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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2017

Kitschig, klischeehaft und vorhersehbar

Morgentau. Die Auserwählte der Jahreszeiten (Buch 1)
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Ehrlich gesagt hatte ich schon gar keine hohen Erwartungen an dieses Buch, denn wer nennt seine Protagonistin "Maya Jasmine Morgentau"? Das schreit ja förmlich nach einer kitschigen und kindischen Liebesgeschichte ...

Ehrlich gesagt hatte ich schon gar keine hohen Erwartungen an dieses Buch, denn wer nennt seine Protagonistin "Maya Jasmine Morgentau"? Das schreit ja förmlich nach einer kitschigen und kindischen Liebesgeschichte - und doch habe ich mich von den zahlreichen positiven Rezensionen auf Amazon täuschen lassen. "Das Buch hat ja nur knapp 300 Seiten", dachte ich mir, aber mittlerweile bereue ich es, dem Buch selbst diese Zeit, und sei sie noch so kurz gewesen, gewidmet zu haben. Für kurz mal Zwischendurch mag die Geschichte ja ganz unterhaltend sein, aber sobald man gründlicher über das Gelesene nachdenkt, erkennt man, dass Jennifer Wolf hier nicht wirklich gute Arbeit geleistet hat.

Mein Problem fing schon bei der Ausdrucksweise der Hauptprotagonisten an, die für mich viel zu plump und unhöflich wirkte. Maya wurde ihr ganzes Leben lang in Anstand und Höflichkeit erzogen, wird dann tatsächlich von der Mutter aller Dinge erwählt, aber nutzt trotzdem Wörter wie "betrunken" oder "gucken". Für mich hat das einfach nicht zur Atmosphäre gepasst, ja, hat die durchaus lobenswerte Atmosphäre sogar teilweise wieder zerstört. Auch die vier Götter - den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter - habe ich mir zu Beginn irgendwie anmutiger und nicht so normal, fast schon klischeehaft, vorgestellt. Außerdem empfand ich die Dialoge als sehr gekünstelt, übertrieben, manchmal sogar surreal und voller Fremdschäm-Momente.

Die Wahl des Bräutigams selbst ist sehr vorhersehbar, was für die Geschichte aber nicht ganz so schlimm war, wie ich anfangs dachte. Nach ca. 30 Seiten wusste ich, in welche Jahreszeit sich Maya verlieben wird, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es allen anderen Lesern genauso geht, außer sie sind absolut neu in dieser Genre. Tatsächlich geht die Handlung aber noch lange über den Zeitpunkt der Wahl hinaus, und nimmt eine wirklich unerwartete Wendung. Am Ende gibt es einige Überraschungen, daher gebe ich 2,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.08.2017

Möchtegern-Psychothriller -> Abbruch nach 3 von 7 Stunden

Das Mädchen im Dunkeln
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Mit diesem Buch wollte ich nach "AchtNacht" von Sebastian Fitzek den zweiten Vorstoß in ein fremdes Genre wagen - der aber leider schon nach kurzer Zeit endete und noch erfolgloser war als der erste. Ich ...

Mit diesem Buch wollte ich nach "AchtNacht" von Sebastian Fitzek den zweiten Vorstoß in ein fremdes Genre wagen - der aber leider schon nach kurzer Zeit endete und noch erfolgloser war als der erste. Ich kann nicht für immer Jugendbücher lesen, aber es muss ja wohl auch irgendwo andere spannende Bücher geben - leider gehört dieses hier aber keinesfalls dazu.

Ich habe mich wirklich bemüht und mir sogar das Hörbuch besorgt, um mich nicht so sehr zu langweilen - vergeblich. Mir ist es vollkommen unverständlich, wie man das Buch von Jenny Blackhurst als Psychothriller bezeichnen kann, denn meiner Meinung nach ist es bestenfalls ein kurzer Groschenroman - zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich es abgebrochen habe. Zugegebenermaßen habe ich nämlich nicht viel geschafft, gerade mal knapp drei von sieben Stunden, aber ich wollte einfach nicht noch mehr meiner Zeit verschwenden.

