Profilbild von leuchtturmwaerterin

leuchtturmwaerterin

Lesejury Profi
offline

leuchtturmwaerterin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit leuchtturmwaerterin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2017

Der deutsche Dr. Watson und sein Sherlock Holmes auf heißer Spur!

Das Nordseegrab
0

Meine Gedanken und Eindrücke zum Buch:
Bereits zu Beginn bin ich neugierig geworden, wer vor dem ersten Kapitel von einem Schiffsunglück erzählt. Handelt es sich um einen Auftragskiller? Wer ist dieser ...

Meine Gedanken und Eindrücke zum Buch:
Bereits zu Beginn bin ich neugierig geworden, wer vor dem ersten Kapitel von einem Schiffsunglück erzählt. Handelt es sich um einen Auftragskiller? Wer ist dieser Mann? Peter Söt erhält einen Auftrag und stellt sich bei Storm vor, der ihn prompt einstellt. Man hat das Gefühl Söt ist der deutsche Dr. Watson und Storm Sherlock Holmes. Die Kapitel sind alle recht kurz und am Ende jedes Kapitels habe ich mehr Fragen, als zuvor. Beantwortet werden im Laufe des Romanes zwar einige, doch es bleiben immer wieder Fragen zurück.
Mich persönlich habe die beiläuft erzählten Geschichten im Wirtshaus und so sehr erfreut. Ich mag ja diese Art von Erzählungen sehr gerne und mochte auch als Kind die Grimms sehr gerne, die ja solche Geschichten ebenfalls gesammelt haben.
Mir ist im ganzen Roman nicht ganz klar geworden wer dieser Steffens eigentlich ist, wo er herkommt und vor allem, wohin er am Ende wieder verschwindet. Außerdem hatte ich mehrfach das Gefühl, dass der Autor Informationen künstlich zurückhält um die Spannung halten zu können. Das hat mich etwas verwirrt.
Leider habe ich gerade die weiblichen Figuren immer wieder durcheinander geworfen.
Ich hatte immer wieder das Gefühl irgendwas verpasst zu haben, was ich wohl überlesen hätte. Ich habe das ein oder andere Mal nicht verstanden, was überhaupt los ist.
Einige Personen tauchen auf und verschwinden dann wieder sehr plötzlich.
Das Ende hat mir dann doch noch sehr gut gefallen und ich bin gespannt, wie es in einem möglichen zweiten Band wohl weitergeht.

Mein Tipp an alle, die das Buch lesen wollen: Wenn möglich, in einem Rutsch durchlesen, denn wenn man zwischendrin Pausen macht, hat man ständig das Gefühl etwas überlesen oder vergessen zu haben.
Für mich ein mittelprächtiges Buch, mit tollen Ideen, aber manchmal zu wirr umgesetzt. Trotzdem hoffe ich auf Band 2, da ich gerade die Geschichte um Söt klasse fand. Vielleicht wird der 2. Band nicht mehr ganz so verwirrend. =)

Veröffentlicht am 09.06.2017

Das Leben ist ein Geschenk, das sollte man nie vergessen ...

Ich bin.
0

Meine Eindrücke:
Ein wirklich unglaubliches Buch, das mich persönlich sehr berührt hat und mir immer wieder zeigt, wie wertvoll das Leben ist und wie schnell es unter den seltsamsten Umständen vorbei sein ...

Meine Eindrücke:
Ein wirklich unglaubliches Buch, das mich persönlich sehr berührt hat und mir immer wieder zeigt, wie wertvoll das Leben ist und wie schnell es unter den seltsamsten Umständen vorbei sein könnte.


Ich finde man nimmt das Leben immer so als selbstverständlich im täglichen Leben hin und realisiert selbst viel zu wenig, dass es ein Wunder ist, dass man so viele wunderbare und aufregende Dinge erleben darf Tag für Tag.

Wir sollten alle viel bewusster durch den Tag gehen und Dinge, die wir tun müssen (arbeiten, putzen, einkaufen, etc.) bewusster tun, denn all das sind Dinge, die unser Leben gestaltet.

