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Veröffentlicht am 20.09.2017

Vom Kalten Krieg und seinen Folgen

Möge die Stunde kommen
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Meine Meinung:
Mittlerweile sind wir also bei Band 6 angekommen. Wir befinden uns in den 1970er Jahren. Anatoly Babakov sitzt noch immer im Gefängnis und Harry Clifton versucht alles, um ihn dort herauszubekommen. ...

Meine Meinung:
Mittlerweile sind wir also bei Band 6 angekommen. Wir befinden uns in den 1970er Jahren. Anatoly Babakov sitzt noch immer im Gefängnis und Harry Clifton versucht alles, um ihn dort herauszubekommen. Virginia brütet wieder über ihren Intrigen und Sebastian arbeitet weiterhin in der Bank.
Auch in diesem Band müssen die Familien Barrington und Clifton mit so einigen schönen und weniger schönen Überraschungen zurechtkommen.
Und selbst die intrigante Virginia kommt mal ins Straucheln.
Wie bereits in den vorherigen Bänden, geht es direkt dort weiter, wo der Cliffhanger des letzten Bandes aufgehört hatte.

Schreibstil/Vortragsweise:
Jeffrey Archer versetzt die Hörer in die 1970er Jahre und zeigt nicht nur das Leben der Cliftons und Barringtons, sondern auch die politische Lage und Brisanz des Kalten Krieges und die Rolle der Sowjetunion darin. Archer schafft es auch Hörer, die erst nach dem Mauerfall geboren wurden, gekonnt in diese Zeit mitzunehmen.
Zum Sprecher Erich Räuker muss ich nach 6 gelungenen Hörbüchern der Clifton-Saga wohl nichts mehr sagen.

Charaktere:
Die üblichen Verdächtigen tummeln sich auch dieses Mal wieder an den verschiedenen Schauplätzen. Außerdem tauchen hier und da neue Charaktere auf, die eine bedeutende Rolle spielen. Es macht wieder große Freude den einzelnen Figuren über die Schulter zu schauen.

Mein Fazit:
Band 6 hat wieder deutlich mehr Spannung zu bieten. Er kann nicht nur mit den ersten Bänden mithalten, sondern toppt diese um Längen. Für mich der beste Teil der Saga bisher. Dieses Mal leben nicht nur die Figuren, sondern auch das Spannungspotential wird ausgeschöpft.
Für mich hat der Band klare 5 Sterne verdient.

Veröffentlicht am 23.08.2017

Rezension zu Lost Places

Lost Places
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"Take nothing but pictures,
leave nothing but your footprints."

Lost Places sind verlassene Gebäude, die eine magische Anziehungskraft auf sogenannte Urban Explorer hat. Die bekanntesten Lost Places sind ...

"Take nothing but pictures,
leave nothing but your footprints."

Lost Places sind verlassene Gebäude, die eine magische Anziehungskraft auf sogenannte Urban Explorer hat. Die bekanntesten Lost Places sind die Belitz Heilstätten und der Spreepark in Grunewald. Aber eigentlich gibt es diese Lost Places überall, wo irgendwann einmal Menschen waren.

5 Freunde wollen sich als Urban Explorer verlassene Gebäude in der Bundeshauptstadt genauer ansehen. Sie reizt der Kick des Unbekannten. Doch dann treffen sie auf Mitglieder der Motorrad-Gang "Bandidos" und sie bekommen jede Menge Ärger.

Die Idee zu diesem Thriller ist wirklich gut, doch leider kommt sie am Ende doch zu kurz, weil sich ein anderes Thema in den Mittelpunkt drängt.

Schreibstil:
Die Beschreibungen der Gefühle sind wirklich gut. Gerade die Angst wird sehr anschaulich dargestellt. Als Leser fühlt man mit den Protagonisten.
Spannung wird von Kapitel zu Kapitel immer wieder aufs Neue aufgebaut. Sprachlich macht es Freude, das Buch zu lesen. Der Autor schafft es, den Leser bei der Stange zu halten, ohne große Schocker oder Effekthascherei.

Charaktere:
Die 5 Freunde, allen voran Lennart, der in der ICH-Perspektive erzählt, sind recht gut gezeichnet. Nicht wirklich tiefgründig, aber auch nicht zu flach. Man hat sie eigentlich ganz gern, auch wenn sie nicht ans Herz wachsen.

Fazit:
Ein spannender Jugend-Thriller mit tollem Thema, aber leider am Ende mit anderem Schwerpunkt.
Daher erhält er nur 3 von 5 Sternen, da mir die Thematik "Lost Places" zum Schluss zu kurz kam. Sonst war der Thriller gut und spannend.

Veröffentlicht am 05.08.2017

Rezension zu Jezebels Tochter

Jezebels Tochter
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Ein Klassiker der Kriminalliteratur. Wilkie Collins, ein enger Freund von Charles Dickens, schrieb Kriminalgeschichten mit Gruselfaktor. Ein Meister seines Fachs und Arthur Conan Doyle ebenbürtig.
In Jezebels ...

Ein Klassiker der Kriminalliteratur. Wilkie Collins, ein enger Freund von Charles Dickens, schrieb Kriminalgeschichten mit Gruselfaktor. Ein Meister seines Fachs und Arthur Conan Doyle ebenbürtig.
In Jezebels Tochter geht es um Liebe, Lügen, Intrigen und das Spiel mit dem Tod.
Die junge Minna will ihren Fritz heiraten, was dessen Vater verhindern will, denn er hat über Minnas Mutter sehr viel böses gehört.
Und so erfährt man im Buch, wie eine Mensch reagiert, wenn es praktisch 5 vor 12 ist und er keine Wahl mehr hat.

Schreibstil:
Der ICH-Erzähler David Glenney, Neffe der Geschäftsfrau Mrs. Wagner, erzählt aus seiner Sicht, wie sich alles zugetragen hat.
Durch diese Nähe zum Geschehenen baut Wilkie Collins Spannung auf und macht eine damals sehr beliebte Methode des Mordens zum Gegenstand seiner Geschichte.

Charaktere:
Obwohl David Glenney der ICH-Erzähler ist, fungiert er doch bloß als Protokollant und hat sonst keine andere Funktion. Auch Fritz und Minna sind nur Nebendarsteller. Die eigentlichen Hauptfiguren sind Mrs. Wagner (eine beeindruckende Frau, die sich für die Rechte der Frauen stark macht), Madame Fontaine (die auch Jezebel, also als eine bösartige Frau, bezeichnet wird), Jack Straw (ein Patient aus dem Irrenhaus Bedlam, das besonders den Fans der Serie Penny Dreadful bekannt sein sollte) und Herrn Keller (Fritz' Vater). Eigentlich ist von ihnen einzig Mrs. Wagner wirklich sympathisch.

Fazit:
Ein klassischer Kriminalroman mit Mörder, Mordwaffe, Leiche und jeder Menge Unvorhergesehenem.
Lediglich kleinere Längen im Mittelteil haben mich etwas im Lesefluss aufgehalten.
Ich finde die Figuren, die Wilkie Collins Ende des 19. Jahrhunderts zeichnete, einfach fabelhaft. So vor allem seine Frauenbilder. Sehr modern und aufgeklärt für diese Zeit. Keine Naivchen, die man einem Mann von 1880 durchaus zugetraut hätte. Garantiert nicht das letzte Buch des Autors, dass ich gelesen habe.

Veröffentlicht am 01.08.2017

Rezension zu "Die Mühle"

Die Mühle
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Wer kennt sie nicht aus der eigenen Schulzeit, die Clique der coolsten Leute der Schule? Jeder, der sie kannte, wollte gerne dazugehören (vor allem, wenn man jünger war). Auch mir ging es damals so.
Lana, ...

Wer kennt sie nicht aus der eigenen Schulzeit, die Clique der coolsten Leute der Schule? Jeder, der sie kannte, wollte gerne dazugehören (vor allem, wenn man jünger war). Auch mir ging es damals so.
Lana, die Protagonistin dieser Geschichte, hätte auch gerne dazugehört. Zu den Freunden, die für Außenstehende unnahbar wirkten.
Durch Zufall läuft sie Jonny (einem der Clique) in Berlin an ihrer Uni über den Weg. Da er sich bei einem Sturz die Treppe hinunter verletzt, bittet er Lana für ihn zum Treffen der Clique in Karlsbad zu fahren. Neugierig wie sie ist, sagt sie zu. Und so beginnt ein Abenteuer, dass schnell zu einem ausgewachsenen Horrortrip mutiert.
Lana merkt schnell, dass hinter der Arroganz und Überheblichkeit der anderen mehr stecken muss.
Eine Geschichte über Freundschaft, Verrat, Geheimnisse, Lügen, Rache und die Erkenntnis, wie schnell man das Leben eines Menschen zerstören kann.

Schreibstil/Vortragsweise:
Aus Lanas Sicht als Bericht in der Vergangenheit erzählt, ist man ihr sofort nahe. Dank der Sprecherin Laura Maire ein grandios erzähltes Buch. Man will ihr sofort glauben. Sie hat dem Hörbuch durch ihre lebhafte Interpretation die Krone aufgesetzt. Sie gibt jeder Figur etwas individuelles und erschafft so eine Wirklichkeit, die zum Greifen nah ist.

Charaktere:
Neben Lana, die wirklich toll ausgearbeitet ist und mit der man auch mitfiebert, sind die anderen Figuren Stereotype, wie man sie überall findet. Die Zicke, die Burschikose, der Mädchenschwarm usw. Keine tiefgründigen oder speziellen Charaktere, für einen New-Adult-Thriller aber durchaus okay. Allerdings hat es mich gestört, dass Lana nur durch Zufall in alles hinein schlittert.

Mein Fazit:
Ein NA-Thriller mit einigen seichten Passagen, die Dank einer fantastischen Sprecherin aber so gut wie nicht auffallen.
Der Plot ist eher einfach gehalten und es wird mit Zufällen gearbeitet, was mir persönlich nicht so zusagt. Aber das Hörbuch ist alles in allem kurzweilig und hat mir den Abend spannend gestaltet. Daher vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Willkommen im Murder Park

Murder Park
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Eine Reise in die Vergangenheit in einem Freizeitpark inkl. Serienmörder.
Ein tolles Cover im Negativ gehalten und eine absolut grandiose Website des Heyne Verlags zum Buch, haben mich richtig neugierig ...

Eine Reise in die Vergangenheit in einem Freizeitpark inkl. Serienmörder.
Ein tolles Cover im Negativ gehalten und eine absolut grandiose Website des Heyne Verlags zum Buch, haben mich richtig neugierig gemacht, wie denn wohl das neue Buch von Jonas Winner sein wird.
Eine spannende Idee steckt hinter "Murder Park". Ein Lostplace, der wieder zum Leben erweckt werden soll. 12 Freiwillige, die sich dem Abenteuer aussetzen wollen und Mörder, der bereits vor über 20 Jahren auf der Insel gemordet hat.
In diesem Plot schlummert jede Menge Potential. Leider wird es nicht in dem Maße ausgeschöpft, wie erhofft.

Schreibstil/Vortragsweise:
Zum Schreibstil sei zu sagen, Jonas Winner hat Zeitsprünge geschickt in die Handlung eingewoben. Es springt zwischen dem Aufenthalt auf der Insel und den "Eignungstests" der 12 Probanden hin und her. So erfährt der Hörer sehr viel über die einzelnen Figuren. Teilweise ist allerdings die Beschreibung sehr abgedroschen und unglaubwürdig, worunter dann im Endeffekt auch die Spannung leidet. Streckenweise wirken die Morden wie reine Effekthascherei.
Die Vortragsweise hat mir extrem gut gefallen. Es hatte durch die 4 verschiedenen Stimmen fast schon Hörspiel-Charakter und hat das Lauschen zu einem echten Vergnügen gemacht.

Charaktere:
Sie sind toll gezeichnet. Man erfährt sehr viel von ihnen, gerade durch die Videointerviews, die immer wieder mit eingestreut werden. Man überlegt bis zum Schluss, was es mit dem Mörder auf sich hat und wer es sein könnte. Das finde ich wirklich gut, an diesem Buch/Hörbuch.

Fazit:
Eine wirklich tolle Idee mit einem wirklich guten Ende, allerdings mit für meinen Geschmack dann doch zu vielen effekthaschenden Stellen, die leider zu platt daherkommen.
Wenn mehr Spannung und Grusel und weniger Ekel in der Geschichte vorgekommen wäre, dann wäre es wirklich ein 5 Sterne Hörbuch geworden. So kann ich leider nur 4 Sterne geben, da mich diese Ekelszenen nicht überzeugt haben.