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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2019

Ein beeindruckender Mann seiner Zeit

I have a dream
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Man liest und hört immer wieder von rassistischen Übergriffen auf Schwarze in den USA, doch bekommt man vom "alltäglichen" Rassismus dort kaum etwas mit. Der Autor schafft es gekonnt den Leser in das Leben ...

Man liest und hört immer wieder von rassistischen Übergriffen auf Schwarze in den USA, doch bekommt man vom "alltäglichen" Rassismus dort kaum etwas mit. Der Autor schafft es gekonnt den Leser in das Leben der afroamerikanischen Bevölkerung mitzunehmen und aufzuzeigen, womit sie Tag täglich zu kämpfen haben.
Das Thema ist leider noch immer top aktuell und obwohl Barack Obama als erster schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten die Belange Amerikas vertrat, werden die Anfeindungen wohl nie wirklich enden und so zeigt Alois Prinz am Leben von Martin Luther King wie Rassismus im 20. Jahrhundert ablief und noch heute in den Köpfen der Menschen fest verankert ist.

Martin Luther King, ein außergewöhnlicher Mensch, der sein Leben dem Kampf gegen die Unterdrückung der Afroamerikaner gewidmet hat und für deren Rechte auf die Straße ging.
In dieser Biographie erfährt man nicht nur etwas über das Wirken von King, sondern auch seine Lebensgeschichte. Aufgewachsen als Pfarrerssohn in einer strengen Baptistengemeinde, wird er selbst Pfarrer und nutzt seine Predigten dazu, der afroamerikanischen Bevölkerung klarzumachen, dass alle Menschen vor Gott gleich sind, egal ob schwarz oder weiß, ob reich oder arm. Seine Ansichten sind modern und so eckt er oft an.
Der junge King hat Mahatma Gandhi als großes Vorbild und will genau wie dieser die Füße nicht länger stillhalten.
Während er all sein Geld und seine Energie in seinen Freiheitskampf steckt, vernachlässigt er seine eigene Familie. Seine Frau und seine Kinder sehen ihn so gut wie nie und haben es oft schwer. Martin Luther King, einerseits der Friedensnobelpreisträger und Vorkämpfer, andererseits dann doch ein Mensch, der wenig Rücksicht nimmt und seiner Familie einiges abverlangt.

Eine beeindruckende Biographie über einen Mann, der komplett aufgeht im Kampf für Recht und Gerechtigkeit und dabei sich selbst und seine Bedürfnisse (und die seiner Familie) hintenanstellt.
Ich habe viel über Martin Luther King und den Rassismus in Amerika gelernt durch dieses Buch. Natürlich kannte ich bereits die Eckdaten, aber mir war nicht bewusst wie aktuell das Thema noch immer ist und wie sich das ganze im Alltag zeigt.
Ich vergebe für dieses Buch 4 von 5 Sternen, da es ein paar kleinere Längen aufweist, die ich nicht ignorieren möchte, aber ansonsten war es wirklich eine spannende Biographie über einen beeindruckenden Mann.

Veröffentlicht am 01.02.2019

Ein tolles LP-Buch mit Hintergrundinfos

Geisterstätten Leipzig
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Leipzig, eine Stadt mit vielen Fassetten und tollen "vergessenen" Ecken. Die Autoren haben in diesem Buch 14 dieser Orte wunderbar aufbereitet. Mit tollen Hintergrundinfos zu dem jeweiligen Gebäude und ...

Leipzig, eine Stadt mit vielen Fassetten und tollen "vergessenen" Ecken. Die Autoren haben in diesem Buch 14 dieser Orte wunderbar aufbereitet. Mit tollen Hintergrundinfos zu dem jeweiligen Gebäude und der Geschichte, die es beinhaltet.
Leipzig ist einer dieser Orte, die noch viel DDR-Charme versprühen in solchen alten Gebäuden. Für Menschen, die noch nie in Leipzig waren und die vielleicht (wie ich selbst) auch nicht in Ostdeutschland aufgewachsen sind, hat das Buch viele tolle geschichtliche Infos parat. Mit diesem Buch lernt man wohl mehr über die ostdeutsche Vergangenheit, als in so manchem Geschichtsunterricht. Man liest von Abhörvorrichtungen der Stasi und den Beeinflussungen der DDR-Führung in das Leben der Sportler. Viele Firmen wurden in der Zeit der DDR Volkseigentum und hatten VEB vor dem Namen stehen.

Fazit:
Die Mischung aus tollen Bildern und geschichtlichen Hintergrundinfos zu den verschiedenen Orten, macht dieses Buch zu einem grandiosen Lese- und Betrachtungserlebnis. Von mir gibt es dafür 5 von 5 Sternen und die Lust Leipzig auf seine ganz eigene Art und Weise kennenzulernen ist groß.

Veröffentlicht am 29.12.2018

Rezension zu Lost Boy

Lost Boy
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Lennart, der ICH-Erzähler, wacht auf dem Hamburger Hauptbahnhof auf und kann sich an nichts erinnern. Wie kam er dorthin? Wer ist er? Was war passiert?
Gemeinsam mit Jule, die er in Hamburg kennenlernt, ...

Lennart, der ICH-Erzähler, wacht auf dem Hamburger Hauptbahnhof auf und kann sich an nichts erinnern. Wie kam er dorthin? Wer ist er? Was war passiert?
Gemeinsam mit Jule, die er in Hamburg kennenlernt, geht er diesen Fragen auf den Grund und langsam kommen seine Erinnerungen zurück.

Lennart, den Jungen, den wir bereits aus dem ersten Band "Lost Places" kennen, begleiten wir durch seinen Gedächtnisverlust. Die Geschichte hat etwas von einem Drogentrip. Zu Beginn ist man als Leser genauso verwirrt wie Lennart selbst. Erst nach und nach passen die Puzzleteile ineinander und die Geschichte nimmt Fahrt auf.

Johannes Groschupf nimmt den Leser mit in die Berliner Unterwelt, das Nachtleben, die Clubszene. Der Leser erkennt schnell, was diese Szene mit den Figuren aus Band eins gemacht hat, wie sie sich verändert haben. Sie sind echter geworden, haben mehr Tiefe. Das merkt man der Geschichte an.

Der Autor hat einen kritischen Jugendroman vor der Kulisse eines Lost Place spielen lassen. In diesem Band hat er es, für meinen Geschmack, etwas besser in Einklang mit der Story gebracht. So kann man als Leser den Lost Place mehr "fühlen".

Fazit:
Ein Jugendroman, der sich mit dem Berliner Nachtleben und seinen Gefahren auseinandersetzt, gepaart mit tollen Locations und "echten" Charakteren. Da es etwas gedauert hat, bis ich in den Roman hineingefunden habe, gibt es von mir allerdings nur 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.12.2018

Eine unaufgeregte Liebesgeschichte zum Träumen

Mit Herz und Bogen
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Die junge Fronika führt tagsüber ein standesgemäßes Leben als Mündel eines wohlhabenden Kaufmanns, nachts zieht sie mit Pfeil und Bogen durch den Wald und wildert Hirsche des Markgrafen, um die Waisenkinder ...

Die junge Fronika führt tagsüber ein standesgemäßes Leben als Mündel eines wohlhabenden Kaufmanns, nachts zieht sie mit Pfeil und Bogen durch den Wald und wildert Hirsche des Markgrafen, um die Waisenkinder vor der Stadt nicht hungern zu lassen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach gehalten, sodass man schnell durch die Seiten fliegt.
Es gibt Perspektivwechsel zwischen Fronika und Matthis. Die Idee ist toll, so kann man die Geschichte aus beiden Perspektiven erlesen. Leider ist es der Autorin nicht konsequent gelungen in der jeweiligen Perspektive zu bleiben.
Auch die Beschreibungen wie Fronika mit Pfeil und Bogen umgeht, sind leider eher aus der Luft gegriffen. Kein Bogenschütze spannt den Bogen und läuft so durch den Wald. Mit einer Armbrust wäre das kein Problem, doch den Bogen hält der Schütze mit Muskelkraft auf Spannung. Auf die Dauer sehr unangenehm für die Muskulatur. Leider sind mir als Bogenschützin mehrere solcher "Ungenauigkeiten" aufgefallen.

Nun aber zu den Figuren. Die Hauptcharaktere Fronika und Matthis wirken lebendig, glaubhaft und haben Tiefe. Das kann man von den anderen Figuren leider kaum sagen. Sie haben alle ihre Daseinsberechtigung, doch wirklich echt wirken sie leider nicht. Gerade von Rutger hätte ich am Ende gerne noch etwas mehr erfahren. Doch nachdem er seinen Zweck erfüllt hat, ist er einfach links liegen lassen worden. Etwas schade, aber wohl der Kürze des Buches geschuldet.

Fazit:
Eine nette Liebesgeschichte mit wenig Aufregung, trotz brisantem Thema "Wilderei" und einigen Schönheitsfehlern in Perspektive und Recherche.
Trotzdem wurde ich gut unterhalten. Ich gebe 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 30.11.2018

Eine Geschichte über zwei Freundinnen

Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit
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Zwei Freundinnen, die zusammen in einer Kleinstadt aufwachsen und alles miteinander teilen. Frankie und Sophie. Sie sind unzertrennlich. Bis zu der Nacht, in der Sophie spurlos verschwindet.
18 Jahre später: ...

Zwei Freundinnen, die zusammen in einer Kleinstadt aufwachsen und alles miteinander teilen. Frankie und Sophie. Sie sind unzertrennlich. Bis zu der Nacht, in der Sophie spurlos verschwindet.
18 Jahre später: Frankie will endlich Antworten finden und beginnt jede Menge Staub aufzuwirbeln.

Die Story ist wirklich spannend. Man erfährt nach und nach alles über die beiden Freundinnen und erkennt erst langsam, was das alles miteinander zu tun hat. Die Spannung bleibt bis zum Schluss hoch.

Durch die beiden Sprecherinnen, die sehr unterschiedliche Stimmen haben, kann man die Perspektivwechsel sehr gut unterscheiden und weiß sofort wo man in der Geschichte gerade ist. Eine wirklich gute Lösung.

Die Figuren sind super dargestellt. Man kann sich sehr schnell in Sophie, wie auch in Frankie hineinversetzen und ist mittendrin in der Geschichte. Die Nebenfiguren wie etwa Leon oder Daniel sind auch super getroffen.

Bei diesem Hörbuch hat man nicht gemerkt, dass es sich um die gekürzte Lesung handelt.

Fazit:
Spannend bis zum Schluss und eine wirklich gute Story mit "echten" Charakteren und interessanten Wendungen. 5 von 5 Sternen hat das Hörbuch wirklich verdient.