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Veröffentlicht am 16.05.2021

Mörderisches Abenteuer

Mord auf Martinique
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Mord auf Martinique ist mein erster Krimi von Luc Winger. Da es immer abgeschlossene Fälle sind, konnte ich mich gut in die Geschichte reinlesen.

Lucie Girard, eigentlich Commissaire in Saint Tropez, ...

Mord auf Martinique ist mein erster Krimi von Luc Winger. Da es immer abgeschlossene Fälle sind, konnte ich mich gut in die Geschichte reinlesen.

Lucie Girard, eigentlich Commissaire in Saint Tropez, und ihr Mann Patric wollen jetzt ihre um 1 Jahr verschobenen Flitterwochen nachholen. Mit ihrer kleinen Tochter Aude reisen sie dafür auf die Karibikinsel Martinique. Bereits bei der Ankunft empfängt sie ein tropisches heißes Klima. Es ist Oktober und immer noch Regenzeit. Auf der Fahrt zum Hotel bleiben sie unglücklicherweise im Schlamm stecken und Lucie ergreift die Initiative und hält ein Auto an. Durch Zufall lernen sie Fabrice, seine Frau Angelique und die kleine Sophie kennen. Der vermeintlich glückliche Zufall und die neue Urlaubsbekanntschaft, die auch noch im selben Hotel wohnen, erweisen sich bereits nach einigen Tage eher als Alptraum. Als ein Toter gefunden wird und Patric unter Mordverdacht steht, wird Lucie wieder zur professionellen Ermittlerin. Commissaire Aron von der einheimischen Polizei lehnt anfangs eine Zusammenarbeit mit Lucie ab. Doch schnell kann ihn Lucie mit ihren Fähigkeiten, Taten und vorausschauenden Denken beeindrucken und gemeinsam können sie den Mord lösen.

Die Krimis von Luc Winger spielen alle in den 70’er Jahren zur Zeit des Nahostkonfliktes. Der Jom-Kippur-Krieg löste die 1973 die Ölkrise aus. Diese Ereignisse spielen auch hier eine Rolle.

Bei den Beschreibungen der Insel und der Handlungsorte, mit dem drückend heißen Klima, dem türkisblauen Wasser, der tropischen Vegetation und den unbekannten Vogellauten, könnte man wirklich an einen wundervollen Urlaubsort denken. Doch auch hier wird gemordet.

Für mich war es ein guter flüssig geschriebener Kriminalroman, mit authentischen Protagonisten und einer nachvollziehbaren Aufklärung des Falles. Dem Leser wurde gleich ein kleiner Französischkurs mitgeliefert, wer es mag.

Das Cover ist sehr schön gestaltet. Der Ort Les Anses–d‘Arlet ist wunderbar von den sattgrünen Hügeln und dem türkisblauen Wasser eingerahmt. Macht direkt Lust auf Urlaub.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2021

Vielversprechender Küstenkrimi

Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee, Küstenkrimi 1)
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In der Flensburger Förde auf der Halbinsel Holnis wird am Strand eine Leiche gefunden. Die Hauptprotagonisten und Ermittler Ina Drews und Jörn Appel, die ein neues Team der Flensburger Mordkommission bilden, ...

In der Flensburger Förde auf der Halbinsel Holnis wird am Strand eine Leiche gefunden. Die Hauptprotagonisten und Ermittler Ina Drews und Jörn Appel, die ein neues Team der Flensburger Mordkommission bilden, werden an ihrem ersten Arbeitstag mit dem Fall beauftragt. Beide kennen sich aus vergangenen Zeiten. Nach anfänglichen zwischenmenschlichen Schwierigkeiten werden sie mehr und mehr ein eingespieltes Team. Anfangs scheinen sie bei der Ermittlung schnell voran zu kommen, doch je mehr sie in diesen Fall eintauchen, desto verstrickter und verwirrter wird er.

Der Autor hat einen amüsanten flüssigen Schreibstil, der einen sofort in die Handlungen entführt und nicht mehr so schnell loslässt. Die empathische Ina habe ich sofort ins Herz geschlossen und auch Jörn bekommt im Laufe der Geschichte meine ganze Sympathie.

Ein guter und solider Krimi mit klarer Kaufempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2021

Spannender deutsch-deutscher Thriller

Blütengrab
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Mecklenburg-Vorpommern 4 Jahre nach der Wende, Tristesse wo man hinsieht, Einwohner mit teils anderen Ideologien und vorherrschende Perspektivlosigkeit. In der kleinen Ortschaft Wussnitz wird im Wald eine ...

Mecklenburg-Vorpommern 4 Jahre nach der Wende, Tristesse wo man hinsieht, Einwohner mit teils anderen Ideologien und vorherrschende Perspektivlosigkeit. In der kleinen Ortschaft Wussnitz wird im Wald eine schwer misshandelte Kinderleiche gefunden. Aufgebahrt auf weißen Blütenblättern und der Körper übersät mit Runenzeichen. Die ortsansässige Kommissarin Ulrike Bandow wird mit der Leitung der Ermittlungen betraut. Ihr wird ein neuer Kollege aus Kiel an die Seite gestellt, Ingo Larssen. Aus privaten Gründen hat er sich in diese Einöde versetzen lassen. Auch Ulrike Bandow hat mit ihren privaten Problemen zu kämpfen. Ihr Bruder wird immer mehr in die rechte Szene gezogen und scheint ihr zu entgleiten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird im Laufe der Ermittlungen die Zusammenarbeit des Ost-West Duos immer besser. Larssens erster Eindruck, dass es sich bei dem Fall um einen Serienmörder handeln muss, stößt anfangs auf Unverständnis. Doch nach nach werden hier noch ganz andere kriminelle Handlungen aufgedeckt, die weit in die DDR-Vergangenheit zurückreichen.

Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig und langatmig. Trotzdem eine gut erzählte Geschichte mit spannenden Sequenzen und Wendungen.

Das Cover finde ich mit der Haptik der Zweige richtig toll, sehr gelungen auch in Bezug auf den Inhalt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.04.2021

Gemeinsam statt einsam

Warten auf Eliza
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Oxford. Seit dem Tod ihres Mannes Michael, ehemals ein renommierter Literaturprofessor, fühlt sich die über siebzigjährige Ada sehr einsam. Auch technischen Neuerungen in ihrem Supermarkt steht sie sehr ...

Oxford. Seit dem Tod ihres Mannes Michael, ehemals ein renommierter Literaturprofessor, fühlt sich die über siebzigjährige Ada sehr einsam. Auch technischen Neuerungen in ihrem Supermarkt steht sie sehr hilflos gegenüber. Um nicht ganz von der Welt vergessen zu werden, muss sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen und gründet unmittelbar ein Start-up Unternehmen. Als Eliza, eine fünfundzwanzigjährige Doktorandin, die gerade an der Universität ihre Promotion in italienischer Literaturwissenschaft begonnen hat, ins Haus gegenüber einzieht, gewinnt Adas Leben wieder an Bedeutung. Eliza leidet noch sehr unter der Trennung von ihrer Ex-Freundin und fühlt sich sehr einsam. Sie ist auf der Suche nach ihrem eigenen Weg und einem lieben Menschen, der ihre innere Leere ausfüllt. Als eines abends Eliza an Adas Tür klopft, beginnt für die beiden Frauen eine ganz ungewöhnliche Freundschaft und trotz ihres Altersunterschieds entdecken sie eine gewisse Seelenverwandschaft

Die Geschichte wird anfangs abwechselnd aus der Sicht von Ada und Eliza erzählt und befasst sich mit den Problemen, der Orientierung und der Einsamkeit der beiden Frauen. Bis zum neunten Kapitel bin ich etwas schwer in die Geschichte gestartet. Dann hat die gemeinsame Geschichte der beiden Protagonistinnen an Fahrt aufgenommen. Es war sehr schön zu lesen, wie die beiden unterschiedlichen Charaktere sich angenähert und gegenseitig unterstützt haben. Sehr herzerwärmend.

Das Cover ist schön gestaltet und vermittelt eine Leichtigkeit, die ich in dem Buch erst am Schluss so richtig entdecken kann.

Der Schreibstil ist gut, bis auf einige Fremdwörter, die ich doch tatsächlich nachschlagen musste.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2021

Emotionale Liebesgeschichte

Sommer der blauen Wünsche
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Carlin hält es mit ihrer psychisch kranken Mutter nicht mehr aus und flieht zu ihrer Oma nach Schottland, in das kleine Küstenstädtchen Caladale. Hier, in der Einsamkeit und Weite der schottischen Highlands ...

Carlin hält es mit ihrer psychisch kranken Mutter nicht mehr aus und flieht zu ihrer Oma nach Schottland, in das kleine Küstenstädtchen Caladale. Hier, in der Einsamkeit und Weite der schottischen Highlands mit seinen immergrünen Weiden, kann sie endlich durchatmen und frei sein. Kurz nach ihrer Ankunft lernt sie Arran Mackay kennen, der Sohn des Lords, dem die Ländereien rund um Caladale gehören. Arran, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, versucht seinen Frust über sein Dasein in Alkohol zu ertränken. Trotz allem fühlt sich Carlin sofort zu ihm hingezogen und trotzt seiner eher ruppigen, abweisenden Art. Als sie erfährt, dass der Lord seine Ländereinen an einen norwegischen Investor verkaufen will, ist Carlin entsetzt, dass Arran nichts dagegen unternehmen will. Sie versucht ihm begreiflich zu machen, dass es sich lohnt für ein Land mit seinen jahrhundertealten Traditionen und für die Gemeinschaft zu kämpfen. Es ist auch ein Kampf um ihre eigene Liebe.

Katinka Kultscher, die die Geschichte aus Sicht von Carlin erzählt, passt wunderbar zum Charakter von Carlin, jung und zart. Es macht Spaß den Handlungen zu lauschen.

Durch die Landschaftsbeschreibungen der Highlands, mit ihren Weiten, den Klippen und dem Meer habe ich mich direkt auf eine akustische Schottlandreise begeben.

Jeder einzelne Charakter ist gut ausgearbeitet und wurde vielschichtig dargestellt. Der Hörer bekommt einen guten Eindruck über das Land, seine Mythen, seine eigensinnigen Bewohner, Feindschaft zwischen den Clans und den jahrhundertealten Traditionen.

Eine schöne tiefgründige Liebesgeschichte von zwei jungen Menschen, die sich gegenseitig unterstützen mit ihrer ganz eigenen Biografie zurecht zu kommen. In der Geschichte wurde auch wieder deutlich, dass man gemeinschaftlich mehr erreichen kann und es sich lohnt dafür zu kämpfen.

Das CD-Cover finde ich sehr schön, doch 3 Schrifttypen und die unterschiedlichen Größen überlagern das Bild und macht es sehr unruhig.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere