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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2021

Kaldan und Schäfer ermitteln wieder

Narbenherz
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Bereits seit dem ersten Fall der Investigativjournalistin Heloise Kaldan und dem Kommissar Erik Schäfer bin ich Fan dieser Reihe und hatte Band 2 mit großer Spannung erwartet. Im ersten Teil hatte Anne ...

Bereits seit dem ersten Fall der Investigativjournalistin Heloise Kaldan und dem Kommissar Erik Schäfer bin ich Fan dieser Reihe und hatte Band 2 mit großer Spannung erwartet. Im ersten Teil hatte Anne Mette Hancock die Messlatte sehr hoch gelegt, und auch wenn die Fortsetzung vielleicht ein klitzekleines bisschen hinter "Leichenblume" zurück bleibt, wurde ich nicht enttäuscht. In Kopenhagen verschwindet ein 10jähriger Junge scheinbar spurlos am Morgen nachdem er in der Schule angekommen zu sein schien. Kommissar Schäfer und sein Team ermitteln auf Hochtouren, ein Meschenleben, das eines Kindes, steht auf dem Spiel, die Stadt scheint den Atem anzuhalten. Heloise lässt alles stehen und liegen, woran sie eigentlich gerade arbeitete, um Schäfer zu unterstützen, doch so ganz will die Zusammenarbeit der Journalistin und dem Polizisten diesmal nicht gelingen, hat man den Eindruck, noch dazu weil Heloise mit ihrem Privatleben mehr als beschäftigt ist, was ihr selbst am meisten widerstrebt!

Anne Mette Hancock legt gekonnt falsche Fährten, als Leser rätselt man mit und bleibt doch lange Zeit im Dunkeln. Bis zum Schluss wusste ich letztendlich nicht, wie alles zusammen hängt! Der Schreibstil der Autorin ist wieder angenehm und sehr flüssig, auch wenn der Handlungsverlauf nicht unbedingt durchgängig atemlos spannend ist, bekommt man perfekte unblutige Krimiunterhaltung geboten. Die Charaktere sind extrem authentisch geschildert, vor allem Heloise mit ihren Ecken und Kanten ist eine wahnsinnig sympathische Protagonistin.

Von mir gibt es die volle Punktzahl und eine volle Leseempfehlung! Schon jetzt freue ich mich gespannt auf den nächsten Band!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.08.2021

Ein leiser und doch gewaltiger Roman

Der Brand
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Da ich von Daniela Krien bereits ein weiteres Buch kannte, war ich sehr gespannt auf ihr neustes Werk! Wir lernen die Protagonisten Rahel und Peter kennen, beide haben die Lebensmitte bereits überschritten, ...

Da ich von Daniela Krien bereits ein weiteres Buch kannte, war ich sehr gespannt auf ihr neustes Werk! Wir lernen die Protagonisten Rahel und Peter kennen, beide haben die Lebensmitte bereits überschritten, gut situierte Akademiker, er Dozent für Literatur an der Universität, sie Psychologin mit eigener Praxis. Die beiden sind seit mehreren Jahrzehnten verheiratet, beide in der ehemaligen DDR sozialisiert, haben eine gemeinsame erwachsene Tochter, Selma, die in den ersten Lebensjahren größtenteils bei der Großmutter aufwuchs, da sich die Eltern beruflich verwirklichen wollten. Nachdem sich die ursprünglich geplante Sommerurlaubsreise der beiden zerschlägt, kümmern sie sich um einen abgelegenen Hof im Landkreis Uckermark von Freunden, von denen der Mann einen Schlaganfall erlitt. Hier in der Einsamkeit Brandenburgs treten die Probleme des Paares, das sich an unterschiedlichen Entwicklungsstadien innerhalb ihrer in die Jahre gekommenen Ehe sieht, vollends und mehr als offensichtlich zu Tage. Über den Umgang damit herrscht keinerlei Einigkeit, es gibt Konflikte, und auch der Besuch der Tochter Selma samt Enkeln, deren Verhältinis zu den Eltern auch nicht unkompliziert ist, macht die Situation nicht unbedingt einfacher! Daniela Krien schildert uns all das mit einem flüssigen, angenehmen, leisen, unaufdringlichen und doch gewaltigen und sogartigen Schreibstil, der mich von der ersten Seite an faszinierte, ja geradezu in die Geschichte hinein zog! Die Charaktere sind auf eine unaufgeregte Art und Weise derart authentisch geschildert, dass man sie direkt vor sich sieht. Dies gilt nicht nur für Personen, sondern auch für die Landschaft, die Atmosphäre dieser Sozialstudie einerseits und Familien- und Urlaubsgeschichte für gehobene Ansprüche andererseits. Ganz großes Kino, wie ich finde! Dieses Buch hat für mich Potential zum Highlight, danke für grandiose anspruchsvolle Leseunterhaltung, von mir eine absolute und unbedingte Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2021

Nichts ist wie es scheint

Eine perfekte Ehe
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Im Thriller "Eine perfekte Ehe" von Kimberley McCreight lernen wir die junge Anwältin Lizzy kennen, die in der Vergangenheit bei der Staatsanwaltschaft arbeitete, nun selbst Mitglied einer großen Kanzlei ...

Im Thriller "Eine perfekte Ehe" von Kimberley McCreight lernen wir die junge Anwältin Lizzy kennen, die in der Vergangenheit bei der Staatsanwaltschaft arbeitete, nun selbst Mitglied einer großen Kanzlei ist, und in dieser Funktion den Fall eines früheren Kommilitonen, namens Zack übernimmt, den sie viele Jahre lang nicht mehr gesehen hatte. Zack kontaktiert Lizzy aus einem Hochsicherheitsgefängnis heraus, wo er seit kurzem einsitzt, lediglich vertreten durch einen sogenannten Pflichtverteidiger, nachdem er unter dem Verdacht, seine Ehefrau Amanda getötet zu haben, festgenommen wurde. Von Anfang an hat Lizzy ein seltsames Gefühl bei der Sache, möchte ihren früheren Freund eigentlich gar nicht vertreten, übernimmt dann aber doch schweren Herzens das Mandat, vor allem weil sie trotz ihrer Skepsis von seiner Unschuld überzeugt ist. Die Ehe von Zack und Amanda schien unglücklich, doch was verbergen alle Beteiligten, was verbirgt sich hinter der Fassade der Wohnsiedlung, in der die beiden lebten, was verschweigen offenbar all die gutsituierten Bekannten und vermeintlichen Freunde? Wer kommt als Täter in Frage, wer trachtete Amanda nach dem Leben, wenn nicht ihr Ehemann? Wir erleben alles in Rückblenden mit, aus unterschiedlichen Perspektiven der handelnden Personen. Die Autorin hat einen sehr angenehmen flüssigen Schreibstil, ich war sofort in der Geschichte drin, konnte mir die einzelnen Charaktere gut vorstellen. Mein einziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass für meinen Geschmack für einen Thriller ein bisschen das Tempo und die atemlose Spannung, die ich normalerweise mit dem Genre "Thriller" verbinde, fehlten. Trotzdem gibt es von mir eine unbedingte Leseempfehlung! Auch das Cover mit dem nicht in voller Gänze zu erkennenden Frauenprofil hat mich von Anfang an sehr angesprochen und meine Neugier auf dieses Buch geweckt! Ich bin sehr gespannt, was uns zukünftig von dieser Autorin erwartet!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2021

Mehr als gelungener Abschluss der Trilogie

Erntejahre
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Mit dem dritten Band der Warthenberg Saga bring Isabelle Jardin die Triologie nun gekonnt zu Ende. Auch die Geschichte, in der Bettina, Evas Tochter und Constances Enkelin, die Hauptrolle spielt, hat mir ...

Mit dem dritten Band der Warthenberg Saga bring Isabelle Jardin die Triologie nun gekonnt zu Ende. Auch die Geschichte, in der Bettina, Evas Tochter und Constances Enkelin, die Hauptrolle spielt, hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Autorin erzählt in ihrem gewohnt flüssigen und angenehmen Schreibstil weiter, wofür in den ersten beiden Teilen der Grundstein gelegt wurde. Viele neuere deutsche geschichtliche Ereignisse werden mit eingeflochten, alles wieder exakt recherchiert! Einige Male habe ich ein paar Tränen der Rührung vergossen und mit allen bekannten und neuen Protagonisten mitgefiebert und gelitten. Sehr gut von Izabelle Jardin gezogene Parallelen zwischen den beiden Diktaturen, die dieses unser Vaterland in den vergangenen Jahrzehnten erleben musste. Aber ich finde auch wir sind von keiner Schuld freigesprochen, denn die Autorin attestiert meines Erachtens zu recht besonders den Deutschen einen Hang dazu, die Augen vor Obrigkeitshörigkeit zu verschließen! Ein großes Dankeschön für überaus gelungene Leseunterhaltung! Mit Ungeduld erwarte ich etwas Neues von Izabelle Jardin!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2021

Ein Sommer-Wohlfühlbuch mit Tiefgang

Die Frau im Park
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Angesprochen fühlte ich mich von der ersten Sekunde an von dem überaus geschmackvollen und liebevoll gestalteten Cover, was sich beim Layout im Inneren des Buches fortsetzt. Dass dann die gesamte Geschichte ...

Angesprochen fühlte ich mich von der ersten Sekunde an von dem überaus geschmackvollen und liebevoll gestalteten Cover, was sich beim Layout im Inneren des Buches fortsetzt. Dass dann die gesamte Geschichte auch noch rundum gelungen, unterhaltend, bewegend war, hat mich natürlich doppelt gefreut! Aber zum Inhalt: Wir lernen unsere Protagonistin Eva kennen, Ehefrau von Johannes und Mutter von Alisa, die gerade im Alter von Anfang 20 zu Hause auszieht. Eva, kurz vor ihrem 50. Geburtstag hat sich die letzten Jahre ausschließlich um ihre Tochter gekümmert, da diese in ihrer frühestens Kindheit durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselt war. Durch diesen Umstand blieb Evas eigenes Leben, ihre Selbstverwirklichung und Karriere als Schauspielerin auf der Strecke, ganz zu schweigen von ihrer Ehe und Beziehung zu Ehemann Johannes, der völlig in seiner Rolle als Geschäftsführer eines weltweiten Firmenimperiums aufgeht und kaum zu Hause ist. Als Alisa nun - trotz Behinderung - das elterliche Nest in München Richtung Berlin verlässt, fällt ihre Mutter in ein tiefes schwarzes Loch, da sie sich in den letzten Jahren nicht mal für eigene Hobbies, Beschäftigungen etc. interessiert hat. In ihrer neuen Einsamkeit macht sie lange Spaziergänge durch den Münchner englischen Garten, auf denen sie Ben, einen attraktiven, etwas jüngeren Lehrer, kennenlernt. Ben ist der erste, der Eva seit langem zuhört, den ihre inneren Ängste, Wünsche, Träume interessieren. Unsere Protagonistin fühlt sich wieder angenommen, als Frau begehrt. Ella Janek hat hier eine zauberhafte Geschichte komponiert, die in meinen Augen keine oberflächliche Liebesgeschichte, kein üblicher Frauenroman ist. Es werden durchaus existenzielle Fragen gestellt, was will man in der Lebensmitte als Frau, wenn die Hauptaufgabe, eine Familie zu organisieren und zusammen zu halten, wegbricht? Was verbindet einen als Paar nach mehr als 20jähriger Ehe/Beziehung, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Ich fühlte mich als jemand, der in etwa im Alter der Figuren im Roman ist, exrem angesprochen! Hinzu kommt der mehr als flüssige, angenehme und kurzweilige Schreibstil der Autorin. Die Charaktere sind so authentisch geschildert, dass man sich ihnen, vor allem natürlich Eva, von Anfang an nahe fühlt. Von mir gibt es mindestens fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung, ein leichtes Wohlfühlbuch, das durchaus Tiefgang hat, und somit für mich ein Highlight für die Lektüre an derzeitigen Sommertagen darstellt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere