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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.07.2025

Die Kraft der Musik

Durch das Raue zu den Sternen
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Durch das Raue zu den Sternen“ von Christopher Kloeble erzählt die Geschichte von Moll, einem 13-jährigen Mädchen, das mit dem plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter ringt. Sie weigert sich, die Wahrheit ...

Durch das Raue zu den Sternen“ von Christopher Kloeble erzählt die Geschichte von Moll, einem 13-jährigen Mädchen, das mit dem plötzlichen Verschwinden ihrer Mutter ringt. Sie weigert sich, die Wahrheit ganz zuzulassen, und hält an der Hoffnung fest, ihre Mutter könnte auf irgendeine Weise zurückkommen – vielleicht durch die Kraft der Musik.

Moll bewirbt sich bei einem Knabenchor, obwohl sie dort als Mädchen eigentlich nichts verloren hat. Was zunächst wie ein kindlicher Trotz wirkt, wird schnell zu einer Suche nach Zugehörigkeit, Halt und Sinn. Der Chor wird für sie ein Ort der Herausforderung, aber auch des Wachstums.

Der Roman begleitet Moll auf einem stillen, oft wütenden, manchmal zärtlichen Weg durch Verlust, Erinnerung, Verdrängung und Selbstbehauptung.

Kein einfaches Buch – weder vom Thema noch von der Sprache her. Es verlangt Aufmerksamkeit und Mitdenken, weil vieles nicht direkt gesagt wird. Aber genau das macht es besonders. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer intensiven und sehr feinfühligen Geschichte belohnt, die lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Ein Lese-Genuss

Kaffee mit Käuzchen
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Was für ein Genuss!

Es gibt Bücher, die liest man nicht nur – man erlebt sie.
„Kaffee mit Käuzchen“ von Franziska Jebens ist so ein Buch. Als ich die letzte Seite umgeschlagen habe, war ich ganz beseelt. ...

Was für ein Genuss!

Es gibt Bücher, die liest man nicht nur – man erlebt sie.
„Kaffee mit Käuzchen“ von Franziska Jebens ist so ein Buch. Als ich die letzte Seite umgeschlagen habe, war ich ganz beseelt. Dieses wohlig-zufriedene Gefühl, als wäre man selbst für eine Weile im Wald gewesen – mitten im Leben, ganz bei sich.

Franziska erzählt in dem Buch, wie sie und ihr Mann Carsten zu einem alten Haus mitten im Wald fanden – und wie daraus ein echtes Zuhause wurde. Eine Geschichte über das Ankommen, das Loslassen und das Glück in den kleinen Dingen.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Poetisch und schmerzlich schön

Perlen
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„Perlen“ von Siân Hughes ist ein stilles und doch kraftvolles Buch, das mich tief berührt hat.
In zarten, poetischen Bildern erzählt die Autorin die Geschichte von Marianne, deren Mutter eines Tages spurlos ...

„Perlen“ von Siân Hughes ist ein stilles und doch kraftvolles Buch, das mich tief berührt hat.
In zarten, poetischen Bildern erzählt die Autorin die Geschichte von Marianne, deren Mutter eines Tages spurlos verschwindet. Der Roman begleitet Marianne auf ihrem Weg durchs Leben – durch Verlust, Trauer und die Suche nach einem Platz in der Welt. Dabei geht es weniger um das Finden eindeutiger Antworten als um das Verstehen der eigenen Gefühle und Erinnerungen.
Die Autorin schafft es meisterhaft, schwere Themen mit Leichtigkeit und Wärme zu erzählen. „Perlen“ ist ein bewegender Roman über Kindheit, Verlust und Hoffnung – und ein stiller Schatz für alle, die Geschichten lieben, die lange nachklingen.

Die Lektüre wurde 2023 auf die Longlist des Booker Prize gesetzt und 2024 für den Authors’ Club Best First Novel Award nominiert.

Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Ein Buch, das Sehnsucht macht

Über den Wolken wohnen die Träume
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„Über den Wolken wohnen die Träume“ -
schon der achte Roman von Meike Werkmeister und ich habe sie alle gelesen. Ich liebe ihren Stil einfach. Und dieser hier hat mich von der ersten Seite an wieder komplett ...

„Über den Wolken wohnen die Träume“ -
schon der achte Roman von Meike Werkmeister und ich habe sie alle gelesen. Ich liebe ihren Stil einfach. Und dieser hier hat mich von der ersten Seite an wieder komplett abgeholt.

Diesmal geht es um die 17-jährige Morleen, die mit ihrer Familie auf Norderney lebt. Wer „Sterne sieht man nicht im Dunkeln“ oder „Über dem Meer tanzt das Licht“ gelesen hat, wird sich an sie und ihre Mutter Marie erinnern. Nun erzählt Meike Morleens eigene Geschichte - und nimmt uns mit an die Westküste der USA.

Heather, eine alte Freundin von Marie, braucht dringend Unterstützung, weil ihr Au-pair abgesprungen ist, und bietet Morleen an, für einige Wochen bei ihr und ihrer Familie in Cardiff-by-the-Sea zu wohnen. Für Morleen ist es eine riesige Chance: raus aus dem kleinen Inselalltag, hinein in eine völlig neue Welt voller Sonne, Strand und Abenteuer.

Ich war sofort mittendrin – beim Surfen am Beach, bei den Treffen mit neuen Freunden, aber auch zuhause bei Heather, ihrem Mann und den drei Kindern, wo nicht alles so rund läuft.
Das Schöne ist: Es geht nicht nur um Morleens Erlebnisse, sondern auch um Heathers Alltag, ihre Sorgen und den Spagat zwischen Familie, Job und eigenen Wünschen.

672 Seiten – aber ich hätte noch viel länger weiterlesen können. Meike Werkmeister schafft es einfach immer wieder, dass man komplett in ihren Geschichten versinkt.
Ob Nordsee, England oder wie hier Kalifornien – man hat wirklich das Gefühl, mit dabei zu sein.
Für mich sind die Romane absolute Wohlfühlbücher: warmherzig, leicht, aber nie belanglos oder kitschig.
Daher gibt’s von mir wieder eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Wie weit geht man aus Liebe?

Wut und Liebe
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Noah ist ein junger Künstler, der sich gerade so über Wasser hält. Seine Freundin Camilla – ehrgeizig und voller Zukunftspläne – trennt sich von ihm, nicht aus Mangel an Gefühlen, sondern weil sie sich ...

Noah ist ein junger Künstler, der sich gerade so über Wasser hält. Seine Freundin Camilla – ehrgeizig und voller Zukunftspläne – trennt sich von ihm, nicht aus Mangel an Gefühlen, sondern weil sie sich nach einem verlässlichen, finanziell stabilen Leben sehnt. Für Noah gerät alles aus dem Gleichgewicht. Um sie zurückzugewinnen, ist er zu allem bereit.
Als ihm eine wohlhabende ältere Dame ein zweifelhaftes Angebot macht, nimmt er es an – nicht ahnend, dass er sich damit in ein gefährliches Spiel aus Abhängigkeit, Moral und Selbstverlust verstrickt.

Wie immer schreibt Martin Suter mit Eleganz und feinem Gespür für Zwischentöne. Seine Figuren sind lebendig, glaubwürdig und mit psychologischer Tiefe gezeichnet. Ein fein gesponnener Roman über emotionale Abgründe, stille Manipulation und die Frage, wie weit man für die Liebe – oder die Angst, sie zu verlieren – zu gehen bereit ist.
Auch wenn „Wut und Liebe“ nicht die Wucht und Extravaganz früherer Romane besitzt, ist es doch ein unverkennbarer Suter – fein, durchdacht und präzise komponiert.
Ein Lesegenuss – klug, atmosphärisch und voller leiser Dramatik.

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