Für mich ist die Autorin eine sehr starke Persönlichkeit, die mit ihrer Krankheit und den Spätfolgen so souverän umgeht und solch eine Ruhe ausstrahlt in ihren Worten. Ich kann das nur sehr schlecht in meine eigenen Worte fassen.

Mich hat dieses Buch vollkommen mitgenommen und ich bin unglaublich froh, dass ich es lesen durfte.

Veröffentlicht am 09.06.2017

Erschreckend, wie schnell man selbst gejagt werden kann!

Die Hexenjagd von Salem Falls
0

Was ein Buch! Mich hat die Story ziemlich erschreckt und ich finde es wirklich gruselig, wie schnell es gehen kann, dass einem Mann bzw. Lehrer eine Vergewaltigung angehängt wird und er dafür ins Gefängnis ...

Was ein Buch! Mich hat die Story ziemlich erschreckt und ich finde es wirklich gruselig, wie schnell es gehen kann, dass einem Mann bzw. Lehrer eine Vergewaltigung angehängt wird und er dafür ins Gefängnis wandert. Und dieser Horror geht auch nach seinem Gefängnisaufenthalt weiter. Denn egal wohin er geht, er muss sich immer bei der Polizei als Sexualverbrecher melden und somit seine Vergangenheit mit sich herum schleppen.
Mich hat die Geschichte wirklich aufgewühlt, vor allem im Hinblick darauf, dass wir Mädels während der Realschulzeit auf unseren jungen Chemie-Referenten abgefahren sind. Wie schnell hätten wir ihn in Teufels Küche bringen können ohne uns recht bewusst zu sein, was wir da tun.
Wahrscheinlich läuft das Prozedere hier in Deutschland etwas anders ab und der Beschuldigte wird etwas gewissenhafter angehört, als in Amerika, aber trotzdem ist die Gefahr für Lehrer in so etwas rein gezogen zu werden auch hier ziemlich groß.
Beim weiteren Lesen habe ich immer mehr ein beklemmendes Gefühl in der Brust gehabt. So viel Ungerechtigkeiten gegenüber Jack und solche Boshaftigkeiten von Seiten pubertierender Mädchen ist kaum zu ertragen.
Um so weiter die Story fortgeschritten war, umso mehr zweifelt man dann zwischendrin an Jacks Unschuld... Es gibt definitiv Personen, die man am liebsten vor Unverständnis schütteln würde und auch welche, die man in den Arm nehmen würde oder auch beides gleichzeitig. Ich hatte beim Lesen ein großes Gefühlskino in mir. Als klassischen Psycho-Thriller würde ich das Buch nicht beschreiben, eher ein "Was-wäre-wenn"-Roman.
Allerdings hat das Buch auch seine Längen und ich finde einige Dinge, wie die DNA Analyse müssen nicht mehrmals so detailliert erklärt werden.
Am besten hat mir allerdings dieser Dialog gefallen, denn er hat mich an meine Kindheit und Jugend erinnert:
"An einem Abend singt man ihr noch ein Schlaflied vor, und am nächsten Morgen wacht sie auf und hört sich Limp Bizkit an."
"Was um Himmels Willen ist denn Limp Bizkit?" "Das erfahren Sie noch früh genug."
Dieser Dialog lässt mich bis heute schmunzeln, da ich als Teenie total auf Limp Bizkit abgefahren bin und meine Eltern sicher dementsprechend mit mega lauter Schrammel-Musik genervt habe. =))) Die müssen sich in etwa genauso gefühlt haben, wie der Mann, der davon sprach im Buch.

Alles in allem ein wirklich lesenswertes Buch und es lässt mich neugierig werden auf mehr von Jodi Picoult, von der ich vor ein paar Monaten mal ein Interview im "Bücher"-Magazin gelesen habe.

Veröffentlicht am 06.06.2017

Wie ist das Leben wohl in der Zukunft?

H.G. Wells: Die Zeitmaschine
0

"Kann ein Würfel, der keine zeitliche Dauer besitzt, wirklich existieren?"

Meinung:
Science-Fiction und Dystopien sind normalerweise nichts für mich. Daher stellte dieses Buch für mich eine kleine Herausforderung ...

"Kann ein Würfel, der keine zeitliche Dauer besitzt, wirklich existieren?"

Meinung:
Science-Fiction und Dystopien sind normalerweise nichts für mich. Daher stellte dieses Buch für mich eine kleine Herausforderung dar. Warum also sollte ich es trotzdem lesen? Ganz einfach, in meiner Klassiker-Leserunde wurde darüber gesprochen und wir wollten es gemeinsam lesen.
Das Genre hat es mir nicht gerade leicht gemacht, aber da das Buch nur 125 Seiten hat, wollte ich mich durchbeißen.
Die Welt, wie wir sie kennen, verschwindet und H.G. Wells' Zeitreisender versucht uns Lesern zu zeigen, wie es in der Zukunft aussehen kann. Er vergleicht die Hierarchien mit denen der uns bekannten Welt und versucht sich und uns zu erklären, wie es so weit kommen kann.


Schreibstil:
Da ich das Original nicht kenne, kann ich nur von der im Nikol Verlag erschienenen Version sprechen, die sprachlich sehr modern gehalten und daher gut verständlich ist.
Es wird aus der Sicht eines namenlosen Besuchers einer im Laboratorium des Zeitreisenden berichtet. Der Erzählstil ist die ICH-Perspektive. Im späteren Verlauf allerdings, wird der Bericht des Zeitreisenden aus seiner Sicht geschildert, was am Ende der namenlose Besucher wieder abschließt.
Der Schreibstil ist wirklich gut, man kann sehr gut folgen und es wirkt nicht künstlich aufgebauscht.
Mit dem Aufbau des Textes (dem sogenannten Satz), bin ich nicht wirklich zufrieden. Es werden zu jedem neuen Absatz bei den Berichten des Zeitreisenden neue geöffnete Anführungszeichen gesetzt, doch am Ende fehlen die schließenden. Da der Nikol Verlag leider keinerlei Angaben zur Ausgabe macht, die als Grundlage des gedruckten Buchs benutzt wurde, weiß man natürlich nicht, ob es Eigenwilligkeit des Autors/früheren Setzers war oder schlichtweg Druckfehler. Auch das Ersterscheinungsdatum des Originaltextes fehlt, was eine tolle Zusatzinfo gewesen wäre. Außerdem sind mittendrin einige Bleiwüsten ohne jegliche Absätze zu finden, was das Lesen auf Dauer etwas anstrengend macht.


Charaktere:
Bis auf Filby und Richardson wird keiner der Anwesenden bei der Herrenrunde mit Namen angesprochen. Selbst der Zeitreisende nicht, denn Namen spielen hier überhaupt keine Rolle. Alleine die Erzählungen des Zeitreisenden sind hier wichtig. Er berichtet von der Reise zu den Eloi und der Freundlichkeit, die ihm entgegenkam. Außerdem erzählt er von der Rohheit und Grausamkeit der Morlocks. Und vom Ende der uns bekannten Welt.
Leider werden die Morlocks nur grob beschrieben, während das Augenmerk auf den gutmütigen Eloi liegt. Das nimmt dem Text etwas die Spannung.


Fazit:
Das erste Drittel kommt nur langsam in Schwung. Die Begegnungen mit den Eloi werden sehr ausführlich behandelt. Von den Morlocks hätte ich gerne mehr erfahren. Der Zeitreisende ist schließlich Forscher und hätte sie besser beobachten sollen.
Besonders gut hat mir das letzte Drittel gefallen. Die Beschreibungen, wie die Erde der Sonne immer näher kommt und das Ende somit näher rückt, hat mich beeindruckt. Wenn man bedenkt, wie nahe seine Ausführungen dem Stand und Wissen der heutigen Forschung kommt ist dieses Buch wirklich eine Glanzleistung.
Zum Ende hin habe ich mich so auf das Thema eingelesen, dass ich gerne noch etwas weitergelesen hätte. H.G. Wells ist definitiv seiner Zeit voraus gewesen und somit ein echter "Zeitreisender".
Da es zu Beginn aber doch etwas träge war, gibt es von mir 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.06.2017

Tom Kummer setzt seiner Frau ein Denkmal.

Nina & Tom
0

"Manchmal fühlt es sich an, als würden wir uns das stille Spektakel 'Sterben' wie eine Reality-Show reinziehen."

Meinung:
Wie schreibt man am besten über ein Buch, dass man in keine bekannten Schubladen ...

"Manchmal fühlt es sich an, als würden wir uns das stille Spektakel 'Sterben' wie eine Reality-Show reinziehen."

Meinung:
Wie schreibt man am besten über ein Buch, dass man in keine bekannten Schubladen stecken kann? Und wie fällt die Bewertung aus, wenn man 3/4 des Buches nur schwer ertragen kann?
Dieses Buch war eine echte Herausforderung für mich. Doch am Ende hat sich alle Mühe gelohnt.
Tom Kummer, ein Journalist der besonderen Art, hat seiner Frau Nina ein Denkmal gesetzt.
Wenn man beachtet, dass besagter Tom Kummer wegen fiktiver Star-Interviews in der Kritik stand, hat es der Aufbau Verlag mit seinem Label "Blumenbar" wohl ganz richtig gemacht, dem Buch den Stempel "Roman" zu verpassen.
Tom erzählt in einer schonungslosen Art und Weise von Ninas Leben und Sterben. Details, die man vom Sterbeprozess vielleicht nicht gewohnt ist. Befremdlich wie stark er sich zu Nina selbst mit Windel sexuell hingezogen fühlt, wie gerne er sie spüren würde. Für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar.
Auch das Sterben zum Familienalltag zu machen und die beiden Jungs im Teenageralter im Eltern-/Familienschlafzimmer zu haben, ist eher merkwürdig.
Das Kennenlernen und die Beziehung der beiden ist streckenweise von Provokationen nur so gespickt.
Es ist oft nicht klar, was beide aneinander finden. Ob es nur der Sex ist, was beide verbindet? Der Sex und die Gier nach Grenzerfahrungen.
Es fällt schwer sich auf die Geschichte einzulassen.

Schreibstil:
Es wirkt fast wie Tagebucheinträge mit Zeitsprüngen. Tom Kummer lässt "seinen Tom" in der ICH-Perspektive erzählen, was die Story nahbarer macht. Der Leser fühlt mehr mit. Allerdings sind manche Momente so seltsam und durch diverse Provokationen seitens Nina wird die zarte Nähe zum Leser zerstört.
Ich bin oft an einem Punkt angelangt, wo es mir zu viel wurde und ich das Buch am liebsten weggelegt hätte. Doch die Neugier hat gesiegt.

Charaktere:
Nina und Tom, um sie dreht sich das Buch. Lange sind beide auf ihre eigene Art extrem unsympathisch. Sie provozieren mit Taten und Aussagen und ecken in der Gesellschaft gerne an. Sie brauchen wohl dieses Aufreiben, auch aneinander.
Nina verändert sich, als sie schwanger wird, lässt mehr Gefühle zu und zeigt mehr Menschlichkeit. Bei Tom dauert es etwas länger. Ihn kann man erst im letzten Viertel des Buches so richtig verstehen. Und am Ende hat er mich als Leser tatsächlich überzeugt.

Fazit:
Was eine Berg-und-Tal-Fahrt. Dieses Buch hat lange gebraucht, um mich zu überzeugen. Ich habe mich oft gefragt, was das alles soll, warum ich so etwas lese, wo es doch bloß um den Ego-Trip zweier Menschen geht.
Doch nach und nach hat sich eines zum anderen gefügt und mir ist Tom unglaublich sympathisch geworden.
Das letzte Kapitel ist das "echteste" im ganzen Buch und hat mich einfach mitgenommen.
Der Tod ist immer da, auch wenn wir ihn nicht sehen wollen. Er begleitet uns ein Leben lang.
Ich gebe diesem sehr speziellen Buch 3,5 von 5 Sternen, da es mich am Ende überzeugen konnte.
Und wer weiß, vielleicht hat Tom ja auch dieses Mal eine Portion Fiktion mit in die Story gebracht.
"Wir sind wie erfunden."