Die Geschichte wird aus vier Perspektiven erzählt, aus der Sicht von Karen, Bea, Eleanor und einer vierten unbenannten Person. Außerdem gibt es - so vermute ich jedenfalls - noch irgendeine Rahmenhandlung in der Zukunft, die mich aber total verwirrt hat. Tanja Geke hat zwar eine durchaus angenehme Stimme, aber vermag es leider nicht immer, dem Zuhörer zu verdeutlichen, wo und bei wem er sich gerade befindet. Bei den Perspektivwechseln hätte man ruhig längere Pausen lassen können, denn so habe ich sie oft überhört. Außerdem hatte ich ab und zu Schwierigkeiten, wörtliche Rede von Gedanken oder die verschiedenen Dialoganteile der Protagonisten voneinander zu unterscheiden. So habe ich mir echt gewünscht, doch lieber selbst lesen zu können, denn dann merkt man sowas natürlich viel besser.

Viel mehr hat mich aber der fehlende rote Faden gestört: Das Leben der drei Freundinnen wird in aller Ausführlichkeit beschrieben, ohne dass es einen in der richtigen Geschichte auch nur einen Schritt voran bringt. Die endlosen Diskussionen und Erzählungen am Kaffeetisch über die Kindererziehung, die Haushaltsführung und die Erlebnisse in den sozialen Medien empfand ich einfach als sinnlos, denn sie spielten keine Rolle bei der Entwicklung rund um Jessica und den Mordfall. Noch dazu gibt es zu viele Personen, die zu ausschweifend charakterisiert werden und mich irgendwann bis hin zum Einschlafen langweilten.

Schnell war es also mit meiner Geduld zu Ende und - das ist für meine Verhältnisse wirklich außergewöhnlich - es reizt mich kein bisschen, zu wissen, wie dieser Möchtegern-Psychothriller wohl ausgehen mag. 


Fazit:
Meine anfängliche Neugier aufgrund des spannend klingenden Klappentextes ließ schnell nach und wandelte sich in eine deutliche Genervtheit wegen der zusammenhangslosen Aneinanderreihung belangloser Szenen dreier vom Leben gelangweilter Frauen. Es ist eine Frechheit "Das Mädchen im Dunkeln" als Psychothriller zu bezeichnen, deshalb sage ich es Euch jetzt ganz eindeutig: Gebt bloß kein Geld für diese Buch aus, denn es wäre die pure Verschwendung! Da ich mir aber nur drei von sieben Stunden angehört habe und nicht beurteilen kann, ob sich die Geschichte vielleicht noch gesteigert hätte, vergebe ich einen Stern.

Veröffentlicht am 10.08.2017

Jugendbuch mit wichtiger Botschaft, aber leider auch einigen Längen - 3,5 Sterne

Love Letters to the Dead
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Schon vor einigen Jahren habe ich versucht diesen Jugendroman zu lesen, musste jedoch nach einigen Kapiteln verwirrt aufgeben. Ich vermute, dass ich damals einfach noch zu jung war, um die Botschaft des ...

Schon vor einigen Jahren habe ich versucht diesen Jugendroman zu lesen, musste jedoch nach einigen Kapiteln verwirrt aufgeben. Ich vermute, dass ich damals einfach noch zu jung war, um die Botschaft des Buches zu verstehen, denn diesmal hatte ich erheblich weniger Probleme. Die Grundstimmung ist wirklich düster und bedrückend - "Love Letters to the Dead" ist alles andere als ein passendes Sommerbuch - und man muss viel zwischen den Zeilen lesen, was wohl auch etwas Übung benötigt. Ein bisschen fühlte ich mich an "Als ich Dich suchte" von Lauren Oliver erinnert, denn auch hier wird beschrieben, welche fast schon irrealen Ausmaße Geschwisterliebe annehmen kann. Ava Dellaira zeigt auf dramatische Art und Weise, wie ein Todesfall eine ganze Familie zerstören kann, und auch wenn ich als Einzelkind von zwei sich noch immer liebender Eltern keinerlei persönlichen Bezug besitze, war ich ungewöhnlich oft zu tiefst getroffen.

Die Themen Erwachsenwerden und Selbstfindung spielen ebenfalls eine tragende Rolle. Was mich hierbei aber gestört hat, war das Alter der Protagonistin Laurel und ihrer Freundinnen: Wie in typischen amerikanischen Filmen, gehen die 13-jährigen jedes Wochenende auf Partys, knutschen dort mit immer neuen - natürlich älteren - Jungs und machen früh ihre ersten Alkohol- und Drogenerfahrungen. Meiner Meinung nach ist das eine zu überspitze Darstellung. Ich selbst und auch die Jugendlichen in meinem Umfeld waren jedenfalls nicht so frühreif.

Ein besonderes Erlebnis beschert das Buch dadurch, dass es komplett in Briefform geschrieben ist. Laurel schreibt ein ganzes Jahr an Kurt Cobain, Amy Winehouse, Janis Joplin uvm. und schüttet dabei ihr Herz aus. Das war durchaus abwechslungsreich, aber überforderte mich als Deutsche zugegebenermaßen das ein oder andere Mal. Oftmals reichte mein Wissen über die verstorbenen Persönlichkeiten nicht weiter als bis zum Berufsstand, wodurch ich viele Anspielungen auf deren Lebenslauf und Werke (Filme, Lieder, Gedichte) verpasst oder nicht verstanden habe.

Veröffentlicht am 09.08.2017

Wendungsreiche Science-Fiction-Story mit schwierigem Einstieg

Diabolic (1). Vom Zorn geküsst
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Das Buch ist aus der Sicht von Nemesis geschrieben, einem menschenähnlichen aber gefühlslosen Wesen. Sie ist bis auf wenige Ausnahmen nicht fähig Emotionen zu spüren, weshalb der Schreibstil sehr knapp ...

Das Buch ist aus der Sicht von Nemesis geschrieben, einem menschenähnlichen aber gefühlslosen Wesen. Sie ist bis auf wenige Ausnahmen nicht fähig Emotionen zu spüren, weshalb der Schreibstil sehr knapp und nüchtern ausfällt. Besonders am Anfang wirkte das Geschriebene daher eher wie eine Rohfassung, die alles Wichtige grob zusammenfasst, aber absolut keine Tiefe zum Leser transportiert. Das war für mich wirklich gewöhnungsbedürftig und ich habe viel Zeit gebraucht, um mit dem Weltenbau und den Charakteren warm zu werden, aber irgendwann konnte es mich dann doch fesseln.

Es handelt sich um Science-Fiction und die zugehörigen Aspekte werden extrem gut ausgearbeitet, was man nach dem Lesen des Klappentextes eigentlich gar nicht erwartet. Gerade weil die beschriebenen Orte, Maschinen und Grandiloquay manchmal mein Vorstellungsvermögen überfordert haben, würde ich das Buch auf jeden Fall Fans von "Red Rising" oder "Rat der Neun" empfehlen.

Außerdem muss man der Geschichte auf jeden Fall zu gute halten, dass sie extrem unvorhersehbar ist: Auf Seite 230 (von knapp 500) gibt es die erste schockierende Wendung und das Buch dreht sich in eine komplett andere Richtung. Auch wenn manche Entwicklungen konstruiert erscheinen und ich ab und zu das Gefühl hatte, es "geht zu schnell", können die gesponnen Intrigen durchaus mit denen von Sarah J. Maas mithalten. Da es sich um den Debütroman von S. J. Kincaid handelt, bin ich davon überzeugt, dass sie in Zukunft noch geschickter mit Worten wird umgehen können, und bin gespannt auf den zweiten Band der "Diabolic"-Reihe.

Veröffentlicht am 14.07.2017

Kaum Handlung, klischeebehaftete Hauptprotagonisten und Sexszenen am laufenden Band

Erwachen des Lichts
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Bei der "Götterleuchten"-Trilogie handelt es sich um ein Spin-off zur "Dämonentochter"-Pentalogie, und ich muss gleich zu Beginn zugeben, dass ich das nicht wusste. Auf der Rückseite des Buches, den Klappentexten ...

Bei der "Götterleuchten"-Trilogie handelt es sich um ein Spin-off zur "Dämonentochter"-Pentalogie, und ich muss gleich zu Beginn zugeben, dass ich das nicht wusste. Auf der Rückseite des Buches, den Klappentexten und auch im Vorwort wird nicht darauf hingewiesen, was vermutlich daran liegt, dass die Reihen in zwei verschiedenen Verlagen erscheinen bzw. erschienen sind. Auch durch die Namen habe ich leider keinen Zusammenhang feststellen können, da ich von Jennifer L. Armentrout bisher nur die "Obsidian"-Reihe gelesen hatte und somit kein Vorwissen besaß. Grundsätzlich würde ich nicht sagen, dass ich dadurch benachteiligt war, aber mein Eindruck ist eindeutig, dass "Erwachen des Lichts" doch eher für Fans geschrieben worden ist, die unbedingt wissen wollen, wie es mit Seth & Co nach "Dämonentochter - Verzaubertes Schicksal" weitergeht. Anscheinend mussten dort gegen Ende einige Figuren hart einstecken und jetzt sollen sie ihr Happy-End in dieser Reihe finden.

"Normale Leser" werden dementsprechend gründlich gespoilert, denn die Ereignisse der Hauptreihe werden ausführlichst geschildert und Figuren, die eigentlich kein einziges Mal in Erscheinung treten, von hinten bis vorne charakterisiert. Und das schlimmste daran: Diese Passagen habe ich tatsächlich genossen, denn sie waren im Gegensatz zum ganzen Rest des Buches immerhin etwas informativ. Ansonsten passiert nämlich gar nichts! Josie erfährt von ihrem Beschützer Seth, dass sie eine Halbgöttin ist, wird zur mythologischen Akademie gebracht, dort ein wenig trainiert und tritt dann gegen einen feindlichen Titanen an. Und das klingt sogar noch spannender als es in Wirklichkeit ist, denn die zwei Actionszenen - falls man sie denn überhaupt als solche bezeichnen darf - sind kurz, unspektakulär und kaum ausgearbeitet. Ganz am Rande möchte ich auch erwähnen, dass in der ersten Hälfte von "Percy Jackson - Diebe im Olymp" zu 100% dasselbe passiert. 

So sehr ich mir auch gewünscht hätte, dass die Charaktere dieses Mango wieder gut machen können, es war leider nicht so. Ganz im Gegenteil: Seth und Josie haben mich noch viel mehr gestört als die fehlende Handlung, obwohl sie auf den ersten Blick wie das Paar aus "Obsidian - Schattendunkel" wirken. Wo Daemon witzig und charmant war, ist Seth geschmacklos und pervers, wo Katy selbstbewusst und mutig war, ist Josie oberflächlich und blass. Er tritt natürlich als typische Bad-Boy auf, aber denkt insgeheim, dass ihn seine Vergangenheit zu einem schrecklichen Menschen gemacht hat, der Liebe nicht verdient, und versucht deshalb, Josie aus dem Weg zu gehen - na, wem kommt das auch bekannt vor? Sie hingegen entwickelt sich durch ihre Götterfähigkeiten von der grauen Maus zur starken Kämpferin, nur das die Fantasy-Aspekte kaum erklärt werden und ich dazu einfach noch tausend offene Fragen im Kopf habe. 

Aber als ob Seth und Josie mich nicht schon so genug genervt hätten, ist ihre Beziehung rein körperlich und somit für den Leser absolut nicht nachvollziehbar. Und übrigens: Die Autorin scheut sich überhaupt nicht, Küsse und Bett-Szenen zu beschreiben. Tatsächlich habe ich noch kein anderes Jugendbuch gelesen, in dem sie so detailliert beschrieben wurden. Seth erzählt gefühlt alle fünf Minuten von seiner heftigen Erektion und himmelt Josies rosige Brustwarzen an - kein Wunder also, dass ich das Gefühl hatte, die Geschichte kommt überhaupt nicht voran.

Fazit:
Kaum Handlung, klischeebehaftete Hauptprotagonisten und Sexszenen am laufenden Band - mit so wenig Worten kann man "Erwachen des Lichts" beschreiben. Zwischenzeitlich war ich dermaßen enttäuscht, dass ich das Buch am liebsten gegen die Wand geworfen hätte, und ich im Endeffekt fast vier Wochen für 430 Seiten gebraucht habe. Entweder wurde die "Lux"-Reihe in Wahrheit von einer ganz andere Autorin geschrieben oder sie würde mir mit meiner mittlerweile dreijährigen Leseerfahrung auch nicht mehr so gefallen, wie sie es früher getan hat.
1,5 Sterne gibt's trotzdem für die einigermaßen actionreichen letzten 100 Seiten und dafür, dass ich als Nichtkennerin der "Dämonentochter"-Pentalogie wohl eigentlich nicht der Zielgruppe des Buches angehöre.