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Veröffentlicht am 28.12.2021

Avocado/Nachkriegszeit - ein Buch, das zum Nachdenken anregt

Avocado/Nachkriegszeit
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In dem Buch geht es um eine Gesellschaft, die sich offiziell gespaltet hat. Die meisten der Menschen blieben nach ihr Deutsche, US-Amerikaner oder Franzosen. Andere hingegen ließen alte Traditionen ihrer ...

In dem Buch geht es um eine Gesellschaft, die sich offiziell gespaltet hat. Die meisten der Menschen blieben nach ihr Deutsche, US-Amerikaner oder Franzosen. Andere hingegen ließen alte Traditionen ihrer Heimatländer hinter sich und wurden sogenannte Weltbürger. Surreal wie aktuell dieses Thema ist und deswegen auch keine leichte Kost. Das Buch spricht nämlich indirekt auch den Rassismus und Patriotismus an. Doch klappt es mit dem neuen „System“, mit dem die Gesellschaft lebt? Ihnen drohen immerhin ständige Überwachung, hohe Abgaben, denn nur so werden sie als Bewohner des Staates geduldet. Weird, oder? Vielleicht eine neue Zukunft? Unsere neue Zukunft? Beängstigend. Die Protagonisten Yeter und Alexander sind sogenannte Weltbürger und leben zusammen, als Paar, in München im Jahr 2057. In diesem Buch begleiten wir beide und deren Freunde und damit nimmt der Anfang seinen Lauf.

Die Geschichte konnte ich nicht in einem Rutsch lesen, denn es gibt Zeilen, über die ich länger nachdenken musste.

[...zwei Jahre Übergangszeit. Ich hab so nen Übergangschip, hier in der Hand. Nicht wie bei euch am Herzmuskel.]

[...meinen Chip auch wieder rausnehmen, sollte ich mich doch für ein Leben als Deutsche entscheiden...]

Diese Zeilen brachten mich zum Nachdenken. Es gibt ein Für und ein Wider. Positives und Negatives. Schwarz und Weiß. So könnte man das zumindest meinen, und doch, gibt es Grauzonen, wie auch bei uns. Dies merkt man ganz deutlich, mit welchen Problemen sich die Weltbürger Yeter und Alexander auseinandersetzen müssen, auch wenn man vielleicht denkt, dass das toll ist, das manche Menschen auf der Seite der Weltbürger leben und die anderen nicht. Nur birgt auch das seine Nachteile, und das wird einem im Laufe der Geschichte bewusst.

Die Geschichte zieht einen in ihren Bann und durch den Schreibstil, aber auch die Schilderungen Erzählenden zwischendurch, sorgen für die gewisse Würze, klären auf und versorgen uns mit den nötigen Informationen. Wenn der Erzählende nicht das Wort hat, sind die Protagonisten an der Reihe. Es finden Unmengen an Gesprächen statt, die die Geschichte am Laufen halten. Ich würde zudem sagen, dass sich die Story fast wie ein Bericht liest, eben aufgrund von Zwischenkommentaren des Erzählers und dennoch für sich eigenständig ist.

Das Buch regt einen zum Nachdenken an und das nicht zu wenig. Über das, was gerade in unserem Land passiert und was passieren könnte, wenn wir alles einfach so hinnehmen, weil wir der Meinung sind am kürzeren Hebel zu sitzen. Gesellschaftskritische Themen werden hier angesprochen, was ich sehr wichtig finde und wer ein bisschen weiter denkt, findet Parallelen zur heutigen Zeit und zu brandaktuellen Themen in der unsere Gesellschaft derzeit lebt. Wobei jeder sie für sich wahrscheinlich ganz anders definieren wird.

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Veröffentlicht am 16.12.2021

Love. Paris. Dance.

Love Paris Dance
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In der Geschichte geht es um die sechszehnjährige Mia, deren Traum nun endlich in Erfüllung geht. Sie ergattert einen Platz im Ferienprogramm des Pariser Balletts. Ihrem Traum, nämlich professionelle Tänzerin ...

In der Geschichte geht es um die sechszehnjährige Mia, deren Traum nun endlich in Erfüllung geht. Sie ergattert einen Platz im Ferienprogramm des Pariser Balletts. Ihrem Traum, nämlich professionelle Tänzerin zu werden, kommt sie somit näher. Natürlich ist auch ihre Erzfeindin Audrey dabei, was aber kein Problem ist, da sie schnell Freunde findet. Für sie beginnt ein ganz wunderbarer Sommer und für Leser:innen ein wunderbares Leseerlebnis.

Ich fand die Geschichte wirklich sehr, sehr toll geschrieben und dank des Schreibstils, flog ich mir nichts dir nichts durch die Seiten. Mia war für mich eine unheimlich, sympathische Protagonistin und ich fieberte mit ihr mit. Das gilt im Übrigen auch für andere Protagonist:innen. Alle haben ihren ganz eigenen Charakter und der kommt gut zur Geltung. Ich fand sie wunderbar ausgearbeitet und habe gerne von ihnen gelesen. Dennoch habe ich mir einige Fragen gestellt, die im Übrigen im Laufe der Geschichte beantwortet wurden. Würde sie es schaffen, unter die Besten zu kommen? Und ihrem Traum somit noch ein Stückchen näher? Und wie geht es mit ihr und ihrer Erzfeindin Audrey weiter? Kommen sie sich näher, lernen sie sich kennen?

In der Geschichte ist nicht nur das Ballett interessant, sondern auch die Liebesgeschichte, die sich zwischen Mia und dem Franzosen Louis entspinnt. Ich finde die kleine Geschichte in der Geschichte wirklich süß und Mia steht ein atemberaubender Sommer bevor. All das, was sie erleben, fand ich unheimlich schön, bis ein einschneidender Plottwist kommt, den ich nicht vorhergesehen habe und der den tollen Sommer plötzlich in den Hintergrund rückte. Zu keiner Zeit habe ich das kommen sehen. Ich war wirklich erschrocken und ab der Stelle bekommt die Geschichte einen Wendepunkt, von dem ich ehrlich gesagt bis heute nicht weiß, wie ich den finden soll. Die Geschichte ist die ganze Zeit über konstant gut gewesen und es wurde einem roten Faden gefolgt, und auch wenn ich Twists sehr gut finde, sie die Geschichte gerne auch mal aufwerten, war ich hier wirklich erschrocken, denn ich glaube, dass die Story mit einem anderen Ende sich treu geblieben wäre. Der Twist und somit das Ende, haben für mich das Leseerlebnis schon etwas geschmälert. Natürlich verläuft das Leben nicht in gerade Linien, was beide aufzeigen aber für die Geschichte, so denke ich, wäre es besser gewesen, sie geradlinig auslaufen zu lassen. Vielleicht wisst ihr, was ich meine, wenn ihr diese selbst gelesen habt. Weil ab diesem Zeitpunkt, wo der Twist kommt, auch diese Funken zwischen Mia und Louis erlischen. Mias Reaktion ist zwar nachvollziehbar, aber auf der anderen Seite auch nicht. Mehr will ich aber nicht verraten. Lest es einfach selbst, dann wisst ihr, wovon ich spreche.

Insgesamt war die Story aber einfach wundervoll. Man fliegt so durch die Seiten, lernt Schauplätze von Paris kennen, taucht ein in die Liebe zum Ballett, fiebert mit der Familiengeschichte mit und ist hin und weg von der Liebesgeschichte zwischen Mia und Louis, die süßer ist als jeder bunte Macaron.

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Veröffentlicht am 16.12.2021

Aber das Buch war gut!

Aber der Sex war gut
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Was bitte war das für ein geniales, lustiges und charmantes Buch? Ich könnte es glatt noch einmal lesen. In diesem Buch geht es um die Schriftstellerin Annie, deren Mann und Professor der Literatur Joe, ...

Was bitte war das für ein geniales, lustiges und charmantes Buch? Ich könnte es glatt noch einmal lesen. In diesem Buch geht es um die Schriftstellerin Annie, deren Mann und Professor der Literatur Joe, verstorben ist. Seit dem Tag an, ist nichts mehr, wie es einmal war. Sein Tod stellt sie vor vielerlei Hürden. Das klingt jetzt dramatischer, als es ist, aber keine Sorge, Annie richtet das – irgendwie, braucht aber Hilfe von ihrem größten Feind: Henry Higgins, dem Literaturagenten, der die TRUST-ME Reihe unter seinem Scheffel hat.

Zwischen Sex, kleinen oder großen Gefühlen, Ghostwritern und inspirierenden Worten, die gerade Autorinnen ansprechen könnten, entwickelt sich eine Geschichte, die sich mir nichts dir nichts lesen lässt. Die Worte werden mit soviel Charme und Witz transportiert, dass die Story einfach nur Spaß macht und man abschalten kann, ohne viel nachdenken zu müssen. Für zwischendurch daher mehr als geeignet.

Von Kapitel zu Kapitel tauchen wir immer mehr in Annies Welt ein, lernen sie kennen und das verhält sich ebenso mit Henry, da die Kapitel sich abwechseln und wir deren jeweilige Sicht kennenlernen. Das macht es sehr spannend und abwechslungsreich. Wir können in beider Gefühlslagen zu den jeweiligen Situationen und Lebenslagen eintauchen und sie somit besser verstehen. Annie und Henry legen dabei so viel Charme und Witz an den Tag (nicht nur), dass man beim Lesen die Situation vor dem inneren Auge hat. Es spielt sich wie ein Film ab. Das muss man erst einmal schaffen. Auch wenn ich anfangs dachte, dass es wahrscheinlich nichts für mich ist, so hat es auch die Autorenseite in mir immer und immer wieder angesprochen.

Warum fragt ihr euch? Das ist ganz einfach. Es geht in diesem Buch um die Literatur, nebensächlich auch um die Liebe und das Leben mit seinen Höhen und Tiefen. In Gesprächen zwischen Henry und Annie, oder auch in beider Gedanken wird klar, dass jeder Autor seine eigene Stimme finden muss und sie hat. Manches Mal fragt sich nur „Wo?“ Tief im Inneren ist sie verborgen und das Leben wirkt inspirierend auf uns, wir müssen es nur „sehen“. Das nicht jede Idee die Beste ist und das es manchmal seine Zeit braucht, bis man etwas zu Papier bringt. Und das dennoch etwas Großes daraus entstehen kann. Henrys Worte zum Beispiel sagen auch ganz klar: Protagonist
innen sollten in neuem Licht erscheinen dürfen, sie sollen das Interesse des Lesers fesseln, mit Widersprüchen. Das aber nur einmal an Rande. Ich könnte noch viel mehr aufzählen.

Für mich war das Buch eine große Bereicherung. Nicht nur weil ich selbst Bücher schreibe, sondern weil ich solche Geschichten liebe, die trotz ihrem Charme und ihrer Leichtigkeit ernste Themen ansprechen zu können, ohne erdrückend zu sein.

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Veröffentlicht am 15.11.2021

Absolut (gefühls-)stark!

Gefühlsstärke ist auch eine Stärke!
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Der Familienplaner für die Stürme des Alltags. Was soll ich sagen? Ich habe schon viele Planer gehabt, aber der ist einfach nur wundervoll. Wirklich, wirklich wundervoll, denn es ist nicht nur irgendein ...

Der Familienplaner für die Stürme des Alltags. Was soll ich sagen? Ich habe schon viele Planer gehabt, aber der ist einfach nur wundervoll. Wirklich, wirklich wundervoll, denn es ist nicht nur irgendein Kalender und man wird dazu angehalten, etwas einzutragen, sondern es werden auch wichtige Themen angesprochen. Es geht unter anderem darum, dass ein stabiles Fundament ein wichtiger Bestandteil einer Familie ist. Zudem wird uns aufgezeigt, und das absolut verständlich, warum unsere Kinder uns ein Spiegel für Emotionen sind. In anderen Sachbüchern oder Ratgebern fand ich es oft sehr umständlich geschrieben. Hier aber habe ich es endlich verstanden. Ebenso wenn es darum geht, neue Rahmen für unsere inneren Bilder zu schaffen. Das bedeutet, dass wir zum Beispiel einen Menschen sehen und ihn gleich in eine Schublade packen. Unser Gehirn kann zwar nicht gänzlich darauf verzichten aber es liegt an uns, Wünsche und Erwartungen an das Jetzt, die Realität anzupassen. Und an Menschen. Einfach mal weniger Rahmen, mehr Kennenlernen. So kann das auch bei unseren Kindern passieren. Also sollten wir reflektieren und begreifen, dass jedes Kind ein wunderbares Individuum ist, auch wenn nicht immer alles so läuft, wie wir es uns wünschen.

Ein schöner Ansatz war auch, dass man nicht jeden Tag sein Bestes geben muss. Hätte mir das jemand mal vor sechs Jahren sagen können? Ich gab da 1000% und heute? Sehe ich es genauso und sage mir, warum? Ich muss nicht jeden Tag mein Bestes geben. Aus welchem Grund? Das ich früher brach liege, total ausgelaugt bin und diese Vase mit Energie, bildlich gesprochen, nicht mehr füllen kann? Ich kann nur etwas von dem geben, was da ist und nicht alles. Ein Teil sollte immer für uns bleiben. Mit diesem Teil tanken wir Kraft und Energie. Der Text in diesem Buch macht es mehr als deutlich.

Es erwartet euch aber noch ganz viel mehr. Riskiert einfach mal einen Blick. Es lohnt sich so, so sehr!🤎

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Veröffentlicht am 06.11.2021

Wir lieben dieses Buch!

Mäusekind, es ist so weit, bald beginnt die Schlafenszeit
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Ihr greift abends gerne zu einem Kinderbuch und läutet so die Schlafenszeit zusammen mit eurem Kind/euren Kindern ein? Dann ist das Buch genau das Richtige.🐭

Die kleine Maus sucht einen Schlafplatz und ...

Ihr greift abends gerne zu einem Kinderbuch und läutet so die Schlafenszeit zusammen mit eurem Kind/euren Kindern ein? Dann ist das Buch genau das Richtige.🐭

Die kleine Maus sucht einen Schlafplatz und versucht bei verschiedenen Tieren einen zu finden. Der Igel aber pikst mit seinen Stacheln, das Vogelnest ist zu klein und unter der Erde bekommt man einfach keine Luft. Wo also soll die kleine Maus nun zur Ruhe kommen und in den Schlaf finden?

Zwischen verschiedenen Tieren, wundervollen Illustrationen und Reimen, sucht das Mäusekind einen geeigneten Schlafplatz, wo es endlich in Mäuseträume fallen und schlummern kann.

Die Geschichte zeigt auf, dass es woanders auch schön ist aber das eigene Zuhause, doch immer das Schönste sein wird. Eine wunderbare Message und ein Buch, dass wir lieben.

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