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Veröffentlicht am 09.06.2017

Die sprichwörtliche Hölle auf Erden.

Der 7. Tag
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Meine Eindrücke:
Bereits der Prolog beginnt mit einem Paukenschlag. Michael Thalheim ist tot. Ermordet durch seine Ehefrau. Wirklich? Warum? Was soll das alles?
Zu Beginn fragt man sich, wie das alles ...

Meine Eindrücke:
Bereits der Prolog beginnt mit einem Paukenschlag. Michael Thalheim ist tot. Ermordet durch seine Ehefrau. Wirklich? Warum? Was soll das alles?
Zu Beginn fragt man sich, wie das alles sein kann. Warum Sybille Thalheim ihren Mann umgebracht hat und was alles dahinter steckt. Man empfindet eigentlich Sybille als einen sehr unsympathischen Mensch. Sie wirkt während des Prozesses sehr abgeklärt, gefühlskalt und irgendwie abwesend, fast desinteressiert an ihrer ganzen Situation.

Im weiteren Verlauf des Prozesses fragt man sich als Leser immer wieder, wie sie so ruhig bleiben kann in dieser ganzen verfahrenen Situation. Hat sie mit ihrem Leben einfach abgeschlossen? Es wird einem bewusst, wie ausgeliefert man in solch einer Situation ist. Die Presse zerreißt einen in der Luft, die Zeugen sagen boshaft falsche Geschichten aus und die Bürger zerreißen sich das Maul über die, auf die sie mit den Fingern zeigen.
Und dann beginnt man zu grübeln. War sie es wirklich? Was genau ist geschehen? Warum kam es soweit, dass Michael Thalheim seine schwangere Frau sitzen lässt und sich aus dem Staub macht?

Und dann ist es soweit. Die ganze Wahrheit kommt ans Licht und ist um einiges größer, grausamer und gruseliger, als gedacht. Es entsteht eine Wendung durch eine Geschichte hinter der Geschichte. Man erfährt so viel und ist am Ende doch so überrascht.

Mein Fazit:
Ein mitreißendes, wunderbar geschriebenes Buch. Mit einer tollen Sicht in der ICH-Erzählperspektive, die der ganzen Geschichte Nähe bringt und den Leser mitfühlen lässt.
Da kann man nur hoffen, dass man so etwas niemals selbst durchleben muss. Die sprichwörtliche Hölle auf Erden.

Veröffentlicht am 09.06.2017

Ein dunkles Familiengeheimnis

Das Elfenbeinzimmer
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Meine Meinung zum Buch:
Zu Beginn hatte ich zwar immer wieder Schwierigkeiten mit den einzelnen Figuren, habe mich oft über die Zickereien untereinander aufgeregt, aber im Endeffekt habe ich mich Stück ...

Meine Meinung zum Buch:
Zu Beginn hatte ich zwar immer wieder Schwierigkeiten mit den einzelnen Figuren, habe mich oft über die Zickereien untereinander aufgeregt, aber im Endeffekt habe ich mich Stück für Stück in jede einzelne Hauptfigur verliebt. Vor allem Marla hat es mir angetan. Auch wenn sie bei weitem nicht so neugierig gewesen ist, wie ich sie vielleicht gehabt hätte, aber sie war mir so sympatisch, weil sie immer versucht hat, ihren eigenen Weg zu gehen und dabei fast immer das Richtige getan hat. Sie hatte nicht den Part des allzu dämlichen Teenies, die sich ständig in Gefahr begibt. Das mochte ich daran. Und Raúl ist ja ein toller junger Mann gewesen, dem ich wahrscheinlich in dem Alter auch verfallen wäre. lach
Die Villa und ihre Beschreibungen fand ich zuerst auch gewöhnungsbedürftig und dann hat es mich gepackt. Das Haus mit all seinen Geheimnissen und dunklen Ecken. Ich wünschte mir, ich wäre selbst darin herum gewandelt. Vor allem das im Garten gelegene Badehaus wäre wohl mein "Versteck" gewesen. Schade, dass daraus nicht mehr gemacht wurde. Aber das kann man sich dann eben weiterführend denken.
Auch den Dachboden hätte ich mir gerne selbst angesehen. Ich liebe ja alte Möbel und das Stöbern in alten Kisten und Fotoalben. Da erfährt man so viel über die Menschen, die dort damals gelebt haben.
Die Geschichte um das Elfenbeinzimmer hat mich fasziniert und auch etwas geschockt. Ob es so etwas früher wirklich gegeben hat? Gruselig. Aber lest selbst.
Über die Flüchtlingsströme, die aus Marokko nach Ceuta herüber wollen, habe ich mir vorher nie Gedanken gemacht. Man hat in den Nachrichten immer viel über Lampedusa gehört, aber Ceuta war mir neu. Jetzt wo ich mich mit diesem Buch beschäftigt habe, ist mir auch in den Nachrichten das erste Mal aufgefallen, dass von Ceuta die Rede war.
Das Ende war wirklich sehr gut gelöst und hat mich jetzt noch einmal so richtig gefesselt. Die Spannung und die Erläuterung zum Verschwinden von Joaquíns Mutter sind wirklich toll geschrieben.

Mein Fazit:
Dieses Buch ist absolut lesenswert. Ich habe nicht nur eine neue Welt (Spanien auf dem afrikanischen Kontinent) kennengelernt, sondern auch eine wunderbare und zugleich düstere Familiengeschichte erfahren.

Veröffentlicht am 09.06.2017

Der deutsche Dr. Watson und sein Sherlock Holmes auf heißer Spur!

Das Nordseegrab
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Meine Gedanken und Eindrücke zum Buch:
Bereits zu Beginn bin ich neugierig geworden, wer vor dem ersten Kapitel von einem Schiffsunglück erzählt. Handelt es sich um einen Auftragskiller? Wer ist dieser ...

Meine Gedanken und Eindrücke zum Buch:
Bereits zu Beginn bin ich neugierig geworden, wer vor dem ersten Kapitel von einem Schiffsunglück erzählt. Handelt es sich um einen Auftragskiller? Wer ist dieser Mann? Peter Söt erhält einen Auftrag und stellt sich bei Storm vor, der ihn prompt einstellt. Man hat das Gefühl Söt ist der deutsche Dr. Watson und Storm Sherlock Holmes. Die Kapitel sind alle recht kurz und am Ende jedes Kapitels habe ich mehr Fragen, als zuvor. Beantwortet werden im Laufe des Romanes zwar einige, doch es bleiben immer wieder Fragen zurück.
Mich persönlich habe die beiläuft erzählten Geschichten im Wirtshaus und so sehr erfreut. Ich mag ja diese Art von Erzählungen sehr gerne und mochte auch als Kind die Grimms sehr gerne, die ja solche Geschichten ebenfalls gesammelt haben.
Mir ist im ganzen Roman nicht ganz klar geworden wer dieser Steffens eigentlich ist, wo er herkommt und vor allem, wohin er am Ende wieder verschwindet. Außerdem hatte ich mehrfach das Gefühl, dass der Autor Informationen künstlich zurückhält um die Spannung halten zu können. Das hat mich etwas verwirrt.
Leider habe ich gerade die weiblichen Figuren immer wieder durcheinander geworfen.
Ich hatte immer wieder das Gefühl irgendwas verpasst zu haben, was ich wohl überlesen hätte. Ich habe das ein oder andere Mal nicht verstanden, was überhaupt los ist.
Einige Personen tauchen auf und verschwinden dann wieder sehr plötzlich.
Das Ende hat mir dann doch noch sehr gut gefallen und ich bin gespannt, wie es in einem möglichen zweiten Band wohl weitergeht.

Mein Tipp an alle, die das Buch lesen wollen: Wenn möglich, in einem Rutsch durchlesen, denn wenn man zwischendrin Pausen macht, hat man ständig das Gefühl etwas überlesen oder vergessen zu haben.
Für mich ein mittelprächtiges Buch, mit tollen Ideen, aber manchmal zu wirr umgesetzt. Trotzdem hoffe ich auf Band 2, da ich gerade die Geschichte um Söt klasse fand. Vielleicht wird der 2. Band nicht mehr ganz so verwirrend. =)

Veröffentlicht am 09.06.2017

Das Leben ist ein Geschenk, das sollte man nie vergessen ...

Ich bin.
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Meine Eindrücke:
Ein wirklich unglaubliches Buch, das mich persönlich sehr berührt hat und mir immer wieder zeigt, wie wertvoll das Leben ist und wie schnell es unter den seltsamsten Umständen vorbei sein ...

Meine Eindrücke:
Ein wirklich unglaubliches Buch, das mich persönlich sehr berührt hat und mir immer wieder zeigt, wie wertvoll das Leben ist und wie schnell es unter den seltsamsten Umständen vorbei sein könnte.


Ich finde man nimmt das Leben immer so als selbstverständlich im täglichen Leben hin und realisiert selbst viel zu wenig, dass es ein Wunder ist, dass man so viele wunderbare und aufregende Dinge erleben darf Tag für Tag.

Wir sollten alle viel bewusster durch den Tag gehen und Dinge, die wir tun müssen (arbeiten, putzen, einkaufen, etc.) bewusster tun, denn all das sind Dinge, die unser Leben gestaltet.

Für mich ist die Autorin eine sehr starke Persönlichkeit, die mit ihrer Krankheit und den Spätfolgen so souverän umgeht und solch eine Ruhe ausstrahlt in ihren Worten. Ich kann das nur sehr schlecht in meine eigenen Worte fassen.

Mich hat dieses Buch vollkommen mitgenommen und ich bin unglaublich froh, dass ich es lesen durfte.

Veröffentlicht am 09.06.2017

Erschreckend, wie schnell man selbst gejagt werden kann!

Die Hexenjagd von Salem Falls
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Was ein Buch! Mich hat die Story ziemlich erschreckt und ich finde es wirklich gruselig, wie schnell es gehen kann, dass einem Mann bzw. Lehrer eine Vergewaltigung angehängt wird und er dafür ins Gefängnis ...

Was ein Buch! Mich hat die Story ziemlich erschreckt und ich finde es wirklich gruselig, wie schnell es gehen kann, dass einem Mann bzw. Lehrer eine Vergewaltigung angehängt wird und er dafür ins Gefängnis wandert. Und dieser Horror geht auch nach seinem Gefängnisaufenthalt weiter. Denn egal wohin er geht, er muss sich immer bei der Polizei als Sexualverbrecher melden und somit seine Vergangenheit mit sich herum schleppen.
Mich hat die Geschichte wirklich aufgewühlt, vor allem im Hinblick darauf, dass wir Mädels während der Realschulzeit auf unseren jungen Chemie-Referenten abgefahren sind. Wie schnell hätten wir ihn in Teufels Küche bringen können ohne uns recht bewusst zu sein, was wir da tun.
Wahrscheinlich läuft das Prozedere hier in Deutschland etwas anders ab und der Beschuldigte wird etwas gewissenhafter angehört, als in Amerika, aber trotzdem ist die Gefahr für Lehrer in so etwas rein gezogen zu werden auch hier ziemlich groß.
Beim weiteren Lesen habe ich immer mehr ein beklemmendes Gefühl in der Brust gehabt. So viel Ungerechtigkeiten gegenüber Jack und solche Boshaftigkeiten von Seiten pubertierender Mädchen ist kaum zu ertragen.
Um so weiter die Story fortgeschritten war, umso mehr zweifelt man dann zwischendrin an Jacks Unschuld... Es gibt definitiv Personen, die man am liebsten vor Unverständnis schütteln würde und auch welche, die man in den Arm nehmen würde oder auch beides gleichzeitig. Ich hatte beim Lesen ein großes Gefühlskino in mir. Als klassischen Psycho-Thriller würde ich das Buch nicht beschreiben, eher ein "Was-wäre-wenn"-Roman.
Allerdings hat das Buch auch seine Längen und ich finde einige Dinge, wie die DNA Analyse müssen nicht mehrmals so detailliert erklärt werden.
Am besten hat mir allerdings dieser Dialog gefallen, denn er hat mich an meine Kindheit und Jugend erinnert:
"An einem Abend singt man ihr noch ein Schlaflied vor, und am nächsten Morgen wacht sie auf und hört sich Limp Bizkit an."
"Was um Himmels Willen ist denn Limp Bizkit?" "Das erfahren Sie noch früh genug."
Dieser Dialog lässt mich bis heute schmunzeln, da ich als Teenie total auf Limp Bizkit abgefahren bin und meine Eltern sicher dementsprechend mit mega lauter Schrammel-Musik genervt habe. =))) Die müssen sich in etwa genauso gefühlt haben, wie der Mann, der davon sprach im Buch.

Alles in allem ein wirklich lesenswertes Buch und es lässt mich neugierig werden auf mehr von Jodi Picoult, von der ich vor ein paar Monaten mal ein Interview im "Bücher"-Magazin gelesen habe.