berührender Erfahrungsbericht um den Umgang mit Alzheimer
LückenlebenKatrin Seyfert erzählt in „Lückenleben“ zutiefst persönlich und offen von den letzten fünf Jahren mit ihrem Mann, der an Alzheimer erkrankt ist. Anfang 50 war er, als die Diagnose kam – Arzt und Vater ...
Katrin Seyfert erzählt in „Lückenleben“ zutiefst persönlich und offen von den letzten fünf Jahren mit ihrem Mann, der an Alzheimer erkrankt ist. Anfang 50 war er, als die Diagnose kam – Arzt und Vater von fünf Kindern. Seyfert schildert eindringlich, wie der Alltag sich durch die Krankheit drastisch verändert: vom schwindenden Gedächtnis bis zum Verlust der Identität ihres Partners.
Das Buch beeindruckt durch seine schonungslose Ehrlichkeit und das offene Aussprechen persönlicher Ängste, Wut und Trauer. Dabei zeigt Seyfert nicht nur die Herausforderungen der Pflege und der gesellschaftlichen Erwartungen an Angehörige und Hinterbliebene, sondern auch die Liebe und die kleinen Momente von Lebensfreude, die trotz allem bleiben. Besonders berührend sind die Einblicke in die Familienbeziehungen und Seyferts Reflexionen über Konventionen – etwa wie sie sich gegen Mitleid und gesellschaftliche Rollenzuschreibungen zur Wehr setzt.
Ihr Schreibstil ist klug und mit viel Feingefühl, was das Buch nicht nur zu einer bewegenden Biografie, sondern auch zu einem wichtigen Beitrag für die Diskussion über Krankheit, Tod und Trauer macht. „Lückenleben“ hat viele private Einblicke gegeben und tief berührt, wie von Ihnen beschrieben, und regt dazu an, sensibler mit Tabuthemen und gesellschaftlichen Erwartungen umzugehen.