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Veröffentlicht am 13.08.2019

aufgewühlte Gefühle, drohende Probleme, insgesamt trotzdem schleppend

Crystal Lake – Notfall Liebeskummer
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Achtung Folge 3: Rezension kann kleine Spoiler enthalten.

Nicht nur angesehene Sportler landen im Crystal Lake Medical Center, auch ganz normale Bürger, Hobbysportler oder Geschäftsleute, die für einen ...

Achtung Folge 3: Rezension kann kleine Spoiler enthalten.

Nicht nur angesehene Sportler landen im Crystal Lake Medical Center, auch ganz normale Bürger, Hobbysportler oder Geschäftsleute, die für einen Vertragsabschluss mal ihre Skifähigkeiten testen wollen. Finnley Cooper ist ein ziemlich arroganter Zeitgenosse, der seine Angestellten herumkommandiert und unzufrieden wird, wenn man ihm widerspricht. Als Patient macht ihn das natürlich nicht besonders angenehm und man muss schon wissen, wie man ihn zu nehmen hat, damit es eine Chance auf Fortschritte gibt.
Darüber hinaus wird die Lage für das Krankenhaus langsam ernst. Nachdem es einige Zeit ruhig war, droht nun doch die Klage in einem Behandlungsfall, in dem es ein paar Ungereimtheiten geben könnte.

Den Schreibstil finde ich nach wie vor angenehm und von einigen Figuren erfährt man nun auch etwas mehr, da sie wieder mit im Mittelpunkt der Handlung stehen. Insgesamt kratzt die Handlung was die Figuren selbst angeht, für mein Empfinden, aber weiterhin eher an der Oberfläche. Nur die wenigsten kann man inzwischen ein wenig einschätzen und lernt sie besser kennen. Der ständige Wechsel der Protagonisten in jeder Folge erleichtert es nicht unbedingt, sich in die Charaktere einfinden und mit ihnen die Geschichte erleben zu können.
Neben Klinikleitung Allana, ihrem Exmann Ryan und dem Arzt James, sind auch Ärztin Leena und Krankenschwester Clare in diesem Buch wieder mehr im Fokus. Die ersten drei sind bisher kontinuierlich in der Handlung aufgetaucht, da sie an dem „Problem“ beteiligt sind, das die Klinik bedroht. Hier geht es jedoch auch eher langsam voran. Nachdem man nun ein paar neue Informationen bekommen hat und sich die Lage etwas weiter zuspitzt, könnte ich mir nun aber vorstellen, dass es in der nächsten Folge vielleicht doch etwas ernster wird. Allerdings habe ich das bisher auch am Ende von Folge eins und zwei gedacht….

Clares Geschichte in der letzten Folge war nicht wirklich von Glück geprägt. Für sie freu ich mich, dass es nun ein wenig anders aussieht, auch wenn der Weg dahin alles andere als leicht ist.
Andere Charaktere aus den vorherigen Bänden spielen hingegen schon wieder gar keine Rolle mehr. Daher kann ich nur zu den wenigsten einen etwas besseren Bezug aufbauen. Deswegen fand ich es so schön, dass man zumindest Leena und Clare hier wieder trifft und ein bisschen mehr Zeit mit ihnen verbringen kann. So sind die ersten Figuren nicht mehr ganz so blass.

In dieser Folge gibt es auch wieder mehr Einblicke in den Klinikalltag und die Abläufe auf Station. Kleine Intrigen und ein sehr fordernder, eingebildeter Patient sorgen für Unruhe und ungewöhnliche Herangehensweisen, was die Pflege betrifft.
Auch die Emotionen spielen wieder eine große Rolle und wie bisher in jeder Folge läuft hier längst nicht alles glatt. Geheimnisse, Zweifel, Ängste und selbsterrichtete Mauern machen es den Figuren teilweise schwer, sich ihre Gefühle einzugestehen bzw. sich darauf einzulassen oder an dem zarten Band festzuhalten, das sich gebildet hatte.
Nach wie vor beeindruckend finde ich die tollen Landschaftsbeschreibungen die der gesamten Klinik ein tolles Setting verleihen. Auch wenn ich nicht so lange Schnee bräuchte, wie er dort liegt, muss es einfach toll aussehen und eine idyllische Umgebung sein, um wieder auf die Beine zu kommen.

Fazit
Ganz langsam werden einem die ersten Figuren vertrauter. Insgesamt finde ich es nach wie vor zu oberflächlich, da die Protagonisten in jedem Band andere sind und der Rest eher am Rande mitläuft. Nur die Ereignisse rund um die Klinikleitung haben ein wenig Kontinuität, doch auch dort entsteht nicht so viel Handlung, wie man am Ende jeder Folge erwartet. Ich hoffe also nun auf Band vier, um auch in diesem Punkt ein wenig mehr voran zu kommen.
Der Schreibstil ist angenehm, das Setting richtig toll und jedes Mal gibt es zahlreiche aufgewühlte Herzen, die beruhigt werden wollen.

Veröffentlicht am 13.08.2019

nette Fortsetzung, mir fehlt es an Tiefe

Crystal Lake – Nebenwirkung Herzklopfen
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Im Crystal Lake Medical Center ist es nie wirklich ruhig. Irgendwer ist immer verletzt und muss behandelt werden. Viele Spitzensportler gehören zu den Patienten und die wollen natürlich so schnell wie ...

Im Crystal Lake Medical Center ist es nie wirklich ruhig. Irgendwer ist immer verletzt und muss behandelt werden. Viele Spitzensportler gehören zu den Patienten und die wollen natürlich so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen, damit ihre Karriere nicht darunter leidet. Doch auch wenn es gerade nicht um die Behandlung, Reha-Maßnahmen oder anstehende Operationen geht, wird es nie langweilig, denn es gibt so einige Herzen die aus dem Takt geraten sind. Und als wäre das noch nicht genug Stoff, steht auch noch ein ziemlich schwerwiegendes Problem ins Haus.

Da es sich um die zweite Folge der Serie handelt, schadet es natürlich nicht, wenn man den Auftakt kennt. Einige Handlungsstränge gehen weiter, andere werden jedoch nur noch am Rande erwähnt und neue kommen hinzu. So dass man nicht in jeder Passage grübeln wird, was vorher war. Und auch die Bereiche, die weitergehen, kann man zum jetzigen Zeitpunkt ggf. noch aufholen. Für das Gesamtverständnis macht es aber vermutlich Sinn, von vorn zu beginnen.

Der Schreibstil ist angenehm und die Geschichte liest sich flüssig. Die Schneebedeckte Landschaft rund um die Klinik muss traumhaft schön aussehen, wenn man den Beschreibungen Glauben schenken darf. Leider fehlt es mir nach wie vor an Tiefe bei den Figuren. Die einzelnen Bände sind alle nicht besonders lang, dennoch würde ich mir ein wenig mehr wünschen, um einen Bezug zu den Charakteren aufbauen zu können.
Leena Summers und Mark Turner spielen zunächst nur ganz am Rande eine Rolle und man erfährt zu ihnen kaum noch etwas. Nur gegen Ende kommt der Snowboarder Mark noch mal etwas mehr ins Spiel, aber auch ohne längere Auftritte in der Handlung zu haben. Die Geschichte von Klinikleitung Allana hingegen geht weiter und bei ihr bekommt man auch ein paar mehr Einblicke in das Privatleben. Trotzdem wirkt alles, als kratzt es nur ganz zart an der Oberfläche. Hinzu kommen dann noch neue Personen, die im Mittelpunkt der zweiten Folge stehen.
Auch wenn ich die Figurenkonstellation insgesamt interessant finde und die Mischung aus Ärzten, Pflegekräften Physiotherapeuten, Klinikleitung und Sportlern mag, kommt jeder insgesamt dann eben doch etwas kurz.
Physiotherapeutin Jane und Eishockeystar Daniel Porter stehen in der zweiten Folge im Fokus des Geschehens. Obwohl Jane sich alle Mühe gibt, dem Profi wieder aufs Eis zu verhelfen, ist dieser zu ungeduldig und möchte unbedingt am Meisterschaftsspiel teilnehmen. Doch wenn man zu viel in zu kurzer Zeit will, bekommt man manchmal eben auch die Quittung dafür. Die Entwicklungen zwischen den beiden waren schnell abzusehen, aber trotzdem interessant zu verfolgen, da es nicht ganz so reibungslos verläuft, wie es zunächst aussieht.

Der Alltag in der Klinik rückt hier insgesamt ein wenig in den Hintergrund. Es gibt zwar am Rande Informationen dazu, aber die Entwicklungen der Gefühle, Machtkämpfe und Rachefeldzüge nehmen deutlich mehr Platz ein.

Fazit
Es ist zwar eine schöne zweite Folge, mit einer netten Liebesgeschichte und einem kleinen Fortgang in Bezug auf die Entwicklungen rund um die Klinikleitung Allana, insgesamt passiert mir aber doch fast ein bisschen zu wenig. Obwohl in der Geschichte einiges an Zeit vergeht bzw. zwischendurch vergangen ist, scheint nicht viel geschehen zu sein. Mit ein wenig mehr Tiefe bei den Figuren könnte ich mich selbst vermutlich besser in sie hineinversetzen. Dennoch bin ich gespannt, wie es weiter gehen wird.

Veröffentlicht am 10.08.2019

blutig, brutal, spannend

Jagd auf die Bestie
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Serientäter sind gefährlich und unberechenbar. Was in ihrem Kopf vorgeht, ist nur schwer nachzuvollziehen. Und obwohl Robert Hunter schon mit vielen Gewaltverbrechern zu tun hatte, ist auch für ihn Lucien ...

Serientäter sind gefährlich und unberechenbar. Was in ihrem Kopf vorgeht, ist nur schwer nachzuvollziehen. Und obwohl Robert Hunter schon mit vielen Gewaltverbrechern zu tun hatte, ist auch für ihn Lucien Folter ein ganz anderes, spezielles Kaliber. Er übertrifft alles, was man sich an Grausamkeiten vorstellen mag und hält seine Taten und Überlegungen für die Nachwelt auch noch schriftlich fest. Absolut gruselig, erschreckend und beängstigend. Und noch etwas ist in diesem Fall anders, als in den anderen Situationen, in denen Hunter Verbrecher jagt, denn dieses Mal hat das Ganze eine persönliche Note.

Es ist bereits der 10. Band für das Duo Robert Hunter und Carlos Garcia, allerdings kannte ich die Vorgängerbücher nicht. Das werde ich zwar bestimmt ändern, sobald ich die Zeit dafür habe, aber nicht weil ich der Handlung nicht folgen konnte, sondern weil ich den Schreibstil gern mochte und auch die Hauptcharaktere vom LAPD mir gut gefallen haben. Der Autor sagt im Nachwort, dass Band 10 ein Folgeband auf Band 6 ist, da man dort Lucien Folter bereits einmal begegnet. Für die vollständigen Zusammenhänge wäre es wohl gut, den Band zu kennen. Mir kam es nicht so vor, als hätte ich riesige Lücken, die mich daran hindern würden, die Verknüpfungen zu verstehen. Einige Aspekte werden aber gewiss fehlen, die der Handlung möglicherweise noch mehr Schrecken geben würden.

Das Buch beginnt gleich sehr blutig und brutal. Auch im weiteren Verlauf gibt es zahlreiche gewaltintensive, teilweise sehr detaillierte Szenen, die bei dem einen oder anderen sicher auch ein gewisses Ekelgefühl auslösen könnten. Autor Chris Carter spart nicht mit den blutigen Beschreibungen und lässt den Leser daran teilhaben, wie skrupellos, durchdacht und kaltblütig der Mörder Lucien Folter vorgeht. Auf jeden Fall kein Buch für zartbesaitete oder schwache Nerven! Mein Empfinden schwankt ein wenig zwischen absolut genial gemacht, weil es unglaublich spannend zu lesen war so tief in die Psyche und die Taten einzutauchen, und grenzenlos abschreckend, gruselig und schon auch eklig. Aber die Faszination überwiegt am Ende auf jeden Fall, auch wenn das vielleicht an meiner Psyche zweifeln lässt. Für mich hat es ja nichts damit zu tun, das nachmachen zu wollen. Es ist einfach die Gesamtkonstellation, die mich in den Bann gezogen hat.

Da man von Beginn an weiß, mit welchem Täter man es zu tun hat, fällt das Rätsel um die Identität natürlich weg, das nimmt der Handlung allerdings kein bisschen von der Spannung, denn man weiß nie, was Lucien Folter sich als nächstes einfallen lässt.
Perspektivwechsel ermöglichen es dem Leser die parallel laufenden Handlungsstränge zu begleiten und schaffen damit einen komplexen Blick auf die Ereignisse und einen großen Wissenstand, ohne dabei zu wichtige Dinge oder Entscheidungen vorweg zu nehmen. Ein paar kleinere Aspekte kann man zwar erahnen oder sich zusammen reimen, aber die Spannung wurde für mich an keiner Stelle genommen. Denn immer bleibt die Frage, was passiert danach, kann man es aufhalten, ist es wirklich, wie man denkt und so weiter.
Man erhält sowohl Einblicke in die Arbeit von LAPD, FBI und US Marshalls und dem scheinbar unmöglichen Versuch Folter aufzuhalten, als auch in die Machenschaften und Planungen von Lucien Folter selbst. Trotz des personalen Erzählers bekommt man einen gewissen Eindruck davon, was in den Charakteren vorgeht, was sie beschäftigt, was sie sich wünschen und voran sie verzweifeln. Zumindest die Protagonisten lernt man dadurch ganz gut kennen und erfährt auch einige private Dinge. Mir gefällt es immer gut, auch etwas über die Hauptermittler zu erfahren, denn ihre Persönlichkeit spielt bei ihrer Arbeit ja ebenfalls eine Rolle. Ich bin auch gespannt, was man in den anderen Büchern vielleicht noch so über sie erfahren wird.

Der Schreibstil hat mich von Beginn an überzeugt und mitgenommen. Es ist so spannend und fesselnd, aber auch erschreckend, derb und schockierend so dass ich manchmal schon überlegt habe, ob ich bei der Fülle an Blut und Gewalt weiterlesen kann oder eine Pause brauche. Durch die Einarbeitung von genauen Zeitangaben wirkte die Handlung auf mich teilweise noch temporeicher. Der Druck wird erhöht, es muss alles schnell gehen und einiges geht auch viel schneller, als es durch das Lesen vielleicht wirken könnte. Man kann beim Lesen gut nachempfinden, was vorgeht und wie schwer es sein muss, Ruhe zu bewahren, obwohl man eigentlich in Hektik verfallen möchte.
Übrigens finde ich auch den Namen absolut passend gewählt: Lucien Folter für einen Mann, der Angst und Schrecken mit seinen Taten, dem Blutvergießen und Foltern verbreitet…

Fazit
Ein packender, spannender, aber auch sehr blutiger Thriller, in dem die Grausamkeiten wahrlich keine Grenzen kennen. Es ist irgendwie gruselig wie geplant, durchdacht und ausfeilt die Verbrechen sind. Gleichzeitig ist es aber auch faszinierend in die Täterwelt und die Ermittlungsarbeiten einzutauchen und beide Seiten beim Spiel gegen die Zeit zu begleiten.
Es war ganz sicher nicht mein letztes Buch von Chris Carter, das ich gelesen habe.

Veröffentlicht am 10.08.2019

schöne Fortsetzung, Andeutungen werden nun auch aufgegriffen

Gefangen zwischen Liebe und Thron (Sturmwanderer 2)
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Da es sich um den zweiten Band handelt, kann meine Rezension kleine Spoiler enthalten. Vorwissen aus meiner Sicht erforderlich, damit man die Handlung des Buches besser versteht!

Danielle hätte sich niemals ...

Da es sich um den zweiten Band handelt, kann meine Rezension kleine Spoiler enthalten. Vorwissen aus meiner Sicht erforderlich, damit man die Handlung des Buches besser versteht!

Danielle hätte sich niemals träumen lassen, dass die Zeit mit dem Fremden, der einfach so in das Wirtshaus ihres Vaters gestolpert ist, so abwechslungsreich und aufregend werden könnte. Brix erweist sich nicht nur als gute Arbeitskraft, er bringt auch in Danielle einiges zum Klingen, was die junge Frau ziemlich verwirrt. Allerdings bekommen die beiden nicht so recht die Chance, in Ruhe herauszufinden, was da zwischen ihnen knistert, denn der König des Reiches hat andere Pläne, in die Brix unweigerlich verwickelt ist.

Nachdem der Epilog des ersten Buches aus meiner Sicht wieder richtig spannend war und neue Fragen geweckt hat, bin ich natürlich mit entsprechenden Erwartungen an das Buch gegangen. Ich wurde zwar nicht direkt enttäuscht, aber es hat sehr lange gedauert, bis die Handlung sich in die Richtung entwickelt hat, die nun mehrfach angedeutet wurde.
Zunächst begleitet man wieder Danielle und Brix, die sich weiter aneinander herantasten, die Vorteile am jeweils anderen feststellen und letzte Distanzen überwinden. Die Dynamik zwischen den Protagonisten hat mir wieder gut gefallen, sogar noch etwas besser, als im Auftakt der Reihe, trotzdem wartet man eben die gesamte Zeit, bis nun die Wendung kommt. So ist es zumindest mir ergangen. Als Brix‘ Geheimnis dann ans Licht kam, wurde es deutlich turbulenter und actionreicher, alles wurde ziemlich durcheinander gewirbelt und neue Herausforderungen sind entstanden. Besonders Danielles Stärke in der Situation habe ich sehr bewundert. Obwohl auch für sie plötzlich nichts mehr ist, wie es war, war ihre Reaktion, nach dem ersten Schock einfach nur toll. Das zeigte wieder, was für ein herzensguter, ausgeglichener Mensch sie ist.
Auch so haben mir die Entwicklungen der Figuren gut gefallen. Catia und Cedric, die auch im ersten Band schon häufig aufgetaucht sind, haben auch im zweiten Buch ihren festen Platz und rücken zeitweise in den Mittelpunkt des Geschehens, was mir gut gefallen hat. Dabei traten allerdings die Protagonisten nie ganz in den Hintergrund. Danielle und Brix werden abwechselnd begleitet, so dass man neben den Ereignissen an sich auch immer wieder einen kleinen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelten bekommt. Nach und nach gestehen sich beide ein, dass sie wohl doch nicht vor den Dingen davon laufen können, die sich da anbahnen. Für mich als Leserin war das schön zu verfolgen. Es gibt nach wie vor kleine Neckereien und Stichelleinen, aber doch schon auf einer anderen Ebene, als noch im ersten Buch. Unsicherheiten und Ängste spielen dabei immer wieder genauso eine Rolle wie Hoffnung und Zuversicht. Auch wenn ich eigentlich darauf gewartet habe, dass etwas anderes passiert, haben mir die Passagen rund um die beiden schon auch gut gefallen.

Brix zeigt im letzten Abschnitt des Buches dann noch mal eine andere Seite, die er in der Vergangenheit versucht hat zu verbergen und vielleicht sogar abzulegen. Doch auch wenn es erst etwas kontrovers erscheint, passt es irgendwie doch total zu ihm und den Aspekten, die man schon so kennt. Ich bin wirklich gespannt, wie es mit ihm weiter geht und ob er weiter an den anstehenden Problemen und Herausforderungen wachsen wird.

Den Schreibstil habe ich als angenehm und flüssig empfunden. Da ich den ersten Band vor kurzem erst gelesen habe, fühlte ich mich gleich wieder wohl in der Geschichte und vor allem auch in dem netten Örtchen und dem Wirtshaus, die ja Mittelpunkt der Handlung sind. Ein paar Geheimnisse sind gelüftet, die besonders für Brix alles verändern und der Geschichte neuen Schwung geben. Für die Fortsetzung scheinen nun verschiedene Wege möglich zu sein.
Als ich das Buch angefangen habe, dachte ich, die Reihe hätte nur zwei Bände. Da habe ich mich von den Angaben auf der Verlagsseite etwas in die Irre führen lassen. Zwar stand dort nicht direkt, es gibt keinen weiteren Band, aber es war auch nicht ersichtlich, dass es weitergehen würde. Daher war ich zunächst etwas irritiert, da sich irgendwann abzeichnete, dass es entweder ein sehr hektisches Ende geben müsste oder es eben keinen Abschluss der Handlung gibt. Nun bleiben noch einige Fragen offen und das Buch endet an einer spannenden Stelle. Ich möchte auf jeden Fall weiterlesen, auch wenn ich mit anderen Erwartungen ans Buch gegangen bin.

Fazit
Eine schöne Fortsetzung, die die Handlung voranbringt und damit auch die Aspekte aufgreift, auf die ich bereits im ersten Buch gewartet habe. Ein paar Geheimnisse werden aufgedeckt, neue Fragen tauchen auf und ich bin neugierig, wie es nun weitergehen wird, sowohl mit den inzwischen vertrauten Protagonisten, als auch mit dem Reich an sich.

Veröffentlicht am 10.08.2019

nicht so spannend, wie zunächst gedacht

Verfolgt von Sturm und Macht (Sturmwanderer 1)
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Danielle und ihr Vater führen ein Wirtshaus, in dem es zur Zeit abends ziemlich voll wird. Reisende, Jäger und auch Dorfbewohner, die ein wenig Gesellschaft oder guten Alkohol wollen, kehren bei ihnen ...

Danielle und ihr Vater führen ein Wirtshaus, in dem es zur Zeit abends ziemlich voll wird. Reisende, Jäger und auch Dorfbewohner, die ein wenig Gesellschaft oder guten Alkohol wollen, kehren bei ihnen ein und bringen ab und an auch Streit mit. Danielle erlebt nicht nur schöne Momente, sie lernt viele verschiedene Menschen kennen und ist immer wieder Situationen ausgesetzt, denen sie gern entgehen würde. Dennoch liebt sie ihre Arbeit und unterstützt ihren Vater gern. Als dann ein unbekannter Fremder in ihre Gaststube einkehrt, ist Danielle sofort fasziniert von ihm, ohne richtig greifen zu können, woran das liegt. Da er nach einem brutalen Überfall auf Hilfe angewiesen ist, verbringt Brix mehr Zeit in Danielles Nähe, als ursprünglich geplant war, ohne zu verraten, wer er wirklich ist.

Das Buch beginnt spannend und man ist sofort neugierig, was wohl hinter den Geschehnissen steckt, die dort präsentiert werden. Dereck, der sich im weiteren Verlauf Brix nennt, steht vor den Trümmern seines Lebens und muss seine Heimat verlassen, wenn er die Chance auf eine Zukunft haben will. Erst zum Ende des Buches im Epilog wird dieser Handlungsstrang so richtig wieder aufgegriffen und man bekommt noch mal einen Einblick in Derecks ehemalige Heimat, der Fragen aufwirft und bestätigt, was ich schon zu Beginn vermutet hatte. Es muss da mehr geben, als man zunächst denkt. Irgendwelche Geheimnisse oder Intrigen, dunkle Machenschaften und Machtgier. Was ganz genau dahinter steckt, erfährt man nicht. Ich hoffe darauf, dass man darüber im zweiten Band mehr erfahren wird.
Zwischendurch ist die Handlung zwar nicht unbedingt langweilig, aber irgendwie hatte ich schon gehofft, mehr über die Erlebnisse im Prolog zu erfahren. Abgesehen von ein paar Erinnerungen und Albträumen geht es allerdings „nur“ um das Leben von Danielle und wie Dereck sich versucht, nützlich zu machen und wieder eine Grundlage zu schaffen, damit er weiter ziehen kann.

Danielle und ihr Vater mussten einige Verluste einstecken und können jede Hilfe gebrauchen. Auch wenn sie bei Brix etwas skeptisch sind, erlauben sie ihm doch, in ihrem Wirtshaus mit zu arbeiten. Zwischen Danielle und ihm liegt eine gewisse Spannung in der Luft, immer wieder necken sich die beiden, provozieren sich gegenseitig und ecken an. Doch nach und nach wird den beiden klar, dass es nicht nur an den gegensätzlichen Charakterzügen liegt, sonder da mehr sein könnte.
Brix gibt sich oft selbstsicher, ein wenig arrogant und überheblich, hin und wieder lässt er aber auch durchblicken, dass hinter seiner Fassade durchaus mehr stecken könnte und seine Sprüche eher Flirten als wirklich Selbstbewusstsein sind.
Danielle ist zwar schlagfertig, besonders wenn es um die Besucher des Wirtshauses geht, sobald es aber persönlich wird, kann man sie auch schnell zum erröten bringen. Sie hat das Herz auf jeden Fall am rechten Fleck und man möchte ihr einfach nur Glück wünschen, nach all dem, was sie erlebt hat und was sie bereit ist für die Familie zu geben.

Der Schreibstil ist angenehm und man taucht nach und nach in die mittelalterlich wirkende Welt der Protagonisten ein. Ich vermute, hier wird es noch viel mehr zu erleben und entdecken geben, als wir bisher erfahren haben. Der Prolog deutet zumindest an, dass es noch einige Geheimnisse gibt.
Die Geschichte wird von einem personellen Erzähler geschildert, der abwechselnd Brix und Danielle begleitet und neben den allgemeinen Geschehnissen so auch Einblick in ihre Gedanken und teilweise die Gefühlswelt gibt. Häufig wechseln die Perspektiven sehr schnell, so dass man nie lange bei einer Person ist. Manchmal hat mir das gut gefallen, da man in der bestehenden Situation von beiden Protagonisten etwas erfährt. Ab und an hätte ich aber auch gern längere Passagen von einer Person gehabt, da es doch teilweise etwas gehetzt und unruhig wirkt, wenn ständig gewechselt wird.
Besonders schön fand ich die Gespräche, Neckereien und Reiberein zwischen Danielle und Brix. Sie stacheln sich immer wieder an, bringen ihren Gegenüber dazu Dinge zu tun oder zu sagen, die sie eigentlich gar nicht preisgeben wollten, lernen sich dabei besser kennen und geben damit auch dem Leser einen Einblick in ihr Leben.

Auch wenn einige Geheimnisse in der Luft liegen und auch Danielle ahnt, dass Brix etwa vor ihr verbirgt, so dreht sich doch eigentlich alles erst mal um die persönlichen Entwicklungen zwischen den Protagonisten und nicht um die Dinge, die drum herum existieren oder existieren könnten. Das fand ich etwas schade, da man zu Beginn neugierig gemacht wird, am Ende noch mal angeheizt wird, dazwischen aber in die Richtung irgendwie gar nichts passiert. Die Geschichte lässt sich schön und flüssig lesen, aber irgendwie hat mir doch was gefehlt. Ich hoffe, das bekomme ich dann im zweiten Band.

Fazit
Das Buch lässt einen in die Leben von Danielle und Brix eintauchen und legt den Fokus besonders auf die persönlichen Entwicklungen zwischen den Protagonisten. Für Brix ist die Umgebung neu und er muss viel lernen, sich einfügen und dabei darauf achten, sich selbst nicht zu verraten. Obwohl so viele Geheimnisse und vielleicht auch Intrigen in der Luft zu liegen scheinen, wird das nur wenig bis gar nicht thematisiert, was ich etwas schade fand. Der Epilog macht dann wieder sehr neugierig und gibt Hoffnung auf einen spannenden zweiten Band. Auch der erste Teil ist nicht gänzlich uninteressant, aber mir hat doch einfach ein bisschen was an Spannung und Handlung gefehlt.