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Veröffentlicht am 16.04.2018

Was, wenn’s dich trifft?

Das Schicksal ist ein Schläger
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Was, wenn’s dich trifft?

„Was passiert, wenn ein Schicksalsschlag den Boden unter den Füßen ins Wanken bringt und die heile Welt erschüttert?“

Die Autorin schrieb dieses Buch gemäß ihrer Aussage für ...

Was, wenn’s dich trifft?

„Was passiert, wenn ein Schicksalsschlag den Boden unter den Füßen ins Wanken bringt und die heile Welt erschüttert?“

Die Autorin schrieb dieses Buch gemäß ihrer Aussage für jene Menschen, die so wie sie selber manchmal am Leben und der Unlogik menschlicher Erfahrungen verzweifeln, die keine Antworten auf alle Fragen haben, besonders auf die Frage nach dem „Warum?“

So erzählt sie von verschiedenen Schicksalen, indem sie einerseits über das Erlebte aus ihrer eigenen Sicht berichtet, andererseits die Betroffenen selber zu Wort kommen lässt. Das Mädchen Eliza beschreibt beispielsweise, wie sehr die Trauer und der seelische Verlust nach dem Tod eines nahen Angehörigen einen Menschen verändern können, seinen Glauben auf eine harte Probe stellen oder gar zerstören. David berichtet von einer Ehe, die von Beginn an unter keinem guten Stern stand und der nachfolgenden Trennung, die ihn beinahe völlig zerstörte. Jonathan wurde bereits in jungen Jahren mehrfach mit dem Tod konfrontiert, seine Welt geriet aus den Fugen. Der Krebs raubte Gabriel seinen neu entdeckten Glauben, seinen Kontakt zu den Töchtern und seinen Lebenswillen. Elianas Kindheit war weder einfach, noch glücklich, und sexueller Missbrauch drohte die junge Frau vollständig zu zerbrechen. Doch in all diesen Lebensgeschichten berichtet Christina Rammler von der Erkenntnis, dass der Glaube an Gott oder eine besondere Gotteserfahrung den Menschen wieder neue Kraft zu geben vermag. „Manchmal greift Gott ein, um den Lauf der Welt für immer zu verändern – und das immer zum Besten!“

Die Erkenntnisse jener Menschen, die in diesem Buch ihrem Schmerz und ihrer Leiderfahrung Ausdruck verleihen, sind teilweise besonders berührend. Für den krebskranken Gabriel ist beispielsweise eines klar: „ Gott hat einen Plan, er hat alles im Griff, hat zu jeder Zeit die Kontrolle.“ Genauso klar ist für ihn aber auch, „dass Gott für das Leid in der Welt nicht verantwortlich ist, schließlich gibt es in der Gott-Leid-Gleichung einen unberechenbaren Faktor: den freien Willen des Menschen.“ Seine Perspektive auf das, was im Leben wirklich zählt, hat sich in den letzten Jahren sehr verändert: es geht ihm nicht mehr darum, ein möglichst einfaches, für ihn angenehmes Leben zu führen, das Schmerz vermeidet. Es geht ihm nicht mehr darum, dem Geld hinterherzujagen und Erfolg zu haben, wie man ihn landläufig definiert. Was für Gabriel zählt, ist, dass er selbst liebesfähiger wird, dass er selbst dazu beitragen kann, dass andere Menschen Gottes Liebe erleben können – und zwar durch ihn.“ Gabriels Schicksal und seine innere Einstellung dazu, seine Art, mit den Schlägen, die das Leben verteilt, umzugehen, haben mich am meisten angesprochen und beeindruckt.

Die Autorin liefert in diesem Buch keine einfachen Antworten oder Lösungen, hebt aber sowohl in ihren eigenen Schilderungen wie auch durch jene der Betroffenen ganz klar und deutlich hervor, dass es jemanden gibt, der da ist, der alles weiß, der uns versteht und uns durch schwere Zeiten trägt.

Da ich das in düsterem Schwarz gehaltene Buchcover mit der pinkfarbenen Kick-Boxerin eher als abschreckend empfand, trat ich mit einer geringen Erwartungshaltung an dieses Buch heran. Ich war positiv überrascht von der einfühlsamen Art und Weise der Autorin, die verschiedenen Lebensberichte wiederzugeben. Leider muss ich mich jedoch einem Vorrezensenten anschließend, der die „exzessiven Wortwiederholungen“ in diesem Buch als störend empfand. Auch ich war sehr befremdet, als ich ganze Abschnitte oder gar ganze Seiten über stets dasselbe Wort (bzw. zwei oder drei Wörter) in endloser Aneinanderreihung vorgefunden habe. Da es sich hierbei keineswegs um einen Einzelfall handelt, hat es auch bei mir den Lesefluss beeinträchtigt. Zudem war auch der großzügige Umgang der Gossensprache im Buch ein Störfaktor für mich – auch, wenn es vermutlich einer authentischen Wiedergabe von Lebensberichten geschuldet war, erwarte ich mir von einem christlichen Verlag, dass solche Ausdrücke in ihren Büchern vermieden werden. Schade.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Wer Hoffnung sät

Wer Hoffnung sät
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Wer Hoffnung sät

Chris Fabry stellt uns in seinem Buch „Wer Hoffnung sät“ Karin vor, eine junge Frau, die in ihrem Leben falsche Entscheidungen getroffen und falsche Freunde gewählt hat. Man erfährt gleich ...

Wer Hoffnung sät

Chris Fabry stellt uns in seinem Buch „Wer Hoffnung sät“ Karin vor, eine junge Frau, die in ihrem Leben falsche Entscheidungen getroffen und falsche Freunde gewählt hat. Man erfährt gleich zu Beginn von ihrem Kampf mit seelischen Problemen und Ängsten. Karin lebt in ihrem Heimatort Dogwood in West Virginia und ist mit dem Pastor in der Little Brown Church verheiratet, das Paar hat auch Kinder. Bedauerlicherweise hat Karin keine gute Freundin. Umso mehr freut sie sich, dass das ältere Gemeindemitglied Ruthie Bowles mit offenen Armen auf sie zugeht. Ruthie verbringt Zeit mit Karin und überredet sie sogar dazu, ihren alten Jugendfreund Will Hatfield im Gefängnis zu besuchen. Will sitzt seit vielen Jahren in der Justizvollzugsanstalt Clarkston und lebt nur für seinen großen Traum: ein Haus zu bauen, die Frau seiner Träume zu heiraten und mit ihr die gemeinsamen Kinder großzuziehen. Als Will kurz nach Karins Besuch aus der Haft entlassen wird, kehrt er in seine Heimatgemeinde zurück. Karin ist verunsichert, die Einwohner von Dogwood reagieren ablehnend, die Situation eskaliert sogar und es kommt zu einem tragischen Zwischenfall. Wird Will seinen Lebenstraum, Karin für sich zu gewinnen, endgültig begraben müssen?
Nach dem unvergleichlichen Buch „Der unsichtbare Kampf“, das ein außergewöhnliches schönes und nachhaltig beeindruckendes Leseerlebnis für mich darstellte, hatte ich eine sehr hohe Erwartungshaltung an diese Neuerscheinung des Autors. Leider gestaltete sich jedoch bereits der Einstieg ins Buch als schwierig. Chris Fabry erzählt seine Geschichte abwechselnd aus der Sicht seiner handelnden Personen, teilweise als Ich-Erzähler. Danach rollt er die Geschichte behutsam auf und gestattet seinen Lesern nach und nach immer tiefere Einblicke in die Vergangenheit. Da dieser Roman meiner Meinung nach vom völlig überraschenden Ende lebt, möchte ich auf den Inhalt auch nicht näher eingehen. Die Zusammenhänge beziehungsweise die Bedeutung einiger Aussagen und Ereignisse blieben für mich jedoch lange Zeit schwer erkennbar. Ich war zudem enttäuscht von den flachen und unpersönlichen Figuren der Handlung. Lediglich in der Darstellung von Will Hatfield und Ruthie Bowles wurde tiefe Authentizität vermittelt, ich würde die beiden sogar als eigentliche Protagonisten des Buches bezeichnen. Will und Ruthie sind mir sofort ans Herz gewachsen. Der tiefe Glaube, der sie durchdringt und dem sie das gesamte Buch über Ausdruck verleihen, hat die Lektüre für mich persönlich aufgewertet. Auch aus dem kauzigen alten Eigenbrötler namens Jasper Woods hätte der Autor weit mehr machen können – er war mir ebenso sympathisch wie Will und Ruthie. Leider wird er lediglich auf einigen Seiten erwähnt und spielt danach keine Rolle mehr… schade! Den Rest der Handlung empfand ich den Großteil des Buches über als zusammenhanglos und undurchschaubar, vieles wirkte befremdlich auf mich. Ich war enttäuscht von den leblosen und unglaubwürdigen Nebenfiguren. Speziell die Person des Danny Boyd war mir bis zur letzten Seite ein Rätsel – die „Auflösung“ desselben empfand ich als völlig unbefriedigend, so wie den gesamten Roman und dessen Ende.

Die sympathische Ruthie meint: „Wenn du bereit bist, es zu hören, wenn dein Kopf und dein Herz zusammenfinden, dann wirst du es verstehen.“ Leider bezieht sich diese an Karin gerichtete Aussage nicht zugleich auch an den Inhalt dieses Buches, denn diesen habe ich wirklich erst ganz am Ende verstanden. Andererseits hätte ich ansonsten „Wer Hoffnung sät“ mit dem Wissen um die Hintergründe vermutlich gar nicht gelesen.

Fazit: Angesichts meines überwältigenden Leseeindrucks von „Der unsichtbare Kampf“ war ich tief enttäuscht von dieser Neuerscheinung und würde jedem potenziellen Leser empfehlen, sich bevorzugt den anderen Büchern dieses Autors zu widmen. „Wer Hoffnung sät“ ist ein Buch, bei dem mich lediglich die Darstellung von Will, Ruthie und Jasper für sich eingenommen hat. Schade.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Die Luther-Verschwörung

Die Lutherverschwörung
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Die Luther-Verschwörung

„Ich träume davon, dass die Ungleichheit zwischen den Menschen schwindet. Ich träume davon, dass einfache Leute, die nie eine Universität besuchten, die Wahrheit erkennen – und ...

Die Luther-Verschwörung

„Ich träume davon, dass die Ungleichheit zwischen den Menschen schwindet. Ich träume davon, dass einfache Leute, die nie eine Universität besuchten, die Wahrheit erkennen – und ich träume davon, dass jedem, alt und jung, arm und reich, Mann und Frau, der unmittelbare Weg zu Gott offen steht. Das ist mein großer Traum!“

Angesichts von Titel, Buchcover und Klappentext ist bereits auf den ersten Blick klar, worum es in diesem Buch geht, nämlich um den Augustinermönch und Theologie-Professor Martin Luther, von der Bevölkerung in Wittenberg Doktor Martinus genannt. Die Handlung dieses Kriminalfalls beginnt mit einem kurzen Prolog im Rom des Jahres 1510, konzentriert sich jedoch anschließend auf Wittenberg im Jahre 1521, einige Zeit nach Luthers Thesenanschlag. Der glänzende Prediger Martin Luther hat sich mit der Veröffentlichung seiner Thesen gegen den Ablasshandel bei einigen Würdenträgern große Feinde gemacht, die römische Kirche bekämpft ihn, und es wird ein Kirchenbann über ihn verhängt. Als Luthers bester Freund Lucas Cranach von einem Mordkomplott gegen Luther erfährt, sucht er eine Unterredung mit dem beliebten Theologen. Der sächsische Kurfürst Friedrich stellt Luther ein Mitglied seiner Schutztruppe für besondere Aufgaben zur Seite, der als sein persönlicher Leibwächter für seine Sicherheit sorgen soll. Nach anfänglichem Sträuben stimmt Luther zu und der umgängliche Jost Gessner weicht von diesem Moment an nicht mehr von seiner Seite. Gessner ist zwar eine erfahrene Führungspersönlichkeit und blickt auf ein ereignisreiches und gefährliches Leben zurück, der gedungene Mörder weist jedoch ähnliche Qualifikationen auf und ist ein würdiger Gegenpart in diesem Roman. Ihn aufzuspüren und seinen Mordplan zu vereiteln, scheint eine schier unlösbare Aufgabe – immer wieder entzieht sich der listenreiche Mann seinen Verfolgern. Als Luther schließlich zum Reichstag geladen wird, begleitet ihn nicht nur Jost als sein Beschützer, auch der Mörder ist bereits unterwegs nach Worms…

Bei „Die Luther Verschwörung“ handelt es sich um einen Spannungsroman, dessen Ausgang bereits vorab bekannt ist. Es ist also nicht die Frage, „ob“, sondern vielmehr „wie“ der gedungene Mörder von seinem Anschlag auf Martin Luther abgehalten werden konnte. Der Autor bedient sich hierbei des Protagonisten Jost Gessner, der als Luthers Leibwächter eine zentrale Rolle im gesamten Buch einnimmt. Durch Wulf Kramer als Antagonist wird der Spannungsbogen geschickt aufrecht erhalten. Man erfährt einiges über Luthers besten Freund Lucas Cranachs und dessen Familie, dessen Angestellte Anna übernimmt den Part der weiblichen Protagonistin.

Die handelnden Figuren waren zwar interessant dargestellt, sie schafften es jedoch nicht, mich emotional einzubeziehen. Zudem empfand ich einige Passagen dieses Romans für einen christlichen Verlag etwas unangebracht. Achtung: da ich die Begründung für meine Bewertung nicht anführen kann, ohne zu Spoilern, möchte ich potenzielle Leser auf diese Tatsache ausdrücklich hinweisen und diese ersuchen, nicht weiter zu lesen!

Was mich in diesem Roman besonders störte, waren der liderliche Lebenswandel bestimmter Figuren und die Beschreibung einiger Szenen. Der Protagonist unterhält beispielsweise eine jahrelange freundschaftliche und zugleich intime Beziehung zu einer Hure, und landet nach der Bekanntschaft mit Cranachs Angestellter Anna zugleich auch mit dieser im Bett, noch dazu, während Annas kleine siebenjährige Tochter neben den beiden liegt. Dies war nur einer von mehreren Faktoren, die mir die Lektüre dieses Buches ein wenig verleidet haben. Ich wähle meine Lektüre grundsätzlich bewusst aus und lese bis auf wenige Ausnahmen weitgehend nur noch christliche Romane und Sachbücher. Diese garantieren in der Regel für entsprechende Inhalte, das Fehlen von Fäkaljargon sowie anzüglicher Szenen, und selbstverständlich ein bestimmtes inhaltliches und sprachliches Niveau. In einem Buch aus einem christlichen Verlag jedoch Berichte über sexuelle Ausschweifungen wie bereits beschrieben zu lesen, hat einen seltsamen Nachgeschmack und ist für mich ein triftiger Grund für eine Abwertung.

Fazit: Ich hatte aufgrund des Klappentextes und der Leseprobe eine hohe Erwartungshaltung. „Die Luther-Verschwörung“ weist zwar einen gewissen Spannungsbogen auf und liefert historische Fakten zu Martin Luther, hat meine Erwartungen jedoch leider nicht erfüllt.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Was du wirklich brauchst, wenn die Seele Hunger hat

Wenn du glücklich sein willst, such nicht im Kühlschrank
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Was du wirklich brauchst, wenn die Seele Hunger hat

Die bekannte amerikanische Bestsellerautorin und Rednerin Lysa TerKeurst möchte in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Wenn du glücklich sein willst, ...

