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Veröffentlicht am 10.09.2021

Ein so wertvolles Buch!

Lächeln gefunden
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„Lächeln gefunden“ haben wir nur so verschlungen. Es ist einfach wundervoll illustriert und schenkt der (Kinder-)Welt nicht nur ein Lächeln, sondern zeigt auch auf, dass ein Lächeln nichts kostet und beim ...

„Lächeln gefunden“ haben wir nur so verschlungen. Es ist einfach wundervoll illustriert und schenkt der (Kinder-)Welt nicht nur ein Lächeln, sondern zeigt auch auf, dass ein Lächeln nichts kostet und beim Gegenüber ein gutes Gefühl auslöst.

Es beginnt damit, dass ein Bär aus dem Winterschlaf erwacht und an den duftend-bunten Frühlingsblumen schnuppert. Gleich zu Beginn, sind wir mitten in der Geschichte und können den Frühling förmlich spüren und riechen, weil die Bilder einen mit auf eine wunderbare Reise nehmen. Das Tolle fanden wir, war, dass man in den größeren Illustrationen, kleine Nebenhandlungen entdeckt, was das Buch und seine Geschichte noch viel schöner macht. Es entlockt ein Lächeln, entführt einen in eine wunderbare Tierwelt, in der die Tiere sich gegenseitig ein aufrichtiges Lächeln schenken.

Insgesamt ist das Buch einfach nur wunderbar, wie auch schon die Vorgänger, zum Beispiel „Post für dich“. Für gemeinsame Lesestunden mit dem Kind/den Kindern ist es ein wahrer Schatz.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2021

Ein wunderbares und wichtiges Buch!

What to say next
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„What to say next“ oder auch, wo fange ich an? Das Buch hat mich absolut begeistert und gerne hätte ich noch mehr von David und Kit gelesen, vor allem nach diesem Ende.

Anfangs kam ich mit der Art von ...

„What to say next“ oder auch, wo fange ich an? Das Buch hat mich absolut begeistert und gerne hätte ich noch mehr von David und Kit gelesen, vor allem nach diesem Ende.

Anfangs kam ich mit der Art von David nicht klar, was aber an all seinen Gedanken und deren Zusammenhängen lag. Da er Autist ist, gehen seine Gedanken so manches Mal mit ihm durch und es gab für mich keinen klaren Faden. Ich fragte mich: Was meint er genau? Warum vergleicht er das nun damit? Ich musste mich erst einmal in ihn hereinfühlen, ihn verstehen, ihn kennenlernen. Auch, warum er manchmal Dinge in seinem Alltag, seinem Leben mit anderem vergleicht. Zum Beispiel mit Primzahlen. Am Anfang gab es immer Sätze, die ich erst einmal auf mich wirken lassen musste. Bei Kit dagegen war es anders, ich konnte mich sofort hineinfühlen, was einfach daran lag, dass wir uns in manchen Dingen ähneln und wahrscheinlich auch daran, dass ich von Autismus, so wie es David betrifft, nicht allzu viel weiß, aber auch nicht den Umgang mit diesen Menschen habe, geschweige selbst einer bin. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Menschen, die so sind wie David, im Gegenteil. Ich finde es interessant, aber es benötigt auch eine offene Haltung von uns allen und Respekt.

An der Geschichte fand ich unheimlich toll, dass David sich so viele Gedanken zu verschiedenen Dingen gemacht hat und, da er ja sein Auge auf Kit geworden hat, sie in einer Art und Weise beschreibt, die ich ganz fabelhaft fand. Toll fand ich es auch, dass die Autorin Themen aufgriff, die heutzutage sehr wichtig sind und über die geredet werden muss. Zum Beispiel, dass Begriffe wie „schwul“ einfach nicht mehr zeitgemäß sind und sich auch nicht gehören. Zudem kam ein Thema zwischen David und Meini auf, in dem sie sagt, dass Kit ihn erst als echten Kerl wahrnehmen kann, wenn er dafür Sorge trage. Das ist an der Stelle wieder das klassische Beispiel für: Solche Sätze bringt man nicht. David antwortet, dass er ein echter Kerl sei und er einen Penis habe. Er führt auch an, und das fand ich klasse von der Autorin, dass sie das so ausschreibt und anspricht, dass er einen Penis habe und er deshalb ein Kerl ist, es aber auch Transsexuelle gibt, die auch einen besitzen, sich aber als Frau verstehen. Absolut auf den Punkt gebracht! Und so, so wichtig. Auch in diesem Genre.

Jedenfalls als Kit sich das erste Mal neben David setzt, kommt der Stein ins Rollen. Sie unterhalten sich viel, philosophieren und Kit imponiert es, dass David so straight ist, so ehrlich und direkt. Einfach ohne Umschweife etwas ausspricht. Auch was den Tod ihres Vaters betrifft, bringt er es auf den Punkt, im Gegensatz zu ihren Freundinnen und ihrer Mutter. Gerade diese „Komposition“ von den beiden Protagonisten ist ein wahnsinnig gutes Zusammenspiel. Das ist der Autorin absolut gut gelungen. Es fügt sich einfach alles ineinander, wie die Sterne am Himmel stehen und die Erde sich im Weltall bewegt, wenn man es mit Davids Worten beschreiben will.

Die Geschichte hat mich bewegt und hat etwas mit mir gemacht. Sie wird auch Menschen anhalten, über Themen nachzudenken, die für sie bisher vielleicht nicht aktuell waren. Eine Geschichte, die schöner nicht sein könnte, auch wenn manchmal Sätze fallen wie „ ...dass Korrelation noch nicht Kausalität impliziert.“ Sätze, die erst einmal wirken müssen und ja, dann hallen sie noch sehr lange in einem nach.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2021

Toller 2. Band!

Ellas federleicht-verhexte Zukunft
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Mein Schmollmund zeigt, wie ich zuerst gefühlt habe, als ich den zweiten Band mit Ellas Geschichte, in die Hand genommen hatte. Ich hatte keinerlei Erwartung an Band 2, obwohl der erste Band mich nicht ...

Mein Schmollmund zeigt, wie ich zuerst gefühlt habe, als ich den zweiten Band mit Ellas Geschichte, in die Hand genommen hatte. Ich hatte keinerlei Erwartung an Band 2, obwohl der erste Band mich nicht überzeugen konnte. Aber …

… nein, denn der zweite Band war wirklich richtig, richtig gut und hat mir viel besser gefallen als der erste. Dieses Mal stimmte einfach alles und es fehlte mir an nichts, wobei ich bis heute nicht genau sagen kann, was mir im ersten Band gefehlt hat. Irgendwie war es die ganze Erzählung an sich, die für mich nicht ganz vollständig war und mir fehlte auch die gewisse Spannung um die Rutsche, mit der sie in verschiedene Zeitebenen reisen können. Es wirkte unvollständig.

Im zweiten Band ist das komplett anders gewesen, auch wenn ich zu Ellas Papa irgendwie immer noch keinen Bezug habe und mir bei ihm nach wie vor die Tiefe fehlt. Ella sieht ihn morgens, fragt ihn etwas und er antwortet kurz. Natürlich geht es nicht um die Eltern und sie müssen auch nicht ständig in den Vordergrund rücken aber so ein, zwei Szenen hätte ich mir mit Ella und ihm gewünscht. Hätte dann aber wohlmöglich nicht in die Story gepasst und diese unnötig in die Länge gezogen.

Dennoch war die Geschichte einfach schön und es gab hier und da Momente, mit denen ich nicht gerechnet habe. Ein toller zweiter Band, den ich verschlungen habe und der mich förmlich mitriss. Ich wollte das Geheimnis um die Rutsche endlich gelöst haben.

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Veröffentlicht am 31.08.2021

In all seinen Farben

In all seinen Farben
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„In all seinen Farben“ hat mich begeistert. Das muss ich im ersten Satz einfach loswerden. Endlich mal ein toller Plot, eine fabelhafte Idee für die Geschichte und endlich mal eine queere Story die mich ...

„In all seinen Farben“ hat mich begeistert. Das muss ich im ersten Satz einfach loswerden. Endlich mal ein toller Plot, eine fabelhafte Idee für die Geschichte und endlich mal eine queere Story die mich gänzlich überzeugen konnte. Es ist keine Liebesgeschichte, sondern alles dreht sich um viel mehr um das Leben als Dragqueen, was ich wahnsinnig spannend fand, da es Neuland für mich war.

Nicht nur Robyn ist wahnsinnig sympathisch und man schließt ihn sofort ins Herz, auch wenn man ihn im nächsten Moment durchschütteln möchte. Alle Protagonisten sind einfach sehr authentisch, herzerwärmend und waren mir von Beginn an sympathisch. Die Geschichte zeigt zudem auf, dass das Leben eine Achterbahnfahrt ist und nicht immer alles toll ist im Leben. Außerdem rauscht man so durch die Seiten, was an dem tollen Schreibstil liegt. Alles in allem eine wunderbare Geschichte, die ich nicht nur jüngeren Leser:innen empfehlen würde.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 10.08.2021

Wow!

Die letzte Wahl
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Wo fange ich an? Wo höre ich auf? Ein politischer Thriller, der zur derzeitigen Lage passt, weil es passieren könnte, und es wirkt so verdammt realistisch. Es geht um Rechtsradikale, die ein Staatsreich ...

Wo fange ich an? Wo höre ich auf? Ein politischer Thriller, der zur derzeitigen Lage passt, weil es passieren könnte, und es wirkt so verdammt realistisch. Es geht um Rechtsradikale, die ein Staatsreich planen. Brandaktueller denn je, wie ich finde. Alleine der Protagonist passt in die Geschichte, wie Faust aufs Auge, auch wenn das hart klingt, aber die Story ist es auch. Daher: Es wird nicht für jedermann etwas sein.

Rechtsextreme reden nach den Menschen Mündern. Ohne Asylanten, Flüchtlingen und so weiter würde es Deutschland besser gehen. Ein Irrglaube? Werden die Rechtsextremen weniger gehört? Ich sage euch, es kommt noch viel, viel schlimmer.

Zwischen innerer Zerrissenheit und politischen Zusammenhängen, wird man wahnsinnig in einen Strudel aus politischen Machenschaften und Macht nach und nach hineingezogen. Das merkt man auch sehr an dem Protagonisten, weshalb sein innerer Kampf so mächtig ist, dass er ein Verbrechen begeht. Es findet also auf psychischer Ebene etwas statt, dem man auch als Leser*in standhalten können muss. Ich glaube da können schon gewisse Meinungsverschiedenheiten aufeinanderprallen, was aber nicht seine Heftigkeit nimmt und dennoch „erklärbar“, wenn auch unentschuldbar ist. Es ist absolut spannend und das bis zur letzten Seite. Was mir Anspannung verschafft hat, war, dass die Tochter des Protagonisten entführt wurde und ich jedes Mal gedacht habe: „Nun rette sie doch endlich!“

Eine wahre Achterbahnfahrt der Politik, Rechtsextremismus und psychischen Abgründen. Ein spannender Thriller, den man nicht mehr so schnell vergisst und beiseite legt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere