartungen nicht gänzlich erfüllt werden, denn mir fehlte es an einigen Elementen. Die Kapitel des Buches sind recht kurz und prägnant gewesen, dies hat mich persönlich aber nicht gestört. Durch den recht lockeren Schreibstil ist man sehr zügig durch das Buch geflogen, doch genau dieser Schreibstil war mir für die Gesamtthematik etwas zu locker und neutral. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Emotionalität und Betroffenheit gewünscht. Die Charaktere sind allesamt sehr lebendig beschrieben worden und jeder wurde mit einer eigenen Note versehen, was ich sehr gut fand. Das freundschaftliche Band zwischen Johannes und Raf kommt gut zur Geltung und ich als Leserin habe sofort gespürt, dass die beiden Jungen etwas miteinander verbindet. Da das Buch recht kurz und die Schrift relativ groß ist, habe ich es als ziemlich enttäuschend empfunden, dass die Geschichte erst ziemlich zum Ende in Fahrt kommt, dass dort erst die vermeintliche Szene stattfindet, um die sich das Buch dreht.

Toll fand ich, dass Leser*innen innerhalb des Buches geschichtlich etwas lernen konnten, denn bei dem Bombenanschlag, der sich tatsächlich ereignete, handelte es sich um einen tragischen Fehler mit mehreren Toten.

Besonders schade habe ich Folgendes empfunden: alle Geschehnisse des Buches wurden relativ ausführlich beschrieben, konnten bei mir aber so gut wie keine Emotionalität oder Mitgefühl für die Charaktere auslösen. Ich als Leserin wusste in den entscheidenden Momenten natürlich, dass dies nun ein besonders emotionaler Moment gewesen ist, dass Trauer, Wut oder Hass empfunden wurde, doch wurden mir diese Emotionen so leider nicht überliefert. Schade war zudem auch, dass das Buch so schnell und abrupt endete und dass sich Johannes relativ schnell wieder innerhalb seines eigentlichen Lebens befand.

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