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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2019

Herrlicher Lesestoff

Linstows Geheimnis
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Herrlich entspannend zu lesen und dann doch wieder sehr spannend. Ein ausgezeichneter Schreib- und Erzählstil, der zum vergnüglichen Lesen animiert. Anna, eine junge romantische und zielstrebige Frau kommt ...

Herrlich entspannend zu lesen und dann doch wieder sehr spannend. Ein ausgezeichneter Schreib- und Erzählstil, der zum vergnüglichen Lesen animiert. Anna, eine junge romantische und zielstrebige Frau kommt von Berlin auf die Ostseeinsel Rügen, um mit Frank ihrem Liebsten die Hochzeit zu planen und das Seehotel in Göhren zu übernehmen. Isa Schikorsky schildert präzise den Hotelalltag und die persönlichen Beziehungen und Animositäten der Angestellten. Anne durchläuft ein Wechselbad der Gefühle und will sich nicht eingestehen, dass Frank nicht der richtige Mann für sie ist. Wie in jedem Krimi gibt es auch einen Toten, genauer eine Tote: Linstows Ehefrau „Flöckchen“ wird am Strand eingebuddelt ausgerechnet von Anna gefunden. Anna beginnt nicht gerade eine Karriere als Privatdetektivin, doch möchte sie gerne wissen wer der Mörder von Vivien „Flöckchen“ ist. Dem Leser werden ausgiebig zu Kenntnis gebracht die Menüabfolge in einem Sternerestaurant und die besonderen Schätze im Weinkeller des Seehotels. Annas Heirats- und Karrierepläne platzen mit einem Paukenschlag. „Glück und Glas, wie leicht bricht das“ wissen wir alle. Doch wir sehen „Licht am Ende des Tunnels“. Unverhofft kommt oft. Linstow übernimmt das Hotel, nennt es in „Seehotel Vivien“ um und macht Anna zur Hoteldirektorin. Und am Ende wird auch der Mörder geschnappt.

Veröffentlicht am 01.07.2019

Bestsellerwürdige Spitzenliteratur

Die junge Frau und die Nacht
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Sehr angenehmer Schreibstil, ein wahres Lesevergnügen bis zur letzten Seite.
Klassentreffen nach 25 Jahren im St. Exupery College an der Côte d‘Azur . Damals ist die Schülerin Vinca und (oder mit ihrem) ...

Sehr angenehmer Schreibstil, ein wahres Lesevergnügen bis zur letzten Seite.
Klassentreffen nach 25 Jahren im St. Exupery College an der Côte d‘Azur . Damals ist die Schülerin Vinca und (oder mit ihrem) Lehrer Alexis spurlos verschwunden. Was hat sich wirklich ereignet? Die Beobachtungen und die Beschreibungen der ehemaligen Schülerinnen und Schülern auf den Klassentreffen sind pointiert. Die privaten Verhältnisse sind auf ein Maß beschränkt, das dem Roman guttut.
Maxime „beordert“ seinen Freund Thomas aus New York zu diesem Treffen. Damals im Dezember 1992 haben beide den Lehrer Alexis - nach falscher? Anschuldigung von Vinca – getötet und die Leiche in einer Mauer des Turnsaales einbetonieren lassen. Der Turnsaal solle einem Neubau weichen und die Mauer abgerissen werden. Maxime und Thomas fürchten um die Aufdeckung ihrer Mordtat. Ein Seelenstriptees der Mörder folgt. Vinca war die große Liebe von Thomas. Doch jemand will „Rache“ für den Tod von Vinca. Mit der rastlosen Suche von Thomas nach Erklärungen und Lösungen setzt sich das Puzzle langsam zusammen, doch nichts entspricht der Wirklichkeit was auf den ersten Blick plausibel erscheint. Neben dem Ich-Erzähler Thomas stellen Freunde und Familienmitglieder ihre eigene erlebte Wirklichkeit dar. Ein literarisches Panoptikum. Die Spannung steigert sich zunehmend, der Leser jedoch tappt im Rätsel um den Rächer im Dunkeln. Diese verschiedenen Sichtweisen der Wirklichkeit sind das besondere Stilmittel, das den Roman besonders lesenswert macht.
„... zu viele Enthüllungen, zu viele Dramen, zu viele Tote, zu viele Drohungen...“ (Zitat Musso) beschreiben die Romanhandlung treffsicher und ziehen den Leser in seinen Bann. Als nach dem letzten Toten sich so etwas wie Entspannung einstellen will, wird dem Leser zum Ende eine „Hammerpointe“ serviert.

Veröffentlicht am 26.06.2019

Hochkarätige deutsche Krimiliteratur

Unbarmherzig
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Trotz Unkenntnis der Autorin Inge Löhnig stellt sich UNBARMHERZIG nach dem Lesen als ein wahrer Glücksgriff heraus. Die Geschichte und der Schreibstil sind phänomenal. So unaufdringlich und klar, dadurch ...

Trotz Unkenntnis der Autorin Inge Löhnig stellt sich UNBARMHERZIG nach dem Lesen als ein wahrer Glücksgriff heraus. Die Geschichte und der Schreibstil sind phänomenal. So unaufdringlich und klar, dadurch wird jede Seite ein Leseerlebnis. Münchner Lokalkolorit, aber weit entfernt von blödsinnigen Anbiederungen anderer Dorfkrimis. Hier gibt es keine Trottel und Dorfdeppen. Die Protagonisten strahlen eine überragende Authentizität aus. Glaubwürdige und nachvollziehbare Charaktere. Inge Löhnig zeigt tiefe Menschenkenntnis, bildet die Strukturen des dörflichen und familiären Miteinander perfekt ab.
Die Verbindung von 75 Jahren Familiengeschichte zweier nicht freundschaftlich verbundenen Familien mit einem Doppelmord und die Einbindung der persönlichen Familiengeschichte von Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo sind eindrucksvoll.
Nur der Hartnäckigkeit bei den Ermittlungen gelingt es Gina den Tathergang zu rekonstruieren und die Identität der beiden Toten gegen alle Widerstände festzustellen. Die Morde liegen 75 Jahre zurück und Inge Löhnig gibt mehrere sehr aufschlussreiche Rückblicke in das Jahr 1944, wie sich Leben und Arbeit mit Zwangsarbeiterinnen in einer Munitionsfabrik abspielte. Die Mordermittlungen erschweren sich, weil vermutete Täter nicht mehr am Leben sind. Letztendlich hat Gina aber das richtige Gespür, kann aber den Täter nicht (mehr) überführen.
Die Zwistigkeiten zwischen den beiden Familien Anger und Schattenhofer werden vor allem von den Frauen erbittert geführt, bis sie sich am Grab versöhnen. Gina und ihre Familie müssen sich einer psychischen Herausforderung stellen und entgehen nur knapp einer Katastrophe. Teilweise werden die Ereignisse sehr emotional beschrieben was von großer Empathie der Autorin zeugt.
Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für den zweiten Fall von Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases.

Veröffentlicht am 21.06.2019

Hochspannung auf 382 Seiten

Nadelherz
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NADELHERZ von Julia Corbin, dritter Thriller der Hall & Hellstern-Serie kann ohne wesentliche Einschränkungen als in sich geschlossener Roman gelesen werden. Neben dem eigentlichen Plot – der kriminalistischen ...

NADELHERZ von Julia Corbin, dritter Thriller der Hall & Hellstern-Serie kann ohne wesentliche Einschränkungen als in sich geschlossener Roman gelesen werden. Neben dem eigentlichen Plot – der kriminalistischen Ermittlungsarbeit - nehmen die sehr umfangreichen Darstellung der privaten Hintergründe des Ermittlerteams und deren Angehörigen breiten Raum ein. Nicht besonders verwunderlich sind Hall & Hellstern - Alexis und Karen - die wichtigsten Ermittler und Namensgeber der Thrillerserie. An den „teilnehmenden“ Personen erkennt man eine starke Frauenlastigkeit von etwa 70:30. Frauen werden durchwegs positiv dargestellt. Dem gegenüber stehen auffällig abfällige Männerbeschreibungen und -bezeichnungen: Sadisten, Mörder, dumm, Arschloch, Idiot und Hinterwäldlern.
Tessa, nach über einem Jahr ihrem Entführer und Peiniger entkommen, ist durch dieses traumatische Erlebnis psychisch schwer belastet. Ihre beste Freundin Jasmin, die mit ihr entführt wurde hat die Entführung nicht überlebt. Tessa bekommt Menschenherzen mir Nadeln gespickt zugesandt, die dazu „passenden“ Leichen auf Metallstreben drapiert bringen das Ermittlerteam auf eine Spur, aber die Suche nachdem Mörder stellt sich als eine sehr komplexe dar. Die Leichen sind mit einem grünlich leuchtenden Bakterium infiziert. In der Person von Karen, der forensischen Kriminalbiologin, lässt die Autorin Corbin ihr ganzen Biologiewissen wiedergeben. Das Ermittlerteam wendet seine ganze Energie auf, um den Tatort finden, der für die Lösung des Falles unerlässlich ist. Die Spannung auf den letzten Seiten ist kaum zu überbieten, umso überraschender das Ende.
Der Schreibstil fördert das flüssige Lesen. Der Spannungsbogen wird aufrechterhalten indem in jedem Kapitel ein nächstes Puzzle zur Lösung des Falles angeboten wird.
Ein Lesefest für die überwiegend weibliche Leserschar, die bereits sehnlichst auf Band 4 wartet.