Was du wirklich brauchst, wenn die Seele Hunger hat

Die bekannte amerikanische Bestsellerautorin und Rednerin Lysa TerKeurst möchte in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Wenn du glücklich sein willst, such nicht im Kühlschrank“ Menschen zu einer gesünderen Ernährung und zu mehr Bewegung motivieren.

Sie plädiert dabei für einen konkret auf eine Person zugeschnittenen Ernährungsplan und betont den Stellenwert einer unterstützenden Person an der Seite. Anhand ihrer eigenen diesbezüglichen Erfahrungen berichtet sie, wie schwer es ist, sein Ernährungsverhalten zu ändern und Versuchungen zu widerstehen. Sie erzählt von den Heißhungerattacken und inneren Kämpfen nach ihrer eigenen Ernährungsumstellung. Sehr offen und direkt gibt sie ihren Lesern auch Einblicke in die dunklen Zeiten ihres Lebens und der Art und Weise, wie sie persönlich mit Momenten der Schwäche umzugehen lernte. Dabei liefert sie jedoch keineswegs vorgefertigte Anleitungen, sondern weist behutsam immer wieder auf die Ursachenforschung bei falschen Essgewohnheiten hin, rät, diese aufzudecken und sich mit Gottes Hilfe davon frei zu machen. Lysa TerKeurst bezieht sich in ihren Ausführungen sehr oft auf die Bibel und entsprechende Zitate werden thematisch passend eingebracht. Etwas irritiert hat mich jedoch, dass diese zitierten Stellen einige Male zur besseren Übersichtlichkeit kursiv hervorgehoben waren, sehr oft jedoch einfach in den Text integriert wurden.

Nach jedem der knapp zwanzig Buchkapitel bringt die Autorin das Gelesene konkret auf den Punkt und fordert dazu auf, gezielte Fragen zu stellen. Sie fasst hierbei jedoch nicht zusammen, sondern wiederholt einfach inhaltlich (leider oft Wort für Wort) Ausschnitte aus dem vorangegangenen Kapitel. Diese permanenten wörtlichen Wiederholungen haben zwar einen durchaus seitenfüllenden Effekt, wirkten auf mich jedoch nach einigen Kapiteln befremdlich bis sogar störend.

Ich kenne und schätze Lysa TerKeurst aufgrund der Lektüre von zwei ausgezeichneten in die deutsche Sprache übersetzten Büchern. Die vorliegende Neuerscheinung hat mich jedoch im Vergleich zu den beiden anderen Werken ein wenig enttäuscht. Der Kernansatz ist das Erkennen der inneren Leere als vorrangige Ursache für ungesunde Essgewohnheiten. Damit setzt die Autorin sich auch intensiv auseinander. Insgesamt betrachtet hat mir inhaltlich jedoch etwas gefehlt, um mich wirklich zu überzeugen.

Fazit: Lesenswert? Durchaus! Aber nicht ganz so überzeugend bzw. hilfreich wie andere Werke von Lysa TerKeurst bzw. wie ich es aufgrund des Klappentextes und der Leseprobe erwartet habe.

Die Gestaltung des Coverfotos ist übrigens hervorragend gelungen! Ein roter, einfarbiger Hintergrund mit angedeuteten Türgriffen stellt einen amerikanischen Kühlschrank dar, ein schlichtes, aber in seiner Symbolik absolut aussagekräftiges Bild, das mir ausgezeichnet gefallen hat.

Veröffentlicht am 16.04.2018

Überraschende Begegnungen mit Jesus und seinen Engeln

Chefvisite
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Überraschende Begegnungen mit Jesus und seinen Engeln

„Der auferstandene Christus spaziert durch das einundzwanzigste Jahrhundert und Oliver ist dabei!“

Oliver Sanders glaubt, seinen Augen nicht zu trauen, ...

Überraschende Begegnungen mit Jesus und seinen Engeln

„Der auferstandene Christus spaziert durch das einundzwanzigste Jahrhundert und Oliver ist dabei!“

Oliver Sanders glaubt, seinen Augen nicht zu trauen, als ein Mann namens Jeschua in seinem Auferstehungskörper vom Ölberg herab steigt und behauptet, aus dem Himmel zu kommen. „Es war mal wieder soweit, ich bin zurück“ meint das Kommunikationstalent mit direktem Draht zu Gott. Im Zuge seiner Erlebnisse mit Oliver Sanders und dessen Ehefrau Charlotte vermehrt er Brot, Hosen und Hemden, heilt Kranke, verhindert in einer Nebenhandlung gemeinsam mit Ansgar Kolnik und seiner Enkelin Frida eine dramatische Entwicklung und rückt letztendlich sogar dem Papst den Kopf zurecht. Jeschua sieht Missstände, regt Veränderungen an und vertraut darauf, dass seine Anregungen Kreise ziehen. Doch Jeschua ist nicht der einzige Gesandte des Himmels, es begleiten ihn zudem auch noch fünf missionierende Engel, die vorübergehend Unterkunft bei Oliver und Charlotte beziehen.

Dieser Roman stellt in meinen Augen den amüsanten Versuch dar, einen „Inspektionsbesuch“ von Jesus auf Erden auf sehr fantasievolle Weise zu beschreiben. Die Person des Jeschua fungiert in diesem Roman als Freund aus Israel und Seelsorger mit unzerstörbarem Auferstehungskörper. In seiner Geschichte greift Albrecht Gralle einige interessante Fragen auf. Beispielsweise fragt sich Oliver, ob Gott ebenfalls Grenzen gesetzt sind, und zwar als Grenzen in Form der menschlichen Freiheit. Er regt dazu an, sich selber zu fragen, was Jeschua wohl in ganz bestimmten Situationen tun würde. Eine Menge der im Buch enthaltenen Beschreibungen würde ich jedoch als reines Fantasieprodukt des Autors betrachten, die mit den Inhalten der Bibel nur wenig gemein haben. Kaffeeähnliche Getränke im Himmel, der großzügige Umgang Jeschuas mit seiner unlimitierten Kreditkarte, das eingebaute himmlische Navigationssystem der Engel und deren Urlaubsvertretung im Himmel, die Beschreibung der Eigenschaften himmlischer Kleider, die Freude der Kinder im Himmel beim „Löwen-Reiten“ oder die Tatsache, dass Verstorbene anderer Galaxien als Engel auftreten… all dies soll womöglich eine kleine „Modernisierung“ bewirken, Schwung ins Buch bringen und den im Klappentext erwähnten Witz versinnbildlichen.

Der Protagonist dieses Buches ist definitiv Jeschua, seiner Person und seinen Aktivitäten wird die meiste Aufmerksamkeit zuteil. Die anderen Figuren der Handlung spielen eine eher untergeordnete Rolle, wobei das Ehepaar Sanders für die Rahmenhandlung, und Ansgar Kolnik und Frida Drewers für einen weiteren Erzählstrang mit gewissem Spannungsfaktor einen verantwortlich zeichnen.

„Eine Geschichte ist wahr, wenn sie hätte passieren können“ – dieses Zitat trifft für meine Person jedenfalls nicht auf „Chefvisite“ zu. Die Lektüre dieses Buches war für mich definitiv ein reiner Ausflug in die Fantasie des Autors beziehungsweise in jene von Oliver Sanders, der Albrecht Gralle die Idee zu diesem Roman lieferte.

Fazit: eine fiktive Geschichte mit sehr viel Fantasie, einer kleinen Prise Humor und einem sehr ungewöhnlichen Auferstandenen, die mich leider nicht ganz überzeugen konnte.