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Veröffentlicht am 09.11.2019

Brief für Brief zurück ins Leben – eine besondere Geschichte

Wort für Wort zurück zu dir
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Beste Freunde sind auf eine ganz bestimmte und besondere Art miteinander verbunden und selbst wenn man sich mal eine Weile nicht sieht oder hört, so ist man doch in Gedanken und mit dem Herzen oft bei ...

Beste Freunde sind auf eine ganz bestimmte und besondere Art miteinander verbunden und selbst wenn man sich mal eine Weile nicht sieht oder hört, so ist man doch in Gedanken und mit dem Herzen oft bei dem anderen. Aggie und Rosie haben sich vor 15 Jahren aus den Augen verloren – ihnen kam quasi das Leben und ein ziemlich großes Missverständnis dazwischen. Doch als sich nun das Leben von Rosie erneut wandelt und sie als Meteorologin in ein Kriegsgebiet geht, ist Aggie wieder zur Stelle und die beiden beginnen sich zu schreiben und aufzuarbeiten. Kann man die altbekannte Vertrautheit wieder zurück holen?

„Wort für Wort zurück zu dir“ war für mich eine besondere Geschichte, schon allein aufgrund des Stils. Während man in anderen Büchern meistens die Protagonisten aktiv bei ihren Erlebnissen begleitet, unabhängig von der Zeitform, in der berichtet wird, findet in diesem Buch keine direkte Interaktion statt. Das gesamte Geschehen findet in Form von Briefen oder E-Mails statt, die sich verschiedene Personen hin und her schreiben. Dabei schildern sie sich ihre Erfahrungen und Gefühle und erzählen natürlich auch von Erlebnissen, die sie hatten, es bleibt dabei jedoch eben immer eine Nacherzählung. Zu Beginn habe ich eine Weile gebraucht, bis ich mich wirklich in das Geschehen eingefunden hatte und wirklich Bezug zu den Charakteren aufbauen konnte. Wodurch man sie immer nur in so kurzen Etappen „begleitet“ ohne sie eben wirklich zu begleiten, benötigte ich etwas mehr Zeit, um mir ein Bild von ihnen zu machen und eine Bindung aufzubauen. Im Verlauf wurde es dann allerdings besser und die Protagonisten greifbarer. Die Charaktere arbeiten verschiedene Aspekte der Vergangenheit auf, was es leichter macht, sie kennen zu lernen und gleichzeitig kann man an den aktuellen Ereignissen teilhaben – zumindest ein Stück weit. All die Dinge, die sie sich nicht erzählen, erfährt man eben auch nicht.
Wodurch die Charaktere sich nicht gegenüber stehen, hatte ich manchmal das Gefühl, sie versuchen jemand zu sein, der sie nicht sind bzw. eben nicht zu zeigen, was wirklich in ihnen vorgeht. In einem Brief kann man vieles leichter verpacken und verstecken als in einem persönlichen Gespräch. Umso mehr mit und bei ihnen allerdings passiert, umso ehrlicher und offener scheinen sie jedoch zu werden – sich selbst und auch anderen gegenüber, was ich als sehr angenehm und auch authentisch empfand. Wenn man über Dinge schreibt, dann werden einem selbst dabei manchmal auch noch Punkte klar, die man vorher vielleicht gar nicht bedacht hatte.
Insgesamt auf jeden Fall eine interessante Art der Gestaltung, die es im Verlauf de Buches ermöglicht, die wichtigsten Personen doch ganz gut kennen zu lernen. Neben den Schilderungen von Erlebtem wird es auch immer wieder emotional, da sowohl Aggie, als auch Rosie zur Zeit in Lebenssituationen stecken, die sie vor Herausforderungen stellen.

Der Fokus im Buch liegt auf Rosie, die mit verschiedenen Leuten kommuniziert. Alle sind besorgt, nachdem sie in ein Krisengebiet geht und dann auch noch der erwartete Krieg ausbricht. Die Erfahrungen, die Rosie dort macht, sind sehr prägend für sie und in der Zeit, in der sie nicht arbeiten oder anderswo mit anpacken muss, hat sie viel Zeit über die Dinge nachzudenken, vor denen sie zuletzt eher weggelaufen ist. Auch bei Aggie läuft nicht alles nach Plan, doch im Gegensatz zu Rosies aktueller Situation sind die Veränderungen bei ihr keineswegs lebensbedrohlich. Die beiden Frauen erinnern sich an Vergangenes, erzählen sich von Gegenwärtigem und träumen auch ein wenig von der Zukunft. Dabei gibt es immer wieder bewegende und berührende Momente, Geständnisse, Passagen zum Schmunzeln, Hoffen und Bangen.
Neben Aggie gibt es noch Rosies Eltern, ihren Bruder, einige Anwohner des Heimatortes und alte Schulbekannte, die Briefe an Rosie schreiben. Auch Aggie schriebt mit verschiedenen Menschen und beginnt im Verlauf mit einer weiteren, ihr unbekannten Person Briefe auszutauschen. Die Schreibwechsel sind also recht vielfältig und doch war es immer gut möglich, den Überblick zu behalten. Die Briefe sind mit Daten versehen, so dass man einordnen kann, wie viel Zeit vergeht und was sich wohl worauf bezieht.
Der deutsche Titel des Buches passt gut zur Handlung, ebenso wie der Originaltitel „Dear Rosie Hughes“. In dem Fall habe ich da gar keinen großen Favoriten, denn beide Titel beschreiben einfach ganz genau, was im Buch passiert bzw. worum es geht.
Fazit

Eine schöne Geschichte über Freundschaft und das Leben, wie es sich entwickelt und verändern kann und wie ungesagte und ungeklärte Dinge manchmal alles beeinflussen können. Auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um richtig in die Handlung und die Leben der Figuren einzutauchen, hat mich die Geschichte dann doch berührt und unterhalten. Die besprochenen Dinge sind vielfältig und mitten aus dem Leben der Figuren gegriffen. Da man keine direkte Interaktion erlebt, ist der Aufbau etwas anders, als man es sonst kennt, aber ich empfand es als eine interessante Art des Handlungsverlaufes.

Veröffentlicht am 09.11.2019

interessante Fortsetzung, besser als der Auftakt

Die Prinzessinnen von New York - Rumors
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Band 2: meine Rezension kann kleine Spoiler auf den Auftakt enthalten!
Diana muss nach dem Tod ihrer Schwester dafür sorgen, dass ihre Familie wieder im Ansehen der New Yorker Gesellschaft steigt. Dafür ...

Band 2: meine Rezension kann kleine Spoiler auf den Auftakt enthalten!
Diana muss nach dem Tod ihrer Schwester dafür sorgen, dass ihre Familie wieder im Ansehen der New Yorker Gesellschaft steigt. Dafür benötigt sie eine gute Partie zum Heiraten. Und obwohl es da jemanden gibt, den sie gern zu ihrem Mann nehmen würde, ist die Situation alles andere als leicht, denn ihr Auserwählter ist genau der, den sie nicht haben darf. Neid, Missgunst und Intrigen machen die Lage zusätzlich schwer und Diana kann nicht viel unternehmen, ohne sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen…

Die Geschichte setzt kurz nach dem ersten Band an, daher ist es sicher günstig, wenn man den Auftakt der Reihe auch kennt. Einige Dinge werden zwar noch mal wieder aufgegriffen, aber die Zusammenhänge und Verbindungen zwischen den Figuren erschließen sich schon besser, wenn man „Scandal“ kennt.
Im ersten Band fand ich es sehr schade, dass man nach dem Prolog eigentlich schon wusste, womit das Buch enden wird. Im zweiten Buch war es etwas abgemilderter, aber da der Prolog ebenfalls wieder am Ende des zweiten Bandes spielt, ist ein Teil der Spannung eben einfach schon zu Beginn dahin, auch wenn man noch nicht genau weiß, wie es zu diesen Entwicklungen kommen wird. Insgesamt gesehen hat mir der zweite Band jedoch etwas besser gefallen, vielleicht auch weil man die Figuren schon kannte und nicht mehr von den ganzen Namen erschlagen wurde. Denn die Kreise, in denen sich die Protagonisten aufhalten sind schon recht groß und so gibt es immer wieder neue Personen, die auftauchen, bereits bekannte, die aber immer nur kurz eine Rolle spielen usw., damit ist der Figurenkreis recht umfangreich.

Es gibt wieder einen personalen Erzähler und die Perspektivwechsel ermöglichen es, verschiedene Protagonisten auf ihrem Weg zu begleiten. Das hat mir gut gefallen, da man so einen umfangreichen Blick auf die Handlung mit all ihren Entwicklungen, den Intrigen und Geheimnissen bekommt. Alle Charaktere haben direkt oder indirekt miteinander zu tun, so dass sich die Handlungsstränge immer wieder miteinander vermischen oder überschneiden, bevor die Figuren dann wieder ihrer Wege gehen.
Besonders interessant fand ich auch die Passagen, die nicht in New York gespielt haben, dazu kann ich aufgrund der Spoilergefahr nur nicht so viel verraten. In New York haben mir die Szenen mit Diana und Lina am besten gefallen. Die beiden Frauen haben keinen einfachen Weg und treffen sicher auch nicht immer die richtigen Entscheidungen, sie zu begleiten war jedoch interessant und man konnte sich häufig auch recht gut in ihre Lage hinein versetzen, selbst wenn man persönlich vielleicht anders gehandelt hätte. 1899 waren die Zeiten eben doch auch andere und es war für Frauen noch schwieriger sich zu beweisen, sich durchzusetzen und zu behaupten. Obwohl man die Figuren kapitelweise begleitet und man auch einiges von ihnen erfährt, sind nach wie vor nicht alle für mich so richtig greifbar. Zwischendurch hätte ich mir noch intensivere Einblicke in ihre Gedanken und Hoffnungen gewünscht, die teilweise durch die gesellschaftlichen Auflagen und Zwänge doch in den Hintergrund treten.
Neben den persönlichen Entwicklungen bekommt man auch Einblicke in die Zeit allgemein, die Verhaltensweisen in den reichen Kreisen, Anforderungen an die Familien und Dinge, die sie tunlichst vermeiden sollten. Geheimnisse und verbotene Ereignisse konnten sich schnell als Druckmittel gegen einen wenden und dem nächsten damit in die Karten spielen. Vor allem Penelope beherrscht das Spiel mit Informationen, Erpressung und dadurch dem Erreichen ihres Willens sehr gut. Das machte sie für mich sehr unsympathisch, aber auch so ist ihre Art einfach ziemlich ätzend, allerdings damit nicht weniger authentisch. Man kann sich gut vorstellen, dass es verwöhnte Mädchen wie sie gibt, die sich alles zu nutze machen, was ihnen in die Hände gespielt wird.

Den Schreibstil empfand ich als angenehmer, als noch im Auftakt. Die Sprache ist wieder der Zeit angepasst und man hat immer wieder altertümliche Ausdrücke und Redewendungen eingeflochten, die einen nie vergessen lassen, dass wir uns mit den Protagonisten kurz vor dem Jahreswechsel 1899/1900 befinden. Wodurch man viele der Personen schon kennt, muss man sich nicht ganz so auf die Namen konzentrieren und kann sich intensiver auf die Handlung einlassen. Auch hatte ich das Gefühl die Kleider und die Feste spielen keine ganz so große Rolle mehr, wie im Auftakt. Zwar gibt es auch reichlich gesellschaftliche Anlässe, zu denen man die Figuren begleitet, der Fokus lag für mich jedoch etwas mehr auf den persönlichen Entwicklungen und Schwierigkeiten bei den Protagonisten.
Im Verlauf der Geschichte spielen auch immer wieder die aufgewühlten Emotionen der Charaktere eine wichtige Rolle. Dabei geht es nicht nur um Liebe, auch um Freundschaften, Vertrauen, Wünsche, Hoffnungen, Frustration, Neid und einige Begegnungen, die die Figuren zum Nachdenken oder Umdenken bewegen. Die Herangehensweise der einzelnen Personen sind dabei sehr verschieden. Während man einige Reaktionen sehr gut nachempfinden kann, sind andere Entscheidungen eher fragwürdig und sehr selbstsüchtig.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Geschichte nun weiter entwickeln wird, da es gegen Ende doch noch mal unerwartete Entwicklungen gab und damit jetzt verschiedene Wege offen stehen, wie es weiter gehen könnte.
Fazit

Eine intrigenreiche Fortsetzung, in der viele Charaktere aus dem ersten Buch wieder eine Rolle spielen und ihren Platz in der Handlung bekommen. Auch wenn der Prolog wieder einen Teil der Spannung wegnimmt, war es interessant die Figuren zu begleiten und zu erleben, wie sie sich nach den Ereignissen im ersten Buch nun entwickeln.

