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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2020

Brisantes Thema

Heißes Pflaster
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Hanna Seiler und Milo Novic haben es mit einem brisanten Fall zu tun. Der Leiter des Leipziger Liegenschaftamts wird seit einigen Tagen vermisst. Als dann am Ufer des Zenkauer Sees, in der Nähe von Leipzig, ...

Hanna Seiler und Milo Novic haben es mit einem brisanten Fall zu tun. Der Leiter des Leipziger Liegenschaftamts wird seit einigen Tagen vermisst. Als dann am Ufer des Zenkauer Sees, in der Nähe von Leipzig, eine Leiche angespült wird, gibt es schnell Gewissheit. Es ist Guido Ehrlich, der vermisste Politiker, der für ein buntes Leipzig stand. Auch wenn der Fall schnell als Selbstmord abgetan wird, so bleiben bei dem Ermittlerduo doch erhebliche Zweifel. Trotz einigen eindeutigen Spuren an der Fundstelle lässt auch ihr Vorgesetzter Reuter nur Selbstmord gelten. Feinde hat der Chef des Liegenschaftamts genug. So führte er schon seit Jahren einen Kampf gegen Immobilienhaie, die preisgünstige Wohnungen aufkaufen wollen um daraus luxuriöse Apartments zu machen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Immobilienhai ziemlich gute Kontakte zur rechten Szene hat. Aber auch andere haben noch ihre Hand im Spiel und so wird es bald ein Rennen um Leben oder Tod.



Der Autor Alex Pohl hat mit seinem neuesten Buch ein wahrlich heißes Pflaster angefasst. Machtspiele, Korruption, Geld und Eigeninteresse spielen eine große Rolle und jeder versucht sein eigenes Süppchen zu kochen. Auch wenn es am Anfang noch nicht wirklich spannend war so hat sich das schnell geändert. Sehr viele unterschiedliche Charaktere und Themen machen die Mischung dieses Buches aus. Nie ist man wirklich ganz sicher wer ist gut wer ist böse. Auch das Ende ist alles andere als absehbar und somit richtig spannend

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.03.2020

Nicht ganz die Erwartungen erreicht

Haarmann
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mmer wieder verschwinden in den 1920 Jahren junge Männer, teils noch Kinder, von den Straßen in Hannover. Die Annahme, dass es sich um Ausreißer handeln könnte zerschlägt sich jedoch sehr schnell. Für ...

mmer wieder verschwinden in den 1920 Jahren junge Männer, teils noch Kinder, von den Straßen in Hannover. Die Annahme, dass es sich um Ausreißer handeln könnte zerschlägt sich jedoch sehr schnell. Für Robert Lahnstein, ein Ermittler der extra aus Berlin hinzugezogen wurde, ist es nicht wirklich einfach. Zumal er von seinen Kollegen mehrfach belächelt wird. Die kuriosesten Spekulationen wabern durch die Gänge des Morddezernats. Der tägliche Gang zur Arbeit wird für Lahnstein zum Spießrutenlauf, immer wieder muss er sich die Frage stellen, welche Mutter heute vor seinem Büro sitzt und ihren Sohn vermisst. Die Fälle gehen längst in den zweistelligen Bereich und fast täglich werden es mehr. Einen Hinweis, den Lahnstein nur per Zufall findet, bringt endlich einen Verdächtigen ans Licht. Doch diesem ist nichts nachzuweisen. Eine Dauerüberwachung bringt ebenfalls keinen Erfolg, denn weiterhin verschwinden junge Männer. Schnell ist klar, dass es im Nachkriegsdeutschland ein noch die dagewesener Serienmörder sein Unwesen treibt und Lahnstein läuft ein Rennen gegen die Zeit.



Der Autor Dirk Kurbjuweit hat mit diesem Buch einer der spektakulärsten Serienmorde in Deutschland aufgegriffen. Das Thema hat mich sehr interessiert und meine Neugier wurde zum Teil auch befriedigt. Allerdings hatte ich doch etwas Probleme mit dem Schreibstil und der fehlenden Zeichensetzung. Der Autor zeigt ein, in der damaligen Zeit korruptes Deutschland. Das Leben war hart und jeder musste ums Überleben kämpfen. Richtig gefesselt war ich, als es dann endlich um die genauen Machenschaften Haarmanns ging. Ein Mörder in der Biedermanngestalt, der jedermanns Nachbar sein könnte. Auch wenn meine Erwartungen an das Buch etwas anders waren, so hat es mir doch ganz gut gefallen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2020

Illegale Machenschaften

Feuerland
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Für die Kriminalleiterin der Sondergruppe Nova Vanessa Frank läuft es gerade nicht besonders gut. Seit einer Trunkenheitsfahrt am Steuer ist sie vom Dienst suspendiert. Allerdings hält sie das nicht wirklich ...

Für die Kriminalleiterin der Sondergruppe Nova Vanessa Frank läuft es gerade nicht besonders gut. Seit einer Trunkenheitsfahrt am Steuer ist sie vom Dienst suspendiert. Allerdings hält sie das nicht wirklich davon ab sich in laufende Ermittlungen einzumischen. Jan Skog, ihr Kollege, berichtet ihr immer wieder von interessanten Fällen, die gerade auf dem Schreibtisch liegen. Darunter auch ein Fall, wo Männer, die Besitzer äußerst wertvoller Uhren sind, plötzlich spurlos verschwanden und nach etlichen Tagen unverletzt wieder auftauchten. Angaben will keiner von ihnen machen. Alle Spuren führen in ein Uhrengeschäft, wo es zu einem komischen Zwischenfall kam. Zwei Männer drangen in das Geschäft ein und verschwanden kurze Zeit später ohne Beute gemacht zu haben. Aber auch die verschwundenen Straßenkinder bereiten Vanessa große Sorgen. Als dann auch noch ein syrische Flüchtlingskind, dem Vanessa helfend zur Seite stand, verschwindet läuten sämtliche Alarmglocken. Doch wie hängen die beiden Fälle zusammen? Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und Vanessa muss bis nach Chile reisen um sämtliche Hintergründe aufzudecken.

Ich durfte dieses Buch schon Vorab lesen. Die Leseprobe hat mich so begeistert, dass ich mich sofort bewerben musste. Allerdings war ich dann doch etwas enttäuscht. Zuerst geschah nicht wirklich viel. Doch das änderte sich schnell als ich die ersten 80 Seiten gelesen hatte. Das Buch nahm sehr schnell Fahrt auf und man konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Geschickt wird die Verbindung von Schweden und Chile hergestellt. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und man leidet mit den Protagonisten mit. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Der Autor Pascal Engmann war mir bisher völlig unbekannt, doch er konnte mich überzeugen und es wird nicht mein letztes Buch von ihm gewesen sein. Für alle Thrillerfans kann ich guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 22.01.2020

Die Frauen vom Alexanderplatz

Die Frauen vom Alexanderplatz
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Berlin im Jahre 1918. Endlich ist der erste Weltkrieg vorbei und so langsam nimmt das gewohnte Leben wieder seinen Lauf. Doch noch immer brodelt es in der Stadt. Die Novemberrevolution lässt die Menschen ...

Berlin im Jahre 1918. Endlich ist der erste Weltkrieg vorbei und so langsam nimmt das gewohnte Leben wieder seinen Lauf. Doch noch immer brodelt es in der Stadt. Die Novemberrevolution lässt die Menschen nach wie vor vorsichtig sein. Hier leben auch drei junge Frauen, die sich mehr erhoffen als das ihnen vorbestimmte Leben. Hanna, eine Tochter aus reichem Haus ist gerade erst von ihrem Einsatz an der Front zurückgekommen. Als Hilfsschwester hat sie ihren Dienst geleistet und eigentlich würde sie in diesem Beruf gerne weiter arbeiten. Doch die Familie will das auf keinen Fall akzeptieren und sie soll schnellstmöglich verheiratet werden. Doch ihre Liebe hat schon jemand anderes für sich gewonnen. Auch Fritzi ist vom Schicksal gebeutelt. Vor Kriegsbeginn hatte sie ein Techtelmechtel mit ihrem Verlobten. Das Ergebnis ist Christel, in der damaligen Zeit ohne Mann dazustehen, unmöglich und so macht sich Fritzi auf den Weg nach Berlin um ihren Verlobten Benno zu suchen. Doch Benno hat ganz andere Pläne und zudem noch eine neue Frau an seiner Seite. Auch Vera, die Tochter eines Schneiderfabrikanten, der das Ende des Krieges nicht mehr miterleben durfte, kämpft für sich und ihre Mutter. Das Geld reicht nie wirklich und die Medikamente für ihre Mutter sind sehr teuer. Dazu macht ihr noch der Bruder das Leben schwer. Die Frauen vom Alexanderplatz werden in drei Erzählstränge aufgebaut. Anfangs störte es mich ein wenig, da die Abschnitte der verschiedenen Frauen sehr kurz waren und man sich immer wieder auf eine neue Person einstellen musste. Allerdings legte sich das schnell. Da alle drei Schicksale so spannend waren wollte man natürlich schnellstmöglich wissen wie es mit der jeweiligen Person weitergeht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, nur der Schluss war mir etwas zu abrupt. Hier könnte ich mir auf jeden Fall eine Fortsetzung vorstellen, da die Personen sich doch sehr weiter entwickeln

Veröffentlicht am 29.12.2019

Wieder richtig klasse

1794
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Stockholm 1794: Jean Michael Cardell hat ein hartes Jahr hinter sich. Nachdem letztes Jahr alles so gut für ihn lief liegt er jetzt, nach dem Tod von Cecil Winge, wieder da wo er her kam, in der Gosse. ...

Stockholm 1794: Jean Michael Cardell hat ein hartes Jahr hinter sich. Nachdem letztes Jahr alles so gut für ihn lief liegt er jetzt, nach dem Tod von Cecil Winge, wieder da wo er her kam, in der Gosse. Doch sein Leben wendet sich erneut, als ihn eine Frau aufsuchte, die nicht so recht an die mysteriösen Umstände, die ihrer Tochter den Tod brachten, glauben will. Linnea, so der Name der Tochter, wurde nach der Hochzeitsnacht grausam zerstümmelt tot aufgefunden. Der vermeintliche Täter scheint schnell ermittelt zu sein. Alles spricht gegen den frisch angetrauten Ehemann Erik . Er entspringt dem alten Adelsgeschlecht Drei Rosen und ist der zweitgeborene Sohn. Kurzerhand wird er in ein Irrenhaus eingesperrt und sein Vormund übernimmt sämtliche Geschäfte. Cardell versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Zu seiner Überraschung nimmt Emil Winge, Bruder des an Schwindsucht verstorbenen Cecil, Kontakt zu ihm auf. Kurzerhand bittet Jean Michael ihn um Hilfe um ihm bei den Ermittlungen zu helfen. Schnell müssen sie feststellen, dass der dreckige Sumpf tiefer ist als sie es für möglich halten. Das Stockholm, in das sie eintauchen, ist an Menschenverachtung fast nicht zu überbieten.



Der Autor Niklas och Dag ist wahrlich nichts für zartbesaitete Gemüter. In seinen Romanen geht es zur Sache und zwar so richtig. Seine düstere Schreibweise lassen dem Leser mehr als einen Schauer über den Rücken rieseln. Keine tiefen Abgründe sind dem schwedischen Autor fremd. Er lässt das grausame Stockholm im 18. Jahrhundert vor dem inneren Auge entstehen und man hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu stehen. 1794 steht Band 1, der mich damals schon mehr als fesseln konnte, in nichts nach und ich hoffe mal, dass 1795 nicht lange auf sich warten lässt. Für den blutrünstigen Leser kann ich hier gerne eine Leseempfehlung aussprechen und vergebe gerne 5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere