Unausgegoren und zäh, anstatt süßer Geschichte eher sauertöpfisches Gesicht
Die Kirschen der Madame RichardDas nennt man wohl Liebe auf den ersten Blick - Miriam hat sich in ein altes Haus mit viel Liebhabercharme mitten in den Pyrenäen verguckt und spontan beschließt sie, ihre Zelte in Hamburg abzubrechen ...
Das nennt man wohl Liebe auf den ersten Blick - Miriam hat sich in ein altes Haus mit viel Liebhabercharme mitten in den Pyrenäen verguckt und spontan beschließt sie, ihre Zelte in Hamburg abzubrechen und in Zukunft ihr Leben in dem kleinen Dorf zu verbringen. Sie möchte das kleine Häuschen renovieren und zu einem echten Schmuckstück machen, die Ernte ihrer Kirschen im Garten soll ihr den Lebensunterhalt sichern. Doch wie das so ist mit "Eindringlingen" in einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft- erstens hat man es nicht leicht und zweitens kommt alles anders als man denkt...
Tania Schlie ist normalerweise der Garant für zauberhafte Romane, die viele romantische Seiten versprechen und wundervolle Lesemomente hervorblitzen lassen.
Nach dem Lesen des Klappentextes steht schnell fest, dass dieses Buch eigentlich auch wieder in diese Sparte gehört, doch schon nach wenigen Seiten macht sich bittere Enttäuschung breit.
Die Autorin verliert sich hier in weitschweifigen Ausführungen der Botanik und widmet sich wirklich hingebungsvoll dem Erhalt von alten Kirschsorten incl. Hege und Pflege eines Gartens, vergisst darüber aber den eigentlichen Inhalt ihrer Erzählung.
Die Figuren degradiert sie zu Statisten, die eher den Zweck einer dekorativen, aber nüchternen Ausschmückung erfüllen, anstatt den Roman mit Leben auszufüllen. Hier gibt es keine Originale, keine Menschen mit Herz, keine knorzigen, knoddrigen Alten, sondern einfach nur lieblos dahingeklatschte Darsteller, die sichtlich überfordert mit ihrer Rolle sind.
Es entsteht überhaupt keine Verbundenheit mit Miriam, die ja nun mal die federführende Protagonistin ist. Sie tapst eher phlegmatisch und energielos durch die Seiten.
Selbst die Landschaftsbilder, die man hier wirklich als schmückendes Element in die Geschichte hätte einarbeiten können, fühlen sich wie blasse Kopien aus einem Bildband an.
Die Geschichte wirkt alles in allem unausgegoren und zäh und hinterlässt bei mir ein sauertöpfisches Gesicht...da bin ich doch etwas ganz anderes von der Autorin gewohnt.
Schade um die verschenkte Lesezeit