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Veröffentlicht am 11.10.2020

Spannende, dystopische Welt, die zum Nachdenken anregt - auch von der ethischen Seite

Scythe – Die Hüter des Todes
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Geschichte:
Rowan und Citra leben in einer schönen Welt, in der Armut, Krankheit, Tod und Kriege nicht mehr dazu gehören. Diese Welt scheint perfekt! Doch auch in dieser müssen Menschen sterben, da es ...

Geschichte:
Rowan und Citra leben in einer schönen Welt, in der Armut, Krankheit, Tod und Kriege nicht mehr dazu gehören. Diese Welt scheint perfekt! Doch auch in dieser müssen Menschen sterben, da es sonst zu einer Überbevölkerung kommt. Die Entscheidung über Leben und Tod wird von den Scythe getroffen. Die Scythe sind die Übermacht und sind auserwählt zu töten. Citra und Rowan werden von Scythe Faraday gegen ihren Willen ausgesucht, die Kunst der Scythe zu erlernen. In dieser Zeit entsteht zwischen den beiden eine intensive Verbindung.

Meine Meinung:
Neal Shusterman hat hier eine großartige, fesselnde, dystopische, noch nie dagewesene Welt erschaffen. Die Plottwists haben mich nur so mitgerissen und ich habe das Buch in vier Tagen durchgehört.
Zu Beginn ging es ruhig los, doch start die Entwicklung bald rasant und es folgt reinste Spannung. Die Charaktere sind interessant und gut ausgearbeitet. Citra hatte ein feines Leben. Das von Rowan war eher mehr schmerzlich. Im Zuge der Geschichte die einzelnen Scythe-Charaktere kennenzulernen hat dann die Dramatik der Story nochmals nach oben geschraubt.
Sowohl Citra als auch Rowan haben ihre Probleme mit den Handlungen der Scythe, wachsen aber im Laufe der Geschichte doch irgendwie auch hinein. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die zwei Protagonisten, sondern auch die Einzelentscheidungen jedes Scythe, die unterschiedlicher nicht sein können. Die einen „lesen nach (töten)“ aufgrund des Spaßes, die anderen, mitfühlend aufgrund des Auftrages als Scythe. Ich finde die Story genial und doch auch verstörend, da ich mich frage, ob wir Menschen wirklich eines Tages auf solche Mittel zurückgreifen werden müssen – ich vermute aber, dass ich zu dieser Zeit schon vom lieben Gott nachgelesen wurde und mir die Radieschen von unten ansehe.
Von mir gibt es eine glasklare Hör- oder Leseempfehlung und 5/5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2020

Howl Saga Part 2

Der Palast im Himmel
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Der junge Abdullah ist in seinen Tagträumen ein Prinz aus einem fernen Land. Im echten Leben jedoch ist er Teppichhändler eines großen Basars. Einmal im Monat besucht ihn seine nervige Familie, die ihn ...

Der junge Abdullah ist in seinen Tagträumen ein Prinz aus einem fernen Land. Im echten Leben jedoch ist er Teppichhändler eines großen Basars. Einmal im Monat besucht ihn seine nervige Familie, die ihn schon längst verheiratet wissen möchte. Eines schönen Tages kommt ein Fremder an Abdullah’s Stand und verkauft ihm einen alten, mitgenommenen Teppich mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Eines Nachts findet sich Abdullah mitten in seinen Tagträumen, in einem wunderschönen Garten und dort trifft er auf die zauberhafte Blume-in-der-Nacht. Er ist sofort verliebt. Bald stellt sich heraus, dass es sich um die Prinzessin handelt. In der nächsten Nacht, als er sie wieder treffen will, muss er beobachten, wie seine Liebste von einem bösen Djinn entführt wird. Der Kampfgeist von Abdullah ist geweckt und seine Mission lautet: Herzensdame retten und wohlbehütet nach Hause bringen. Doch dieses Vorhaben gestaltet sich alles andere als einfach.

Meine Meinung:
Die Gestaltung des Buchcovers finde ich wieder sehr schön und farblich toll. Es passt wunderbar zur Geschichte. Ich war gespannt auf das zweite Buch. Doch die Spannung lag für mich leider nur im Klappentext.
Die Idee zur Geschichte finde ich toll, leider ist die Umsetzung nicht so gut gelungen. Das Buch zieht sich über die ersten zwei Drittel extrem und erst im letzten Drittel wird es an einigen Stellen spannender. Da es eine Trilogie ist, konnte ich bis Seite 180 keinen Zusammenhang herstellen. Erst dann trifft man auch Charaktere aus Band 1, was mir sehr gefiel.
Den Schreibstil fand ich flüssig und verständlich, die Art der Beschreibung fand ich sehr langweilig. Die Geschichte kam mir diesmal „zu gewollt“ daher. Der zweite Band hat mich leider nicht ganz abholen können. Er konnte das Level von Band 1 in keiner Weise halten oder toppen. Ich hoffe, dass sich das im dritten Band wieder bessert.
Was mich stört, ist die mehrfache Verwendung der Wörter „fette Frauen“ und wie das Faible des Mannes für mehr Weiblichkeit eines Frauenkörpers verarbeitet wurde. Das finde ich diskriminierend!
Von meiner Seite 3/5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2020

Unfassbar unvorstellbar für meine Lebensrealität

Sex und Lügen
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Ein Buchtitel, der die Aufmerksamkeit erregt, für Aufregung sorgt und reißerisch erscheint, polarisiert. Trotz allem passt er wie die A… auf Eimer. Die Autorin gibt Frauen aus ihrer Heimat eine Stimme. ...

Ein Buchtitel, der die Aufmerksamkeit erregt, für Aufregung sorgt und reißerisch erscheint, polarisiert. Trotz allem passt er wie die A… auf Eimer. Die Autorin gibt Frauen aus ihrer Heimat eine Stimme. Eine Stimme zu einem Thema, welches in der Öffentlichkeit als Sittenverfall und demoralisierend verbreitet wird, aber in diesem Land in vielen Kämmerchen durchaus praktiziert wird.
Die geschilderten Erfahrungen haben mich in Aufruhr versetzt, ist es doch in unseren Breitengraden ein Thema, welches offen besprochen wird. Slimani zeigt ein sehr differenziertes Bild von Marokko auf. Einem Land, in dem Homosexualität, Ehebruch und Prostitution strafbar sind. Die aufgestellten Regeln des Landes werden nur hinter verschlossenen Türen gebrochen. Ein offenes Geheimnis. Gleichzeitig schafft sie es, die Frauen nicht als Opfer, im klassischen Sinn, darzustellen, sondern als starke Persönlichkeiten, die dem heuchlerischen Druck der Politik und Religion zum Opfer fallen. Doch leiden nicht nur die Frauen darunter, auch viele Männer. Slimani konzentriert sich auf die Rolle der Frau in ihrem Heimatland, mit der Misere dort, aber auch mit den bestehenden Errungenschaften. Mir wurde schnell klar, wie groß der Spagat zwischen „Gesellschaft und Individualität“ oder „Politik und Religion“ ist. Was für uns Freiheit bedeutet, wird in diesem Land nicht toleriert. Frauen sind Mütter und Töchter von jemandem.
Die Frauen wollen als individuell angesehen werden, sind aber doch in großem Maße von der Gruppe abhängig, was ich als völlig ambivalent empfinde. Einerseits ist dieses Land technisch bei Facebook & Co., andererseits wird nach wie vor propagiert, dass die Ehre der Frau in ihrem Schoß liegt. Die Jungfräulichkeit, ein Mysterium, das es zu wahren gibt. Wenn man schon den Menschen nicht kontrollieren kann, dann zumindest sein Verlangen. Jungfräulichkeit ist keine private Angelegenheit. Nein, sie ist Gegenstand der kollektiven Besorgnis aller. Gleichzeitig schlägt die Natur aber doch durch und es gibt unzählige Frauen, die Sex haben; dann aber ihr Hymen rekonstruieren lassen, um nicht der Schande zu verfallen, denn sie möchten geheiratet und nicht verachtet werden.
Was mich förmlich aufschreien ließ beim Lesen ist folgender Teil. Gibt es doch in Marokko einen Paragraphen im Strafgesetzbuch, der folgendes regelt – ich zitiere (S. 51)
[Nachdem sie von einem Freund der Familie vergewaltigt worden war, hatten ihre Eltern und die des Täters die Ehe …. arrangiert. …. erfährt die Öffentlichkeit von dem skandalösen Artikel 475… der besagt, dass ein Vergewaltiger, der die vergewaltigte Frau heiratet, nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden kann.]
Ein sehr aufwühlendes, unfassbares, beklemmendes Buch, das zur Aufklärung und auch zu einem besseren Verständnis beiträgt. Was für mich als selbstverständlich gilt und ich nie in Frage stelle, ist dort ein Affront gegen die eigenen Mitmenschen. Was ganz deutlich klar wird ist, dass Recht und Moral nicht dasselbe ist. Die Moral ist immer nur die Moral der anderen. Der Chauvinismus ist nach wie ausgebreitet. Die vom Sittenverfall geängstigten beziehen sich einfach auf die Zeilen im Koran, der, laut geschichtlicher Studien, eigentlich nicht in diese Richtung der Frauenverachtung, Diskriminierung, Vergewaltigung, etc. ausgerichtet ist. Frauen sind, ob sie es wollen oder nicht, zu Symbolen der sexuellen Misere geworden.
Das Buch ist wichtig und ich bin froh, dass ich es gelesen habe. Es ist an so vielen Stellen total ambivalent: es ist prüde, konservativ und zugleich so voll von dem Thema Sex und dem Verlangen nach Selbstbestimmung, dass einem fast schlecht wird vor offensichtlicher „Persönlichkeitsspaltung“.
Ich maße mir hier keine Bewertung an zu den Werten und der Moral des Landes an, ich finde dennoch, dass viele Dinge kritisch hinterfragt werden sollten und die Scheinheiligkeit unter dem Deckmantel der Moral entlarvt gehört. Dort herrscht eine Lebensrealität, die ich schlicht nicht nachempfinden kann, weil sie meiner Realität so gar nicht entspricht.
Leider läuft es wie in vielen Bereichen nach dem Motto: Das haben wir immer so gemacht und „Never Change a running system“.
Von meiner Seite eine uneingeschränkte Leseempfehlung und ich sehe es als ein Jahreshighlight!
5/5 Sternen. LEST DIESES BUCH!!!!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2020

Die Reise von Elaine startet ...

Vortex – Der Tag, an dem die Welt zerriss
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Die Geschichte spielt in der fernen Zukunft und wird aus Sicht von Elaine erzählt, die schon ihr ganzes Leben lang träumt Läuferin zu werden. Gleich zu Beginn absolviert sie ihre Abschlussprüfung als Läuferin ...

Die Geschichte spielt in der fernen Zukunft und wird aus Sicht von Elaine erzählt, die schon ihr ganzes Leben lang träumt Läuferin zu werden. Gleich zu Beginn absolviert sie ihre Abschlussprüfung als Läuferin und wie man durch Vortexe springen muss. Man ist gleich von Anfang an mitten in der Geschichte und das hat mir extrem gut gefallen. Gleich nach ihrer Endprüfung muss sie erfahren, dass nicht alles so ist wie sie es in ihrer Ausbildung von den Lehrern gelernt hat. Die Story zeigt eine sehr interssante neue Welt, die im Jahre 2020 durch den Urvortex entstanden ist. Die Energie des Urortex hat eine neue Welt entstehen lassen. Vieles hat sich mit den Elementen Wasser, Feuer, Erde und Luft vermengt. Für diejenigen, die nicht vermengt wurden, stellt diese neue Rasse, die Splits, eine Gefahr dar.
Im Laufe des Buches muss Elaine Gefahren überwinden und lernt auch eine vermeintliche andere Seite des Systems kennen. Dies führt dazu, dass ihr einfaches Denken völlig auf den Kopf gestellt wird. Elaine beginnt nachzudenken, ob die Informationen, die sie erhalten hat, wirklich so simpel sind, oder ob ein gemeinschaftliches Miteinander mit den Splits doch möglich sein könnte? Ihr bester Freund Luke, auch Absolvent der Vortex-Ausbildung, ist ein Halbsplit und sie möchte ihn auf keinen Fall verlieren. Was wird sie tun?

Meine Meinung:
Elaine als Hauptprotagonistin hat mir gut gefallen, auch wenn sie stellenweise etwas naiv rüberkommt – das ist aber ihrem Alter im Buch geschuldet. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und somit lernt man sie, als Hauptprotagonistin, sehr gut kennen. Gefühlt gibt es für Elaine zu Beginn des Buches nur ein schwarz-weiß Denken, das sie im Laufe ihrer Ausbildung so gelernt hat. Die Vermengten sind die Bösen, die Nicht-Vermengten, so wie sie, die Guten.
Doch durch die Wandlungen und das Kennenlernen neuer Protagonisten fängt ihre Welt wieder mal an zu wanken. Auch den Antagonisten fand ich sehr spannend dargestellt (musste immer wieder an unseren USA-Präsidenten denken ).
Die Geschichte ist spannend erzählt, auch wenn an manchen Stellen vorhersehbar. Die Welt ist sehr gut beschrieben. Der Schreibstil gefällt mir persönlich sehr gut, da er mitreißend ist. Trotzdem hat mir der letzte Zunder, den ich in anderen Fantasybüchern hatte, etwas gefehlt. Am Ende bleiben doch Fragen offen und ich finde die Geschichte hat gutes Potenzial. Ich freue mich daher schon auf Band 2.
Trotz einiger Kritikpunkte hat mich das Buch gut unterhalten und da es für mich persönlich noch Luft nach oben gibt: von meiner Seite eine Leseempfehlung und 4/5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2020

Entzückende Mirella

Mirella Manusch - Hilfe, mein Kater kann sprechen!
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Mirella ist bald 10 Jahre alt und ihr wächst im Moment ein neuer Eckzahn. Im Laufe der Geschichte stelle sich heraus, dass sie ein Vampirmädchen ist. Ihre Tante und ihre Mama wissen über Vampire Bescheid, ...

Mirella ist bald 10 Jahre alt und ihr wächst im Moment ein neuer Eckzahn. Im Laufe der Geschichte stelle sich heraus, dass sie ein Vampirmädchen ist. Ihre Tante und ihre Mama wissen über Vampire Bescheid, nur ihr Papa darf es noch nicht erfahren. Darf sie es denn ihrer besten Freundin erzählen? Ihre Tante lernt ihr, dass sich jeder Vampir nach Sonnenuntergang in eine Fledermaus verwandeln kann und jede Fledermaus einen eigenen Beschützer hat. Mirella’s Beschützer ist ihr Kater Langstrumpf. Mirella findet bald heraus, dass sie Tiere verstehen kann und möchte ihnen helfen. Dies trifft sich ganz gut, denn ihr Papa ist der Tierarzt im Zoo.

Meine Meinung:
Eine entzückende Geschichte, die sich leicht und flüssig lesen lässt. Die Illustrationen im Buch bezaubernd und total passend zur Geschichte.
Die Story ist klar und bringt Kindern näher, sich Dinge zuzutrauen und sich auch um andere kümmern zu dürfen, nämlich Tiere (was ich persönlich als mega Highlight empfinde!). Die Geschichte ist witzig, charmant, lieb, süß, kindlich, liebevoll, humorvoll. Aus meiner Sicht trifft die Sprache die Alterszielgruppe sehr gut und kann auch problemlos gelesen werden. Hier macht sicher Vorlesen auch sehr viel Spaß!
Das Cover findet ich wunderschön und passend gestaltet.
Am Ende des Buches findet sich ein tolles Rezept, mit dem sich die Wartezeit auf das nächste Abenteuer von Mirella (Frühjahr 2021) verkürzen lässt.
Eine klare Leseempfehlung und 5/5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere