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Veröffentlicht am 01.03.2021

Am & Em - eine bittersüsse Romanze

What if we Stay
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"Sag es wieder und wieder, bis du außer Atem bist."
Dieser Roman hat mich doch etwas überrascht. Anfangs hab ich sehr oft gedacht, diese Zicke hält wirklich keiner aus, wie kann man nur so abgebrüht, desinteressiert ...

"Sag es wieder und wieder, bis du außer Atem bist."
Dieser Roman hat mich doch etwas überrascht. Anfangs hab ich sehr oft gedacht, diese Zicke hält wirklich keiner aus, wie kann man nur so abgebrüht, desinteressiert und biestig sein und Amber hat mich mit ihrer Art etliche Male extrem genervt. Bis- ja bis die Geschichte ihren Verlauf nahm, bis man Stück für Stück hinter ihre Mauern blicken konnte und jemanden entdeckt, der viel durchgemacht und damit sich selbst im Weg steht und es auch anderen nicht leicht macht.
Ihre Sprunghaftigkeit, ihre Reaktion auf ihre Eltern oder ihr gesamtes Umfeld- alles hatte einen bestimmten Auslöser und den hat die Autorin wirklich schön rausgearbeitet und damit Amber im Verlauf des Buches von einer Seite gezeigt, die immer liebenswerter und sympathischer wurde und sie in ihrer Liebe zum Eiskunstlauf wieder aufblüht und engagiert.
Das gefiel mir und zudem auch, wie es möglich ist, dass zwei Welten so wunderschön zusammenschmelzen können. Dabei schließt man besonders Emmett total ins Herz - er ist so fleißig, verständnisvoll und hilfsbereit, doch nie stellt er seine Interessen in den Vordergrund und trotzdem wirkt er nicht wie Mr. Perfekt. Es läuft eben nicht nach dem Prinzip: Reiche trifft auf Nerd, sie verlieben sich und alles ist gut, nein hier entwickelt es sich anders als erwartet und das finde ich interessant. Ob witzige Dialoge, traurige Erlebnisse oder Erinnerungen, tolle Freunde, gemeinsame Projekte oder auch die genialen "Am&Ems" Süssigkeiten - eine schöne Mischung fürs Herz.
Ach und meine Heldin ist Kitsilano- was für ein cooler Name für eine Katze und sie taucht wirklich zu den herrlichsten Momenten auf.
Ein kleines Manko waren für mich die etwas sehr häufigen Wiederholungen von Ambers: In Gottes Namen", und dass es am Ende sehr tränenreich und etwas leicht gefühlsduselig wird. Es hat auch eine ganze Zeit gedauert, bis ich mit Amber warm werden konnte und ich mich in die Geschichte eingelesen habe, doch ansonsten ist sie wirklich süß geschrieben und am Ende wünscht sich jeder so einen Emmett.

Veröffentlicht am 25.02.2021

tränenreich, gefühlvoll und beeindruckend- tolles Finale der Royal Forbidden Trilogie

Diamond Empire - Forbidden Royals
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Was für ein wirklich krönender Abschluss dieser Trilogie mit genialen Überraschungseffekten und einer zu Herzen gehenden Geschichte. Der Schreibstil ist so mitreißend, dass ich die ganzen Emotionen regelrecht ...

Was für ein wirklich krönender Abschluss dieser Trilogie mit genialen Überraschungseffekten und einer zu Herzen gehenden Geschichte. Der Schreibstil ist so mitreißend, dass ich die ganzen Emotionen regelrecht gespürt habe und mir teilweise auch die Tränen liefen. Und was für fiese Intrigen und natürlich zum Finale die Aufklärung, damit hab ich absolut nicht gerechnet. Toll gemacht und laut Vorwort war sich Julie Johnson erst so unsicher, ob sie die Trilogie bringt- alles richtig gemacht, sie hat mich voll abgeholt und berührt und gehört für mich zu den schönsten Reihen, die ich bisher gelesen habe.
Was mir auch unglaublich gut gefallen hat, sind die jeweiligen Nebencharaktere- egal ob ihre Bodyguards, bei denen man auch herrlich schmunzeln konnte oder auch ihre Berater und nicht zuletzt ihre Halbschwester Chloe. Schön, dass auch hier Themen angesprochen werden, die nicht einfach durchzustehen sind und bei denen man sich oft alleine fühlt, weil sich viele nicht in andere hineinversetzen oder sich die Mühe machen, mal hinter die Kulissen zu gucken.
Und J.J. hat ein Talent, Gefühle sehr ausdrucksstark und in schönen Vergleichen zu umschreiben, dadurch kann man sich noch mehr in jede Person hineinversetzen, wie sie denkt, was sie gerade empfindet und welche Ängste sie durchsteht und dabei hab ich so viele tolle Passagen für mich abgespeichert, die mich sehr berührt haben.
Auch dieses Cover ist schön gestaltet, sie passen alle 3 perfekt zueinander, sind unaufdringlich und doch aussagekräftig und die Titel sind genau passend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2021

Eine leise Stimme mit großer Wirkung

Mit dir bin ich unendlich
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Schon der Klappentext hat mich begeistert und nachdem ich das Buch begonnen hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Wundervoll geschrieben, tief berührend über eine
2-Klassengesellschaft, ...

Schon der Klappentext hat mich begeistert und nachdem ich das Buch begonnen hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Wundervoll geschrieben, tief berührend über eine
2-Klassengesellschaft, die so viel Einfluss auf einen Menschen nehmen kann, dass er sich wie in einer Hülle aus Angst und geringem Selbstbewusstsein fühlt und nicht weiß, wie er dort jemals rauskommen soll.
Beim ersten Eindruck könnte man meinen, Olivia lässt sich gehen, ist ständig verängstigt oder am Heulen und ziemlich wortkarg. Aber aufgrund des Perspektivenwechsels zwischen Nathan und ihr kann man verstehen, warum sie sich verhält und wie schnell ein Vorurteil entstehen kann. Ihre Gefühle konnte man regelrecht spüren, ich hab sooft mitgelitten und konnte mich aufgrund der Ereignisse so sehr in ihre Situation hineinversetzen, weswegen man einfach nur sagen kann: Eine liebenswerte, berührende Geschichte mit Charakteren, deren Rolle genau passt. Der Verlauf der Geschichte hat mich an vielen Stellen sehr überrascht und sie damit zu etwas Besonderem gemacht. Kein Highschool-Klischee, sondern eine andere Variante, um auch das Thema Verständnis für andere in den Vordergrund zu rücken und nicht vorschnell ein Urteil zu bilden.
Meine Favoriten hier waren auf jeden Fall Aria, eine Frohnatur, die wirklich viel Geduld hatte, die Haushälterin Rosalia, Sammy, der in seinen jungen Jahren schon so zu kämpfen hat und eben Nathan, mit seiner aufmerksamen, ruhigen aber bodenständigen Art.
Mila Summers berührt mit dieser Geschichte Herzen und hat eine schöne Art, den Leser abzuholen, zu fesseln und sämtliche Emotionen zu treffen. Trotz ernstem Thema bleiben Humor und Leichtigkeit nicht auf der Strecke und auch die romantischen Elemente sind genau passend. Mit dem fröhlichen Cover und dem tollen Titel verspricht das Buch tolle, unvergessliche Lesestunden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2021

schöner 2.Teil der mutigen Kontorfrauen

Die Frauen vom Nikolaifleet – Der ferne Glanz
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Im 2.Teil der Frauen vom Nikolaifleet erlebt die Tochter von Leonore, Ada, ihre ganz eigene Geschichte. Man spürt von Anfang an ihre Unruhe, die Unzufriedenheit, ihren Wunsch nach Freiheit, weil sie sich ...

Im 2.Teil der Frauen vom Nikolaifleet erlebt die Tochter von Leonore, Ada, ihre ganz eigene Geschichte. Man spürt von Anfang an ihre Unruhe, die Unzufriedenheit, ihren Wunsch nach Freiheit, weil sie sich im Kontor häufig von ihrer Mutter bevormundet vorkommt und meint, es fehlt etwas und sie verpasst die große weite Welt. Den Schritt, genau wie ihre Schwester nach Berlin zu gehen, macht sie ziemlich überraschend und dann ist man auch schon mitten in der eigentlichen Erzählung.
Sie schließt schnell neue Freundschaften, arbeitet sich rasch ein und auch die Kunden und Arbeitskollegen mögen sie gerne und so erlebt man so einige lustige Situationen. Auch die erste große Liebe begegnet ihr in Berlin, obwohl Paul so das völlige Gegenteil von ihr ist und als emporstrebender Künstler diverse andere Vorstellungen vom Leben hat. Dennoch ist es süß umschrieben, wie beide damit umgehen und was sie zusammen erleben.
Doch leider gibt es auch einige traurige Erlebnisse, die die Schattenseiten hervorheben, doch die Autorin hat diese wirklich schön mit eingebaut, so dass man ein berührendes Buch lesen darf, mit einer netten Mischung aus schönen Erlebnissen und traurigen Erfahrungen- alles Dinge, die Ada sehr prägen und sie darüber nachdenken lassen, was sie sich von ihrer Flucht aus Hamburg versprochen hat und wie einfach man sich einiges vorstellt und das Leben nicht immer planbar ist.
Um alles abwechslungsreicher zu gestalten, schwenkt man zwischen den Heimatbesuchen und ihrem Leben in Berlin in einigen Zeitsprüngen. Doch irgendwie hat man das Gefühl, es sind eher Pflichtbesuche und komischerweise am häufigsten zur Weihnachtszeit.
Gerade das Ende hat mich allerdings sehr berührt - damit hab ich überhaupt nicht gerechnet und mich wirklich überrascht. Ich hoffe, dass man im letzten Teil auch Adas Geschichte weiterverfolgen kann.
Ein bisschen mehr Spannung hätte es insgesamt ruhig sein dürfen und teilweise agiert mir Ada bei allem etwas kühl. Sie verfolgt ihren Plan und lässt sich dabei nicht viel reinreden und wenn sie über ihren Kummer spricht, dann wirkt es eher sehr sachlich und schnell abgehakt, was ich mir bei einigen Ereignissen nicht so vorstellen konnte.
Dabei merkt sie häufig auch gar nicht, dass auch andere Hilfe bräuchten oder mal jemandem zum zuhören.
Dadurch bin ich mit ihr nicht so ganz warm geworden und es hat mich nicht so ganz emotional abgeholt.
Das Cover und auch die Titelwahl passen gut zur Erzählung, man merkt die vorangeschrittene Zeit in Hamburg durch die veränderte Kleidung und dennoch haben alle Cover dieser Reihe einen Wiedererkennungswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2021

harter Prozess eines fanatischen Hexenjägers

In den Falten des Himmels
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Das ist ein etwas ungewöhnliches Buch gewesen. Ich lese sehr gerne historische Bücher, besonders, wenn sie authentische Geschichte beinhalten, die gleichzeitig sehr spannend aufgebaut ist. Der Autor hat ...

Das ist ein etwas ungewöhnliches Buch gewesen. Ich lese sehr gerne historische Bücher, besonders, wenn sie authentische Geschichte beinhalten, die gleichzeitig sehr spannend aufgebaut ist. Der Autor hat hier viele Wortdialoge verwendet, die für den Leser doch etwas gewöhnungsbedürftig waren, an einigen Stellen auch etwas blumige und ausführliche Umschreibung, um die Personen etwas besser kennenzulernen.
Der selbsternannte Hexenkommissar Peter Witte leistet seiner angeblichen Berufung ganze Arbeit. Überall bringt er Punkte an, die die Leute zum Nachdenken bringt, nutzt ihre Not schamlos für seine Zwecke aus. Die Rohheit der Soldaten, wenn sie Obdach, Nahrung und auf Gefügigkeit den ohnehin schon durch den Krieg gebeutelten Bürgern leisten müssen ist ziemlich erschreckend und hat mich teilweise wirklich schockiert. Letztendlich stand jeder in der Gefahr, dass er verdächtigt wird, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Der Prozess selber hat mich sprachlos gemacht, auch wenn ich den Dienstherrn und Ratsmitglied Westede wirklich sympathisch finde, weil man merkt, wie sehr er gegen die Einstellung und Irrlehre kämpft, weil er weiß, wie seine Magd wirklich ist.
Wie schnell lassen sich Menschen beeinflussen, wie schnell kann eine Meinung gekippt werden, wenn man nur Zweifel sät und wenn man so fanatisch ist, dass einem jedes Mittel recht ist.
Das hat der Autor gut auf den Punkt gebracht, doch ist mir insgesamt der Roman etwas zu krass. Selbst die Verbindung zwischen dem Soldaten Hannes und der Magd Maiken ist leider etwas zu oberflächlich geblieben, nichts weiches, nichts wirklich herzliches, was den Roman vielleicht noch ein wenig aufgelockert hätte. Es hat einfach etwas gefehlt, um dem Buch trotz der damaligen Zustände, trotz der Rohheit der Soldaten, dem unglaublichen Verlauf des Prozesses noch eine gewisse Note zu geben. Das änderte sich auch im Epilog nicht. Obwohl man gemerkt hat, wie in manchen Personen danach ein Nach- und Umdenken stattgefunden hat.
Insgesamt ist das Buch geschichtlich schon gut recherchiert und man muss sich bewusst sein, dass die Zeiten damals wirklich grausam waren und die Bürger sehr leiden mussten, nicht nur unter der Not, sondern auch dem schlimmen Aberglauben, zu dem die Kirche in verwirrender Weise auch beigetragen hat, doch wäre es schön gewesen, wenn ein wenig Härte durch die Geschichte zwischen Maiken und Hannes rausgenommen worden wäre. Leider gab es einige Passagen, die mir zu langatmig waren und deren Formulierung manchmal auch etwas merkwürdig klang.
Der Titel ist interessant gewählt und wird im Buch auch aufgegriffen, das Cover ist passend gewählt, doch insgesamt hat es nicht ganz meine Erwartungen getroffen, weswegen ich nur 3★★★ vergeben kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere