Profilbild von kleinebuecherwelt

kleinebuecherwelt

Lesejury Star
offline

kleinebuecherwelt ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kleinebuecherwelt über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2017

Schweig still, süßer Mund

Schweig still, süßer Mund
0

VORSICHT: ENTHÄLT SPOILER!

Ich habe viel gutes zu diesem Buch gehört und auch wenn ich eher weniger Thriller lese, beschloss ich diesem Werk eine Chance zu geben, da es sich wirklich vielversprechend ...

VORSICHT: ENTHÄLT SPOILER!

Ich habe viel gutes zu diesem Buch gehört und auch wenn ich eher weniger Thriller lese, beschloss ich diesem Werk eine Chance zu geben, da es sich wirklich vielversprechend anhörte und ich auch Abwechslung zwischen meinen Fantasyromanen brauche.
Zuerst einmal kann ich sagen, dass dieser Roman sehr spannend ist. Ich habe ihn in nur zwei Tagen gelesen und mich in diesen kaum gelangweilt. Er beginnt gleich von Anfang an mitreisend und man erfährt während dem Lesen immer neue Geheimnisse, die einen an das Buch ketten. Zum Ende hin entwickelt es sich zu einem interessanten Kammerspiel, das den Leser nicht mehr loslässt.
Doch nur weil ein Roman spannend ist und sich schnell liest, heißt das nicht, dass er auch sehr gut ist. Leider gibt es nämlich einige Punkte, die mich stören. Zuallererst muss ich zugeben, dass es hier keinen Charakter gab, den ich wirklich mochte. Die Hauptperson ging mir beim Lesen sehr auf die Nerven. Natürlich ist es schön, dass sie so eine gute Freundin ist, aber leider ist Jana auch sehr naiv und mit ihrer Vorstellung davon, dass Sandkastenfreundinnen für immer und ewig die engsten Vertrautesten bleiben, was andauernd erwähnt wurde, erschien sie mir sehr unreif. Ella dagegen war mir anfangs sympatischer, doch nach der Offenbarung ihrer Geheimnisse wirkte sie auf mich auch einfach nur nervig und naiv.. Zudem auch nicht wie eine gute Freundin, wenn ich ehrlich bin, weshalb ich Janas leichtsinniges und kindisches Vertrauen in sie nicht verstehen konnte. Es tut mir leid, dass zu sagen, aber meiner Meinung nach hat Ella eine Freundin wie Jana überhaupt nicht verdient. Zu den Nebenpersonen kann ich leider auch nicht besseres sagen, da meiner Meinung nach jeder etwas nerviges an sich hatte.
Die Liebesgeschichte von Jana und Olly wird zwar ganz süß, wenn auch realitätsfern beschrieben, jedoch ist es von Anfang an offensichtlich, dass Olly nichts gutes im Schilde führt. Und das erinnert zudem stark an den erfolgreichen Roman „Der Erdbeerpflücker“, in der sich der sogenannte Liebhaber auch als Bösewicht entpuppt. Ellas blinde Vertrauen in ihn kann ich nicht nachvollziehen, da sie merken müsste, dass mit ihm etwas nicht stimmt, das aber überhaupt nicht tut. Wie bereits erwähnt, ist sie einfach viel zu naiv.
Das Ende hin war etwas, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte. Nachdem Jana herausfindet, dass Olly ihre beste Freundin entführt hat und Ella schließlich auch findet, lässt sie Olly einfach laufen ohne ihn bei der Polizei zu melden. Natürlich kann ich verstehen, dass er nichts wirklich Böses im Schilde führte, aber er hat dennoch Fehler begannen für die er stehen sollte. Was soll dieses Motiv, dass ein Mensch dem schlechtes widerfährt einfach so andere sterben lassen und entführen darf? Nein, jeder kann selbst entscheiden wie er mit seinem Leid umgeht und Ollys Entscheidung war die Falsche und sehr unreif. Jana wirkt zudem noch immer verliebt in ihn und das lässt sie sehr schwach und wenig selbstbewusst wirken.

Fazit: Ein Buch, das zwar gute Ideen enthält und spannend ist, aber aufgrund naiver Charaktere und Voraussehbarkeit mich leider nicht überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 11.09.2017

Wo das Dunkel schläft

Wo das Dunkel schläft
0

Die „Raven Boys“ - Reihe gehört zu einer meiner absoluten Lieblingsreihen, da sie Fantasy vom Feinsten enthält und voller intelligenter Ideen steckt. Vor vier Jahren las ich den ersten Teil und wartete ...

Die „Raven Boys“ - Reihe gehört zu einer meiner absoluten Lieblingsreihen, da sie Fantasy vom Feinsten enthält und voller intelligenter Ideen steckt. Vor vier Jahren las ich den ersten Teil und wartete seit dem immer ein Jahr auf den nächsten Teil. Auch der vierte Teil konnte mich begeistern und lässt mich traurig darüber sein, dass die Reihe nun zu Ende ist.
Wer Maggie Stiefvater kennt, weiß, dass sie nicht nur einen hervorragenden Schreibstil besitzt, sondern auch sehr detailliert und gelassen beschreibt und sich Zeit für Wendungen lässt. Diese erfolgen erst, wenn man selbst richtig in der Geschichte steckt. Dies hat sich beim vierten Teil auch nicht geändert und somit braucht es einige Seiten bis die Geschichte in Fahrt kommt. Wer aber die Charaktere und die Kleinstadt, in der sie leben genauso sehr liebt wie ich, wird das nicht schlecht, sondern gut finden.
Nachdem Maggie Stiefvater dem Leser also Zeit gibt sich wieder in der Welt der Raven Boys zurechtzufinden, gewinnt auch alles schnell an Fahrt und wird so spannend, dass man einfach nicht mehr aufhören kann zu lesen. Meiner Meinung nach ist „Wo das Dunkel schläft“ neben dem ersten Teil „Wen der Rabe ruft“ der spannendste Teil der Reihe.
Zudem verliert die Qualität der Beschreibungen nicht an Bedeutung und stattdessen verleiht die Autorin ihren Personen noch mehr Tiefe. Man muss Blue einfach lieben, da sie so ein starker, eigenständiger Charakter ist. Genauso wie auch jeder seinen Liebling unter den vier Raven Boys findet. Ich bin zudem sehr glücklich darüber, dass Adam hier wieder als lieber beschrieben wird und dem Jungen aus Teil Eins näher kommt. In Gansey verliebt man sich dafür umso mehr. Und das tut natürlich auch Blue. In Sachen Liebe gibt es in „Wo das Dunkel schläft“ keine zu starken Entwicklungen aber aufgrund von Blues Fluch und dem Fantasy – Aspekt, der im Vordergrund steht, ist das auch in Ordnung.
Am Ende des Buches gibt es schließlich ein erstes Finale, dessen Ausgang überraschend und leider enttäuschend ist. Nicht ganz für den Leser, aber für Gansey und man leidet mit ihm. Danach kommt es aber zum richtigen Finale und ja, dann küsst Blue auch endlich jemanden. Was das für Folgen hat, werde ich jedoch nicht verraten.
Nur so viel sei verraten: Das Ende mit dem zweiten Finale ist unglaublich intelligent gelöst und unerwartet!
Alles ergibt Sinn und Maggie Stiefvater hätte kein besseres Ende auswählen können. Als Autorin ist sie einfach nur mehr als genial. Eigentlich müsste man die ganze Reihe nochmal lesen, um wirklich jedes Detail zu verstehen.
Fakt ist, ich liebe diese Reihe, die Charaktere und die ganze Kleinstadt einfach! Genauso sehr wie ich Maggie Stiefvater als Autorin liebe. Jeder Fantasy- Fan sollte der Reihe eine Chance geben, auch ihrem Schwierigkeitsgrad, da man hier wirklich konzentriert lesen muss. Aber der der es tut erhält auch eine Belohnung in Folge eines genialen Endes.

Fazit: Ein intelligenter Abschluss der Reihe mit einem unerwarteten Finale, das ein würdiges Ende bietet.