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Veröffentlicht am 29.12.2020

Tod als Kunstwerk

Die Totenkünstlerin
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Der Prolog geht schon mal unter die Haut, denn da erlebt man, wie die Totenkünstlerin arbeitet. Leonie Haubrich kommt hier ohne viel Blut oder Brutalität aus, subtile Andeutungen reichen schon aus, dass ...

Der Prolog geht schon mal unter die Haut, denn da erlebt man, wie die Totenkünstlerin arbeitet. Leonie Haubrich kommt hier ohne viel Blut oder Brutalität aus, subtile Andeutungen reichen schon aus, dass man eine Gänsehaut bekommt und die Spannung so aufgebaut wird, dass man einfach weiterlesen muss.

Dann wird es etwas ruhiger. Man lernt die Protagonistin Ellen kennen. Bei mir scheint gerade alles in die Brüche zu gehen und sie sucht nach einem Neuanfang. Hier kann man nicht so wirklich einen Bezug zum Klappentext herstellen. Das war ein bisschen schade, allerdings entwickelt sich so die Geschichte auch in eine Richtung, die man erstmal nicht erwartet. Außerdem hat man etwas Luft zum Durchatmen, auch wenn es hier immer wieder Momente gibt, bei denen man aus Reflex die Luft anhält.

Das liegt vor allem daran, dass Ellen einige Dinge tut, die ich als naiv bezeichnen würde. Irgendwie wurde ich mit ihr nicht warm, denn ihre Entscheidungen und Handlungen sind nicht immer gut begründet. Das hat mich ein bisschen genervt.

Nichtsdestotrotz hat es mir gut gefallen, gemeinsam mit ihr auf Spurensuche in ihrer Vergangenheit zu gehen. Auch hier bleibt es zunächst unaufgeregt. Wer Thriller mag, in denen es nicht auf die Menge des Blutes ankommt, sondern eher auf subtile Gänsehaut-Momente, der ist hier richtig.

Vor allem wenn es auf das Ende zu geht, kann man das Buch meiner Meinung nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe den Schluss auf jeden Fall nicht kommen sehen und wurde richtig überrascht. Es wird nochmal richtig rasant und spannend - super!

Insgesamt wurde ich gut unterhalten und es war mal etwas anderes. Die Totenkünstlerin hätte aber für meinen Geschmack noch etwas mehr im Mittelpunkt stehen können. Sie kommt dann im Vergleich zu Ellen doch etwas zu kurz.

Von mir gibt es 4 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2020

Leider nicht meins...

Abaton (Band 1)
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Das Klappentext hat mich neugierig gemacht und weil ich schon lange kein Jugendbuch mehr gelesen habe, hat das Buch gepasst.
Den Anfang fand ich schon spannend, denn im Prolog befindet man sich in Berlin ...

Das Klappentext hat mich neugierig gemacht und weil ich schon lange kein Jugendbuch mehr gelesen habe, hat das Buch gepasst.
Den Anfang fand ich schon spannend, denn im Prolog befindet man sich in Berlin zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und einem Bombenangriff.
Der Bruch in die Gegenwart ist dann zwar hart, aber man wartet natürlich darauf, dass der historische Hintergrund wieder aufgegriffen wird.
Dann geht es aber nur sehr zäh vorwärts. Ich kam irgendwie nicht in die Geschichte hinein. Es entstehen immer mehr Fragen, von denen aber nur wenige bis keine beantwortet werden.
Außerdem ging es mir dann auch etwas zu sehr in die phantastische Richtung - oder ich habe es falsch verstanden.
Jedenfalls denke ich nicht, dass ich die Reihe weiter verfolgen werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2020

Spannend!

Die schwarze Dame
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Auf den ersten Blick scheint der Auftrag für Peter Hogart, einem Privatermittler, ganz einfach zu sein: Fahr nach Prag und finde eine verschwundene Frau, die für eine Versicherung Nachforschungen angestellt ...

Auf den ersten Blick scheint der Auftrag für Peter Hogart, einem Privatermittler, ganz einfach zu sein: Fahr nach Prag und finde eine verschwundene Frau, die für eine Versicherung Nachforschungen angestellt hat.

Natürlich bleibt es dabei nicht. Der Autor entführt den Leser zusammen mit seinem Protagonisten recht schnell auf die dunklere Seite von Prag, die man als Tourist nicht mitbekommt. Die Unterwelt und ihre Gestalten unterscheiden sich nicht viel von denen, die man aus anderen Büchern kennt, außer dass mir vor allem der Boss sogar ein bisschen sympathisch herüber kam... Das fand ich sehr spannend - aber ich habe mich auch über mich selbst gewundert.

Überhaupt schafft es Andreas Gruber, nicht nur seinen Protagonisten, sondern auch den Leser vor die Entscheidung zu stellen, was jetzt richtig oder falsch ist. Es ist nicht alles schwarz oder weiß, was mir richtig gut gefallen hat. Es hat dem Thriller Tiefe verliehen, die man hier nicht unbedingt erwartet hätte, den Inhalt aber dadurch noch intensiver machen.

Denn wie im Klappentext angedeutet, ist der Auftrag für Peter Hogart nicht mal eben schnell erledigt. Er selbst scheint ins Visier eines Unbekannten zu geraten und dann treibt auch noch ein Mörder in der goldenen Stadt sein Unwesen. Durch Zufall trifft Hogart auf Ivona, die auf der Suche nach eben diese Mörder ist und von diesem Moment an arbeiten sie zusammen.

Die Beiden scheinen auf den ersten Blick nicht so viel gemeinsam zu haben, geben aber ein gutes Team ab. Die Beziehung der zwei zueinander war glaubwürdig, ohne dass sie zu viel Raum von der eigentlichen Geschichte einnahm. Das war gelungen.

Es geht brutal zu, aber die Gewalt wird nicht zu extrem ausformuliert, sodass es für mich genau richtig war.

Das Ende hat dann dafür gesorgt, dass mir der Mund offen stehen geblieben ist. Es gab zwar Hinweise, diese habe ich aber während des Lesens falsch gedeutet. So wurde ich richtig überrascht, als sich die Handlung in einer Art Finale am Ende nochmal gesteigert hat. Super!

Ich hatte beim Lesen Spaß und wurde gut unterhalten. Es gibt nichts zu meckern, das war sicher nicht mein letzter Thriller von Andreas Gruber und Peter Hogart werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen.

Von mir gibt es 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2020

Spannender Auftakt

Amissa. Die Verlorenen
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Rica und Jan Kantzius hat man schon kurz kennengelernt, wenn man "Das Fundstück" gelesen hat. Schon dort war mir das Pärchen sehr sympathisch, deshalb habe ich mich gefreut, sie jetzt in der Rolle der ...

Rica und Jan Kantzius hat man schon kurz kennengelernt, wenn man "Das Fundstück" gelesen hat. Schon dort war mir das Pärchen sehr sympathisch, deshalb habe ich mich gefreut, sie jetzt in der Rolle der Protagonisten zu sehen.

Das Buch steigt auch gleich rasant ein: Ein überfahrenes Mädchen auf der Autobahn, mit einem zerknüllten Zettel in der Hand und mysteriösen letzten Worten. Zufällig werden Jan und Rica Zeugen und auch wenn sie keinen offiziellen Auftrag bekommen, möchten sie der Sache nachgehen.

Von Anfang an hat mich die Geschichte gefesselt. Es war spannend, die verschiedenen Spuren zu verfolgen, immer neue Hinweise zu erhalten und tiefer in die düsteren Machenschaften mit verschwundenen Mädchen einzutauchen.

Aber für schwache Nerven ist das Buch nichts. Auch wenn der Autor weitgehend darauf verzichtet, zu brutal zu schreiben oder Szenen detailliert zu schildert - was ich sehr gut finde - schafft er es, dass das eigene Kopfkino permanent mitläuft. Da reichen auch Andeutungen, damit sich beim Lesen der Magen leicht hebt.

Interessant war auch die Rolle von Amissa, einer Organisation, die hilft, verschwundene Personen aufzuspüren und für die Rica arbeitet. Es ist eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen, wie auch in diesem Fall deutlich wird.

Die Beiden zusammen geben auf jeden Fall ein unschlagbares Team ab, das sich in den Fall regelrecht verbeißt und dabei auch vor einigen Gesetzesüberscheitungen nicht zurückschreckt. Dadurch, dass sie keine Polizisten sind, haben sie hier deutlich mehr Freiheiten, was dem Ganzen nochmal eine eigene Dynamik gibt.

Auf jeden Fall kann man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe es innerhalb weniger Tage verschlungen. Das Ende ist eine Mischung aus abgeschlossen und offen. Zwar wird einiges aufgeklärt, dadurch werden aber weitere Fragen aufgeworfen, die hoffentlich in den nächsten zwei Teilen der Trilogie beantwortet werden. Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten!

Von mir gibt es 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2020

Spannend, aber sehr brutal

Der Heimweg
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In diesem Thriller greift Fitzek ein Thema auf, dass eine sehr gute und wichtige Sache ist, im Alltag aber meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, das Heimwegtelefon. Wenn man abends nach ...

In diesem Thriller greift Fitzek ein Thema auf, dass eine sehr gute und wichtige Sache ist, im Alltag aber meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, das Heimwegtelefon. Wenn man abends nach Hause geht und sich unwohl fühlt, kann man dort anrufen und wird telefonisch begleitet. Natürlich bietet das Stoff für einen guten Thriller, auch wenn man hofft, dass es in der Realität nicht so weit kommt.

Die Geschichte beginnt mit Jules, der eigentlich nur als Vertretung für seinen Freund einspringt und das Heimwegtelefon übernimmt - und damit auch einen Anruf, der ihn die ganze Nacht beschäftigen wird, nämlich den von Klara.

Das Buch ist wirklich unglaublich spannend. Dadurch, dass Jules und Klara nur telefonisch miteinander reden, ist zwischen ihnen eine gewisse Distanz, trotzdem ist die Interaktion unglaublich hoch und man merkt, dass die beiden miteinander verbunden sind.

Was Klara erlebt hat bzw. erlebt, ist nichts für schwache Nerven. Und hier muss ich Fitzek auch kritisieren: Für mich war die Darstellung von (sexueller) Gewalt zu viel, zu detailliert und wurde zu sehr in die Länge gezogen. Hier ist weniger mehr. Ich habe mich stellenweise richtig geekelt und musste mich zum weiterlesen zwingen. Ohne diese Masse an Szenen wäre das Buch nicht weniger spannend, allerdings erträglicher gewesen.

Abgesehen davon ist die Geschichte aber wirklich spannend. Es gibt überraschende Wendungen, mit denen man so nicht rechnet und es kommen immer wieder neue Personen dazu, die eine neuen Aspekt in den Plot hineinbringen. Trotzdem bleiben Jules und Klara im Mittelpunkt und man wartet nur darauf, dass sich ihre Wege nicht nur telefonisch kreuzen.

Das Ende war dann auch eine Überraschung und ich muss gestehen, dass es mir hier zu schnell ging. Bis kurz vor Schluss gibt es noch so viele offene Fragen, die aber dann nur relativ kurz und knapp beantwortet werden. Ich habe nochmal zurückgeblättert, weil ich dachte, ich hätte etwas überlesen - aber das war nicht so. Nichtsdestotrotz hat das Ende gepasst.

Alles in allem hat mir dieser Fitzek sehr gut gefallen und ich habe ihn auch schnell verschlungen. Einzig die sehr detaillierte Gewalt hätte für mich nicht sein müssen und hat mir etwas den Lesegenuss genommen. Deswegen gibt es von mir 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere