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Veröffentlicht am 04.12.2020

Humorvoll, sarkastisch, genial

Kissing Chloe Brown
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Chloe Brown, eine Frau wie jede andere. Oder doch nicht?

Die Hauptfigur des Buches, eine gewisse Chloe, hat so einige Besonderheiten, die man vom typischen Buchcharakter eher weniger kennt. Sie ist mürrisch, ...

Chloe Brown, eine Frau wie jede andere. Oder doch nicht?

Die Hauptfigur des Buches, eine gewisse Chloe, hat so einige Besonderheiten, die man vom typischen Buchcharakter eher weniger kennt. Sie ist mürrisch, sagt immer ihre Meinung, hat ein quasi nicht vorhandenes Sozialleben und Schmerzen. Ständige Schmerzen, andauernde Müdigkeit und noch einige andere Symptome, die ihre Krankheit ausmachen. Abgesehen von ihrer Familie hat niemand zu ihr gehalten, weshalb sie nun ein recht isoliertes Leben führt. Bis sie beinahe angefahren wird und beschließt anhand einer Liste den Weg in ein neues Leben zu finden. Erster Punkt: Aus dem Elternhaus Ausziehen und eine eigene Wohnung suchen. Das hat sie eigentlich schon recht souverän gemeistert, wäre da nur nicht dieser absolut grässliche, unausstehliche, gutaussehende Schuft von einem Hausmeister, der es wagt immer fröhlich und nett zu jedem zu sein, bis auf Chloe.

Die Autorin hat es geschafft mit Chloe einen Charakter zu schaffen, den ich abgöttisch liebe. Sie hat ein paar Eigenschaften an sich, die ich auch in mir wiederfinde, weshalb ich eine sehr gute Verbindung zu ihr und ihren Gedanken aufbauen konnte. Mir hat es gefallen, dass sie immer ehrlich ist, auch wenn ihre Meinung noch so seltsam ist und dass sie zu dem steht, was sie ist. Da ist keine falsche Scham über irgendwas. Gleichzeitig bedient Chloe als Protagonistin einige Gruppen, die in Büchern sonst unterpräsent ist, nämlich dunkelhäutige Frauen mit ein paar Pfunden mehr als gewohnt und zudem noch mit ihrer Krankheit. Das tolle daran war, dass diese vom typischen NA-Charakter abweichenden Eigenschaften nicht andauernd betont oder hervorgehoben wurden, sondern dass sie so selbstverständlich waren, dass sie eher am Rande registriert wurden.

Aber es war nicht nur Chloe allein, die dieses Buch besonders gemacht hat, auch der Schreibstil der Autorin war für mich absolut außergewöhnlich und perfekt für diese Geschichte. So viel trockener Humor, so ausgefeilte Überspitzungen, solch grandioser Sarkasmus, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Jedes gelesene Wort war ein Genuss in meinem Kopf und ich hatte allein Spaß daran, mir die Worte auf der Zunge zergehen zu lassen.

Neben Chloe haben wir auch einen ziemlich tollen männlichen Hauptcharakter, Red Morgan, rothaariger Künstler in der Findungsphase, der gerade zufälligerweise als Hausmeister in dem Haus tätig ist, in das Chloe gezogen ist. Die beiden hassen sich auf den ersten Blick, da sie sich gegenseitig Dinge vor Augen führen, die sie eigentlich vergessen wollen und doch ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem sie sich näher kennenlernen und hinter die Fassade des anderen Blicken.

Die Beziehung der beiden ist so viel mehr, als ich aus Büchern gewohnt bin. Die Autorin beschreibt ausführlich die Gefühlslagen beider Charaktere, sodass wir hautnah mitverfolgen, wie sie gegenseitig die Gedanken des anderen erobern. Sie finden eher in einem gemächlichen Tempo zueinander, aber es ist genau die richtige Geschwindigkeit für diese beiden. Die Beziehung und Gefühle wirken einfach so echt und real, dass man nicht anders kann, als sie zu vergöttern.

Dieser Roman ist einfach erfrischend anders, mit einzigartigen Charakteren, einem humorvollen Schreibstil und einer außergewöhnlichen Story. Meiner Meinung nach ein absolutes Muss für jeden, der Liebesgeschichten mag.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2020

Die beste Fantasy des Jahres

Die Tiermagierin – Schattentanz
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Schon auf den ersten Seiten des Romans taucht man ein in eine magische Welt voller Unbekannte, die mich regelrecht in ihren Bann gezogen hat. Zunächst wird mit Informationen sparsam umgegangen, um den ...

Schon auf den ersten Seiten des Romans taucht man ein in eine magische Welt voller Unbekannte, die mich regelrecht in ihren Bann gezogen hat. Zunächst wird mit Informationen sparsam umgegangen, um den Leser nicht zu erschlagen, und so lernt man erst langsam, während des Lesens, die vielen kleinen Details kennen und lieben. Diese Herangehensweise, dass das Wissen des Lesers während des Lesens wächst, war für dieses Buch perfekt gewählt, da es unmöglich ist, eine komplett neue Fantasywelt auf wenigen Seiten zusammenzufassen. Im Groben kann man sagen: es gibt privilegierte Menschen, die abgeschottet Leben, es gibt die Cruor, Assassinen, die Schattenmagie beherrschen und es gibt Tiermagier, die in der Lage sind alle möglichen Tierwesen an sich zu binden. Besonders letztere kann man eigentlich ganz gut mit Pokemon vergleichen, da für jedes Wesen andere Voraussetzungen nötig sind, um sie zu binden. Das Kennenlernen der einzelnen Geschöpfe und die Wertschätzung, die ihnen und ihren Fähigkeiten entgegengebracht wird, war einfach zauberhaft. Am Ende des Buches gibt es auch ein sogenanntes Bestiarium, das einen Überblick über die im Buch vorkommenden Tierwesen bietet und mit Illustrationen die Vorstellungskraft weiter beflügelt.

Diese grandios ausgearbeitete Fantasywelt ist aber noch nicht genug, das Buch hat zudem noch eine höchst spannende Story zu bieten, die keineswegs vorhersehbar war und uns mit allerlei Tierwesen und ihren Eigenarten vertraut gemacht hat. Für mich war das Buch von Beginn an spannend, da so viele neue Eindrücke auf einen einstürmen und besonders Leena ein spannender Charakter frei von Klischees ist. Sie ist ihren Prinzipien treu, bricht aber eigentlich das Gesetz. Sie liebt Tierwesen, ist aber gezwungen sie zu verkaufen. Auf sie ist ein Kopfgeld angesetzt, also macht sie sich auf den Weg zu ihrem zukünftigen Mörder...

Leena ist voller Gegensätze und doch ein so gut zu verstehender Charakter, ich konnte jeden ihrer Gedankengänge nachvollziehen und habe mit ihr geliebt und gelitten. Denn das Buch bietet auch eine verzwickte Liebesgeschichte mit Gefühlen, die eigentlich nicht da sein sollten und mitunter zum Tod führen könnten. Denn wir haben da noch Noc, den Assassinen, der Leena eigentlich töten soll. Dieses Gefühlschaos war für mich eines der Highlights des Buches, zusammen mit dem Entstehen tiefer Freundschaften und dem Kennenlernen der verschiedenen Tierwesen.

Das Buch hat so viel zu bieten, dass eigentlich für jeden Leser etwas dabei sein muss. Liebe, eine fantastische Welt, tiefergehende Freundschaft, das und noch vieles mehr hat dieser Roman zu bieten und damit stellt er für mich ein Jahreshighlight in diesem Genre dar.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.11.2020

Ohne das gewisse Etwas

Wolfsprinz (Divinitas 2)
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Mit Wolfsprinz entführt Asuka Lionera den Leser in eine Welt voller Elfen, Halbelfen und dem ein oder anderen Mondkind. Letztere sind besondere Gestaltwandler, die durch einen Fluch der Götter jede Nacht ...

