Profilbild von leuchtturmwaerterin

leuchtturmwaerterin

Lesejury-Mitglied
offline

leuchtturmwaerterin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit leuchtturmwaerterin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2018

Eine spannende Familiengeschichte

Unvollendet
0 0

Christine Jaeggi hat mit ihrem neuen Familiengeheimnis-Roman wieder eine spannende und gleichzeitig herzerwärmende Geschichte geschrieben, die auf zwei Zeitebenen spielt. Man lernt die junge Grace kennen, ...

Christine Jaeggi hat mit ihrem neuen Familiengeheimnis-Roman wieder eine spannende und gleichzeitig herzerwärmende Geschichte geschrieben, die auf zwei Zeitebenen spielt. Man lernt die junge Grace kennen, eine Schauspielerin, die nicht aus dem Schatten der berühmten Großmutter heraustreten kann. Sie versucht mit dem Groll gegen ihre ach so perfekte Großmutter aufzuräumen und fliegt dafür in die Heimat der bekannten Schauspielerin Hanna Miller. Sie lernt ihre Familie und auch deren Geschichte kennen und lüftet so manches gut gehütete Geheimnis.

Schreibstil:
Die Autorin schafft es immer wieder mit ihrer Sprache, ihrem Schreibstil und den beiden Zeitebenen, mich voll und ganz abzuholen und die Spannung aufrechtzuerhalten. Christine Jaeggi konstruiert Bilder im Kopf, die man sofort mit der Schweiz, dem Tessin und Zürich in Verbindung bringt, obwohl man selbst vielleicht noch nie dort gewesen ist.

Charaktere:
Die Figuren sind wunderbar gezeichnet. Sie haben Ausdruck, wirken lebendig und man fühlt mit ihnen. Obwohl man nicht alle Figuren sympathisch findet und auch mit der Hauptfigur manchmal hadert, ist sie doch nie flach und immer glaubwürdig, in dem was sie tut und wie sie sich entscheidet. Vielleicht manchmal einen Hauch zu klischeebeladen, dabei aber einfach lebendig.
Ich selbst weine nicht oft bei Büchern, aber an einer Stelle konnte ich dann doch die ein oder andere Träne nicht zurückhalten.

Fazit:
Es wirkt vielleicht wie Lobhudelei, doch mir hat es tatsächlich einfach große Freude bereitet dieses Buch zu lesen. Die Autorin hat eine tolle Art Geschichten zu erzählen und Stimmungen aufzubauen. Genau das möchte ich als Leserin haben. Genau die richtige Unterhaltung, wenn es draußen nass-kalt ist und man sich auf der Couch in seine Lieblingsdecke kuschelt.
Ein großes Lob an die Autorin. Dies war garantiert nicht das letzte Buch von ihr, dass ich gelesen habe.

Veröffentlicht am 02.02.2018

Ein Klassiker

Betty und ihre Schwestern
0 0

Ein Klassiker der Jugendliteratur und für mich ein ganz besonderes Buch, da ich als Kind die Anime-Serie "Eine fröhliche Familie" geliebt habe, die auf der Buchvorlage basiert.
Von der ersten Seite an ...

Ein Klassiker der Jugendliteratur und für mich ein ganz besonderes Buch, da ich als Kind die Anime-Serie "Eine fröhliche Familie" geliebt habe, die auf der Buchvorlage basiert.
Von der ersten Seite an schafft es Louisa May Alcott die Leserin in die Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs mitzunehmen. Die Ängste und Sorgen dieser Zeit werden sichtbar.
Der Originaltitel lautet "Little Women", was ich persönlich passender finde als "Betty und ihre Schwestern". In den Geschichten geht es gleichermaßen um alle Schwestern und warum ausgerechnet die zurückhaltende Betty, deren Figur an vielen Stellen eher blass und nichtssagend erscheint, ist nicht ganz nachvollziehbar.

Schreibstil:
Louisa May Alcott schafft es mit ihren Beschreibungen mühelos ein Bild zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs aufzubauen. Das Leben geht im Ort seinen Gang, während die Männer und Väter an der Kriegsfront kämpfen. Obwohl das Leben der restlichen Familienmitglieder scheinbar normal weitergeht, liest man die unterschwelligen Sorgen heraus, dass jederzeit Nachricht von einer Verwunderung oder gar dem Tod des Vaters eintreffen könnte.
Von der ersten Seite an hat mich die Sprache der Autorin gefesselt.

Charaktere:
Jede der Schwestern hat ihren persönlichen Auftritt im Buch. Sie besitzen alle unterschiedliche Eigenschaften und kleine Macken. So kann die Leserin sich mit ihrer Lieblingsfigur identifizieren.
Bereits als Kind mochte ich die wilde, jungenhafte Jo am liebsten. Sie ist ein Bücherwurm, heckt Streiche aus, hat das Herz aber am rechten Fleck und sorgt sich um ihre Liebsten. Für mich hätte das Buch wohl "Jo und ihre Schwestern" heißen müssen.

Fazit:
Ein herzerwärmendes Jugendbuch, dass mich sofort abgeholt hat.
Gerade zur dunklen Jahreszeit tut es gut, abends in diesen unaufgeregten Roman einzutauchen und mit Jo, Meg, Amy, Betty und dem Nachbarsjungen Laurie Abenteuer zu erleben.
Wenn ihr also einen gemütlichen Leseabend haben möchtet mit einem wunderschönen Jugendroman, dann seid ihr mit "Betty und ihre Schwestern" gut unterhalten.

Veröffentlicht am 26.01.2018

Eine Geschichten über die Liebe, das Leben und das Fliegen.

Und unter uns die Welt
0 0

Die Autorin erzählt hier nicht nur einen Roman, der in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts spielt, sondern gleichzeitig die Geschichte ihres Großvaters und wie er den ersten und zweiten Weltkrieg ...

Die Autorin erzählt hier nicht nur einen Roman, der in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts spielt, sondern gleichzeitig die Geschichte ihres Großvaters und wie er den ersten und zweiten Weltkrieg und die Jahre dazwischen erlebt haben muss.
Christian Nielsen begleiten wir auf seiner Reise als Matrose bei einer Weltumsegelung mit der Yacht "Orion". Außerdem lernen wir Lil und ihre Familie auf Hawaii kennen und ihre beste Freundin Amy.
Der dritte Erzählstrang nimmt uns mit auf die Reisen der Zeppeline "Graf Zeppelin" und "Hindenburg".
Man lernt Hugo Eckener, den Nachfolger von Graf von Zeppelin kennen und reist mit ihm und seiner Mannschaft in einem Luftschiff um die Welt.
Eine wunderbare historische Geschichte über die Liebe, das Leben und das Fliegen.

Erzählstil:
Durch die personalisierte Erzählweise und die drei verschiedenen Erzählstränge, wirkt es fast, als habe man als Leser einen Rundumblick und wisse genau, was in jedem der Hauptcharaktere vorgehe. Der Schreibstil von Maiken Nielsen ist leicht und locker und nicht so hochtrabend, wie bei manch anderen historischen Romanen. Dadurch lässt sich das Buch sehr gut lesen.

Charaktere:
Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Christian, Lil und Hugo Eckener und sind bei den geschichtlichen Fakten direkt dabei. Es ist so detailliert beschrieben, als wären wir hautnah bei allen Ereignissen zugegen.
Mir hat besonders Lil, die junge Journalistin, imponiert, da sie einfach eine Figur ist, die sich nicht unterkriegen lässt. Die immer wieder aufsteht und kämpft und die niemals aufgibt an ihre Träume zu glauben.

Fazit:
Ein spannender historischer Roman mit teilweise echten Menschen der Zeitgeschichte und wahren Begebenheiten. Gerade über die Ära der Luftschifffahrt erfährt man jede Menge. Die glorreichen Zeiten und die weniger schönen. So war mir z.B. nicht bekannt, dass das Empire State Building damals als erste Zeppelin-Landeplattform angedacht war. Spannend und absolut lesenswert!
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.01.2018

Eine starke Frau geht ihren Weg.

Die Ketzerbraut
0 0

Meinung:
Von Iny Lorentz kenne ich bereits die "Wanderhuren"-Reihe und deshalb ist dieses Hörbuch für mich ein Muss gewesen.

Gelesen wird es von Anuk Ens, die ihre Aufgabe wirklich gut macht. Sie lässt ...

Meinung:
Von Iny Lorentz kenne ich bereits die "Wanderhuren"-Reihe und deshalb ist dieses Hörbuch für mich ein Muss gewesen.

Gelesen wird es von Anuk Ens, die ihre Aufgabe wirklich gut macht. Sie lässt die Stimmung in dieser Zeit aufleben und man hängt ihr förmlich an den Lippen.

Das Autorenpaar hat mit diesem Roman einen Einblick geliefert, wie das Leben einer Händlerstochter im 16. Jahrhundert ausgesehen haben könnte. Der Schreibstil ist spannend, aber nicht neu. Man kennt ihn bereits aus den anderen Romanen. Der Aufbau und die Story sind beim Autorenpaar immer auf die gleiche Weise gelöst. Sie sind dafür bekannt starke Frauenbilder zu zeichnen. Leider ist die Geschichte deshalb nichts neues mehr, denn auch in den anderen Romanen geht es um Frauen, die von Räubern geschändet werden, die sich zurück in die Gesellschaft kämpfen, mit Intrigen und Hass umgehen müssen. Wer keine Überraschungen mag, ist bei Iny Lorentz genau richtig.

Mich hat die Geschichte gut unterhalten. Sie ist gut, aber nicht überragend. Daher gibt es von mir 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 16.01.2018

Leselockstoff

Pheromon 1: Sie riechen dich
0 0

Ein All-Age-Roman, der es in sich hat. Andreas Eschbach sagt dazu: "Eine Geschichte, wie man sie noch nie gelesen hat. Großartig!" Und so sehe ich das auch.
Ich habe einen Moment gebraucht, um wirklich ...

Ein All-Age-Roman, der es in sich hat. Andreas Eschbach sagt dazu: "Eine Geschichte, wie man sie noch nie gelesen hat. Großartig!" Und so sehe ich das auch.
Ich habe einen Moment gebraucht, um wirklich in der Geschichte anzukommen, was aber wohl eher daran liegt, dass ich keine Ahnung von Football habe (was auch eigentlich unwichtig ist, aber womit das Buch eben beginnt). Doch nach kurzer Zeit steigt die Spannung und es hat mich gepackt.
Die Idee hinter der Story ist schräg, aber einfach genial.
Die Perspektiven von Jake im Jahr 2018 und Travis im Jahr 2118 wechseln sich von Kapitel zu Kapitel ab. Jake schließt man sofort ins Herz. Football ist seine Leidenschaft, er hat einen besten Freund, mit dem er durch dick und dünn geht und steht heimlich auf ein Mädchen der Cheerleadergruppe. Der ganz normale Wahnsinn eines Teenagers in Amerika. Doch dann wird alles anders und der Leser ist quasi hautnah dabei.
Bei Travis wird der Leser mitgenommen in eine Zukunft mit Gleitern, einem maroden Gesundheitssystem und einer klaffenden Schwere zwischen Arm und Reich.

Schreibstil:
Ein sehr angenehmer Schreibstil der beiden Autoren. Man hat nicht das Gefühl ein Buch von zwei Personen zu lesen. Da es sich ja um einen Jugend-/All-Age-Roman handelt, ist die Sprache wirklich gut verständlich und einfach gehalten.

Charaktere:
Jake wie auch Travis, die Hauptfiguren, schließt man sofort ins Herz. Man erlebt mit ihnen die Ereignisse, lacht, bangt und hofft mit ihnen. Die anderen sind bloß Nebenfiguren, doch die beiden Hauptcharaktere sind wirklich toll ausgearbeitet.

Fazit:
Eine starke und gleichzeitig strange Story mit einem überraschenden Ende. Mich hat die Geschichte abgeholt und vollkommen überzeugt. Ein Wahnsinnsplott und wie Eschbach eben sagt: "Eine Geschichte, wie man sie noch nie gelesen hat."
Glatte 5 Sterne und ein absoluter Lesetipp! Was für ein Jahreshighlight direkt zu Beginn des neuen Jahres!