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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2019

Eine Reise zweier Geschwister

Die Runenmeisterin
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Die Leser begleiten die Zwillinge Ayrin und Baren auf ihrer Reise durchs Land und erleben ihre Abenteuer mit.

Torsten Fink hat einen Jugendroman geschrieben, der ohne große sprachliche Ausschweifungen ...

Die Leser begleiten die Zwillinge Ayrin und Baren auf ihrer Reise durchs Land und erleben ihre Abenteuer mit.

Torsten Fink hat einen Jugendroman geschrieben, der ohne große sprachliche Ausschweifungen und Schnörkel auskommt. Allerdings nimmt die Geschichte kaum Fahrt auf und über die Hälfte des Buches wirkt lediglich wie das Vorgeplänkel zur eigentlichen Story.

Die Figuren sind recht gut ausgearbeitet, auch wenn man zu Beginn erst einmal rätseln muss, was es mit ihnen auf sich hat. Dafür werden die Nebencharaktere gleich genauer eingeführt. Gerade Ragne wird zu Beginn oft erwähnt, im weiteren Verlauf spielt sie für meinen Geschmack aber eine zu kleine Nebenrolle. Diese hätte man deutlich ausbauen können. Erst nach und nach erfährt man mehr über die Hauptfiguren und ihre Bestimmungen.

Ich habe etwas gebraucht, bis ich tatsächlich in die Geschichte hineinkam. Es hat mich nicht von Anfang an gefesselt.

Nett sind solche kleinen Ideen, wie dass Findelkinder von Raben gebracht werden und sie deshalb als Nachnamen Rabensohn oder Rabentochter heißen. Solche kleinen Einstreuer kommen immer mal wieder im Buch vor.

Bei diesem Roman kann man wirklich sagen: "Der Weg ist das Ziel." Denn darum geht es. Das Ende hätte etwas ausgeschmückt werden können, um es noch spannender zu gestalten, doch darauf kommt es hier wohl nicht an, denn es geht mehr um die Reise der Zwillinge, als um ihr eigentliches Ziel.

Mich kann dieses Buch leider nicht wirklich überzeugen. Es ist mir nicht spannend genug und es kratzt mir zu sehr an der Oberfläche. Daher kann ich ihm nur 3 von 5 Sternen geben, was aber natürlich nur meine Meinung ist und andere Leser ganz anders sehen können.

Veröffentlicht am 18.04.2019

Zwei starke Frauen kämpfen um ihr Glück

Das Leuchten jenes Sommers
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Chloe und Madeleine führt ein Zufall zusammen und man erlebt ihrer beider Leben auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Es ist eine mitreißende Geschichte, in der beide Figuren auf ganz unterschiedliche ...

Chloe und Madeleine führt ein Zufall zusammen und man erlebt ihrer beider Leben auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Es ist eine mitreißende Geschichte, in der beide Figuren auf ganz unterschiedliche Weise ihr Leben meistern und zeigen wie stark Frauen durchaus sein können.
Nikola Scott hat einen wunderbaren Schreibstil. Sie formuliert klar und nutzt wenig Schnörkel, sodass man sich gleich in die Geschichte hineinfallen lassen kann.
Ihre Hauptfiguren kämpfen mit Ängsten und haben beide ihre ganz eigenen Probleme, doch fühlen sie sich, wenn sie aufeinandertreffen gleich miteinander verbunden. Sie haben Tiefe und man glaubt ihnen sofort, was sie erleben.
Und was in dieser Geschichte besonders gut gelungen ist, man kann sich nicht nur mit den Protagonisten identifizieren, man hat sogar zwei Antagonisten, die man überhaupt nicht leiden kann. Ich persönlich finde das für einen "zeitgenössischen Liebesroman" wirklich sehr gut, denn oft fehlt diesen Geschichten diese Ausgewogenheit. Das ist hier super gelöst.
Der geschichtliche Hintergrund wird nur ganz am Rande immer mal erwähnt, was ich bei diesem Roman nicht als störend empfunden habe. Auch wenn eine Zeitebene zu Beginn des 2. Weltkrieges spielt, merkt man einfach, dass es die gehobene Gesellschaft auf der britischen Insel erst einmal wenig kümmerte. Sie konnten ihr Leben weiterleben wie bisher, auch wenn einige der jungen Männer aus dem Ort los mussten, um in den Krieg zu ziehen.
Mir hat das Buch große Freude bereitet beim Lesen. Ich habe mich bereits auf den ersten Seiten wohlgefühlt und konnte nur so durch die Seiten fliegen. Die Figuren sind stimmig und die beiden Zeitebenen machen den Roman spannend und man will von Kapitel zu Kapitel wissen wie es den beiden Hauptcharakteren weiter ergeht.
Dieses Buch wird nicht das letzte gewesen sein, welches ich von der Autorin gelesen habe.

Veröffentlicht am 01.04.2019

Ein echter Pageturner.

Das verlorene Symbol
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Dan Brown, der meister der Cliffhanger. In diesem Band ist es wieder so gewesen, dass man von Kapitel zu Kapitel immer weiterlesen will, weil jedes mit einem Cliffhanger endet und man natürlich gleich ...

Dan Brown, der meister der Cliffhanger. In diesem Band ist es wieder so gewesen, dass man von Kapitel zu Kapitel immer weiterlesen will, weil jedes mit einem Cliffhanger endet und man natürlich gleich wissen will, wie es weitergeht. So ist auch Band 3 der Langdon-Reihe wieder ein absoluter Pageturner.

Robert Langdon wird von seinem alten Freund und Mentor Peter Solomon nach Washington bestellt, um dort einen Vortrag zu halten. Doch es wäre natürlich nicht Robert Langdon, wenn alles so wäre wie gedacht. Daher passieren einige merkwürdige Dinge und Robert befindet sich in mitten eines großen Rätsels um eine geheime Vereinigung.

Der Autor hat mit seiner Hauptfigur Robert Langdon natürlich einen sehr starken Charakter erschaffen, der von Band zu Band lebendiger wird. Doch auch die Nebenfiguren sind nie nur eindimensional, sondern haben ihre ganz eigenen Charakterzüge, Stärken und Schwächen. Man nimmt ihnen ab, dass sie sind wie sie sind.

Ein rasanter Thriller mit jeder Menge toller Infos und top Recherche vom Autor zu den Themen. So macht Geschichte Spaß!

Veröffentlicht am 24.03.2019

Eine Soldatin erzählt aus ihrem Leben

Ich diene Deutschland
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Eine Frau, Soldatin, mit Migrationshintergrund. Die Autorin erzählt von ihrem Leben als Soldatin. Wie sie im Alltäglichen und nicht ganz Alltäglichen immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Sei es ...

Eine Frau, Soldatin, mit Migrationshintergrund. Die Autorin erzählt von ihrem Leben als Soldatin. Wie sie im Alltäglichen und nicht ganz Alltäglichen immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Sei es in ziviler Umgebung, weil sie einen Migrationshintergrund hat. Sei es innerhalb der Bundeswehr, weil sie eine Frau ist. Doch sie erzählt nicht nur von Dingen, die sich ändern müssen. Sie zeigt auch auf, warum sie ihren Job so liebt und warum auch Frauen einen festen Platz als Wehrsoldatinnen in der Bundeswehr haben.
Nariman Hammouti-Reinke bemerkt, dass Deutschland in den letzten Jahren ein Problem hat. Denn für viele gehört die Bundeswehr nicht (mehr) zu Deutschland. Es ist nicht mehr chic zu dienen, seit die Wehrpflicht ausgesetzt wurde. Man wird als Waffenfanatiker beschimpft, wenn man sich freiwillig zum Dienst an der Waffe meldet. Deutschland sollte stolz auf seine Soldaten sein, denn sie sorgen dafür, dass wir alle in Frieden unserem Leben in gewohnter Weise nachgehen können.
Leider ist Schubladendenken des Deutschen liebstes Vergnügen und so werden die Soldaten oft als "autoritäre Sadisten" oder "unselbstständige Befehlsempfänger" abgestempelt.
Durch dieses Buch erfährt der Leser nicht nur viel über die Autorin, sondern auch über die Strukturen der Bundeswehr. Beispielsweise dürfen Frauen erst sein 2001 den Dienst an der Waffe antreten. Zuvor durften sie höchstens im Sanitätsdienst aktiv sein.
Sie erzählt davon, dass es nicht leicht ist, wenn man als Soldat immer wieder versetzt wird und oft von der Familie und Freunden weit entfernt arbeitet.
Dass heutzutage mehr diskutiert wird, als einfach Befehle zu befolgen, stört sie sehr. Die jungen Rekruten versuchen alles tot zu diskutieren. Doch in gefährlichen Situationen hat man keine Zeit für so etwas. Man muss sich 100%ig auf seine Kameraden verlassen können und einfach ausführen. Nur so kann die Gemeinschaft diese Situationen beherrschen.

Für meinen Geschmack übt die Autorin allerdings nur Kritik an Kameraden und Zivilisten aus in diesem Buch, höchstens noch am direkten Vorgesetzten. Alle, die weiter oben in der Hierarchie sitzen, werden leider nicht bedacht. Das wirkt etwas zu "abgesprochen" und man fragt sich an so mancher Stelle, ob es wirklich ihre freie Meinung ist oder ob da die Pressestelle der Bundeswehr nicht doch ein paar Worte mitzureden hat.

Sie greift auch den Alltagsrassismus auf, mit dem sie als Deutsche mit Migrationshintergrund zu kämpfen hat. Selbst in Uniform wird sie von Zivilisten oft abwertend behandelt, als könne sie nicht richtig deutsch und wäre etwas minderbemittelt. Natürlich ist dieses Thema für die Autorin wichtig, doch leider hat man beim Lesen das Gefühl, dass an vielen Stellen das Thema wichtiger erscheint, als die Bundeswehr und somit das eigentliche Grundthema des Buchs ausgehebelt wird.

Mich selbst betrifft dieses Thema nicht, was es für mich natürlich sehr schwierig macht genau zu verstehen, welchen Stellenwert es in ihrem Leben einnimmt. Ich hatte leider das Gefühl vor allem das Thema "Frau an der Waffe" kam zu kurz in diesem Buch. Ich als Frau interessiere mich vor allem dafür, wie frau mit Vorurteilen und "Problemen" in einer doch sehr dominierten Männerwelt umgeht. Leider wird das Thema auf sexuelle Gewalt und schwache 15 Seiten reduziert in diesem Buch. Da hätte ich mir einfach mehr erhofft.

Da ich mir tatsächlich mehr von dem Buch gewünscht hatte, kann ich ihm leider nur 3 von 5 Sternen geben. Die Autorin ist sympathisch, doch man erfährt sehr wenig über sie als Frau. Das Hauptthema scheint Migration und das Leben als Muslima zu sein, dann kommt ihr Leben als Soldat und erst dann ist sie Frau, die in der Bundeswehr tätig ist. Das war mir leider nicht genug.

Veröffentlicht am 01.03.2019

Hank Green zeigt mit dem Finger auf uns alle.

Ein wirklich erstaunliches Ding
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April May ist die Protagonistin in diesem außergewöhnlichen Debütroman des Autors Hank Green. Sie läuft eines nachts durch die Straßen von New York und sieht eine mysteriöse Roboter-Skulptur. Daraus spinnt ...

April May ist die Protagonistin in diesem außergewöhnlichen Debütroman des Autors Hank Green. Sie läuft eines nachts durch die Straßen von New York und sieht eine mysteriöse Roboter-Skulptur. Daraus spinnt sie eine Geschichte und dreht mit ihrem Kumpel ein Youtube-Video, was gleich darauf durch die Decke geht. Sie wird von heute auf morgen berühmt. Das wirkt zuerst einfach toll, doch dann kommen eben auch die Schattenseiten des Social-Media-Lebens auf sie zu und Neider treten auf den Plan.

Hank Green hat mit seinem Roman genau den Nerv der Zeit getroffen. Die Sprache des Autors ist modern, locker, leicht. Er selbst hat gemeinsam mit seinem Bruder einen Youtube-Kanal und weiß wovon er redet. Er beschreibt sehr genau, was dieses "Machtgefühl" mit einem Menschen macht und wie schnell man sich verändert, wenn man merkt dass man auf der Straße erkannt wird und die Leute Selfies machen wollen.

Die Figuren in diesem Buch sind wirklich gut ausgearbeitet, auch wenn gerade April nicht sonderlich sympathisch rüberkommt. Einerseits fühlt man mit ihr, andererseits kann man viele Entscheidungen nicht nachvollziehen und fragt sich, wie man selbst in einer solchen Situation gehandelt hätte. Ob man seine Freunde auch vor den Kopf stoßen würde und sich lieber auf fremde Menschen verlassen würde? Schwierig zu sagen.

Hank Green zeigt mit dem Finger auf jeden einzelnen von uns. Wie wir uns in der Anonymität des Internets verhalten und was dieses mit uns macht. Wenn wir beginnen unsere Lebensqualität in Likes zu messen (S. 220), dann sollten wir wirklich darüber nachdenken, ob das was wir tun richtig ist. Muss erst ein Roboter namens Carl zu uns kommen, um dass wir erkennen, dass unser Verhalten falsch ist? Es ist für uns Menschen immer einfacher den Dreck bei anderen zu sehen, als darauf zu achten, was mit unserem eigenen Leben passiert. Der Autor hat mit diesem Buch einen gesellschaftskritischen Roman geschrieben, der uns die Augen öffnen kann.