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Veröffentlicht am 07.03.2022

Spannung und Zusammenhalt

Ziemlich sicher Liebe
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Der Roman handelt von Mila: nachdem ihr Haus samt Geschäft in München bei einem Brand zerstört wurde, kommt sie kurzerhand in einem Haus von ihrem Vater in Hamburg unter. Das Haus ist jedoch quasi verkauft ...

Der Roman handelt von Mila: nachdem ihr Haus samt Geschäft in München bei einem Brand zerstört wurde, kommt sie kurzerhand in einem Haus von ihrem Vater in Hamburg unter. Das Haus ist jedoch quasi verkauft und relativ runtergekommen. Sie schließt mit ihrem Vater einen Deal: wenn sie es innerhalb von einem Monat schafft, das Haus zu renovieren, darf sie es behalten. Hilfe bekommt sie von Henning, der es mit der Wahrheit an der ein oder anderen Stelle jedoch nicht so genau nimmt…

Wenn man sich über eines nicht beschweren kann, dann ist es, dass in diesem Buch nichts los war! Ich war ab Seite eins in der Geschichte drin, die mich gefesselt hat. Es wurde mir nie langweilig, weshalb ich das Buch in 1,5 Tagen durch hatte, da ich so gerne dazu gegriffen habe. Mila ist eine starke Protagonistin, die schon so einiges erlebt hat, aber sie hat auch ihre schwachen Momente, was sie umso authentischer macht. Nachdem ihre Existenz abgebrannt ist, muss sie von null auf wieder starten, was mal besser und mal schlechter funktioniert.
Henning mochte ich ebenso sehr gerne. er hält sich bei manchen Dingen bedeckt, was natürlich nicht so vorteilhaft ist, aber dennoch ist er ein unheimlich hilfsbereiter und fürsorglicher Mensch. Seinen Job (der ein Spoiler wäre) fand ich echt interessant. Mila hilft in einer Kanzlei aus, und es gibt 2 Fälle, die eine große Rolle im Buch spielen. Diese waren sehr aktuell und realistisch und ich fand den Blick hinter die Kulissen toll.

Besonders in mein Herz geschlossen habe ich Tix, den Bruder von Henning. Er hat Trisomie 21 und ein großes Herz, er ist sehr ehrlich, euphorisch und emotional und wurde sehr (meines Empfindens nach) authentisch dargestellt.

Ein Buch, was ich super gerne gelesen habe, nicht zuletzt wegen dem Handlungsort Hamburg und den tollen Charakteren, aber auch weil hier einige Spannung eingebaut wurde, was ich sonst bei Romance nicht so oft lese.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Hamburgliebe und tolle Charaktere

Regenglanz
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Simon möchte endlich alle Erinnerungen an seine Toxische exfreundin loswerden, und damit auch ein peinliches Tattoo. Im Tattoostudio hat jedoch nur Alissa noch einen Termin in der nächsten Zeit frei. Obwohl ...

Simon möchte endlich alle Erinnerungen an seine Toxische exfreundin loswerden, und damit auch ein peinliches Tattoo. Im Tattoostudio hat jedoch nur Alissa noch einen Termin in der nächsten Zeit frei. Obwohl Simon das ganze sehr peinlich ist, willigt er doch ein. Bei den Sitzungen lernen die beiden sich besser kennen und mögen sich direkt. Alissas Regel lautet jedoch: nichts mit Kunden anfangen.

Der Klappentext verrät zunächst nur, dass Alissa Simon als sexistisch wahrnimmt, weil dieser sich sein Tattoo eigentlich nicht von ihr Überstechen lassen möchte, weil ihm das zu peinlich ist. Dieser Teil der Geschichte ist jedoch eher kurz und danach geht es erst richtig los.

Das Setting Hamburg habe ich von Beginn an geliebt. Die Charaktere genauso 🥺 Alissa war mir direkt sympathisch und ein starker Charakter, obwohl sie es wirklich nicht leicht hat mit ihrer Family. Sämtliche Familienmitglieder von ihr haben mich oft sprachlos gemacht und zwar im negativen Sinne, jedoch fand ich ihren Umgang vor allem zum Ende hin mit dieser Situation sehr gut gelöst! Simon hat schon einiges hinter sich und ist so ein liebevoller und aufmerksamer Schatz. Seine ganze Familie besteht aus Herzensmenschen🤍 Alissas Freunde sind auch ein toller Trupp und ich bin schon auf ihre Geschichten gespannt.

Das Buch fing eher langsam an, was ich angenehm fand. Zum Ende hing ging es teils Schlag auf Schlag, was ich an manchen Stellen zu viel fand, auch wenn ich nachvollziehen konnte, warum gewisse Geschehnisse wichtig für die Handlung waren. Leider bin ich mit einigen Fragen bezüglich Simon zurückgeblieben, zb zu seiner Ex und seinem Opa. Da hatte ich mir noch mehr Einblicke gewünscht.

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Veröffentlicht am 23.09.2022

Selbstfindung im queeren Köln

we fell in love in october
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Das Buch handelt von Lisa, die genug von ihrem sexistischen Chef und ihrem konservativen Dorf in Bayern hat: kurzerhand kündigt sie und kauft sich ein Zugticket nach Köln. Dort kommt sie auf dem Sofa ...

Das Buch handelt von Lisa, die genug von ihrem sexistischen Chef und ihrem konservativen Dorf in Bayern hat: kurzerhand kündigt sie und kauft sich ein Zugticket nach Köln. Dort kommt sie auf dem Sofa in einer lieben WG unter, die Lisa den Start in der neuen Stadt erleichtert. Sie beginnt, sich zu einer Frau hingezogen zu fühlen, obwohl sie eigentlich einen Freund in der Heimat hat und benötigt außerdem einen neuen beruflichen Plan.

Mir hat die Geschichte rundherum gut gefallen! Lisa, die ihr konservative Heimat und Familie satt hat und abhaut, weil sie ihren eigenen Bedürfnissen nachgeht, hatte ich schnell in mein Herz geschlossen, ebenso wie die bunte Clique in Köln.
All die Zweifel, die Unsicherheit, manchmal Kommunikationsschwierigkeiten aus Schüchternheit, ja sogar die Fehler, haben Lisa sympathisch gemacht. Ich habe sehr mit ihr mitgefühlt. Sie verkörpert vieles: was will ich nach der Schule machen? Was, wenn der erste gewählte Weg nicht der richtige ist? Und meine Familie und Freunde nicht so unterstützend sind, wie ich es mir wünschen würde? Selbstfindung, sowohl beruflich als auch was die eigene Sexualität angeht, werden hier realitätsnah behandelt und man erhält einen Einblick in die Queere Szene Kölns. Bei aller Sympathie, waren die Charaktere teilweise sehr mit Stereotypen belegt. Die Mutter, die ihr Kind nicht loslassen kann und alles besser weiß. Lisa, die die Schule beendet hat, aber noch nie etwas von Pronomen gehört hat. Dabei möchte ich positiv erwähnen, dass sie allem neuen gegenüber sehr aufgeschlossen war und allgemein eine tolle Entwicklung durchlebt hat.
Besonders gut eingearbeitet fand ich die Problematiken, Klischees und Vorurteile innerhalb und gegenüber queren Personen. Was das angeht, ist Köln einfach der perfekte Ort, denn die Stadt ist (meist) sehr tolerant und vor allem bunt.
Der Liebesgeschichte hätte zum Ende hin etwas mehr offene Kommunikation und mehr Zeit miteinander gut getan, mit dem (inneren) Outing Prozess von Lisa war es jedoch auch so in Ordnung.
Was ich gerne noch erwähnen möchte, war die schöne Gestaltung der Innenklappe und allgemein den Köln-Vibe, den Inka sehr gut rübergebracht hat.❤️

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Trans* in der Pubertät - tolles Buch für frühe Sensibilität

George
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In dem Buch „George“ geht es um die Geschichte von Melissa: sie ist noch jung und merkt schon weit vor der Pubertät, dass sie im falschen Körper geboren wurde. Wir begleiten sie bei ihrem inneren Outing, ...

In dem Buch „George“ geht es um die Geschichte von Melissa: sie ist noch jung und merkt schon weit vor der Pubertät, dass sie im falschen Körper geboren wurde. Wir begleiten sie bei ihrem inneren Outing, aber auch beim Outing vor nahestehenden Personen und begleiten sie in ihrem Alltag.

Während ich in letzter Zeit vor allem auf Bücher gestoßen bin, in denen Trans-Protagonist*innen schön älter sind und das Verlieben als Trans-Person thematisiert wird, geht es hier um Melissa, die noch wesentlich jünger ist. Sie ist kurz vor der Pubertät und muss mit den Veränderungen am Körper klarkommen, aber vor allem mit ihren Gedanken. Vor allem, wenn man jünger ist und bisher keine Berührungspunkte mit dem Thema hatte, ist es vermutlich noch schwerer, das ganze zuzuordnen und zu akzeptieren, weil man keine Vorbilder dergleichen hat. Die Geschichte lässt sich nur so Weglesen, da sie sehr kindgerecht ist. Dennoch werden Probleme angesprochen, während gleichzeitig Hoffnung gemacht wird.

Das Buch wäre durchaus geeignet, um es in der Grundschule zu lesen oder zu behandeln - oder zu Beginn der weiterführenden Schule. Je früher Bewusstsein und Akzeptanz für das Thema bei Kindern geschaffen wird, umso selbstverständlicher wachsen sie damit auf und gehen sie damit um. Die Geschichte ist relativ kurz und einfach geschrieben, man erfährt viele Gedanken von Melissa, die Kinder schon in jungen Jahren sensibilisieren können.

Ich finde es etwas unnötig, dass der Deadname als Buchtitel verwendet wird. Dies wird wohl geändert, sodass das Buch „Melissa“ heißt, was natürlich eine gute Entwicklung ist, dennoch finde ich es bei einem solch sensiblen Thema unverständlich, dass es nicht so von Beginn an gehandhabt wurde.

Abschließend also ein tolles Buch, dass Transsexualität in jungen Jahren thematisiert. Durch die Geschichte kann man einen persönlichen Bezug schaffen, den es durch ein reines Sachbuch vielleicht eher nicht gibt. Das Buch ist geeignet für eine jüngere Zielgruppe.

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Veröffentlicht am 24.08.2022

Besser als Band 1

Alles, was du von mir weißt (Alles-Trilogie, Band 2)
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Im zweiten Band der Alles-Trilogie von Kyra Groh geht es um Polly: ihr Wunsch war es schon immer, endlich ihre Träume wahr werden zu lassen: weg von ihrer Mutter, die Spielzeug für den GV verkauft, ihr ...

Im zweiten Band der Alles-Trilogie von Kyra Groh geht es um Polly: ihr Wunsch war es schon immer, endlich ihre Träume wahr werden zu lassen: weg von ihrer Mutter, die Spielzeug für den GV verkauft, ihr Traumstudium Jura beginnen und ein unabhängiges Leben starten. Doch gar nicht so einfach, wenn sich das mit der Wohnungssuche in Köln schwierig gestaltet, die renomierte Kanzlei, in der man arbeitet, toxisch ist und man sich selbst schon sein Leben lang Kommentare zum eigenen Körper anhören muss.



Band 1 fand ich gut, aber nicht so überragend wie viele andere. Umso gespannter war ich daher auf diesen zweiten Teil. Mit Kyras Schreibstil und vor allem ihrem Humor komme ich immer besser klar, aber ich fürchte, die dicksten Freunde werden wir 2 wohl nicht mehr... leider. Dennoch habe ich das Buch sehr gemocht, mehr als den ersten Band. Der erste Pluspunkt war wohl das Setting: Köln, meine Herzensstadt.

Polly hatte es noch nie einfach: schon seit sie klein ist, musste sie viel für sich selbst sorgen. Von Liebe und Bestätigung von ihrer Mutter konnte sie nur träumen: diese hat Polly lediglich daran erinnert, bloß nicht so viel zu essen und auf ihre Figur zu achten. Dies und die Kommentare aus ihrem erweiterten Umfeld, aber auch besonders die fiese kleine Stimme in ihrem Kopf, verunsichern Polly seither. Als sie in einer hoch angesehenen Kanzlei zu arbeiten beginnt, nimmt das Body-Shaming leider erst richtig an Fahrt auf.

Im Verlaufe des Buches werden die verheereden Folgen von unbeabsichtigtem, aber vor allem beabsichtigten verbalen (und nonverbalen) Übergriffen bezüglich des Körpers und seiner Form deutlich. Body-Shaming kann in 2 Richtungen gehen - nicht nur in eine! Egal wie schwer es ist, fast immer gibt es eine Möglichkeit, sich zu wehren und diese sollte man nutzen. Egal von wem oder wo - so etwas sollte sich keiner gefallen lassen (müssen)! Das Thema wurde sehr gut dargestellt.



Jonas war ein absoluter Good-Boy, der dennoch hier und da seine Aussetzer hatte und mehr eckig als rund war, was ihn sehr real hat wirken lassen.

Polly habe ich sehr für ihre Stärke bewundert, immer weiterzumachen. Vielmehr habe ich sie jedoch dafür bewundert, Schwäche zuzulassen und ihre Probleme offen zu kommunizieren.

Die Clique rund um die 3 Mädels war wieder wundervoll und nun bin ich gespannt, Anouks Geschichte zu erfahren.



Eine gelungene Friends-to-Lovers- Geschichte mit dem Schwerpunkt Body-Shaming, in der moralisch vielleicht nicht alles vertretbar war, die sich dafür aber umso echter angefühlt hat.

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