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Veröffentlicht am 15.09.2016

Amy Snow / Tracy Rees

Die Reise der Amy Snow
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Amy Snow / Tracy Rees 3,5/5
Amy wird nackt im Schnee ausgesetzt und von Aurelia, der Tochter der reichen Vennaways gefunden. Nur widerwillig darf sie bei der Familie bleiben und wird zur besten ...

Amy Snow / Tracy Rees 3,5/5
Amy wird nackt im Schnee ausgesetzt und von Aurelia, der Tochter der reichen Vennaways gefunden. Nur widerwillig darf sie bei der Familie bleiben und wird zur besten Freundin von Aurelia.
Auf Grund eines Herzfehlers verstirbt Aurelia viel zu jung und hinterlässt Amy einen Brief, mit sie ihre Freundin quer durch England auf Schatzsuche schickt. Am Ende ihrer langen Reise ist sie ein anderer Mensch geworden und ein Geheimnis wird gelüftet.
Ich war von dem Cover so gefesselt das ich sofort eine Leseprobe gelesen habe, die mir sehr zugesagt hat. Ich mag Bücher aus dem frühen England und Familiengeheimnisse sind immer ein Grund die Seiten eines Buches zu verschlingen.
Tracy Rees hat ein beachtenswertes Debüt abgeliefert, die Sprache ist einfach nur wunderschön und sie beschreibt alles in so vielseitigen Worten das nie Langeweile aufkommt.
Amy erzählt von ihrer langen Reise und zwischendurch erinnert sie sich immer an die Zeit bei den Vennaways, wie grausam sie dort behandelt wurde, aber auch an die schönen Zeiten und die Liebe zu Aurelia. Amy war ein graues Mäuschen und deshalb wusste Aurelia ganz genau was sie mit ihrer Schnitzeljagd bezweckt denn sie hat Amy zu Menschen geschickt bei denen sie sich sicher war dass sie Amy mögen. So hat diese nach und nach mehr Selbstbewusstsein bekommen und die Leser konnten verfolgen wie sie langsam an Stärke gewonnen hat und zu einer selbstständigen Frau herangereift ist.
Mit ihrer Art Personen zu beschreiben hat die Autorin großes Geschick gezeigt, es gibt kein schwarz und weiß, alle sind sehr vielsichtig charakterisiert.
An manchen Stellen hätte ich mir ein schnelleres Vorankommen gewünscht, da wurde es mir ein wenig zu ausführlich, ansonsten habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Am meisten begeistert hat mich jedoch die Sprache, die man so nur ganz selten in einem Buch finden kann.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Strömung / Cilla Börjlind, Rolf Börjlind

Die Strömung
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Ein kleines Mädchen wird im Sandkasten ermordet als die Großmutter nur ganz kurz zum telefonieren in die Küche geht. Als sie zurückkommt steht ihr Schwiegersohn, der gerade zurückgekommen ist, mit seiner ...



Ein kleines Mädchen wird im Sandkasten ermordet als die Großmutter nur ganz kurz zum telefonieren in die Küche geht. Als sie zurückkommt steht ihr Schwiegersohn, der gerade zurückgekommen ist, mit seiner toten Tochter auf dem Arm da.
Nur kurz darauf wird ein Junge auf die gleiche Art und Weise ermordet. Beide Kinder keine Schweden. Haben die beiden Morde einen rassistischen Hintergrund?
In einem weiteren Handlungsstrang geht es um einen alten Fall aus den 70ern in einer Kommune.
Dies ist bereits der dritte Band um das Ermittlerduo um Olivia Röming und Tom Stilton, was ich aber erst während des Lesens erfahren habe. Man kann also das Buch gut lesen ohne die Vorgänger zu kennen. Die beiden Autoren verstehen ihr Handwerk und wissen genau wie sie ihre Leser bei der Stange halten. Die Protagonisten sind alle sehr gut beschrieben, haben Tiefe und man kann sich gut in sie hineinversetzen.
Die Story ist gut und logisch aufgebaut, schreitet Stück für Stück voran, ohne von Beginn an zu viel zu verraten.
Normalerweise mag ich kurze Kapitel sehr, da sie mich immer weiter lesen lassen. Hier waren sie mir aber zu Beginn zu kurz, die Perspektiven haben zu schnell gewechselt und ich hatte Schwierigkeiten richtig in die verschiedenen Handlungsstränge einzutauchen. Es war auch nicht immer deutlich um was es gerade geht und bis man sich richtig eingelesen hatte, ging es schon wieder um den nächsten Handlungsstrang. Dazu gekommen ist noch das man sich sehr viele Personen einprägen musste, die immer wieder eine Rolle gespielt haben.
Mit fortschreiten der Handlung wurden die Kapitel länger, da wiederum wurde es manchmal langatmig da zu viel beschrieben wurde was für die Handlung nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Weniger Seiten hätten dem Buch gut getan.
Mit ihrem Roman haben die beiden Autoren ein Thema aufgegriffen, welches durch die Flüchtlingspolitik nicht aktueller hätte sein können und ein Blick auf die rechts radikale Szene ist unverkennbar. Somit ich dieses Buch sehr politisch.
Insgesamt hat es mir gut gefallen, aber nicht so dass ich grenzenlos begeistert bin.

Veröffentlicht am 15.09.2016

18 Zahlen des Todes / Mia Winter

18 - Zahlen des Todes
3


Leana Meister hat in Afrika ihre Stelle aufgegeben um in Deutschland ihre neue Stelle als Leiterin des Kompetenzcenters in Düsseldorf anzutreten. Sie ist noch nicht richtig aus dem Flieger als sie zu ...


Leana Meister hat in Afrika ihre Stelle aufgegeben um in Deutschland ihre neue Stelle als Leiterin des Kompetenzcenters in Düsseldorf anzutreten. Sie ist noch nicht richtig aus dem Flieger als sie zu ihrem ersten Mordfall gerufen wird. Der Tote sitzt, zur Schau gestellt, auf einer Parkbank, mit heraus hängendem Geschlechtsteil.
In den folgenden Tagen gibt es, in verschiedenen Städten, immer wieder auf die gleiche Art dargestellte Opfer, die zunächst in keiner Verbindung zueinander stehen.
Leana erkennt schnell, dass die Verbindung in der Vergangenheit zu suchen ist, und mit ihrem Team, das mit den modernsten Mitteln ausgestattet ist, kommen sie der Täterin auf die Spur.
So einen gut durchdachten, intelligenten Thriller habe ich schon lange nicht mehr gelesen, wenn überhaupt. Mia Winter ist es gelungen von der ersten Seite an Spannung aufzubauen, die während des ganzen Buches nicht einmal abflacht, und sich zum Ende hin noch ins fast unerträgliche steigert.
Immer wieder lässt sie Informationen zur Forensik und zu Serientätern einfließen, ohne dadurch den Lesefluss zu lindern, oder das Hauptmerkmal von der Handlung abzulenken.
Personen sind gut dargestellt und besonders Leana und ihre nächste Kollegin, Natalia, haben sehr viel Tiefe, so dass man ihr Denken und Handeln jederzeit nachvollziehen kann. Insbesondere das Privatleben von Leana wird einfließen lassen, ohne dass es sich in den Vordergrund stellt.
Weit ab von der Massenware Thriller, die man sonst zu lesen bekommt, war die Handlung von Anfang bis Ende schlüssig, Infos zu den Morden gab es häppchenweise, so dass ich trotz der sehr langen Kapitel das Buch in einem Zug gelesen habe und es nicht zur Seite legen konnte. Hut ab vor so viel Schreibkunst.
Die Autorin konnte mich so von ihrer Art zu schreiben überzeugen, dass ich auf jeden Fall auch noch ihr Erstlingswerk "Janusmond" lesen werde, bevor im Oktober die Fortsetzung von "18 zahlen des Todes" erscheint.
Das Einzige was ich nicht verstanden habe, war die Zahl "18" im Titel, die sich mir auch am Ende der Story nicht erschlossen hat.
Sehr gerne würde ich noch einen Zusatzstern vergeben, was leider nicht möglich ist.