Veröffentlicht am 31.10.2019

interessanter, spannender Auftakt in der „Märchenwelt“

Märchenfluch, Band 1: Das letzte Dornröschen
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Flora Anthea dachte eigentlich sie wäre ein ganz normales Mädchen mit einem etwas ungewöhnlichen Namen. Doch kurz nach ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt sie, dass sie alles andere als normal ist. Sie ...

Flora Anthea dachte eigentlich sie wäre ein ganz normales Mädchen mit einem etwas ungewöhnlichen Namen. Doch kurz nach ihrem sechzehnten Geburtstag erfährt sie, dass sie alles andere als normal ist. Sie stammt aus einer alten Märchenlinie, wie man sie zum Beispiel in den Büchern der Gebrüder Grimm finden kann. Und obwohl Flora eigentlich nicht glauben möchte, dass das wahr sein kann, muss sie bald einsehen, dass sie die Augen vor dem Offensichtlichen nicht verschließen kann.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, da man ohne lange Vorreden gleich in die Handlung eintauchen kann und Flora begegnet, die noch nicht ahnt, was in den nächsten Wochen auf sie zukommen wird. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive geschildert, so dass man die Protagonistin sehr intensiv kennen lernen und begleiten kann. Da sie keine Ahnung davon hatte, dass es in ihrer Familie ein Erbe der Märchenfiguren gibt, hält sie das Schreiben, das sie bekommt, zunächst für einen schlechten Scherz. Doch so sehr sie sich auch dagegen sträubt, muss sie doch schnell einsehen, dass es wirklich mehr gibt, als einfach nur normale Menschen. Nach und nach erfährt sie mehr über die unterschiedlichen Märchenlinien und deren Nachfahren. Ich fand es sehr interessant, all die verschiedenen Charaktere kennen zu lernen und mehr über die Fähigkeiten zu erfahren, die in den einzelnen Linien vorhanden sind. Auch über die verschiedenen Institutionen, magische Gegenstände und ihre Gefährlichkeit wird im Verlauf der Handlung immer mehr berichtet, so dass man einen recht guten Überblick über die „fremde Welt“ bekommt, in die Flora ziemlich plötzlich hineingeworfen wurde.
Flora war mir gleich sympathisch. Ich mochte ihre Art und vor allem ihre sarkastischen und ironischen Äußerungen haben mir gut gefallen. Sie lässt sich nicht unbedingt auf der Nase rumtanzen, hat das Herz am rechten Fleck, kann aber nicht alles und weiß noch lange nicht alles, handelt dadurch manchmal unüberlegt und naiv. Was sie alles in allem aber für mich nur noch sympathischer machte. Das Verhalten passte einfach zu ihr und dem, was man im Laufe des Buches von ihr erfährt und mit ihr erlebt. Sie hat einige Herausforderungen zu meistern und muss sich in dem ganzen Märchenchaos erst mal zurecht finden und behaupten. Keine besonders leichte Aufgabe, wenn man nicht genau weiß, wen man wirklich um Rat fragen kann und wem man besser nicht komplett vertrauen sollte.
Die Kombination der Charaktere empfand ich als gelungen. Die zickige, unnahbare Neva, der gut aussehende, aber undurchschaubare Timus, die aufgeschlossene Val, der attraktive Hektor, Frosch Caruso, Spiegel Scitus und all die anderen sorgen für eine abwechslungsreiche Mischung und immer wieder Streitpotenzial. Jede Figur bringt ihre Eigenheiten mit, es kommt zu kleinen Wortgefechten, hochkochenden Emotionen, aber auch Momenten voller Freundschaft und Zusammenhalt. Da Flora immer mal mit anderen Personen unterwegs ist, um ihre Aufgaben zu erfüllen oder mehr über die neue Welt zu erfahren, lernt man die wichtigsten Figuren mit der Zeit recht gut kennen. Wobei einige ihre Geheimnisse noch zu verbergen scheinen und es nicht bei allen leicht fällt, sie einzuordnen.
Anhand der detaillierten, bildhaften Beschreibungen kann man den Personen auch recht leicht ihre Märchenfamilie zuordnen, was die Konstellation noch interessanter und facettenreicher macht.
Im Buch gibt es einige humorvolle Passagen, Augenblicke, in denen Flora gern verzweifeln möchte, bei all den neuen Dingen, die sie erfährt, aber auch Abschnitte, in denen es gefährlich und turbulent wird. Auch Liebesgefühle spielen zwischendurch eine Rolle und auch wenn die Anziehung immer wieder präsent ist und Flora von ihren Empfindungen berichtet, so hat es für mich in der Geschichte nie zu viel Raum eingenommen.
Besonders spannend fand ich die Einsätze rund um die magischen Gegenstände und die Entwicklungen rund um den Rosenkavalier, die durch Einschübe zwischen den Kapiteln verfolgt werden können.
Am Ende der Geschichte hat man viel über die Protagonistin, die Märchenlinien und erste Zusammenhänge der Magie erfahren, einige Geheimnisse wurden gelüftet, andere Dinge bleiben noch offen. Durch den angenehmen, flüssigen Schreibstil habe ich das Buch sehr zügig gelesen und bin richtig neugierig, wie es mit den Charakteren und den angedeuteten Handlungsverläufen weitergehen wird.
Fazit

Ein fesselnder, interessanter Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Ich mag die Märchenwelt sehr gern und empfand die Kombination von Märchenfiguren und „realer“ Welt als gelungen und angenehm. Es gibt noch so viel zu entdecken und auch zwischen den Charakteren wird es wohl noch einige spannende Entwicklungen geben. Gut gefällt mir auch die Mischung aus Liebesgeschichte, Fantasy und kleinem Kriminalfall.

Veröffentlicht am 09.10.2019

nicht so emotional und bewegend, wie Band 1

Cinder & Ella
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Achtung die Rezension enthält inhaltliche Spoiler in Bezug auf den ersten Band!

Der Weg von Cinder und Ella war bereits im Auftakt sehr holprig, steinig und alles andere als einfach. Als sie nun ihr persönliches ...

Achtung die Rezension enthält inhaltliche Spoiler in Bezug auf den ersten Band!

Der Weg von Cinder und Ella war bereits im Auftakt sehr holprig, steinig und alles andere als einfach. Als sie nun ihr persönliches kleines Happy End erreicht haben und sie darauf hoffen, ein wenig zur Ruhe kommen zu können, stellen sich bald die nächsten Sorgen und Probleme ein. Mit einem Schlag ist Ella berühmt, alle zerren an ihr, wollen etwas von ihr und das, obwohl sie sich selbst doch eigentlich erst noch ein wenig sortieren müsste. Ob die junge Liebe das überstehen kann?

Nachdem mir der erste Band wirklich super gut gefallen hat, war ich wirklich gespannt, ob Band zwei da mithalten kann. Ich habe auch überlegt, ob ich überhaupt weiter lesen möchte, da der erste Teil auch gut für sich allein hätte stehen können. Und nach dem Lesen bin ich nun noch zwiegespaltener… denn die Fortsetzung konnte nicht mithalten und vielleicht würde man die Geschichte in besserer Erinnerung behalten, wenn man nach dem ersten Band einfach aufhört? Aber das muss am Ende jeder für sich entscheiden. Das Buch war nicht schlecht, aber es war einfach nicht so bewegend und berührend, nicht so intensiv.

Aber nun meine Meinung noch mal etwas detaillierter:
Der Schreibstil der Autorin hat mir wieder gut gefallen. Es liest sich locker und leicht und selbst wenn ich nicht alle Punkte der Handlung nachvollziehbar und gut fand, so wurde ich vom Lesefluss doch nie rausgerissen. Da ich das erste Buch erst vor kurzem gelesen habe, hatte ich auch keine Probleme Anschluss zu finden und konnte gleich wieder gut in das Geschehen eintauchen.
Ella hat seit ihrem Unfall viel durchgemacht und sich endlich wieder ein bisschen aufgerappelt. Nun stehen neue Sorgen und Probleme ins Haus. Probleme, über die sie sich vorher, ohne berühmten Freund, keine Gedanken machen musste. Da wundert es nicht wirklich, dass sie bei manchen Dingen vielleicht zu unbedacht rangeht. Sie ist quasi über Nacht mit Brian zusammen berühmt geworden, daran muss man sich erst mal gewöhnen. Es wird ein ziemlicher Trubel um sich gemacht, sie wird gehypt und überschüttet mit so einigen Sachen. Obwohl ich manches davon schon extrem fand, könnte ich mir sogar vorstellen, dass es in Amerika gar nicht so unrealistisch ist.
Insgesamt entwickelt Ella sich im Laufe der Geschichte aber schon weiter. Es gibt einige ziemlich belastende Dinge in ihrem Leben, die sie auch nicht so leicht gelöst bekommt. Das ist nachvollziehbar und auch realistisch, dass es nicht von heute auf morgen geht. Teilweise haben mir diese Sorgen fast ein wenig zu viel Platz eingenommen, nicht weil ich es nicht nachvollziehen konnte, sondern einfach, weil damit so wenig Raum für all das andere war, was ich mir erhofft hatte. Fakt ist: Ella entwickelt sich, durch verschiedene Erlebnisse und Einflüsse, durch Streitgespräche und Versöhnungen, durch Zuspruch, Ausprobieren und Erfahrungen, die sie macht. Ich fand ihre Entwicklung schön zu verfolgen, auch wenn ich nicht mit allen Punkten hundertprozentig glücklich war und mir einiges doch fast etwas zu lange dauerte.
Brian ist nach wie vor ein toller Charakter. Trotz seiner Berühmtheit ist er in manchen Punkten noch sehr begeisterungsfähig und fast wie ein kleiner Junge. Das macht ihn nur noch sympathischer. Genauso wie sein gesamter Umgang mit all den schwierigen Situationen. Er war für mich ein starker Charakter im Buch.
Auch sehr ins Herz geschlossen habe ich Scott. :) Er ist so eine gute Seele. Vivian und ihre Väter kamen mir leider viel zu kurz.

Manchmal hätte ich in der Handlung ein wenig weniger Drama bevorzugt. Die Beziehung von Cinder und Ella kam mir persönlich in vielen Passagen dann doch zu kurz. So viele Schwierigkeiten, wie da bearbeitet werden müssen, bleibt einfach gar keine Zeit mehr für so richtig intensive Zweisamkeit, Gefühlsduselei und Romantik. Was aber nicht heißt, dass es nicht emotional wird. Die Emotionen kochen immer wieder hoch, auf die verschiedensten Weisen. Mal sind es sehr positive Gefühle, die viel mit Zuneigung, Freundschaft und Liebe zu tun haben, mal spielen eher Wut, Enttäuschung und Frustration eine Rolle. Es ist ein ziemliches auf und ab, wobei man in einigen Abschnitten das Gefühl hat, der Abwärtstrend überwiegt. Irgendwie schade, auch wenn einiges davon schon nachvollziehbar war. Ich hatte einfach auf ein bisschen mehr von der Gefühlsbasis gehofft, die es im ersten Buch gab, das habe ich doch irgendwie vermisst.
Es gibt im Buch ein paar Dauerthemen, die sich durch die Handlung ziehen. Andere Aspekte werden aufgeworfen, manchmal ziemlich hochgeputscht, dann aber gefühlt gar nicht richtig zu Ende gebracht. Eines der Streitthemen war für mich am Ende dann doch zu schnell und zu friedlich wieder gelöst. Ich hatte da zwar auf Versöhnung gehofft, aber eben anders. Ich möchte hier nicht spoilern, deswegen ist es teilweise schwierig so richtig zu erläutern, was ich meine und was mich gestört hat.
Aber trotz all der Kritik möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es auch wirklich schöne Passagen und berührende Momente, ehrliche Gespräche, Veränderungen bei den Nebencharakteren und neue Chancen für verschiedene Figuren gab.

Fazit

Auch wenn mich die Fortsetzung eher enttäuscht hat, war die Geschichte nicht direkt schlecht. Es war nur einfach nicht das, was ich erwartet und erhofft habe. Ich hätte gern mehr von den Gefühlen aus dem ersten Band gehabt, wieder diese Intensität und Hingabe. Das hat mir doch ziemlich gefehlt. Einige Handlungselemente waren für mich etwas zu viel oder nicht ganz nachvollziehbar, bzw. zu langatmig, andere Passagen waren aber wirklich schön und haben die Entwicklung der Figuren gut gezeigt. Ich bin wirklich zwiegespalten, was ich anderen nun raten würde: Band eins in guter Erinnerung behalten oder Band zwei lesen, um selbst zu erfahren, wie es mit Cinder und Ella weiter geht. Ihre Geschichte weiter zu verfolgen, fand ich schon schön, auch wenn es bei Weitem nicht an Band eins heranreicht.

Veröffentlicht am 01.10.2019

interessanter, intensiver Auftakt, viele offene Fragen

Windherz
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Kayden und Aira kennen sich nicht und doch sind ihre Schicksal miteinander verwoben. Während Kayden zu Lande und auf dem Wasser gegen unterschiedliche Feinde kämpft, muss Aira ihre ganz persönlichen Schatten ...

Kayden und Aira kennen sich nicht und doch sind ihre Schicksal miteinander verwoben. Während Kayden zu Lande und auf dem Wasser gegen unterschiedliche Feinde kämpft, muss Aira ihre ganz persönlichen Schatten besiegen, ohne dabei etwas von der Welt zu sehen.
Schicksalsschläge, Intrigen, Geheimnisse und mitten drin zwei Protagonisten, die noch gar nicht ahnen, wozu sie bestimmt sind.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven geschildert, so dass man beide Protagonisten sehr intensiv begleiten und in ihre Leben eintauchen kann. Über jedem Kapitel steht der Name des Charakters, den man im Folgenden erleben wird, doch auch ohne diesen Hinweis merkt man anhand des Schreibstils, mit wem man unterwegs ist. Die Abschnitte von Kayden sind bildintensiver und enthalten viele beschreibende, veranschaulichende Ausdrücke. Viele Vergleiche fand ich wirklich gelungen und sie ermöglichen es, sich ein noch genaueres Bild von der Welt zu machen, in die man beim Lesen eintaucht. Manche Formulierungen waren mir persönlich aber doch etwas zu viel oder einfach zu ungewohnt. Auch in Airas Abschnitten gibt es detaillierte Beschreibungen und anschauliche Formulierungen, sie sind nur einfach anders angelegt. Es fällt mir schwer zu sagen, welchen Stil ich besser finde. Sie haben beide etwas für sich und sind eben einfach unterschiedlich. Im Zusammenspiel haben mir die Schreibstile gut gefallen, sie ergänzen sich und symbolisierten für mich beim Lesen auch einfach die Unterschiedlichkeit der Protagonisten selbst.

Die Welt ist sehr komplex, facettenreich und stellenweise recht düster. Im Verlauf des Buches erfährt man immer mehr Details zu den einzelnen Reichen, zu deren Beziehungen untereinander, zu den Ungeheuern, die sich an verschiedenen Stellen tummeln, den Lebensumständen und Machtverhältnissen. Die Landkarte zum Beginn des Buches fand ich richtig super. Sie gibt einen tollen Überblick und wenn man nicht mehr genau weiß, wo welcher Ort, an dem man während der Geschichte reist, liegt, kann man einfach noch mal nachsehen. Auch ein Personenregister hilft bei der Orientierung, wobei ich selbst nicht noch einmal zurück geblättert habe. Die wichtigsten Figuren lernt man gut genug kennen, um sie einordnen zu können. Diese Liste wird vielleicht eher im Verlauf wichtig, wenn die Fortsetzungen kommen und die Erinnerungslücken gefüllt werden müssen.

Die Handlung ist geprägt von Geheimnissen, Intrigen und den Versuchen der Protagonisten, ihren eigenen Weg zu finden und mit den Entbehrungen und Herausforderungen, die ihnen auferlegt werden, zurecht zu kommen. Man begleitet beide Protagonisten über viele Jahre hinweg, sieht sie in gewisser Weise aufwachsen und erlebt prägende, schicksalhafte Momente in ihren Leben. Auch die Menschen in ihrer Umgebung lernt man mit der Zeit kennen. Einig waren mir sehr sympathisch, bei anderen bin ich bis zum Schluss skeptisch geblieben. Nicht jeder verrät seine wahren Absichten, andere kaschieren ihre wohlwollenden Pläne hinter einer undurchdringlichen Maske und machen es damit schwer, sie einschätzen zu können.
Besonders die Abschnitte mit Kayden sind geprägt von Gewalt, dramatischen Schlachten, schweren, teils tödlichen Entscheidungen und Verlusten. Er reist viel durchs Land, sucht sich neue Möglichkeiten sich zu beweisen und sein Leben zu meistern und bemüht sich dabei immer wieder, seine Herkunft zu verschweigen. Airas Passagen wirken zwar zunächst etwas ruhiger. Doch auch wenn diese Kapitel nicht von körperlich brutalen Entwicklungen geprägt sind, so durchlebt Aira doch immer wieder mental und emotional belastende Situationen, die sie an ihre Grenzen bringen.
Manchmal könnte beim Lesen der Eindruck entstehen, Kayden steht mehr im Fokus der Handlung, da er aktiver ist, an verschiedenen Orten auftaucht, um sein Leben kämpft und ziemlich viel einstecken muss. Allerdings ist es für mich am Ende doch eher Aira, die im Mittelpunkt steht, da sie ein Geheimnis in sich birgt, das viel beeinflussen kann.
Neben den beiden sehr interessanten Protagonisten ist Klecks meine Lieblingsfigur. Die Mischung aus fast kindlicher Neugier, Cleverness, Zuverlässigkeit und ihrem Erscheinungsbild fand ich einfach genial.

Am Ende des Buches bin ich ein bisschen hin und her gerissen. Mir hat die Geschichte gut gefallen, es war ein interessanter Auftakt, der Lust auf mehr macht. Zwischendurch habe ich mich aber immer wieder gefragt, worauf das Ganze nun hinauslaufen wird, was das Ziel der Geschichte sein wird und so weiter. Ein paar Andeutungen gibt es zwar, aber man muss wohl geduldig sein und auf die Fortsetzung warten, bis man ein paar mehr Zusammenhänge bekommt. An manchen Stellen hätte ich mir einfach schon ein paar mehr Einblicke und Informationen gewünscht, auf der anderen Seite bleibt man so nun sehr neugierig und hat tausend Frage im Kopf.
Vor allem im letzten Abschnitt der Geschichte nimmt die Handlung noch mal sehr an Fahrt auf, die Perspektiven vereinen sich und das, worauf scheinbar so lange hingearbeitet wurde, tritt nun ein, um einen dann an einer spannenden Stelle in der Luft hängen zu lassen. Der überwiegende Teil des Buches gibt einem sehr detaillierte, intensive Einblicke in die Leben der Protagonisten, was dabei hilft, sie einschätzen und verstehen zu können. Ich vermute, diese Eindrücke werden im weiteren Verlauf der Reihe wichtig sein, da diese Erlebnisse die Protagonisten prägen und begleiten. Und auch wenn sich die beiden Perspektiven im Hauptteil der Handlung nicht überschneiden, so gibt es doch immer wieder Verweise, Parallelen und kleine Überschneidungen, so dass man nie das Gefühl hat, in zwei verschiedenen Geschichten zu stecken.

Fazit
Ein Auftakt, der viele Fragen aufwirft, neugierig macht, nicht zu viel verrät und doch ganz viel über die Protagonisten preis gibt. Man taucht sehr intensiv in das Leben von Aira und Kayden ein und wird in gewisser Weise darauf vorbereitet, nun so richtig mit den beiden zusammen in die Abenteuer zu starten. Die Welt ist sehr komplex, teilweise düster und brutal. Intrigen, Geheimnisse und Machtkämpfe bestimmen das Leben und die Handlung verschiedener Figuren. Ich bin neugierig, wie es weiter gehen und wohin uns der weitere Weg führen wird.