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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein Buch, das unter die Haut geht

Solange ein Streichholz brennt
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„Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber hat mich ziemlich unvorbereitet getroffen.

Im Mittelpunkt stehen Bohm, der auf der Straße lebt - später erfahren wir, dass er Daniel Bohm heißt - ...

„Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber hat mich ziemlich unvorbereitet getroffen.

Im Mittelpunkt stehen Bohm, der auf der Straße lebt - später erfahren wir, dass er Daniel Bohm heißt - und Alina Alev, Journalistin, deren Karriere gerade ins Wanken gerät. Für eine Reportage über Obdachlosigkeit begegnet sie ihm. Was zunächst nach einer beruflichen Distanz aussieht, entwickelt schnell eine ganz eigene Tiefe.

Das Buch geht dabei weit über das eigentliche Thema hinaus. Es erzählt von Nähe, Würde, Scham und Hoffnung und von Menschen, deren Geschichten viel zu oft übersehen werden. Besonders beeindruckt hat mich, wie nah man beiden Figuren kommt und wie sehr einen ihre Begegnung berührt.

Nach dem Lesen blieb vor allem eines: Nachdenklichkeit. Und das Gefühl, die Figuren noch nicht ganz loslassen zu wollen.

Von Christian Huber kannte ich bereits „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“, das mir schon gut gefallen hat. Mit diesem Roman hat er mich jedoch noch mehr beeindruckt.

Ein bewegendes Buch, das mal leise, mal laut ist und gerade dadurch so eindringlich nachhallt.

Ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ein absolutes Highlight

Restsommer
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„Restsommer“ von Kea von Garnier ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die mich total beeindruckt und nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat.

Im Mittelpunkt steht der 16-jährige Dominik, genannt Nick, ...

„Restsommer“ von Kea von Garnier ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die mich total beeindruckt und nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat.

Im Mittelpunkt steht der 16-jährige Dominik, genannt Nick, der ganz selbstverständlich davon ausgeht, irgendwann das Bestattungsinstitut seines Vaters zu übernehmen. Er hat diesen Weg nie hinterfragt, bis er Biff kennenlernt. Biff, der eigentlich Benjamin heißt, kommt neu in Nicks Klasse und nach und nach erfahren wir, dass er große familiäre Probleme hat. Zwischen den beiden Jungs entwickelt sich eine enge Freundschaft, aus der bald mehr wird. Nick kann mit seinen Gefühle nur schwer umgehen. Sie sind für ihn verwirrend und schwer einzuordnen.

Was mich an dem Buch besonders bewegt hat, ist die Art, wie die Emotionen dargestellt werden. So echt und so stimmig. Eine melancholische Stimmung zieht sich durch die ganze Geschichte.
Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, die beiden Jungs beschützen zu wollen. Ich wollte ihnen sagen, dass alles gut wird und dass sie ihre Gefühle nicht verstecken müssen.

Für mich ist „Restsommer“ ein ganz besonderes Buch, das auf eine leise, aber sehr intensive Weise nachhallt.
Ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Beeindruckende Frauen

Die Riesinnen
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Es gibt Bücher, da lese ich die erste Seite und denke, das könnte ein Highlight werden. Sowas passiert mir nicht oft, aber bei dem Roman „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner war das mal wieder der Fall. ...

Es gibt Bücher, da lese ich die erste Seite und denke, das könnte ein Highlight werden. Sowas passiert mir nicht oft, aber bei dem Roman „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner war das mal wieder der Fall.

Die Riesinnen, das sind drei Frauen, drei Generationen - Mutter, Tochter, Enkelin - in einem kleinen Dorf im Schwarzwald.
Die Geschichte beginnt in den 1960er Jahren und erstreckt sich dann über mehrere Jahrzehnte.

Da ist zuerst mal Liese, die in die Metzgerei ihres Mannes einheiratet und dabei so vieles erdulden muss. Dann ihre rebellische Tochter Cora, die die Enge des Dorfes nicht erträgt und die Heimat verlässt. Sie will in die Welt hinaus und ihren eigenen Weg finden. Und dann ist da noch Enkelin Eva, die traditionell und modern zugleich ist.

Hannah Häffner ist mit "Die Riesinnen" ein starker Generationenroman gelungen, der mich wirklich gefesselt hat. Was für eine kraftvolle Geschichte über drei beeindruckende Frauen!
Drei Frauen, drei Schicksale, untrennbar miteinander verbunden. Und jede dieser Frauen ist auf ihre eigene Art eine Riesin. Stark und widerstandsfähig.

Brillant wurde auch die Atmosphäre des Schwarzwalddorfes eingefangen. Man riecht förmlich den Duft der Tannen, hört das Läuten der Kirchenglocken und spürt die bedrückende Enge, aber auch die Geborgenheit dieser kleinen Welt. Die 1960er und auch Jahre danach werden so lebendig, als wäre man selbst dabei gewesen.

Ich bin sehr begeistert von dieser Lektüre.
Absolute Leseempfehlung für alle, die kraftvolle Frauengeschichten und atmosphärische Familienromane lieben!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Mut und Moral

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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„Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ war mein erstes Buch von Vea Kaiser, und ich bin begeistert.
Schon nach wenigen Seiten war ich völlig in der Geschichte gefangen. Angelika Moser ist eine ...

„Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ war mein erstes Buch von Vea Kaiser, und ich bin begeistert.
Schon nach wenigen Seiten war ich völlig in der Geschichte gefangen. Angelika Moser ist eine beeindruckende Figur: stark, entschlossen und bereit, alles für ihren Sohn zu tun. Dabei überschreitet sie Grenzen, die man als Leserin mit angehaltenem Atem verfolgt.

Der Roman spielt zwischen dem Wiener Gemeindebau und dem eleganten Grand Hotel. Zwei Welten, die Kaiser mit großer Beobachtungsgabe gegenüberstellt. Besonders spannend fand ich, wie sie das Thema sozialer Aufstieg behandelt: Was passiert, wenn jemand seine Herkunft hinter sich lässt? Wie weit darf man gehen, um ein besseres Leben zu schaffen?

Die Sprache ist lebendig, die Dialoge wirken echt und oft wunderbar wienerisch. Trotz ernster Themen liest sich das Buch leicht und unterhaltsam, manchmal traurig, manchmal witzig, aber immer berührend.

Ein Roman über Mut, Moral und Mutterliebe, der lange nachklingt. Für mich eine echte Entdeckung und bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von Vea Kaiser lese.
Ganz klar fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Atmosphärische Familiengeschichte

Das Flüstern der Marsch
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Drei Generationen, ein verschwundenes Familienmitglied und die Weite der Marsch, die zugleich Kulisse und Charakter ist. Der Roman beginnt mit dem mysteriösen Verschwinden von Oma Annemie kurz vor dem ...

Drei Generationen, ein verschwundenes Familienmitglied und die Weite der Marsch, die zugleich Kulisse und Charakter ist. Der Roman beginnt mit dem mysteriösen Verschwinden von Oma Annemie kurz vor dem 80. Geburtstags ihres Mannes Karl und führt uns tief hinein in ein Netz aus Erinnerungen und Geheimnissen.

Annemie erzählt von den 1960er Jahren, Freya aus den 1990ern, und Mona und Janne bleiben mit uns in der Gegenwart. Diese verschiedenen Erzählebenen verweben sich zu einer Geschichte, die nie an Spannung verliert, sondern uns von Anfang an mitnimmt und uns bis zum Ende nicht mehr loslässt.

Die tollen Naturbeschreibungen, die die Marschlandschaft spürbar machen, runden diese tief berührende, tragische Geschichte perfekt ab.
Ich habe „Das Flüstern der Marsch“ richtig gerne gelesen und kann es euch uneingeschränkt empfehlen.
Das Buch ist ideal für alle, die gerne emotionale, geheimnisvolle Familienromane mögen verwoben mit wunderbar atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen.

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