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Veröffentlicht am 14.11.2025

Spooky, nein danke

Spookily Yours
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Wenn der Herbst beginnt, bin ich bereit für herzwärmende, leichte Buchkost- herbstlich soll es sein, mit einem kleinen Touch Fantasy, einer Tonne an Kürbissen und am liebsten Hexen. Das alles verspricht ...

Wenn der Herbst beginnt, bin ich bereit für herzwärmende, leichte Buchkost- herbstlich soll es sein, mit einem kleinen Touch Fantasy, einer Tonne an Kürbissen und am liebsten Hexen. Das alles verspricht dieses Buch, zusammen mit einem Dämon, Katzen und einem alles belastenden Fluch. Klingt gut, sagt ihr? Das dachte ich auch, wurde aber leider schnell eines besseren belehrt.

Ja, die Autorin hat das alles in ihren Roman reingepackt: Willow lebt mehr oder weniger zufrieden in ihrem kleinen Hexendorf, bis sie sich eines Tages einen neuen Kater ins Haus holt und schnell feststellt, dass es sich bei dem Tier um den verfluchten Dämon Damien handelt. Um ihn zu retten, sucht sie nach einer Methode, den Fluch aufzuheben und ihn zu befreien.

Mit diesem Setting hätte man das ganze Buch füllen können und eine cosy Herbstgeschichte drum rum stricken können. Stattdessen wird diese Quest schon im ersten Drittel des Buches abgehandelt, danach geht es nur noch um die unsterbliche Liebe (und eigentlich doch eher Lust) der beiden zueinander.

Das Buch driftet in die Belanglosigkeit ab, alles was es spannend gestalten könnte (Jahrhunderte Altersunterschied, Dämonen und Hexen sind verfeindet,...) werden in Nebensätzen abgehandelt, damit es schnell wieder zum Knick-knack übergehen kann.. Am schlimmsten ist aber dieses Heilwe Welt-Ende, das die Autorin konstruiert denn SPOILER man kann ja nur wirklich glücklich werden als Frau, wenn man verheiratet und Mutter geworden ist, sein eigenes Geschäft aufgegeben hat und von der Wohlätigkeit seines reichen Ehemannes abhängig ist.

Nein danke für dieses Szenario aus dem letzten Jahrhundert!

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Eine Idee allein reicht nicht aus

The Deathless One
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Wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man gar nichts sagen. Würde ich diesen Leitsatz berücksichtigen, fiele meine Rezension sehr, sehr kurz aus. Dabei hatte ich mir so viel von diesem Reihenauftakt ...

Wenn man nichts nettes zu sagen hat, sollte man gar nichts sagen. Würde ich diesen Leitsatz berücksichtigen, fiele meine Rezension sehr, sehr kurz aus. Dabei hatte ich mir so viel von diesem Reihenauftakt versprochen!

Prinzessin Jessamine sieht ihrer Hochzeit entgegen. Dabei würde sie viel lieber weiter an der Ursache für die geheimnisvolle Seuche forschen, die ihr Königreich zu zerstören droht. Hätte sie sich mal lieber mit dem Mann auseinandergesetzt, den sie heiraten soll. Denn der hat nichts beseres zu tun, als kurz vor dem Ja-Wort sie und ihre gesamte Familie, sowie ihren Hofstaat umzubringen und das Königreich zu übernehmen. Zu ihrem Glück entdeckt der letzte verbliebene, wenn auch verbannte Gott, der Todlose, sie in seinem Zwischenreich und verschafft ihr ein zweites Leben (nicht ohne Hintergedanken, natürlich).

Man sollte annehmen, dass sie dieses zweite Leben nutzt, um blutige Rache an den Verrätern zu nehmen, ihr Königreich zurückzuerobern oder ihrem Lebensziel, der Heilung der Seuche, zu folgen. Stattdessen tut Jessamine...ja, was eigentlich?

Es fällt mir wirklich schwer, die Handlung des Buches zusammenzufassen, denn es passiert einfach so unfassbar wenig, obwohl so viele Worte verwendet werden. Und auch die Figuren erhalten lediglich die Tiefe eines Bleistiftstriches- also gar keine. Jessamine: blass und antriebslos (außer wenn es um den Körper des Todlosen geht). Sämtliche Nebenfiguren: da, wenn sie mal eben gebraucht werden, ansonsten unsichtbar. Nur der Todlose bekommt ein wenig Tiefe und hat mir geholfen, diesen Abklatsch von einem Roman durchzustehen.

Die Erzählung wirft so einiges an Fragen auf, manche unwichtig, andere scheinbar wichtig (zumindest für den Leser). Die Autorin aber stürzt sich lieber auf alles Nebensächliche und lässt die für eine (nichtvorhandene) Handlung wichtigen Fragen vollkommen außer Acht.

Ich weiß, es ist ein Reihenauftakt. Da kommt bestimmt noch mehr. Aber allein dieser Gedanke, dieses Nichts von Erzählstil noch weitere zwei Bücher durchstehen zu müssen, bereitet mir Albträume.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Absolute Enttäuschung

Vorsehung
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Liane Moriarty hat ganz fantastische Ideen für ihre Romane und ein Händchen dafür, ihre Figuren in Handlungen und Verbindungen zu verstricken und damit die Spannung hochzuhalten. Dabei spricht sie sehr ...

Liane Moriarty hat ganz fantastische Ideen für ihre Romane und ein Händchen dafür, ihre Figuren in Handlungen und Verbindungen zu verstricken und damit die Spannung hochzuhalten. Dabei spricht sie sehr oft aktuelle Themen an. Nebenbei spielen ihre Geschichten meist in Australien, dem Land bin ich außerhalb ihrer Bücher nie näher gekommen. Danke dafür!

Aber was genau war das hier?! Als hätte der Coverdesigner schon zum Ausdruck bringen wollen, wie enttäuscht er vom Inhalt ist, verströmt das Cover 90er-Vibes und macht null komma null Lust darauf.

Und auch wenn der Klappentext eigentlich vielversprechend ist (auf einem Flug nach Sidney verteilt eine geheimnisvolle Dame Sterbeprognosen an alle Passagiere; die rätseln daraufhin, wie wahrscheinlich die Vorhersagen eintreten werden), schafft es die Autorin, sich vollkommen zu verstricken. Zu viele Figuren, zu viele Nebenhandlungen und Lebensläufe, die sie einstrickt. Dazu eine Hauptfigur, die zu schmale Schultern hat, um das ganze Gerüst auf ihnen zu tragen.

Ich hätte es niemals gedacht, dass Liane Moriarty das mal schafft, aber ich bin komplett enttäuscht.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Andeutungsweise okay

Faebound
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Kennt ihr das, wenn ein Buch auf Zwang versucht, durch geheimnisvolle Andeutungen und Prophezeiungen Spannung zu erzeugen, ohne zu einem befriedigenden Schluss zu kommen? Genau so ein Buch ist dieses hier.

Saara ...

Kennt ihr das, wenn ein Buch auf Zwang versucht, durch geheimnisvolle Andeutungen und Prophezeiungen Spannung zu erzeugen, ohne zu einem befriedigenden Schluss zu kommen? Genau so ein Buch ist dieses hier.

Saara El-Arifi hat sich wirklich viel Mühe gegeben, eine Welt fesselnde aufzubauen, in der verschiedene Elfenvölker im Krieg miteinander sind. Die Fae und Menschen haben sich bereits gegenseitig vom Angesicht der Erde gefegt- zumindest glauben das alle. Bis Kommandantin Yeeran verbannt wird und im Exil, begleitet von ihrer Schwester Lettle und ihrem Oberst Rayan, plötzlich einer Gruppe Fae gegenübersteht. Die entführen die drei in ihr unterirdisches Land, wo sie nicht gerade freundlicha ufgenommen werden.

Diese Geschichte hat eigentlich viele interessante Aspekte zu bieten: vielversprechende Prophezeiungen, magische tierische Gefährten, kriegerische Magie und uralte Fehden. Und trotzdem schafft die Autorin es nicht, ihr Potential zu nutzen. Liegt es daran, dass dies erst der Auftakt einer Trilogie ist und sie sich noch Stoff für die zwei folgenden Bände aufheben will? Oder doch an kreativen Differenzen?

Der Weltenbau ist nicht ganz durchdacht und weist so einige Logiklöcher auf. Die Erzählung hat so einige lose Fäden, die entweder eher lustlos zu einem unbefriedigenden Ende geführt oder im leeren raum hängen gelassen wurden.

Am enttäuschendsten sind aber die Figuren und die Emotionen, die mich als Lesende einfach nicht erreicht haben. Wo bleibt die Leidenschaft und Romantik, die mir versprochen wurde? Wo die Intelligenz und Schläue, die die Figuren zu den herausragenden Persönlichkeiten machen, die sie eigentlich darstellen sollen?

Das Buch sieht rein optisch wirklich großartig aus, kann sein Versprechen aber einfach nicht halten.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Viele Teile fehlen

Die Summe unserer Teile
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Dieses Buch verspricht so viel und hält leider sehr wenig davon.

Es geht um drei Generationen einer Familie- der Großmutter, die aus Polen flieht um im Libanon eine erfolgreiche Chemikerin zu werden; ...

Dieses Buch verspricht so viel und hält leider sehr wenig davon.

Es geht um drei Generationen einer Familie- der Großmutter, die aus Polen flieht um im Libanon eine erfolgreiche Chemikerin zu werden; die Mutter, die sich in München ein Leben als erfolgreiche Medizinerin aufzubauen, mit dem sie nicht glücklich wird und die Tochter, die vor der einengenden Beziehung zu ihrer Mutter nach Berlin flieht und dort als Informatikerin Fuß fassen will.

Man könnte jetzt meinen, dies wäre eine grobe Zusammenfassung der ersten Kapitel. Leider stellt es mehr oder weniger den ganzen Inhalt des Romans dar. Als "Die Summe unserer Teile" hätte ich eigentlich tiefere Einblicke in die Vergangenheit und Gefühlswelt dieser drei Frauen erhofft. Begründungen dafür, warum sie zu den Frauen wurden, die sie heute sind.

Doch irgendwie bleibt die Erzählung sehr oberflächlich, man krazt an der blanken Außenfassade der Figuren, ohne tiefer zu dringen und die Geheimnisse, die aufgedeckt werden, werden leider kaum angerissen.

Damit bleibt das Buch wie eine hohle Hülle zurück, durch deren fehlende Puzzleteilchen man einen Blick ins leere Innere werfen kann.

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