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Veröffentlicht am 13.04.2021

Bewährt spannender Titel der Reihe mit leichten Schwächen

Die 15. Täuschung
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Im 15. Band der Reihe "Women's Murder Club" bekommt es Lindsay Boxer mit einem Vierfachmord in einem Hotel zu tun. Zunächst gibt es nur Hinweise auf eine Frau, die im Zimmer eines der Opfer gewesen sein ...

Im 15. Band der Reihe "Women's Murder Club" bekommt es Lindsay Boxer mit einem Vierfachmord in einem Hotel zu tun. Zunächst gibt es nur Hinweise auf eine Frau, die im Zimmer eines der Opfer gewesen sein muss. Doch die Frau ist verschwunden und so tappt Boxer im Dunkeln, bis sich eine Verbindung zu ihrem Ehemann Joe Molinari ergibt, der sich plötzlich auch nicht mehr meldet. Als dann auch noch ein Flugzeug in San Francisco abstürzt, fragt sich Lindsay, ob ihr Ehemann wirklich der ist, der er vorgibt zu sein. Zudem wird sie von einer Gruppe chinesischer Männer verfolgt und bedroht. Lindsay versucht herauszufinden, wie die Fälle zusammenhängen.

Wie schon in Band 14 ist Detective Boxer auch in diesem Fall eher eine Einzelkämpferin. Die anderen Frauen des Clubs erscheinen eher randständig und tragen wenig zur Lösung des Falls bei. Vornehmlich wird Spannung durch das Verschwinden von Joe Molinari und Boxers Zweifel an diesem erzeugt. Die Geschichte, in der dann noch die CIA eine Rolle spielt ist manchmal etwas sehr konstruiert, dennoch handelt es sich bei der 15. Täuschung um einen soliden Thriller, der vor allem Fans der Reihe reizen dürfte, aber nicht an die Anfangsbände heranreicht. Wer noch keinen Band gelesen, sollte nicht mit diesem beginnen. Auch das Ende lässt übrigens einige Fragen offen.



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Veröffentlicht am 31.01.2023

Sehr später Spannungsbogen

Das College
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Hannahs Traum geht in Erfüllung, als sie in Oxford ihr Studium beginnt. Schnell findet sie eine Freundin in der etwas exzentrischen April. Mit der gemeinsamen Clique könnte es eine tolle Zeit sein, doch ...

Hannahs Traum geht in Erfüllung, als sie in Oxford ihr Studium beginnt. Schnell findet sie eine Freundin in der etwas exzentrischen April. Mit der gemeinsamen Clique könnte es eine tolle Zeit sein, doch dann findet Hannah April ermordet auf. Durch ihre Zeugenaussagen wird ein Pförtner verurteilt. Jahre später, Hannah lebt inzwischen in Edinburgh, ist mit dem Ex-Freund von April verheiratet und erwartet ihr erstes Kind, hat sie den Mord und das darauffolgende Interesse an ihrer Person immer noch nicht überwunden. Die Nachricht, dass der Mann, den sie ins Gefängnis gebracht hat, dort gestorben ist, bringt sie völlig aus der Bahn. Erst recht, als ein Reporter seine Schuld anzweifelt. Hatte sie einen unschuldigen belastet? Und wenn der Pförtner es nicht gewesen ist, wer hat dann ihre Freundin umgebracht?

Ich liebe solche rätselhaften Bücher, in denen es um alte Fälle geht, die aufgeklärt oder neu aufgerollt werden müssen, daher wollte ich auch "Das College" unbedingt lesen. Die Inhaltsbeschreibung war vielversprechend, auch wenn das Cover recht typisch und nichts Besonderes für derlei Thriller ist. Die Autorin beginnt mit dem Auffinden der Leiche. Von hier aus wechselt der Text zwischen "Davor", also was geschah vom ersten Collegetag bis zum Mord, und "Danach", dem Leben, das Hannah nun führt, beginnend mit dem Tag, an dem sie vom Tod des inhaftierten Täters erfährt. Die Protagonistin würde ich damals als recht unsicher und in der Gegenwart als überfordert und teilweise traumatisiert bezeichnen. Man entwickelt Mitgefühl für sie. Die Zimmergenossin April hingegen war mir sofort eher unsympathisch, ihr Verhalten manchmal fast grenzwertig.

Es ist interesssant, wie sich "Davor" die Beziehungen in der Clique entwickeln, wie Hannah auf den Pförtner als Täter kommt. All das wird mal locker, mal sehr düster und beklemmend geschildert. Das "Danach" ist eher Hannah Problemen, Gewissensbissen und Ängsten geprägt, wenngleich ihr Mann Will versucht, sie zu beruhigen. So dauert es recht lange, bis man an den Kern der Geschichte vordringt, wo sich dann langsam ein richtiger Spannungsbogen aufbaut und die Autorin geschickt den Verdacht mal auf den einen, mal auf jemand anderen lenkt, bis es endlich zu einem passablen Showdown kommt. Meiner Meinung nach, hätte dem Buch ein paar Seiten weniger vielleicht ganz gut getan. Zwar waren die Personenkonstellationen usw. schon ganz interessant, ein ungeduldiger Leser könnte allerdings frühzeitig abbrechen. Das Ende hat zwar gepasst, hätte aber auch noch etwas dramatischer sein können. 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 05.01.2023

Interessanter Ansatz, aber sehr unrealistisch

Anatomy
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Lady Hazel Sinnett gehört zu den Reichen Edinburghs und ist seit Kindertagen so gut wie verlobt mir ihrem Cousin Bernard, dem Sohn von Viscount Almont. Doch Hazels Leidenschaft gilt der menschlichen Anatomie ...

Lady Hazel Sinnett gehört zu den Reichen Edinburghs und ist seit Kindertagen so gut wie verlobt mir ihrem Cousin Bernard, dem Sohn von Viscount Almont. Doch Hazels Leidenschaft gilt der menschlichen Anatomie und der Medizin. Sie möchte unbedingt Chirurgin werden, ein für eine Lady unmögliches Ansinnen. Da ihr Vater im Auftrag der Royal Navy auf St. Helena weilt und ihre Mutter mit dem kleinen Bruder aus Angst vor dem grassierenden Römischen Fieber verreist ist, nutzt sie eine Verkleidung, um an Vorlesungen teilnehmen zu können. Als sie auffliegt und mit dem bekannten Arzt Dr. Beecham, ihrem großen Vorbild, eine Wette eingeht, nutzt sie die Dienste von Jack Currer, einem Auferstehungsmann, der für Geld Leichen liefert. Schnell fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Dann verschwinden immer mehr Menschen und Hazel entdeckt Seltsames an einigen Leichen. Auf der Suche nach einer Erklärung geraten sie und Jack in eine Sache, die sie alles kosten könnte.

Die Buchbeschreibung und das außergewöhnliche Cover haben mich sofort gepackt. Ich fand es sehr geschickt, wie auf letzterem die junge Frau und ihr Kleid zu einem Herzen arrangiert wurden. Der "Horror der frühen Medizin" ist gerade ein sehr beliebtes Thema und war neugierig, wie die Autorin dieses New York Times-Bestsellers dieses mit dem Schicksal einer jungen Frau und einer Liebesgeschichte verbindet. Der Anfang liest sich auch ganz gut. Hazel kommt mir zwar in ihrer Art zu experimentieren zunächst etwas kindisch vor, doch schon bald merkt man, dass sie genaue Vorstellungen davon hat, was sie erreichen möchte. Obendrein ist sie sehr belesen und wissbegierig, was wohl auch mit der Vernachlässigung durch die um den älteren Bruder trauernde Mutter zu tun hat. Es verwundert schon sehr, dass Lady Hazel Sinnett so ziemlich tun und lassen kann, was sie möchte. So schafft sie es auch leicht zu einer Medizin-Show, die sie fasziniert und in ihrem Berufswunsch noch bestärkt. Wirklich durchsetzen muss Hazel sich nie, denn niemand achtet darauf, ob sie die Konventionen der damaligen Zeit einhält. Das erscheint mir doch ziemlich seltsam, denn man war doch seinerzeit noch viel stärker auf den Ruf der Familie bedacht. Etwas unglaubwürdig.

Der Inhalt der im Klappentext erwähnt wird,, also die Wette mit Beecham, startet erst sehr spät ca. nach der Hälfte des Buches. Bis dahin erhält man einen sehr schönen Einblick in den Stand der Anatomie und der Medizin des späten 18. Jahrhunderts. Manchmal geht es auch ziemlich blutig zu, so dass man als Leser*in nicht allzu zimperlich oder empfindlich gegenüber abgetrennten Gliedmaßen, Leichen und Blut sein sollte. Die detaillierten Beschreibungen bewegen sich aber noch in einem erträglichen Rahmen. Ab der Hälfte gewinnt die Beziehung zwischen Jack und Hazel etwas an Bedeutung und die Autorin versucht ihr Bestes, hier zarte Gefühle einzuflechten, die ich ihr auch abnehme. Hazels Üben, die Hilfe ihrer Dienerschaft, als sie sich "Übungsmaterial" ins Haus holt, war mir dann wieder zu übertrieben. Spannend und gut lesbar ist dieser Teil der Geschichte allemal, auch wenn sich das Ganze etwas hinzieht, bis wir am Ende zu einer für mich vollkommen unglaubwürdigen Auflösung kommen. Natürlich ist mir bewusst, dass es sich bei Büchern durchaus um Fiktion handeln darf/soll, doch wenn man sich die Lösung der vorher geschaffenen Geheimnisse so einfach macht, fühle ich mich als Leser doch etwas hinters Licht geführt. Ich konnte nicht glauben, dass die Story auf den letzten Seiten noch ins Fantastische abdriftet, obwohl doch schon vorher alles darauf hingedeutet hat, dass es keine rationale Erklärung geben kann.

Ein bisschen tröstet mich, dass das Buch auch Fragen aufgreift, die man durchaus auch der Forschung heute noch stellen könnte, z.B. Darf man ein Leben nehmen, das eh verloren scheint? Sind arme Menschen weniger Wert als Reiche? Die Frage, ob Frauen überhaupt von der Intelligenz her in der Lage sind, Ärztinnen zu werden ist zum Glück hingegen schon vom Tisch. Insgesamt bin ich von diesem doch sehr hochgelobten Buch etwas enttäuscht. Vom Schreibstil her mutet es eher wie ein medizinischer Jane Austen Roman an (nur etwas leichter zu lesen), aber der Plot mit seiner in die Fantasy oder Science Fiction gehenden Art, überzeugt mich leider nicht. Schade, denn die Protagonistin finde ich wirklich gut ausgearbeitet. Für mich ein Buch, bei dem sich am besten jeder selbst ein Bild machen sollte, weil die Meinungen sehr stark variieren dürften. Von mir gibt es 3,5 Sterne für gut lesbare Unterhaltung mit Schwächen. Das Ende ist auf jeden Fall für eine Fortsetzung ausgelegt.

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Veröffentlicht am 18.12.2022

Etwas konstruiert, aber sehr romantisch

Winterträume in den Fallbury Hills (Herzklopfen in Schottland)
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Grace sitzt an der Kasse des Supermarkts von Fallbury Hills. An einigen Abenden hilft sie in der Bar des Ortes aus. Der Traum von einem Hofladen scheiterte wegen der gesundheitlichen Verfassung ihres Vaters ...

Grace sitzt an der Kasse des Supermarkts von Fallbury Hills. An einigen Abenden hilft sie in der Bar des Ortes aus. Der Traum von einem Hofladen scheiterte wegen der gesundheitlichen Verfassung ihres Vaters und auch was Beziehungen betrifft, hat Grace nicht besonders viel Glück. Doch gemeinsam mit ihren besten Freundinnen Ivy und Phoebe übersteht sie alle Höhen und Tiefen. Als Ivy sehr verletzt wird, schwören sie sich die drei, ein Jahr lang von allen Männergeschichten Abstand zu nehmen. Doch dann landet Grace sprichwörtlich vor dem jungen, äußerst attraktiven neuen Arzt, der die Praxis von Fallbury Hills übernehmen soll. Endlich hat sie das Gefühl, dass mehr für sie drin ist, wäre da nicht das Freundinnen-Abkommen.

Mit dem zweiten Band der Herzklopfen in Schottland Reihe kehren wir mit Hanna Holmgren zurück nach Fall Fallbury Hills, den kleine Fischerort, indem wir im ersten Band mit Ellie und Rosemary um das Rose Cottage gebangt haben. Auch Grace kam in diesem ersten Band als Supermarktkassiererin vor. Nun begleiten wir sie bei ihrer Suche nach einer geeigneten Zukunft für sie, ihre Familie und ihre beiden besten Freundinnen. Es macht sehr viel Spaß, die bekannten Gesichter wiederzusehen und zu lesen, wie es ihnen ergangen ist. In Grace kann man sich auch sofort hineinversetzen. Sie ist nicht nur beruflich, sondern auch von der Liebe enttäuscht. Genau wie Phoebe und Ivy, weswegen die drei auch diesen komischen Pakt eingehen, an den Grace sich gebunden fühlt. Daher ist sie auch nach ihrem ersten Treffen auf den jungen Arzt Noah hin- und hergerissen zwischen eigenem Glück und Pflichtbewusstsein gegenüber den Freundinnen.

Die Geschicht lässt sich wie schon der erste Band sehr schön und flüssig lesen. Die Gefühle werden sehr gut beschrieben, so dass Freunde romantischer Literatur zunächst voll auf ihre Kosten kommen. Im zweiten Teil der Geschichte ändert sich das Thema etwas, die heraufbeschworenen Konflikte zwischen Noah und Grace, aber auch der Ärztin, dessen Praxis er übernehmen soll, wirken leider etwas arg konstruiert. Und plötzlich taucht da noch ein neuer Charakter auf, der für mich nicht so ganz dazu passt und auch recht unglaubwürdige Probleme bereitet. Die Landschaftsbeschreibungen sind hingegen wieder einfach wundervoll. Insgesamt gibt es aber diesmal nur 3,5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 02.12.2022

Das Leben selbst in die Hand nehmen

we fell in love in october
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Man könnte meinen, Lisa müsste sich glücklich schätzen. Sie lebt in einem beschaulichen Dorf in Bayern, hat einen Ausbildungsplatz bei der örtlichen Bank, ihr Freund studiert und plant ihre gemeinsame ...

Man könnte meinen, Lisa müsste sich glücklich schätzen. Sie lebt in einem beschaulichen Dorf in Bayern, hat einen Ausbildungsplatz bei der örtlichen Bank, ihr Freund studiert und plant ihre gemeinsame Zukunft. Alles läuft so, wie es sich ihre Eltern wünschen. Doch Lisa ist unglücklich. Nach einem unschönen Vorfall in der Bank und einem wenig ergiebigen Gespräch mit Max, besteigt sie planlos einen Fernbus nach Köln, wo sie über eine Couchsurfing-Seite in der WG von Maja auskommt. Lisa zweifelt mehr als einmal an ihrer Entscheidung, es fehlt ihr eine Zukunftsperspektive und dann ist da auch noch Karla, die genderfluide Mitbewohner*in in der WG, die ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Je länger Lisa in Köln ist, umso weniger will sie nach Bayern zurück. Doch wie soll es in Köln weitergehen? Und was wird aus ihrer Beziehung mit Max?

Das Titelbild der Buches ist wunderschön und man rechnet mit einer gefühlvollen Liebesgeschichte. Doch das ist nur ein Bestandteil dieser Geschichte um die 19-jährige Lisa, die viel zu lange ihre Zukunft und ihr Leben in die Hände anderer Menschen gelegt hat und deren Mutter immer unzufrieden mit ihr ist. Am besten soll sie ein Bilderbuchleben leben, eine gute Anstellung haben, später Mann und Kinder und ein Haus im Ort bauen. Doch Lisa erträgt dieses Leben nicht, es ist nicht ihres. Trotz großer Schuldgefühle bricht sie aus. Sehr oft finden wir uns in den Gedanken und Zweifeln von Lisa wieder, die den Roman über weite Teile beherrschen. Eine weitere Komponente bildet die Tatsache, dass Lisa sich zu Karla hingezogen fühlt. Nach und nach fallen ihr Begebenheiten aus der Vergangenheit ein, die sie komplett verdrängt hat. Als sie einen Job findet, der gut läuft, nimmt sie sich vor, 3 Monate in Köln zu bleiben und dann weiterzusehen. Doch es ist schwer, plötzlich seinen Traum zu leben, wenn man keine Träume hat. Leider kreist die Geschichte dadurch immer wieder um dieselben Themen, was mir mit der Zeit etwas zu eintönig wurde.

Ein gewisses Prickeln bringen die Gefühle zu Karla ins Spiel. Doch auch hier ist alles sehr verkopft. Lisa wird von einem ziemlich queeren Freundeskreis aufgenommen. Alle sind total nett und mir hätte dieses Gefühl vollkommen gereicht, dass Lisa akzeptiert wird und im Gegenzug die anderen Personen akzeptiert. Doch oft werden Begriffe erwähnt, die dann durch Protagonisten erklärt oder gegoogelt werden. Klar ist es sehr löblich, wenn man hier etwas Aufklärung zu dem Thema Sexualität und verschiedene Ausprägungen erhält, doch mir war das zu sehr lexikonartig und zu wenig unterschwellig. Manchmal dachte ich, dass Lisa sich das Leben selbst sehr schwer macht, obwohl das an manchen Stellen gar nicht hätte sein müssen. Das hat für einige Längen gesorgt. Insgesamt ist das Buch nicht sehr kompliziert geschrieben, eher in einfachem Satzbau und jugendlicher Sprache, so dass ich es auch eher für Jugendliche empfehle als für junge Erwachsene. 3,5 Sterne

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