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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.06.2020

spannend und glaubhaft erzählt

Der Weizen gedeiht im Süden
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Erik D. Schulz, unter anderem Autor und Allgemeinmediziner, legte nach eigenen Worten sehr viel Wert auf Recherche und Hintergrundinformationen, was man auch im ganzen Roman immer wieder, nicht nur bei ...

Erik D. Schulz, unter anderem Autor und Allgemeinmediziner, legte nach eigenen Worten sehr viel Wert auf Recherche und Hintergrundinformationen, was man auch im ganzen Roman immer wieder, nicht nur bei medizinischen Belangen, merkt.

In „Der Weizen gedeiht im Süden“ thematisiert er den Zustand nach einem erfolgten Atomkrieg, bei dem die nördliche Hemisphäre zerstört wurde. 3oo Personen konnten sich einen Platz in einem Bunker in den Schweizer Alpen sichern; dort wird untertage Getreideanbau betrieben; es gibt Trinkwasser, aber auch Fehlschläge wie Mord, Unterdrückung, eine bedrohlich hohe Radioaktivität des Trinkwassers und Getreiderost. Eine kleine Gruppe beschließt deshalb im Stillen zu flüchten und bahnt sich ihren Weg über die Alpen in eine vermeindlich bessere Welt.

Unterwegs haben sie nicht nur mit den Auswirkungen des Klimawandels, ihrer Versorgung, möglichen Krankeiten und Plünderern zu tun…., bewältigen als kleine Gruppe oder Familie viele Gefahren und andere Herausforderungen und auch das mühsam erreichte Ende des Romans läßt Platz für Hoffnung.

Die Hintergründe, beispielsweise zur medizinischen Versorgung oder zu Zuständen in Auffanglagern lassen das Erzählte sehr real und durchdacht erscheinen. Insgesamt liest man des Autors Engagement im privaten und beruflichen Umfeld zur Abschaffung der Atomwaffen nicht nur zwischen den Zeilen deutlich heraus. Der in drei große Kapitel unterteilte Roman wurde spannend und dabei glaubhaft erzählt.

Veröffentlicht am 18.06.2020

hatte nicht nur quantitativ etwas mehr erwartet

Brot & Bier
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Die beiden Autorinnen geben in kurzen Episoden Einblicke in die Geschichte von Brot und Bier sowie Rezepte weiter.

Vom Ansetzen des Anstellteiges samt Füttern kann man lesen, 19 verschiedene Brotrezepte ...

Die beiden Autorinnen geben in kurzen Episoden Einblicke in die Geschichte von Brot und Bier sowie Rezepte weiter.

Vom Ansetzen des Anstellteiges samt Füttern kann man lesen, 19 verschiedene Brotrezepte mit Nutzung des Anstellteiges oder frischer Hefe sowie eines für Butterkuchen nachlesen und -nacharbeiten. In manches Backwerk wird Bier hineingegeben. Es finden sich beispielsweise Rezapte für ein Olivenbrot, ein Pizzabodenbrot, Grissinis, Hopfenbrot, Bierbrot, Französiches Landbrot, Kartoffel-Petrusbrot oder Bierstangerln.

Im Anschluß gibt es noch sieben weitere Rezepte, wohl aus Gaststuben, unter anderem für Weiße Suppe, Gebeizte Forelle, Spare Ribs oder Birne Helene.

Ich muß gestehen, dass die Rezepte für jemanden, der sich für das Brotbacken interessiert, wahrscheinlich wenig aufregend sind. Auch die Rezepte aus den Gasthäusern kommen eher etwas altbacken daher und bieten nicht allzuviel Neues. Außerdem hätte ich mich auf Grund des Titels schon über ein paar Bierbraurezepte gefreut. Aber vielleicht finden andere mehr Interessantes in diesem Büchlein mit ca. 120 Seiten. Ich hätte, wenn ich ehrlich bin, nicht nur quantitativ etwas mehr erwartet - mich haut das kleinformatige Büchlein leider in keinster Weise um.

Veröffentlicht am 18.06.2020

ausführlich, interessant, aber auch nicht ganz überzeugend

Die Mücke
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Auf über 600 Seiten beschreibt Timothy C. Winegard erst kurz Mücken und danach ihren Einfluß auf die Geschichte.



Ungefähr 3000 Jahre an Kriegen, Schlachten, Kreuzzügen, Sklavenhandel, Kolonialzeiten ...

Auf über 600 Seiten beschreibt Timothy C. Winegard erst kurz Mücken und danach ihren Einfluß auf die Geschichte.



Ungefähr 3000 Jahre an Kriegen, Schlachten, Kreuzzügen, Sklavenhandel, Kolonialzeiten und -mächte werden nacherzählt unter dem Aspekt, dass im Laufe der Menschheit 50% der Menschen Stechmücken zum Opfer gefallen sind, durch die Übertragung von Krankheiten wie Malaria, Gelb- oder Denguefieberfieber. Der Schwerpunkt der im Buch aufgeführten Betrachtungen liegt bei der Übertragung bei Malaria, sei es, weil die Truppen im Sumpfgebiet kampieren, Landschaften roden und somit für Mücken umgestalten oder im Vergleich zu genetischen Vorteilen wie Duffy-Negativität oder Sichelzellenanemie.

Ich muß gestehen, gerade die ersten Kapitel sind zwar interessant, Gesagtes ähnelt sich aber so sehr, dass es zuweilen schon etwas langatmig wird. Besonders interessant fand ich die Betrachtungen der genetisch bedingten Vorteile und Auswirkungen, beispielsweise beim Verschleppen von Sklaven und deren Nachkommen.

Die Ausführungen zum 2. Weltkrieg fallen ausgesprochen ausführlich aus, und, wie man erwarten darf, werden sie aus amerikanischer Sicht geschildert, genauso wie An- und Einsichten zum Vietnam- sowie Irakkrieg und verschiedener Forschungen. Viele Darstellungen beinhalten eindeutig hasserfüllte und rassistische Aussagen aus der jeweiligen Zeit und manches fand ich etwas fragwürdig, fühlte mich an amerikanische alternative Realität erinnert.



Die Idee, Schlachten, Kriege und andere geschichtliche Meilensteine mit bestimmten Ereignissen und Gegebenheiten in Zusammenhang zu bringe ( am häufigsten wurde wohl bislang der Wettereinfluß betrachtet), ist zwar nicht neu, aber durchaus interessant. So habe ich das auch bei vielen Kapiteln dieses Buches erlebt, manchmal aber schon etwas gebetmühlenartig und langgezogen empfunden - etlich fand ich fragwürdig. Insgesamt konnte mich dieses Buch nicht so ganz überzeugen.

Veröffentlicht am 14.06.2020

da schleicht sich der Blumenkohl in jedermanns Herz und Magen

Blumenkohl: Kochen mit Köpfchen
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Kathy Kordalis stapelt mit dem Titel "Kochen mit Köpfchen" ein bisschen tief; in diesem Buch gibt sie 60 Blumenkohlrezepte weiter, die unter anderem gebacken werden, vegan, vegetarisch, lecker, herzhaft, ...

Kathy Kordalis stapelt mit dem Titel "Kochen mit Köpfchen" ein bisschen tief; in diesem Buch gibt sie 60 Blumenkohlrezepte weiter, die unter anderem gebacken werden, vegan, vegetarisch, lecker, herzhaft, pikant und raffiniert ausfallen.

Alle Rezepte sind gut erklärt, einfach nachzuarbeiten und durchgehend ansprechend.

Ich liebe Blumenkohl, auch mit weißer Sauce oder als Suppe - nur mein Nachwuchs rümpft dazu die Nase. Wir waren also auf der Suche nach außergewöhnlichen Rezepten, nachdem im Backofen gebackener Blumenkohl oder zerkleinerter als Pizzaboden hier alle begeistert hat. In diesem Buch gibt es für uns nur ansprechende Rezepte, die wir alle nachkochen und -backen werden; einige haben wir schon ausprobiert und werden diese Leckereien regelmäßig zubereiten. Wir lieben die griechischen Blumenkohl-Tomatenbällchen, Blumenkohl-Larb mit Kokosreis und frischen Salatblättern, Blumenkohl-Katsu-Curry, indische Blumenkohl-Burger, geschmorten Blumenkohl mit Rote Bete-Hummus & Feigensalat, ....

Für uns war dieses tolle Kochbuch eine Entdeckung, über die wir uns noch lange freuen werden. Gerade, wenn man Kinder ( oder mäkelige Erwachsene) bei Tisch hat, die sich mit diesem Gemüse nicht recht anfreunden können, sind die hier vorgestellten Rezepte eine echte, leckere Geheimwaffe.

Veröffentlicht am 14.06.2020

tolle Rezepte und Erklärungen - steckt einfach an

Ramen Otaku
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Sarah Gavigan, ehemalige Musikmanagerin, eingeschworene Ramen-Liebhaberin und Betreiberin des Kult-Restaurants Ramen Otaku in Neshville gibt dem Leser tiefe und weitgestreute Einblicke in das Thema.

Man ...

Sarah Gavigan, ehemalige Musikmanagerin, eingeschworene Ramen-Liebhaberin und Betreiberin des Kult-Restaurants Ramen Otaku in Neshville gibt dem Leser tiefe und weitgestreute Einblicke in das Thema.

Man erfährt von ihrem Werdegang, wie sie ihre Leidenschaft umsetzte, Rezepte und Vorgänge verbesserte, Ramen Festivals und Pop-Ups veranstaltete, Kontakte knüpfte ( einige Interviews mit bekannten Ramen-Größen sind abgedruckt).

Der Leser erfährt Geheimnisse bei der Herstellung von Ramen, wie beispielsweise die ideale Zusammensetzung und Würzung, bei der alles im Wohlklang abgerundet schmeckt, ohne dass eine Zutat heraussticht, wie man perfekt umami erzeugt und selbstverständlich auch von verschiedenen Zutaten für diese Würzmöglichkeiten. Ich hatte da schon eine gute Liste erstellt und wollte im riesigen Asia-Shop in der Innenstadt einkaufen. Den Shop gibt es schon seit Jahrzehnten, die Auswahl ist rieseg. Dennoch konnte ich die meisten Zutaten, wie beispielsweise Shio-Koji, Komé-Miso oder Kuro-Miso nicht erhalten. Mir wurde gesagt, dass diese japanischen Zutaten nur in speziellen japanische Lebensmittelgeschäften gäbe. Da muß ich dann erst mal improvisieren und weiter Ausschau halten.

Ein Kapitel beschäftigt sich mit dem Herstellen der Basisbrühen, wie Hühner-, Schweine- oder Gemüsebrühe, die man auch in seiner Schale hinterher kombinieren kann. Das Herstellen der Brühen dauert im einfachen Topf viele Stunden; Sinn macht es, sich für die bei jedem Rezept alternativ aufgezeigte Zubereitung im Dampfkochtopf zu entscheiden, die viel schneller von statten geht, aber dennoch keine schnelle Zubereitung darstellt. Eines ist klar: Gut Ramen will Weile haben.
Mich hatte besonders die Zubereitung der Hühnerbrühe in ihren Bann gezogen, in der man nicht nur ein Huhn aus guter Haltung ( ohne seine Brüste), sondern ein oben aufschwimmendes Floß aus Hühnerfüßen auskocht. Die Idee, dass man bei dem langen Auskocken u.a. Magnesium und Kollagen aus den Knochen löst und nichts verschwendet, finde ich sehr ansprechend.

Die folgenden Rezepte sind gut erklärt, setzen immer voraus, dass die Grundbrühe(n) schon bereitstehen und zeigen auf, wie die einzelnen Schüsseln bestückt, befettet und mit topping angereichert werden.
Zudem erfährt der Leser, wie man eine solche Suppe isst, dass man erst riecht, die Nudeln mit Suppenanhaftung herausschlürft, zwischendurch vom topping isst und zum Schluß die Brühe aus der Schale schlürft, nicht zu langsam, damit das nötige Fett nicht auskugelt.

Man erfährt viele Grundrezepte, auch einige für Fortgeschrittene und vor allem jede Menge Ansporn, selber kreativ zu werden. Für mich waren gerade die Würzungen wie Bonitoflocken oder die Skizze zum richtigen Aufbau der Schale samt Erzeugung des Umami, ganz neue, super erklärte Ansätze. Die persönlichen Erlebnisse und Sahra Gavigans Leidenschaft für Ramen und Entwicklung neuer Schalen begeistern schon beim Lesen und stecken einfach an - ein tolles, reich illustriertes Buch.