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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2021

Intensiv und bildgewaltig, der Leser sieht durch das Auge des Malers

Diebe des Lichts
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Sander und sein kleiner Bruder Hugo müssen schon im Kindesalter mit ansehen, wie ihre Eltern von spanischen Eroberern aufgeknüpft werden. Dieses Erlebnis prägt die Brüder fürs Leben, Hugo hört auf zu sprechen ...

Sander und sein kleiner Bruder Hugo müssen schon im Kindesalter mit ansehen, wie ihre Eltern von spanischen Eroberern aufgeknüpft werden. Dieses Erlebnis prägt die Brüder fürs Leben, Hugo hört auf zu sprechen und auch Sander, der ihren Lebensunterhalt als Maler verdient, kann die schreckliche Vergangenheit nicht hinter sich lassen. In Rom findet er eine Anstellung bei einem renommierten Atelier, doch als er sich in die Tochter seines Meisters verliebt, nimmt sein Leben erneut eine überraschende Wendung.

"Diebe des Lichts" von Philipp Blom ist ein historischer Roman, der das Leben im Mittelalter so intensiv und bildgewaltig beschreibt, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, an Sanders und Hugos Seite durch die schmutzigen Straßen zu streifen und beinahe den Gestank in der Nase spüren konnte. Der Schreibstil ist so opulent, wie die Bilder, die Sander malt und so spannend, dass ich das Buch kaum zur Seite legen mochte. In jeder Leseminute war ich emotional an der Seite der Protagonisten und habe mit Sander Freude und Leid hautnah empfunden. Neben seinen fiktiven Figuren streift der Autor auch reale historische Gestalten, die jene Zeit maßgeblich mit geprägt haben.

Immer wieder war ich fasziniert, wie tiefgründig nicht nur die Personen charakterisiert sind, sondern auch jedes Detail des Hintergrundes beschrieben wird, ohne das die ausschweifenden Darstellungen für den Leser langweilig werden. Im Gegenteil, ich war gefesselt und habe die Menschen und ihre Umgebung lebendig vor meinem geistigen Auge gesehen - der Autor lässt seine Leser an der Sichtweise des begabten Malers, der im Mittelpunkt der Geschichte steht, teilhaben. Selten habe ich in Buch auf diese umfassende Weise erleben dürfen und spreche daher eine unbedingte Leseempfehlung an alle Freunde historischer Literatur aus.

Fazit: Selten habe ich einen Roman in derartig opulenten Bildern erlebt, in jeder Leseminute ist das Mittelalter für mich lebendig gewesen und ich habe jede einzelne Figur als greifbar und lebensecht empfunden. Dem Autor ist es auf wundervolle Weise gelungen, seine Geschichte so bildintensiv darzustellen, dass der Leser den Eindruck gewinnt, die Ereignisse durch das Auge eines Malers zu sehen. Für die spannende historische Lektüre spreche ich gern eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 02.11.2021

Spannendes Jugendbuch, das auch ältere Leser zum Nachdenken anregt

Game Changer - Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen
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Ash ist ein heterosexueller weißer Teenager, der sein Leben als recht durchschnittlich empfindet - bis er nach einem Tackle auf dem Footballfeld kurz ein seltsames, kaltes Gefühl hat. Zunächst denkt er ...

Ash ist ein heterosexueller weißer Teenager, der sein Leben als recht durchschnittlich empfindet - bis er nach einem Tackle auf dem Footballfeld kurz ein seltsames, kaltes Gefühl hat. Zunächst denkt er sich nichts dabei, doch schon auf dem Heimweg fallen ihm kleine Veränderungen in seiner Welt auf, außer ihm selbst kann sich allerdings niemand an den voran gegangenen Zustand erinnern. Beim nächsten Footballspiel passiert es wieder und dieses Mal sind die Veränderungen schon tiefgreifender, aber Ash hat keine Vorstellung, was ihn noch erwartet....

"Game Changer - Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen" von Neal Shusterman hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Für mich war es das erste Buch des Autors und sowohl inhaltlich als auch vom Schreibstil her, konnte es mich auf ganzer Linie überzeugen. Ash ist ein Protagonist, in den ich mich beim Lesen gut hinein versetzen konnte, er ist in der Mittelschicht aufgewachsen und lebt in dem Glauben, einer von den Guten zu sein, ohne dabei zu bemerken, wie blind er durch die Welt läuft. Erst die Veränderungen, die er bewirkt, ohne dabei die Erinnerung an die vorherige Realität zu verlieren, zeigen Ash seine frühere Ignoranz und ihm wird klar, dass es nicht genügt, das Geschehen passiv zu beobachten.

An Ashs Seite habe ich beim Lesen die Paralleluniversen betreten und war auf jede neue Welt gespannt. Neal Shusterman schreibt fesselnd und lebendig, ich war emotional von Anfang an involviert und es hat mir gefallen, den Wandel zu begleiten, den Ash im Lauf der Handlung durchmacht. Für meinen Geschmack hat er sich vielleicht ein wenig zu schnell und unkompliziert mit den Änderungen abgefunden, die ihn persönlich betreffen, hier hätte ich mehr innerlichen Widerstand erwartet. Aber diese (für mich eher geringfügige) Irritation schmälert meiner Meinung nach den Gesamteindruck des Buches nicht im Geringsten. Für diese gleichermaßen fantasievolle und nachdenklich stimmende Lektüre spreche ich eine unbedingte Leseempfehlung aus und bin sicher, dass mein erstes Buch des Autors nicht das letzte bleiben wird.

Fazit: Mit viel Vorstellungskraft und schriftstellerischem Können hält Neal Shusterman der Gesellschaft einen Spiegel vor und regt zum Nachdenken an. Mich hat seine Geschichte bis zur letzten Seite hin gefesselt und fasziniert, so dass ich dieses Buch sehr gern weiter empfehle.

Veröffentlicht am 29.10.2021

Würdiger Abschlussband der fantastischen Trilogie

Kaleidra - Wer die Liebe entfesselt
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Auch nach ihrer Rückkehr aus Kaleidra kommen Ben und Emilia nicht zum Durchatmen, in vielen Großstädten werden die ahnungslosen Menschen von Crux angegriffen. Der Quecksilberorden unter der Führung von ...

Auch nach ihrer Rückkehr aus Kaleidra kommen Ben und Emilia nicht zum Durchatmen, in vielen Großstädten werden die ahnungslosen Menschen von Crux angegriffen. Der Quecksilberorden unter der Führung von Professor Avalanche stellt den anderen Alchemisten ein Ultimatum, obwohl die Allianz der Orden noch mit Avalanche verhandelt, werden die Logen bereits in aller Eile evakuiert. Und während die Goldloge um Emilia und Ben nach Ishtar sucht, zieht diese schon längst im Hintergrund an den Fäden um ihre eigenen Ziele zu erreichen.

"Kaleidra - Wer die Liebe entfesselt" von Kira Licht ist der Abschlussband einer fantastischen Trilogie, der mich wieder genau so gefesselt und begeistert hat, wie seine Vorgänger. Da die Handlung durch alle drei Bücher fort läuft, ist es zum Verständnis unabdingbar, zunächst die vorangegangenen Kaleidra-Romane zu lesen. Die Protagonisten Emilia und Ben waren mir schon im ersten Band ans Herz gewachsen und ich habe mich gefreut, sie jetzt erneut durch die Welt der Alchemisten zu begleiten. Auch die anderen Figuren, besonders ihre Mitstreiter aus der Goldloge, sind umfassend und lebensecht beschrieben, sie alle waren für mich emotional greifbar und das Leseerlebnis hat sich wie ein Treffen mit guten Freunden angefühlt.

Den Schreibstil von Kira Licht kenne ich mittlerweile aus vielen ihrer Bücher und auch dieses Mal bin ich locker und leicht durch die Seiten geglitten. Immer wieder bin ich positiv überrascht über den Ideenreichtum, den die Autorin mit jeder neuen Buchreihe entwickelt, so hat mir auch die Welt der Alchemisten, in der "Kaleidra" spielt, gut gefallen. Die Spannung hat sich meiner Meinung nach konsequent durch die gesamte Geschichte gezogen und bis zum Finale habe ich noch die eine oder andere Überraschung erlebt. Für mich bildet dieser Roman den (fast) perfekten Abschluss der wundervollen Trilogie, es gab inhaltlich nur eine winzige Kleinigkeit, die für meinen Geschmack zu viel des Guten war - was dem Lesegenuss aber keinen Abbruch getan hat. Mit Freude spreche ich eine Leseemfehlung an jeden Fantasy-Liebhaber aus, lasst euch von dieser fabelhaften Buchreihe unterhalten.

Fazit: Spannend und fantasievoll bis zur letzten Seite, wieder einmal hat mich Kira Licht mit einem Buch komplett überzeugt, diese fantastische Lektüre empfehle ich gern weiter.

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Veröffentlicht am 27.10.2021

Wunderbare Liebesgeschichte mit Wohlfühlcharakter

New York Dreams
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Vor ihrem Jura-Abschluss legt Emma ein Auslandsjahr an der NYU ein und arbeitet nebenher in einer großen New Yorker Kanzlei. Dort verliebt sie sich bald in den smarten Anwalt Anthony, der ihre Gefühle ...

Vor ihrem Jura-Abschluss legt Emma ein Auslandsjahr an der NYU ein und arbeitet nebenher in einer großen New Yorker Kanzlei. Dort verliebt sie sich bald in den smarten Anwalt Anthony, der ihre Gefühle zu erwidern scheint, doch nach einiger Zeit findet Emma heraus, dass Anthony nicht mit offenen Karten spielt. Ihr Mitbewohner Nick tröstet Emma liebevoll und entwickelt sich nach und nach zu ihrem besten Freund - bis die ersten Schmetterlinge in ihrem Bauch flattern. Allerdings ist Nick ein Aufreißertyp und Emma hat schon viele Frauen in seinem Leben kommen und gehen sehen, besser sie hält ihr Herz unter Verschluss - oder?

"New York Dreams" von Nadine Kerger ist eine wunderbar romantische Geschichte mit Wohlfühlatmosphäre, die ich von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe. Die Autorin versteht es, den Hintergrund so umfassend und detailliert darzustellen, dass ich beim Lesen direkt Lust bekommen habe, New York einmal selbst kennen zu lernen. Auch die Figuren habe ich als sehr liebevoll gezeichnet empfunden, Emma, ihre beste Freundin Isy und natürlich auch Nick sind mir schnell ans Herz gewachsen und ich hatte viel Freude dabei, sie alle durch die Handlung zu begleiten.

Der Schreibstil ist ausgesprochen angenehm zu lesen, ich bin gefühlt nur so durch die Seiten geglitten und das Leseerlebnis hat mich bis zum Ende hin gefesselt und begeistert. Die Stimmung, die in der Erzählung vorherrscht macht einfach gute Laune, selbst wenn Emma mit Problemen konfrontiert wird, trübt es das positive Gesamterlebnis nicht, sondern trägt nur dazu bei, die Spannung zu erhalten. Da die Story ausschließlich aus Emmas Sicht geschrieben ist, hatte ich bald das Gefühl, sie schon gut zu kennen, auf mich wirkte sie lebensecht und ich war emotional immer an ihrer Seite. Für diesen bezaubernden Roman spreche ich eine unbedingte Leseempfehlung an alle Romantiker aus und freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin.

Fazit: Die warmherzige Liebesgeschichte hat mich sofort in ihrem Bann gezogen und bis zur letzten Seite hin in Wohlfühlstimmung versetzt. Das erste Buch, das ich von Nadine Kerger gelesen habe, wird sicher nicht das letzte bleiben und ich empfehle den wunderbaren Roman gern weiter.

Veröffentlicht am 26.10.2021

Anrührender Familienroman

Unter einem anderen Himmel
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Frisch verwitwet erfährt Stella, dass ihr Ehemann Roland die gemeinsamen Ersparnisse komplett aufgebraucht hat, um ein Haus in Haffkrug zu kaufen. Mit ihrer Tochter Nele fährt sie in den idyllischen Ostseeort, ...

Frisch verwitwet erfährt Stella, dass ihr Ehemann Roland die gemeinsamen Ersparnisse komplett aufgebraucht hat, um ein Haus in Haffkrug zu kaufen. Mit ihrer Tochter Nele fährt sie in den idyllischen Ostseeort, doch zu ihrem Erstaunen und auch Ärger hat die Vorbesitzerin ein lebenslanges Wohnrecht und informiert Stella über Rolands Plan, dass die Familie gemeinsam mit der alten Dame hier wohnen soll. Auch beruflich läuft es nicht ideal für die junge Witwe, seit Monaten wartet sie auf ein Manuskript, das sie freiberuflich übersetzten wird, für diesen großen Auftrag hatte sie alle anderen Angebote abgelehnt, doch der britische Autor zögert, seinen Roman fertig zu stellen. Als er Stella überraschend nach Prag bestellt, reist sie spontan zu ihm und begibt sich gemeinsam mit John auf die Suche nach Spuren der Vergangenheit, ohne zu ahnen, was seine Hauptfigur mit ihrer eigenen Familiengeschichte verbindet.

"Unter einem anderen Himmel" von Josefine Blom ist ein anrührender Familienroman, der mich emotional gepackt und schnell in Stellas Leben hinein gezogen hat. Neben ihrem Schock über Rolands plötzlichen Tod und der damit verbundenen Trauer hat sie noch einige unliebsame Überraschungen zu verkraften und muss für ihre Tochter stark sein, dennoch habe ich die Atmosphäre als angenehm empfunden und mich beinahe von Anfang an sehr wohl in der Geschichte gefühlt. Mit der Protagonistin Stella konnte ich mich gut identifizieren und die Figuren um sie herum fand ich ebenfalls umfassend und lebensecht beschrieben, so dass ich sie beinahe vor meinem geistigen Auge sehen konnte. Den Hintergrund stellt die Autorin genau so realistisch dar, es hat mir Freude gemacht, Stella zu begleiten, sowohl in ihrer neuen Heimat an der Ostsee als auch während des Besuchs im malerischen Prag.

Den Schreibstil habe ich ebenfalls gemocht, im Verlauf der Handlung habe ich nicht nur Stellas Perspektive sondern auch einige Einblendungen aus Johns Vergangenheit kennen gelernt. Zwischendurch waren immer wieder Szenen aus seinem Roman eingefügt, so dass ich beim Lesen nach und nach mehr über die Geschichte von Johns Hauptfigur erfahren habe, die seiner verstorbenen großmütterlichen Freundin nachempfunden ist. Insgesamt habe ich dieses Buch als äußerst entspanntes Leseerlebnis empfunden, das mich am Ende zufrieden lächelnd zurück gelassen hat. Für die wunderbare Lektüre spreche ich gern eine Leseempfehlung aus und hoffe auf weitere Romane aus der Feder der Autorin.

Fazit: Trotz des traurigen Beginns hat diese Geschichte für mich Wohlfühlatmosphäre mit gebracht, ich habe jedes einzelne Kapitel an Stellas Seite genossen, so dass ich das angenehme Leseerlebnis gern weiter empfehle.