Mit Wolfsprinz entführt Asuka Lionera den Leser in eine Welt voller Elfen, Halbelfen und dem ein oder anderen Mondkind. Letztere sind besondere Gestaltwandler, die durch einen Fluch der Götter jede Nacht dazu verdammt werden, ihre Gestalt zu wechseln, bis sie ihren Gefährten finden.
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Eigentlich handelt es sich um den zweiten Teil der Divinitas-Reihe, aber er ist auch wunderbar einzeln lesbar, so habe ich es nämlich gemacht. Trotzdem besteht natürlich die Möglichkeit, das einige Punkte meiner Kritik wegfallen würde, wenn ich den ersten Band kennen würde.
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Die Hauptfigur Fye ist eine der verhassten Halbelfen und lebte den Großteil ihres Lebens versteckt, bis sie dem Prinz der Menschen, einem Mondkind begegnet, der in ihr seine Gefährtin sieht und sie damit aus dem Verborgenen reißt. Der Auftakt des Buches war einer der spannendsten Teile des Buches, da man die Welt und Protagonisten kennenlernt. Was dann kommt, hat mich einerseits begeistert, andererseits etwas ratlos zurückgelassen, denn die Handlung war zwar voller Potential, konnte mich zum Ende hin aber nicht wirklich überzeugen.
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Die Geschichte per se hatte epische Züge, die Möglichkeit ganz groß zu werden. Wir hatten Feinde, denen wir uns entgegengestellt haben, wir hatten Verbündete und wir hatten einen alten Fluch.
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Aber irgendwie wirkte vieles davon nicht wirklich greifbar, einfach nicht so überzeugend. Vieles in dieser Fantasiewelt war nur in den Grundzügen beschrieben, in einem Maß, dass man alles verstanden hat, aber vieles offen blieb. So kam es, dass im Laufe der Handlung immer wieder neue Elemente eingeworfen werden, von denen man noch nie etwas erfahren hatte und die damit etwas willkürlich wirkten. Dadurch hat man immer wieder in Frage gestellt, was man überhaupt weiß und das hat mich zum Zweifeln gebracht.
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Die Handlung hatte drei grobe Abschnitte, die die Geschichte gegliedert haben. Die Übergänge zwischen diesen, oft durch Zeitsprünge abgegrenzt, waren für mich ziemlich holprig, da meist radikale Persönlichkeitsänderungen damit einhergingen, die es mir unmöglich gemacht haben, eine Bindung zu den einzelnen Figuren aufzubauen. Teilweise wirkte es so, als würde man auf einmal einer völlig neuen Person folgen, die man noch nie kennengelernt hat. Dadurch hat sich mein Eifer das Buch weiterzulesen etwas gelegt und ich bin eher langsam durch die Geschichte gekommen.
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Insgesamt hat dieses Buch ein solides Grundgerüst: eine unmögliche Liebe, die gar nicht so unmöglich ist, eine uralte Fehde zwischen zwei Schwestern, ein Krieg zwischen Menschen und Elfen. Aber es fehlt dieser letzte Kick, der ein Buch von gut zu mitreißend hebt. Der es so spannend werden lässt, dass du es nicht aus der Hand legen willst. Dabei liegt es nicht an dem Schreibstil, denn der lässt sich wirklich angenehm lesen. Es waren für mich die Charaktere, denen es letztendlich an Tiefe, an Beständigkeit, an wahrem Charakter gefehlt hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.11.2020

Humorvolle Romance

A single touch
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Das Buch fängt an, wie es anfangen muss. Protagonistin Valerie, eine deutsche Austauschstudentin, erreicht Plymouth und lernt ihren äußerst attraktiven Vermieter Parker kennen. Mir hat gefallen, dass durch ...

Das Buch fängt an, wie es anfangen muss. Protagonistin Valerie, eine deutsche Austauschstudentin, erreicht Plymouth und lernt ihren äußerst attraktiven Vermieter Parker kennen. Mir hat gefallen, dass durch den ungewöhnlichen Schauplatz Plymouth und auch den relativ ungewöhnlichen Interessen der Prota Val für einige Abwechslung in der New Adult Welt gesorgt wurde. Die Fotografie, das Modebusiness und auch das Reiten waren unterhaltsame Nebenfaktoren, die die Story am Leben erhalten haben. Das wohl spannendste am ganzen Buch war aber wohl doch das WG-Leben. Über die drei anderen Mädels gibt es ja eigene Bücher und obwohl ich diese nicht gelesen habe, hat man doch bemerkt, dass alle drei ihre eigene Geschichte haben und auch von deren Beziehungen bekommt man das ein oder andere mit. Ich vermute, dass die vier Bücher parallel spielen, was ich als ziemlich gute Idee empfinde.

Die gesamte Geschichte hat für mich einen klitzekleinen Haken. Ich habe die Beziehung von Val und Parker vom ersten Moment an für etwas unglaubwürdig empfunden. Die Emotionen waren nicht greifbar und schon nach dem ersten Mal miteinander, waren da die ganz großen Gefühle und dergleichen. Der ganze Konflikt des Buches hängt sich an einem winzigen, in einem Gespräch lösbaren Problem auf. Für diese kaum wahrnehmbaren Emotionen war das Buch mit über 500 Seiten einfach etwas lang, wenn auch nicht langweilig. Die ganze Nebengeschichte von den anderen Mädels füllt die Seiten auf unterhaltsame Art und Weise und auch Vals Leidenschaft die Fotografie ist ein spannendes Thema.

Das Buch war also eine gute Unterhaltung, hat mich aber nicht wirklich abgeholt, da besonders die emotionalen Aspekte irgendwie unglaubwürdig waren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2020

Idee gut, Umsetzung nicht

The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
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Dieses Buch war eigentlich das reinste Auf und Ab der Gefühle und ich bin bis zum Ende unsicher, wie ich es nun fand.
Gavin und Thea waren von Beginn an zwei Charaktere, die ich nicht so recht verstanden ...

Dieses Buch war eigentlich das reinste Auf und Ab der Gefühle und ich bin bis zum Ende unsicher, wie ich es nun fand.
Gavin und Thea waren von Beginn an zwei Charaktere, die ich nicht so recht verstanden habe, da sie augenscheinlich nicht viel gemeinsam haben und in meinen Augen auch nicht zueinander passen. Im Laufe des Buches konnte man mich zum Teil umstimmen, aber Happy End hinterlässt doch einen schalen Beigeschmack.
Auch mit den Nebencharakteren kam ich eher schlecht als recht aus. Da war zum einen die unausstehliche Schwester Lizzy, die in meinen Augen zu sehr überzeugt von sich und ihrer Meinung war und Menschen auf den ersten Blick verurteilt. Und dann war da noch der Namensgeber des Buches, der Buchclub. Die Idee, dass Männer Frauen über Liebesromane kennenlernen, finde ich eigentlich ziemlich genial. Aber das wurde leider so stark ins Lächerliche gezogen, dass man sich beinahe angegriffen fühlen konnte, wenn man selbst diese Bücher liest. Außerdem wirkte es so, als seien Männer, die lesen, lachhaft. Das wird für mich vor allem durch die überzogen dargestellten männlichen Charaktere deutlich.
Insgesamt war die Grundidee dieses Buches ziemlich genial, aber da es mir unmöglich war, eine Verbindung zu den Charakteren aufzubauen oder ihre Handlungen nachzuvollziehen, hat leider auch der gut zu lesende Schreibstil nicht bewirkt, dass ich Spaß an diesem Buch hatte.

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  • Handlung
  • Charaktere