Profilbild von lisbethsalander67

lisbethsalander67

Lesejury Profi
offline

lisbethsalander67 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit lisbethsalander67 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2021

Berührende Geschichte nicht 100% überzeugend umgesetzt

Die Farbe von Glück
0

Ein Richter, der sich, ehrlich gesagt noch viel mehr seine Frau, nichts sehnlicher wünscht als ein Kind, nachdem bereits mehrere Säuglinge der Famile verstorben sind, begeht gleich zu Anfang dieser Geschichte ...

Ein Richter, der sich, ehrlich gesagt noch viel mehr seine Frau, nichts sehnlicher wünscht als ein Kind, nachdem bereits mehrere Säuglinge der Famile verstorben sind, begeht gleich zu Anfang dieser Geschichte eine Straftat. Er erpresst im Krankenhaus die Krankenschwester Charlotte, das Neugeborene seiner Frau gegen ein gesünderes auszutauschen. Sollte sie sich weigern, würde er ihr den Pflegesohn entziehen. Ich fand dies als Augangsplot wahnsinnig vielversprechend, ich mag solche Geschichten, in denen man sich als Leser permanent die Frage stellt, welches Schicksal ist jemandem erspart geblieben, bzw. ist einem entgangen, wenn man in einer anderen Familie aufwächst als der, in die man hineingeboren wurde. Ganz davon abgesehen, dass wir hier natürlich eine besondere Brisanz haben, da ein Richter, der eigentlich Recht spreche sollte, im Gegenteil selber Recht bricht. Aus dieser Ausgangslage wird von der Autorin eine Geschichte entwickelt, die sich vielen philosophischen Fragen des Lebens widmet und uns eine Weisheit nach der anderen serviert. Es war tatsächlich stellenweise schön zu lesen, Clara Maria Bagus hat einen ruhigen durchaus angenehmen Erzählstil, als Gesamtheit überzeugt hat mich die Geschichte nicht vollständig, da ich mir mehr Spannung und Tempo gewünscht hatte. Gern zur Hand genommen habe ich das Buch allemal, es bietet entspannte Ablenkung und hat ein wunderschön gestaltetes Cover.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2021

Menschliche Abgründe rund um drei Leuchtturmwärter und ihre Familien

Die Leuchtturmwärter
0

Anfang der 70iger Jahre verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Leuchtturmwärter aus ihrem von der Außenwelt abgeschnittenen Leuchtturm heraus in der Silvesternacht spurlos. Die Tür des Turms ist von ...

Anfang der 70iger Jahre verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Leuchtturmwärter aus ihrem von der Außenwelt abgeschnittenen Leuchtturm heraus in der Silvesternacht spurlos. Die Tür des Turms ist von innen verschlossen. Dies ist Ausgangspunkt der Geschichte, die uns Emma Stonex hier erzählt. Obwohl ich es normalerweise mit mystischen Erzählungen nicht so habe, ließ ich mich komplett auf dieses Buch ein und wurde nicht enttäuscht! Kapitel weise wechselnd aus Sicht der einzelnen drei Wärter erfahren wir vieles rund um das Leben auf "der Maiden", so der Name des Leuchtturms. 20 Jahre später macht sich ein Buchautor an die Recherche über das noch immer ungeklärte Mysterium und interviewt die drei Frauen, die Hinterbliebenen der Verschwundenen. Viele Geheimnisse kommen ans Licht, vieles, was man so nicht erwartet hatte. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, sehr angenehm, ja geradezu sogartig, man kann das Buch kaum aus der Hand legen und möchte wissen, was sich hinter all den Rätseln verbirgt. Ich fühlte mich großartig unterhalten, ein unglaublich spannender Plot, auch wenn mich leider das Ende nicht ganz zufrieden gestellt hat. Trotz des einen Punktes Abzug dafür gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung für dieses großartige Debüt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2021

Ich weiß nicht recht, was soll das bedeuten

Sidebitch
0

Ich habe mich an diesen Roman heran gewagt, weil mich Cover, Klappentext und Vorankündigung neugierig gemacht hatten. Julie gerät immer wieder an die vermeintlichen falschen Männer, da alle, in die sie ...

Ich habe mich an diesen Roman heran gewagt, weil mich Cover, Klappentext und Vorankündigung neugierig gemacht hatten. Julie gerät immer wieder an die vermeintlichen falschen Männer, da alle, in die sie sich verliebt, bereits vergeben sind. Sie wünscht sich Anerkennung, Liebe, was auch immer. Irgendwie tat mir die Protagonistin von Anfang an ein bisschen leid angesichts ihrer unglaublichen (gespielten?) Naivität, selbst unter Berücksichtigung ihres Alters konnte ich mir nur schwer vorstellen, dass man tatsächlich immer wieder an den Falschen gerät. Die Frage ist, ob man irgendwann eine Art Muster aufbaut, u. sich (unbewusst) immer wieder die gleiche Kategorie Mann auswählt, dies ist ja ein häufiges psychologisch beleuchtetes Phänomen.

So richtig überzeugen konnte mich der Roman nicht, es war eher eine Aneinanderreihung von Episoden aus Julies Leben, mich hat die Story nicht richtig gefesselt. Zwar ist der Schreibstil flüssig und kurzweilig, aber vielleicht ist es tatsächlich nicht so mein Genre? Bei den Sexszenen fehlte mir etwas Sinnlichkeit, ich weiß nicht, ob man das unbedingt so hart schildern muss. Auch bin ich mit der Protagnistin, vermutlich aufgrund ihrer Naivität, die ich ihr nicht wirklich abgenommen habe, nicht richtig klar gekommen.

Fazit: Eine nette Unterhaltung für zwischendurch, aber nichts, was ich nicht aus der Hand legen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2021

Langatmiges Portrait des New Yorker Bezirks Harlem in den 60igern

Harlem Shuffle
0

Ich hatte zugegebnermaßen hohe Erwartungen an den Roman "Harlem Shuffle" von Colson Whitehead und war dementsprechend sehr gespannt! Der Autor nimmt uns mit ins New York der 50iger und 60iger Jahre, im ...

Ich hatte zugegebnermaßen hohe Erwartungen an den Roman "Harlem Shuffle" von Colson Whitehead und war dementsprechend sehr gespannt! Der Autor nimmt uns mit ins New York der 50iger und 60iger Jahre, im Mittelpunkt der Geschichte steht Protagonist Ray Carney, ein junger Mann, der mit Einrichtungsgegenständen aller Art, aber auch mit Elektronik, Fernsehern, Radios etc handelt, also allem, was sich irgendwie zu Geld machen lässt. Dabei möchte er eigentlich ein ehrlicher Mensch bleiben, doch das gelingt ihm nicht immer, Cousin Freddie, der ihm so einiges an Waren anbietet, die aus Diebstählen unterschiedlicher Art stammen. Carney muss seine Familie ernähren, für seine Schwiegereltern ist er nie gut genug, er tut alles, was für ihn möglich ist, da verschwimmt so manches Mal auch die Grenze zur Illegalität ein wenig! Der Schreibstil des Autors ist flüssig u. flott zu lesen, Colson Whitehead hat die Atmosphäre des New Yorker Bezirks Harlem perfekt eingefangen, man sieht vieles bildlich vor sich, auch jemand wie ich, der noch nie in New York war. Trotzdem fand ich die Handlung stellenweise tatsächlich sehr langatmig, es fehlte mir permanent die Spannung, die einen das Buch gerne zur Hand nehmen und weiterlesen lässt. Aus diesem Grunde tue ich mich mit einer Empfehlung leider schwer!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.11.2021

Nicht so wirklich meins

Der Tod und das dunkle Meer
0

Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit, wir befinden uns im ersten Drittel des 17. Jahrhundert, als sich der Generalgoverneur Jan Haan auf die weite Heimkehr per Schiff aus der Niederländischen ...

Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit, wir befinden uns im ersten Drittel des 17. Jahrhundert, als sich der Generalgoverneur Jan Haan auf die weite Heimkehr per Schiff aus der Niederländischen Ostindien-Kompanie in Asien, Batavia, dem heutigen Jakarta, macht. Mit ihm reisen u.a. seine Ehefrau Sahra und die gemeinsame Tochter, sowie der gefangene Detektiv Samuel Pipps und dessen Beschützer Arent Hayes und natürlich eine mehr als umfangreiche Crew mit unzähligen Mitgliedern. Das Schiff wird bereits vor der Abreise von einem Aussätzigen verflucht und steht deshalb unter keinem guten Stern. An Bord passieren dann auch eigenartige Dinge, letztendlich sogar ein Mord. Sarah und Arent ermitteln gemeinsam, was sich zunehmend als sehr gefährlich herausstellt. Was anfangs sehr sehr spannend beginnt, entwickelte sich leider für mich als zunehmend verwirrend. Der Erzählfaden wird nicht stringent durchgehalten, Stuart Turton verliert sich in meinen Augen sogar in Widersprüchlichkeiten, ich hatte mindestens ab der zweiten Hälfte tatsächlich einige Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen u. mich dauerhaft darauf zu konzentrieren. Die Idee ist zwar mit Sicherheit eine gute gewesen, eine Mischung aus Grusel-, Detektiv und historischer Geschichte zu komponieren, doch die Umsetzung ließ für mich leider zu wünschen übrig. Schade, ich denke, hier war mehr Potential vorhanden!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere