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Veröffentlicht am 29.11.2019

tolle Charaktere, gefühlvolle Passagen, gemeiner Cliffhanger

Bring Down the Stars
2

Connor und Weston sind seit ihrer Schulzeit unzertrennlich. Eher durch einen Zufall verbunden profitieren nun beide von ihrer engen Freundschaft und den Fähigkeiten und Möglichkeiten des jeweils anderen. ...

Connor und Weston sind seit ihrer Schulzeit unzertrennlich. Eher durch einen Zufall verbunden profitieren nun beide von ihrer engen Freundschaft und den Fähigkeiten und Möglichkeiten des jeweils anderen. Bisher war das auch nie ein großes Problem. Ohne die Unterstützung von Connors Familie wäre es für Weston nicht möglich, den Weg am College einzuschlagen und ohne Weston wäre es für Connor bei so manchem Aufsatz wohl schwer geworden. Doch als nun eine junge Frau ins Spiel kommt, stehen die Dinge doch ein wenig anders. Connor benötigt Unterstützung bei Autumn, die Weston ihm gewährt, bis zu einem gewissen Punkt. Allerdings wüten nicht nur in einem der jungen Männer Gefühle, die ihr gesamtes Leben verändern könnten…

Der Schreibstil von Emma Scott ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Es kam mir nicht vor, als hätte das Buch fast 400 Seiten, da ich wirklich zügig durch die Geschichte gerauscht bin. Auch wenn die Handlung nicht ganz so ergreifend und berührend ist, wie „All In“, so empfand ich den Stil schon als emotional. Die Figuren sind immer wieder unterschiedlichen Situationen ausgesetzt, die sie sehr beschäftigen und bewegen, die sie zum Nachdenken, teilweise auch umdenken bringen. Und auch die sich entwickelnden Verbindungen zwischen den einzelnen Charakteren sorgen immer wieder für verzwickte Momente. Besonders das Ende ist sehr aufwühlend und ich möchte am liebsten direkt weiter lesen, um zu erfahren, wie es nun weiter geht. Das ist von der Autorin wirklich geschickt angelegt, einen im spannendsten Augenblick mit all seinen Fragen und Gedanken allein zu lassen.

In der Geschichte begleitet man fast abwechselnd Autumn und Weston und erhält so sehr intensive Einblicke in ihre Leben, ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Da auch Connor viel Zeit mit den beiden verbringt, erfährt man auch über ihn viele Dinge, insgesamt jedoch etwas weniger, als bei Wes und Autumn.
Die Einblicke bei Wes beginnen schon in seiner Kindheit, was sehr hilfreich war um zu verstehen, wieso er teilweise so schroff und abweisend reagiert und wieso er sich Einiges selbst verbietet. Die Erlebnisse haben ihn sehr geprägt und geformt und auch wenn es total traurig ist zu verfolgen, wie sehr ihn das verändert hat, so ist es doch auch nachvollziehbar. Wes war in der Geschichte mein Lieblingscharakter, vielleicht gerade weil er teilweise so verloren und in sich selbst gefangen wirkt. Er ist manchmal sehr wortkarg und wirkt unfreundlich, hat aber auch eine unglaubliche Tiefe, ist intelligent und kann sehr tiefgründige Gespräche führen, wenn er sich denn darauf einlässt. Außerdem beobachtet er seine Mitmenschen genau und kann sich oft besser in sie eindenken und rein fühlen, als so manch anderer.
Connor ist da von einem ganz anderen Schlag. Er kommt aus wohlhabendem Hause und musste sich nie so existentielle Gedanken machen, wie Wes und Autumn. Dafür bekommt er anderen Druck von seinen Eltern und darf seinen Wünschen und Vorstellungen ebenfalls nicht einfach nachgehen. Auch wenn er zu Beginn manchmal wie ein arroganter Idiot rüber kam, so konnte man auch ihn im Verlauf doch besser kennen lernen und es werden einige Aspekte gezeigt, die auch bei ihm verstehen lassen, warum er sich vielleicht so entwickelt hat, wie er es getan hat.
Autumns Geschichte beginnt zwar erst auf dem College so richtig, da sich da ihr Weg mit dem der beiden Männer kreuzt, aber auch von ihr erfährt man das eine oder andere aus der Vergangenheit in ihren Gesprächen mit verschiedenen Personen. Auch wenn man sie in mancher Hinsicht vielleicht als naiv bezeichnen kann, so war auch ihr Verhalten schon verständlich. Manchmal möchte man die Dinge eben so sehen, wie man sie sich wünscht, auch wenn einige Aspekte dagegen sprechen und Zweifel aufkommen. Ich möchte da jetzt nicht so vorweg greifen, aber insgesamt fand ich auch ihre Entwicklung durchaus nachvollziehbar.
Auch wenn ich nicht jede Entscheidung der Charaktere gut heiße und selbst vielleicht anders gehandelt hätte, so fand ich ihr Verhalten doch passend für sie selbst. Die Protagonisten entwickeln sich zwar in gewisser Weise, bleiben sich selbst jedoch dabei treu und fallen nicht plötzlich aus irgendwelchen Mustern heraus. So sind ihre Entscheidungen durchaus nachvollziehbar und fügen sich stimmig in die Handlung ein. Die Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet und werden greifbar. Umso gespannter bin ich nun darauf, wie sie sich im zweiten Band weiter entwickeln werden.

An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir ein klein wenig mehr Tempo in der Geschichte gewünscht, da es Passagen gibt, an denen man eher auf der Stelle tritt. Allerdings sind auch diese Szenen nicht unwichtig, da sie den Charakteren den Raum geben, sich zu entwickeln, zu erklären oder neu zu sortieren. Gegen Ende des Buches gibt es noch mal eine Wendung, die der Handlung eine neue Richtung gibt und damit auch die Geschwindigkeit aufgrund der steigenden Dramatik anzieht. Diese Wendung kam zwar nicht ganz überraschend, gibt der Geschichte insgesamt jedoch noch mal ganz neue Aspekte und Möglichkeiten.
Fazit

Eine schöne Geschichte mit tollen, glaubwürdigen Charakteren, die alle ihre Eigenheiten und Besonderheiten mit einbringen dürfen. Auch wenn ich nicht so tief berührt war, wie bei anderen Büchern der Autorin, empfand ich die Geschichte als gefühlvoll und es gab auch immer mal wieder Passagen, die nachdenklich stimmen oder aufwühlen. Besonders spannend und bewegend sind die Ereignisse zum Ende des Buches. Ich möchte am liebsten weiter lesen, um gleich zu erfahren, wie es nun mit den Charakteren weitergeht und was ihr weiterer Weg noch für sie bereithält.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Cover
  • Erzählstil
  • Gefühl/Erotik
Veröffentlicht am 09.10.2019

nicht so emotional und bewegend, wie Band 1

Cinder & Ella
2

Achtung die Rezension enthält inhaltliche Spoiler in Bezug auf den ersten Band!

Der Weg von Cinder und Ella war bereits im Auftakt sehr holprig, steinig und alles andere als einfach. Als sie nun ihr persönliches ...

Achtung die Rezension enthält inhaltliche Spoiler in Bezug auf den ersten Band!

Der Weg von Cinder und Ella war bereits im Auftakt sehr holprig, steinig und alles andere als einfach. Als sie nun ihr persönliches kleines Happy End erreicht haben und sie darauf hoffen, ein wenig zur Ruhe kommen zu können, stellen sich bald die nächsten Sorgen und Probleme ein. Mit einem Schlag ist Ella berühmt, alle zerren an ihr, wollen etwas von ihr und das, obwohl sie sich selbst doch eigentlich erst noch ein wenig sortieren müsste. Ob die junge Liebe das überstehen kann?

Nachdem mir der erste Band wirklich super gut gefallen hat, war ich wirklich gespannt, ob Band zwei da mithalten kann. Ich habe auch überlegt, ob ich überhaupt weiter lesen möchte, da der erste Teil auch gut für sich allein hätte stehen können. Und nach dem Lesen bin ich nun noch zwiegespaltener… denn die Fortsetzung konnte nicht mithalten und vielleicht würde man die Geschichte in besserer Erinnerung behalten, wenn man nach dem ersten Band einfach aufhört? Aber das muss am Ende jeder für sich entscheiden. Das Buch war nicht schlecht, aber es war einfach nicht so bewegend und berührend, nicht so intensiv.

Aber nun meine Meinung noch mal etwas detaillierter:
Der Schreibstil der Autorin hat mir wieder gut gefallen. Es liest sich locker und leicht und selbst wenn ich nicht alle Punkte der Handlung nachvollziehbar und gut fand, so wurde ich vom Lesefluss doch nie rausgerissen. Da ich das erste Buch erst vor kurzem gelesen habe, hatte ich auch keine Probleme Anschluss zu finden und konnte gleich wieder gut in das Geschehen eintauchen.
Ella hat seit ihrem Unfall viel durchgemacht und sich endlich wieder ein bisschen aufgerappelt. Nun stehen neue Sorgen und Probleme ins Haus. Probleme, über die sie sich vorher, ohne berühmten Freund, keine Gedanken machen musste. Da wundert es nicht wirklich, dass sie bei manchen Dingen vielleicht zu unbedacht rangeht. Sie ist quasi über Nacht mit Brian zusammen berühmt geworden, daran muss man sich erst mal gewöhnen. Es wird ein ziemlicher Trubel um sich gemacht, sie wird gehypt und überschüttet mit so einigen Sachen. Obwohl ich manches davon schon extrem fand, könnte ich mir sogar vorstellen, dass es in Amerika gar nicht so unrealistisch ist.
Insgesamt entwickelt Ella sich im Laufe der Geschichte aber schon weiter. Es gibt einige ziemlich belastende Dinge in ihrem Leben, die sie auch nicht so leicht gelöst bekommt. Das ist nachvollziehbar und auch realistisch, dass es nicht von heute auf morgen geht. Teilweise haben mir diese Sorgen fast ein wenig zu viel Platz eingenommen, nicht weil ich es nicht nachvollziehen konnte, sondern einfach, weil damit so wenig Raum für all das andere war, was ich mir erhofft hatte. Fakt ist: Ella entwickelt sich, durch verschiedene Erlebnisse und Einflüsse, durch Streitgespräche und Versöhnungen, durch Zuspruch, Ausprobieren und Erfahrungen, die sie macht. Ich fand ihre Entwicklung schön zu verfolgen, auch wenn ich nicht mit allen Punkten hundertprozentig glücklich war und mir einiges doch fast etwas zu lange dauerte.
Brian ist nach wie vor ein toller Charakter. Trotz seiner Berühmtheit ist er in manchen Punkten noch sehr begeisterungsfähig und fast wie ein kleiner Junge. Das macht ihn nur noch sympathischer. Genauso wie sein gesamter Umgang mit all den schwierigen Situationen. Er war für mich ein starker Charakter im Buch.
Auch sehr ins Herz geschlossen habe ich Scott. :) Er ist so eine gute Seele. Vivian und ihre Väter kamen mir leider viel zu kurz.

Manchmal hätte ich in der Handlung ein wenig weniger Drama bevorzugt. Die Beziehung von Cinder und Ella kam mir persönlich in vielen Passagen dann doch zu kurz. So viele Schwierigkeiten, wie da bearbeitet werden müssen, bleibt einfach gar keine Zeit mehr für so richtig intensive Zweisamkeit, Gefühlsduselei und Romantik. Was aber nicht heißt, dass es nicht emotional wird. Die Emotionen kochen immer wieder hoch, auf die verschiedensten Weisen. Mal sind es sehr positive Gefühle, die viel mit Zuneigung, Freundschaft und Liebe zu tun haben, mal spielen eher Wut, Enttäuschung und Frustration eine Rolle. Es ist ein ziemliches auf und ab, wobei man in einigen Abschnitten das Gefühl hat, der Abwärtstrend überwiegt. Irgendwie schade, auch wenn einiges davon schon nachvollziehbar war. Ich hatte einfach auf ein bisschen mehr von der Gefühlsbasis gehofft, die es im ersten Buch gab, das habe ich doch irgendwie vermisst.
Es gibt im Buch ein paar Dauerthemen, die sich durch die Handlung ziehen. Andere Aspekte werden aufgeworfen, manchmal ziemlich hochgeputscht, dann aber gefühlt gar nicht richtig zu Ende gebracht. Eines der Streitthemen war für mich am Ende dann doch zu schnell und zu friedlich wieder gelöst. Ich hatte da zwar auf Versöhnung gehofft, aber eben anders. Ich möchte hier nicht spoilern, deswegen ist es teilweise schwierig so richtig zu erläutern, was ich meine und was mich gestört hat.
Aber trotz all der Kritik möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es auch wirklich schöne Passagen und berührende Momente, ehrliche Gespräche, Veränderungen bei den Nebencharakteren und neue Chancen für verschiedene Figuren gab.

Fazit

Auch wenn mich die Fortsetzung eher enttäuscht hat, war die Geschichte nicht direkt schlecht. Es war nur einfach nicht das, was ich erwartet und erhofft habe. Ich hätte gern mehr von den Gefühlen aus dem ersten Band gehabt, wieder diese Intensität und Hingabe. Das hat mir doch ziemlich gefehlt. Einige Handlungselemente waren für mich etwas zu viel oder nicht ganz nachvollziehbar, bzw. zu langatmig, andere Passagen waren aber wirklich schön und haben die Entwicklung der Figuren gut gezeigt. Ich bin wirklich zwiegespalten, was ich anderen nun raten würde: Band eins in guter Erinnerung behalten oder Band zwei lesen, um selbst zu erfahren, wie es mit Cinder und Ella weiter geht. Ihre Geschichte weiter zu verfolgen, fand ich schon schön, auch wenn es bei Weitem nicht an Band eins heranreicht.

  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.07.2020

tolle Geschichte, locker-leicht und zeitgleich gefühlvoll

Man wird ja wohl noch träumen dürfen
1

Thea ist Physiotherapeutin und hat schon mit 27 ihre eigene Praxis, in der sie sich sehr wohl fühlt. Das liegt vor allem auch an den netten Nachbarn, mit denen man sich immer mal auf ein Gespräch oder ...

Thea ist Physiotherapeutin und hat schon mit 27 ihre eigene Praxis, in der sie sich sehr wohl fühlt. Das liegt vor allem auch an den netten Nachbarn, mit denen man sich immer mal auf ein Gespräch oder eine Tafel Notfallschokolade treffen kann. Egal welches Problem angegangen werden muss, irgendjemand wird eine Lösung finden. Und auch wenn Thea in dem Haus nur arbeitet und nicht wohnt, so sind ihr die Menschen dort sehr ans Herz gewachsen, so unterschiedlich sie auch alle sind. Als dann die Nachricht kommt, dass das Gebäude verkauft werden soll, ist das nicht nur für Thea ein Schock. Alle müssen raus und sich neue Räumlichkeiten suchen und dabei ist es ziemlich ausgeschlossen, dass die Hausgemeinschaft beieinander bleiben kann. Doch der nahende Umzug ist nicht die einzige Veränderung, die gerade Theas Leben auf den Kopf stellt…

Die Geschichte war richtig toll und hätte für mich gern noch länger andauern können. Ich habe mich sofort wohl gefühlt mit der Hausgemeinschaft, die aus so unterschiedlichen Menschen besteht. Mit denen wird es definitiv nicht langweilig und man kann fast jede Krise besprechen und angehen, wenn manchmal vielleicht auch mit einem Kaffee oder einer ordentlichen Portion Schokolade, um den Frust in den Hintergrund zu schieben. Jeder darf seine Persönlichkeit mit einbringen, sowohl die Macken, als auch die liebenswerten Seiten und so gab es immer wieder Momente zum Schmunzeln.
Thea ist eine sympathische Protagonistin, die nicht perfekt, aber einfach liebenswert ist. Auch die Emanze, die sich immer mal an die Oberfläche schlägt, mochte ich. Vor allem wohl weil es so schön in die Handlung eingebunden war, dass man es sich einfach gut vorstellen konnte. Und in ihrem Emanzen-Modus auch mal was schief geht. Wenn mal keine Hüfte, kein Knie oder ein verspannter Rücken da ist, an dem man seine Energien abarbeiten kann, dann muss öfter eine Tafel Schokolade herhalten – immer wieder ein Thema im Buch, wie ein zusätzlicher roter Faden, der sich durch die Geschichte zieht.
Die Kombination der Figuren hat mir richtig gut gefallen. Von manchen erfährt man mehr, andere bleiben etwas im Hintergrund, aber jeder hat seinen Platz in der Geschichte. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, neben Schröder, auch Theas Oma, die war einfach toll, wenn auch ein wenig speziell. Auch wenn man von Thea durch die Ich-Perspektive am meisten Einblicke bekommt, so empfand ich die Verknüpfung der anderen Figuren mit ihr und damit auch die Informationen, die man erhält, als gelungen. Genau das richtige Maß für die Entwicklungen in der Geschichte.

Die Sprecherin Vanida Karun ist großartig. Sie transportiert die Handlung intensiv und lässt sowohl die Geschehnisse, als auch die Charaktere lebendig werden. Es wird ausdrucksstark und abwechslungsreich vorgelesen. Durch die Anpassungen in der Tonlage, Sprechtempo und Sprechweise kann man die Figuren nicht nur gut unterscheiden, sondern einige ihrer Eigenarten werden dabei auch gleich noch deutlich. Während Schröder zum Beispiel sehr ruhig und entspannt wirkt, beherrscht, aber nicht unterkühlt, so ist Thea doch eher etwas aufgedreht, schlagfertig und lässt sich eher von ihren Emotionen leiten, als andere Bewohner der Hausgemeinschaft. Auch die unterschiedlichen Gefühlslagen der Beteiligten haben mich erreicht. Ich konnte mich mit ihnen freuen, mit ihnen bangen, lachen oder schmunzeln und auch grübeln und rätseln, was es wohl mit der einen oder anderen Begebenheit auf sich hat.

Insgesamt ist es eine locker-leichte Geschichte, die aber auch ernstere, emotionale Passagen enthält, ohne dabei die Leichtigkeit zu verlieren. Auch wenn es erst die zweite Geschichte der Autorin war, die ich kennengelernt habe, kann ich doch schon sagen, dass ich den Stil total gern mag. Die Bücher regen zum Nachdenken an, aber auf eine sehr schöne Weise, nicht so erdrückend oder niedergeschlagen, sondern einfach durch die Fragen, die sich die Figuren im Laufe der Handlung so stellen.
Einige der Entwicklungen waren zu erahnen, andere Wendungen haben mich dann jedoch überrascht. Vor allem in den Szenen, die mehr in die Tiefe gingen, hatte ich nicht erwartet, so etwas zu erleben. Das hat wieder deutlich gemacht, dass manches eben doch nicht so ist, wie es scheint und unterschiedliche, schwierige Situationen ähnliche Gefühle oder Einstellungen hinterlassen kann. Ich mochte aber auch die ernsteren Elemente in der Geschichte, denn jeder Mensch hat ja seine Vergangenheit, seine eigenen Dämonen, Ängste, Hoffnungen und Wünsche.
Für mich war die Liebesgeschichte richtig gut in den Gesamtkontext eingebunden. Die beiden Charaktere waren einfach so süß miteinander, ohne dabei zu kitschig zu werden. Es wirkte gar nicht aufgesetzt oder erzwungen und dadurch besonders authentisch. In der Hörrunde bezeichnete es jemand als „unaufgeregt“ und ich finde, das passt total gut. Die Gefühle flossen in die Handlung mit ein, es entwickelte sich Stück für Stück und natürlich hat man bei Thea dadurch Veränderungen bemerkt, aber sie war trotzdem noch sie selbst am Ende. Und die Geschehnisse rund um die Hausgemeinschaft standen trotz allem immer mit im Fokus des Buches.
Fazit

Eine wundervolle Geschichte, die mich mit der Mischung aus Leichtigkeit, Humor, tollen Charakteren, kleinen überraschenden Wendungen und auch ernsteren Momenten überzeugt hat. Ich mag den Stil der Autorin und auch die Sprecherin sehr gern und hätte auch die etwas chaotischen Hausgemeinschaft gern noch länger bei ihren Erlebnissen begleitet.

  • Sprecherin
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 11.02.2020

düster, brutal, sehr extrem -leider nicht komplett überzeugend

Die Fesseln des Bösen
1

Zwei junge Frauen werden tot und übel zugerichtet aufgefunden. Commandante Stéphane Corso übernimmt den Fall und sein erster Weg führt ihn in den Stripclub, in dem die beiden Tänzerinnen gearbeitet haben. ...

Zwei junge Frauen werden tot und übel zugerichtet aufgefunden. Commandante Stéphane Corso übernimmt den Fall und sein erster Weg führt ihn in den Stripclub, in dem die beiden Tänzerinnen gearbeitet haben. Umso mehr er forscht, umso weiter dringt er in das düstere Milieu vor, in dem die beiden Frauen sich aufgehalten haben. Und es führt Corso auch zu einem Mann, der perfekt ins Täterbild passen würde. Doch kann der Maler mit den Alibis wirklich etwas mit den Morden zu tun gehabt haben?

Dieses Hörbuch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück und es fällt mir auch nach einigen Tagen Abstand immer noch schwer, es so richtig einzuschätzen.
Es gibt im Verlauf der Geschichte viele interessante, spannende und auch sehr düstere und brutale Passagen, die teilweise die Abgründe der menschlichen Seele sehr eindrücklich präsentieren. Man erhält detaillierte Einblicke in die SM- und Bondage-Szene, die ich in der Intensität zwar nicht gebraucht hätte, aber das ist natürlich Geschmackssache und machte den Fall insgesamt noch authentischer in der Ausführung und Recherche. Verknüpft mit den Ermittlungen begegnet man den unterschiedlichsten Menschen, von denen mir leider nur die wenigsten sympathisch und die meisten einfach ziemlich überzogen dargestellt waren. Eingeflochten in die Mordermittlungen war auch immer mal wieder das Privatleben von Corso. Eigentlich mag ich das ganz gern, da man dadurch einen besseren Bezug zu den Ermittlern bekommt, denn ihre Persönlichkeit spielt ja auch bei der Arbeit keine unwichtige Rolle. Allerdings wäre es mir hier zwischendurch auch lieber gewesen, nicht noch mehr von den furchtbaren Dingen über Corso, seine Vergangenheit, seine Ansichten und Einstellungen zu erfahren. Auch wenn man verstehen kann, dass ihn die Dinge, die da angesprochen wurden, beschäftigen, hat es ihn nach und nach immer weiter in meiner „Gunst“ sinken lassen. Zusätzlich konnte für mich auch die Spannung im Buch nicht dauerhaft gehalten werden… alles in allem also eine sehr gemischte Geschichte, die mich zwar erschüttert, aber auch ratlos zurück lässt.

Corso arbeitet bei der Mordkommission und ist ein ziemlich knallharter Ermittler mit einer düsteren Vergangenheit. Ermittler müssen aus meiner Sicht auch keine komplett braven, wohlerzogenen Beamten sein, bei ihm war es mir insgesamt aber doch zu viel, zu drüber, zu unsympathisch, zu viel gegen das Gesetz. Und vor allem kommt er mit all seinen Fehltritten ungestraft durch. Auch wenn das Buch in Frankreich spielt und die Dinge da möglicherweise etwas anders laufen, kann ich mir nicht vorstellen, dass man wirklich mit ALLEM durchkommt, was Corso so im Verlauf der Geschichte verzapft. Ein paar der kleineren „Delikte“ fand ich in Bezug auf die Dringlichkeit den Fall zu lösen und Beweise zu finden, ja noch okay und hätte man ihm sicher mit einer kleinen Verwarnung noch verziehen, aber anderes ging einfach gar nicht. Dabei wird auch immer wieder deutlich, wie viel Gewalt, Hass und Extremität in ihm steckt. Aus meiner Sicht hat er absolut nichts bei der Polizei verloren! Die Antipathie hat es natürlich nicht unbedingt leichter gemacht, die Geschichte zu mögen, aber es gab auch Aspekte im Handlugnsverlauf, die mir nicht komplett gefallen haben.

Der Beginn des Hörbuchs ist sehr düster, blutig, brutal und enthält auch immer wieder Szenen, die bei dem einen oder anderen wohl Ekelgefühle, Kopfschütteln und Ungläubigkeit hervorrufen werfen. Der Thriller verfehlt hier, aus meiner Sicht, seine Wirkung also nicht. Auch wenn ich nicht all die Details gebraucht hätte, die dort präsentiert wurden, wird eine sehr finstere, passende Atmosphäre erzeugt, die einen in eine Welt voller Extreme zieht. Die Fülle an Brutalität, Gewalt, SM-Praktiken war hoch und auch wenn ich nicht unbedingt noch mehr davon hätte lesen wollen, war es doch ein ziemlich krasser Umbruch in der Mitte des Hörbuchs, als es dann irgendwie fast ereignislos und zäh wurde. Die Ermittlungen haben zwar immer mal wieder für kleine Passagen mit neuer Gewalt und Blut geführt, im Vergleich zu dem fesselnden, extremen, intensiven Einstieg war es aber eben einfach langatmig und wenig spannend. Auch der Prozess an sich hat mich nur wenig mitgenommen. Zum Ende der Geschichte drehte sich das Blatt dann aber wieder erneut. Die Ermittlungsarbeiten standen mehr im Vordergrund, es wurden Zusammenhänge aufgedeckt, Verknüpfungen erkannt, Zeugen befragt und so weiter – eben das was ich mir vorher schon gewünscht hätte. Einige der Ergebnisse waren erschreckend und überraschend und die Auflösung insgesamt hat mir weitestgehend auch gefallen (auch wenn ich einen der Schlüsse, die gezogen wurden bzw. die man als Leser/Hörer daraus wohl ziehen sollen übertrieben und nicht unbedingt passend finde), aber es kam für mich dann einfach zu spät. Das Hörbuch wirkte nicht harmonisch, man hätte es aus meiner Sicht ein wenig besser verteilen können, damit es nicht von einem Extrem ins nächste fällt.

Auch die persönliche Komponente rund um Corso wirkte für mich zwischendurch fehl am Platz und hat nur noch dazu geführt, dass ich ihn noch weniger mochte. Man kann sicher verstehen, wieso ihn das beschäftigt und am Anfang fand ich auch noch gut, dass er für seine Rechte kämpfen wollte… aber nach und nach drehte sich auch dort das Blatt für mich. Wobei ich sagen muss, irgendwie sind die meisten Charaktere in der Geschichte etwas seltsam und übertrieben. Das sorgt zwar für eine abwechslungsreiche Zusammenstellung, aber auch für sehr viele Extreme auf einem Haufen. Ein paar Figuren mit Ecken und Kanten und düsteren Geheimnissen hätten da wirklich gereicht, mir war es insgesamt zu viel.

Die Stimme von Martin Keßler hat mir allerdings gut gefallen. Die dunkle, kraftvolle Stimme passte gut zu den düsteren Vorgängen im Buch und die unterschiedlichen Szenen sind gut dargestellt gewesen. Man konnte die verschiedenen Personen gut voneinander unterscheiden, wenn es Gespräche gab und es war insgesamt angenehm ihm zuzuhören – zumindest vom Klang der Stimme. Es war ausdrucksstark gelesen, gut betont, was eine stimmungsvolle Atmosphäre erzeugt hat.
Fazit

Das Hörbuch lässt mich sehr gemischt zurück. Es gab Passagen, die mir wirklich gut gefallen haben, die spannend und überraschend waren, anderes jedoch hat mich gar nicht überzeugt. Irgendwie durchlief man während der Geschichte so viele krasse, extreme, gewalttätige Stränge und doch harmonierte es insgesamt nicht so richtig für mich. Ich hätte gar nicht noch mehr von den blutigen, dunklen Details gewollt, aber man hätte sie einfach besser verteilen können. Die interessanten, aufschlussreichen Ermittlungen kamen viel zu spät und konnten zum Beispiel die langatmigen Passagen im Gerichtsaal nicht mehr aufwerten. Auch hatte ich meine Probleme mit Corso. Protagonisten mit Schwächen, Geheimnissen, ggf. auch dunkler Vorgeschichte stören mich nicht generell, im Gegenteil, das kann die Handlung sehr spannend machen und die Figuren können dann ja manchmal sogar besser nachvollziehen, was im Gegenüber (den Verbrechern) vor sich geht. Für mich war Corso, wie einige andere Dinge im Buch, einfach zu extrem, zu unangepasst, zu düster, zu gewalttätig… und bei all dem kommt er völlig ungestraft davon. Da muss man leider ziemlich an der Gesetzgebung zweifeln, denn auch als Polizist sollte man sich doch an gewisse Grenzen halten müssen.
Die guten Thrillerelemente stehen für mich hier sehr im Kontrast zu dem Protagonisten, der für mich einfach gar nicht geht und dem sehr unausgeglichenem Handlungsverlauf.

  • Sprecher
  • Spannung
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 09.08.2020

süßes Kinderbuch

Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln
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Ein sehr süßes Kinderbuch, das man sehr gut vor dem Einschlafen anschauen kann. Nachdem man alle Tierchen unterm Sternenhimmel schlafen geschickt hat, können die Kleinen dann selbst hoffentlich auch gut ...

Ein sehr süßes Kinderbuch, das man sehr gut vor dem Einschlafen anschauen kann. Nachdem man alle Tierchen unterm Sternenhimmel schlafen geschickt hat, können die Kleinen dann selbst hoffentlich auch gut schlafen.

Die Illustrationen im Buch sind sehr schön und liebevoll gestaltet. Man sieht die unterschiedlichen Tiere in ihrem Lebensraum, ohne dass die Seiten zu überladen oder ablenkend sind. Zwar sind abgesehen von den Tierkindern und -eltern eben auch die Umgebung und teilweise auch andere Tiere und Pflanzen zu sehen und sie Seiten sind auch farblich toll gestaltet, es wirkt aber alles nicht zu überladen.
Die Texte sind sehr kurz gehalten und leicht verständlich. Fuchs, Bär, Ente und Maus hatten einen ereignisreichen Tag und sind nun dabei, ins Bett zu gehen. Einige Tierkinder sind schon seehr müde, andere brauchen noch ein wenig Unterstützung, damit sie zur Ruhe kommen. Aber für sie alle darf man durch Pusten auf den vorgegebenen Punkt die Sterne zum Leuchten bringen. Ein wirklich toller Effekt, der nicht viel Kraft erfordert, die Kinder aber dennoch mitmachen lässt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere