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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2020

ein spannender Abschluss der Trilogie

Die dreizehn Gezeichneten - Der Krumme Mann der Tiefe
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Die Geheimnisse der Magie wurden in der Stadt Sygna besonders geschützt. Doch nach der Eroberung durch Aquintien ist nichts mehr, wie es war.
Zachari Erdhand ist der Großgildenmeister der Stadt und geht ...

Die Geheimnisse der Magie wurden in der Stadt Sygna besonders geschützt. Doch nach der Eroberung durch Aquintien ist nichts mehr, wie es war.
Zachari Erdhand ist der Großgildenmeister der Stadt und geht mit einer mythischen Kreatur, dem krummen Mann in der Tiefe, einen Pakt ein, um die Magie Sygnas zu schützen.
Währenddessen experimentieren die Aquintianer mit der Magie, wodurch ein Riss entsteht, der alles zu verschlingen droht.

Leider ist mit diesem Band die Trilogie um "Die 13 Gezeichneten" auch schon zu Ende. Mit einem wehmütigen Seufzer habe ich mich nach Lesen der letzten Seite wieder in die Realität zurückbegeben und hege doch etwas Hoffnung, in Zukunft vielleicht doch zumindest teilweise wieder etwas über die liebgewonnenen Gefährten zu erfahren.

Wie auch im ersten Band hatte ich wieder etwas Mühe, in die Geschichte hineinzufinden, doch als dies geschehen war, konnte ich nur mit Mühe von der spannenden Story ablassen. Die Komplexität der Geschichte ist jedoch anspruchsvoll, was mit dem packenden Schreibstil und der Liebe für Details ausgedrückt wird.

Die Geschichte entwickelt sich mit all den wunderbaren Charakteren zu einer Story, in der es darum geht, sein Leben für eine Zukunft aufs Spiel zu setzen, bei der ungewiss ist, ob es jemals so wird, wie es gewesen war. Sei es Zachari Erdhand, der sich als Großgildenmeister ins Spiel einbringt, sei es Ismayl, der wieder mit Worten hantiert, Davyd, der zeigt, was in ihm steckt oder neue Figuren, wie Elena, die ebenfalls beweist, dass sie mutig ist.

Alle Figuren waren faszinierend, haben sich ergänzt oder auch abgestoßen, je nach Szene und trugen maßgeblich zur Handlung bei. Jedoch muss man sagen, dass es sich um eine Vielzahl von Figuren handelt und man teilweise - da ja immer aus seiner anderen Sicht erzählt wird - schon mal verzetteln konnte. Letztendlich ist dies auch der Grund, warum ich einen Stern abziehen muss.

Durch die vielen Erzählstränge ergibt sich am Ende ein großes Ganzes. "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen" würde man sagen, aber diese Herangehensweise endet in einem großen Showdown in welchem alles gelöst wird und fast keine Fragen zurückbleiben.

Teilweise ging es sehr hart zur Sache. Nicht nur kämpferisch. Gewalt und Folter, Beleidigungen im großen Maße und psychische Belastungen sind ebenso vorhanden, wie Zauberei mit Worten und fast dichterisch anmutende Absätze.

Die Autoren beweisen wieder einmal, wie gut sie mit dem Talent "Schreiben" umgehen können und legen einen wunderbaren Abschluss der Trilogie vor.

Meggies Fussnote:
Ein letzter gelungener Ausflug nach Sygna.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2019

eine aufregende Reise

Washington Black
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George Washington Black ist 11 Jahre alt und arbeitet als Sklave auf einer Zuckerrohrplantage. Die Bedingungen sind unwürdig, das Leben hart und unfair. Eines Tages taucht der Bruder des Besitzers der ...

George Washington Black ist 11 Jahre alt und arbeitet als Sklave auf einer Zuckerrohrplantage. Die Bedingungen sind unwürdig, das Leben hart und unfair. Eines Tages taucht der Bruder des Besitzers der Plantage auf und nimmt Washington als Leibdiener bei sich auf. Durch einen unglücklichen Zufall müssen beide von der Plantage fliehen. Damit beginnt für Washington das größte Abenteuer seines Lebens.

George Washington Black, genannt Wash, ist ein schwarzer Sklavenjunge, der unter unwürdigen Bedingungen auf einer Zuckerrohrplantage schuften muss. Durch Zufall wird er zum Assistenten von Christopher Wilde und hilft diesem beim Katalogisieren seiner Forschungen.

So fängt die Geschichte an und wir begleiten Washington auf seinem Weg. Dieser ist sehr steinig. Denn als Schwarzer und als Sklave hat man es nicht leicht. Christopher Wilde, kurz Titch, sieht in Washington etwas Besonderes und erkennt sein Talent. Als Sklavengegner nimmt er es sich auch zu Herzen, wenigstens Washington ein würdigeres Leben zu bieten.

Wash gerät eines Tages in eine prikäre Situation. Als er sich Titch anvertraut, bleibt beiden letztendlich nur eins. Die Flucht von der Plantage. Und so beginnt eine aufregende Reise in dem von Titch erfundenen Wolkenkutter (eine Art Heißluftballon). Wash bereist einige Gebiete, lernt neue Menschen kennen und - was wohl am Wichtigsten ist - sich selbst.

Die Autorin erzählt mit wunderbaren Worten Washingtons Geschichte. Faszinierend und tiefgründig zugleich erleben wir Washs Weg in die Freiheit.

Der Schreibstil hat mich sehr fasziniert, weil viel zwischen den Zeilen zu lesen ist. Wash ist ein neugieriger Junge, der am Anfang zu schüchtern ist, um sein wahres Ich zu zeigen. Je mehr er jedoch vom Leben erfährt, umso mutiger und stärker wird er. Wenn er einen Schicksalsschlag erhält, lernt er daraus. Er gibt nicht auf, findet seine Stärken und wächst an seinen Schwächen.

Im Laufe der Zeit lernt er einige Menschen kennen. Mit einigen verbringt er viel Zeit und sie werden ihm zu guten Freunden. Sie prägen sein Leben und geben ihm Mut.

Die Geschichte ist ungewöhnlich und faszinierend und hat mir sehr gut gefallen. Das Ende jedoch fand ich etwas zu abrupt. Es bleiben sehr viele Fragen offen, für mich fand kein richtiger Abschluss statt.

Meggies Fussnote:
Eine unvergleichliche Reise in die Freiheit. Ein ungewöhnlicher Weg zur Selbstfindung.

Veröffentlicht am 19.06.2019

Die verkehrte Stadt

Die dreizehn Gezeichneten - Die Verkehrte Stadt
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Die Rebellion hat es geschafft, die Besetzer aus Aquintien aus Sygna zu vertreiben. Dies bedeutet jedoch, dass sich Sygna nun im Krieg mit dem aquinzischen Königreich befindet. Es mangelt an Verbündeten ...

Die Rebellion hat es geschafft, die Besetzer aus Aquintien aus Sygna zu vertreiben. Dies bedeutet jedoch, dass sich Sygna nun im Krieg mit dem aquinzischen Königreich befindet. Es mangelt an Verbündeten und Sygna droht unterzugehen. Elisabeda Eisenhammer, die die Rebellen seit Anfang an unterstützt, und Dawyd, Rebell wider Willen, machen sich auf, genau diese Verbündeten zu finden.
Doch die Urzeichen ziehen jeden in ihren Bann und so werden Intrigen, offene Machtkämpfe und Pakte geschmiedet, die dafür sorgen, die Rebellen in sich zu stürzen.

Mit dem ersten Band "Die 13 Gezeichneten" hatte ich ja zu Anfang etwas Probleme. Die vielen Namen, die ungewohnte Umgebung und mangelnde Erklärungen hatten mir erst das Vergnügen etwas verdorben.
Diesmal jedoch nicht, da ich ja nun wusste, was auf mich zukommt.

Die komplexe Handlung zieht einem in den Bann. Mit viel Liebe zum Detail, einen ausgeprägten Schreibstil und den wechselnden Protagonisten ergibt sich wieder eine Fantasy-Story der besonderen. Art.

Die Weise, Magie zu wirken, ist nicht die, die uns bekannt ist. Es gibt keine Zauberer in diesem Sinne. Die Handwerker der Stadt Sygna setzen sog Zeichen ein, um sich das Leben etwas einfacher zu machen. Ein Zeichen auf einem Blasebalg lässt diesen selbständig arbeiten. Ein Zeichen auf dem Schmiedehammer verringert die Kraft, die benötigt wird, diesen zu schwingen.
Dichter tragen Zeichen auf der Zunge, um besser schreiben zu können.

Dies führt natürlich zu etlichen Wegen, sich mit der Magie auseinanderzusetzen.

Außerdem sind nun die 13 Urzeichen freigesetzt und der Kampf um diese hat begonnen. Und dann ist da dieses Unheimliche unter der Erde, dass sich seinen Weg nach oben bahnt.

Vor allem die Entwicklung der Charaktere stand hier im Vordergrund. Während David im ersten Teil noch widerwillig und erst gegen Ende mit seinem Herzen bei der Rebellion dabei war, ist er jetzt voll integriert und hat seine Aufgaben. Elisabeda nimmt eine Schlüsselrolle ein, da sie Verbündete sucht, um Sygna zu retten.

Aber auch Ismayl, der mit seinen Wortzeichen Magie ausübt, entwickelt sich, in dem er in selbstbewusster Art und Weise handelt.

Immer wieder bin ich überrascht, wie perfekt sich das Autorenduo ergänzt. Ihre Zusammenarbeit an dem Buch hat Judith Vogt auch mal bei Facebook in einem mehrteiligen Bericht zusammengefasst. Sehr empfehlenswert!

Teil 2 war für mich sogar noch spannender und besser als der erste Band, aber auch, weil ich wusste, was genau mich erwartet.

Das Ende ist gemein. Ein fieser Cliffhanger, der nun sehnsüchtig auf den dritten Teil warten lässt.

Meggies Fussnote:
Spannend, magisch und ein großes Abenteuer.

Veröffentlicht am 09.04.2019

Der Doctor in Höchstform

Doctor Who - Und stumme Sterne ziehn vorüber
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Der Doctor landet zusammen mit Amy und Rory mit der TARDIS auf einem erdähnlichen Planeten. Dort leben die Morphaner, die mit dem wenigen, dass sie besitzen, ihr Leben meistern. Ihr Auftrag: Die Maschinen ...

Der Doctor landet zusammen mit Amy und Rory mit der TARDIS auf einem erdähnlichen Planeten. Dort leben die Morphaner, die mit dem wenigen, dass sie besitzen, ihr Leben meistern. Ihr Auftrag: Die Maschinen instand zu halten, die ihre Welt bewohnbar macht. Doch dann verschwinden einige Morphaner und das Volk der Eiskrieger taucht auf, weil sie sich den Planeten ebenfalls untertan machen wollen. Der Doctor recherchiert zusammen mit Amy und Rory und stößt dabei auf ein Geheimnis, dass von Generation zu Generation weitergegeben und streng gehütet wird.

Die Kultserie "Doctor Who" hat vor ein paar Jahren einen Aufschwung erlebt, als BBC mit dem neunten Doctor die Serie neu belebt hat. Seit diesem Zeitpunkt bin auch ich ein Fan der Serie und habe auch schon etliche Hörbücher dazu gehört.

Mit "... und stumme Sterne ziehn vorüber" begeben wir uns nun auf einen erdähnlichen Planeten namens "Danach", bewohnt von den Morphanern, die mit dem wenigen, dass sie besitzen, ihr Leben leben. Ein streng gehütetes Geheimnis schwebt jedoch über allem, und so ist es am Doctor, an Amy und an Rory, herauszufinden, warum die Eiskrieger plötzlich auf "Danach" auftauchen und für Unruhe sorgen.

Wie immer wird man mitten in die neue Welt geworfen, auf der die TARDIS landet. Man bekommt ein paar Brocken hingeschmissen und muss sich daraus langsam zusammenreimen, wo man sich befindet, wer alles auf dem Planeten wohnt und worin das Problem besteht. Eben genau wie es der Doctor und eine Begleiter tun müssen. Dies finde ich immer wieder richtig spannend, denn gleich einem Puzzle legt man Teil um Teil aneinander und am Ende ergibt sich ein stimmiges Bild und der AHA-Effekt setzt ein.

Der Doctor hat diesmal alle Hände voll zu tun, lässt ihn doch auch noch sein Schallschraubenzieher im Stich, weil dieser sich entladen hat. Zusammen mit Amy löst er Rätsel um Rätsel, während Rory als Vermittler zwischen den Morphanern und der Technik fungiert.

Mit seinem gekonnt nicht gewollten Sarkasmus und mit Amys unerschütterlicher Ruhe und Rorys naivem Glauben an das Gute ergibt sich eine spannende Geschichte mit viel Witz und Charme.
Ich bin immer wieder erstaunt, mit welch reichhaltiger Fantasie die Folgen der Serie gespickt sind. Keine Folge gleicht der anderen und immer wieder gibt es neue Ideen, die überraschen.

Der Sprecher Tobias Nath, der auch in der Serie den 11. Doctor synchronisiert, liest das Hörbuch gekonnt interessant. Ich hatte keine Mühe, der Geschichte zu folgen und habe mit Spannung die nächsten Kapitel erwartet.
Auch wenn leider fast keine Stimmlagen verändert wurden, war doch ersichtlich, wer gerade spricht. Einzig bei den Eiskriegern ist der Sprecher mit der Stimme tiefer und langsamer geworden.

Trotzdem wurde ich bestens unterhalten und freue mich auf weitere Abenteuer. Ich bleibe als Whovian der Serie natürlich treu.

Meggies Fussnote:
Wieder einen Teil des Doctor Who-Universums betreten und es nicht bereut.

Veröffentlicht am 19.11.2018

wenn zwei Welten aufeinanderprallen

Lady ohne Furcht und Tadel
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Samantha reist, als Mann verkleidet, von England nach Schottland, um so einer Zwangsheirat zu entgehen. 10 Tage dauert die Reise in einer Kutsche. Mit Sam sind noch 6 weitere Reisende unterwegs.
Der französische ...

Samantha reist, als Mann verkleidet, von England nach Schottland, um so einer Zwangsheirat zu entgehen. 10 Tage dauert die Reise in einer Kutsche. Mit Sam sind noch 6 weitere Reisende unterwegs.
Der französische Comte hat es Sam besonders angetan, doch weiß sie auch, dass sie mit ihrer Schwärmerei hinterm Berg halten muss, um nicht aufzufliegen. Ein weiterer Mitreisender macht es Sam jedoch sehr schwer, sich zu beherrschen, weil er sie mit seinem Verhalten auf die Palme bringt. Der Landschaftsgärtner Henry James scheint jedoch auch etwas zu verbergen und so ist Sams Neugier natürlich geweckt.

Zuerst sei angemerkt, dass es sich bei diesem Buch um eine Neuauflage des Romans "Die Reise nach Edinburgh" handelt.

Die Autorin nimmt sich verschiedener, historischer Ereignisse an, gibt sympathische Charaktere dazu, eine spannende Handlung und würzt alles mit einer gehörigen Prise Liebe. Heraus kommt dabei ein fesselnder Roman, mit Witz und gehörig viel Charme.

Dies ist nun mein vierter Roman der Autorin und ich kann mit Sicherheit sagen, nicht mein letzter. Bei dem Schreibstil der Autorin kann ich einfach abschalten und mich von der Geschichte mitreißen lassen. Mein Kopfkino hat gehörig was zu tun, da durch die Beschreibung der Landschaft oder gar die Dialoge einfach viele Bilder in mir entstehen.

Gerade die Protagonisten Sam und Henry haben es richtig krachen lassen. Die Wortgefechte, die die beiden sich liefern, sind herrlich. Es gibt sich keiner geschlagen und wenn, dann nur, um nicht aufzufliegen.

Sam ist eine unerschrockene junge Frau, die sich nicht unterkriegen lässt Sie nimmt ihr Leben selbst in die Hand, flüchtet von dem ungeliebten Zuhause, um eine Zwangsheirat zu entgehen und möchte nur ein ruhiges Leben beginnen. Ihre Verkleidung als Mann ist dabei vielleicht nicht so weise gewählt, aber aus der Not heraus entstanden. So schlecht macht sie sich auch nicht als "junger Mann", nur fällt dies doch einem Mitreisenden auf. Henry James, der als Landschaftsgärtner seinen Unterhalt verdient, erkennt die Verkleidung und macht sich einen Spaß daraus, Sam immer wieder in die Zwickmühle zu bringen.

Die Autorin verliert sich nicht in Kleinigkeiten, bleibt geradlinig und gibt doch sehr viele Dinge preis, um aus der Geschichte eine interessante und vor allem fesselnde Story zu machen. Die historischen Begebenheiten baut sie fast nebenbei ein, so dass man meinen könnte, dass alles genau so (nebst Liebesgeschichte) in irgendeinem Geschichtsbuch steht.

Da die Romane der Autorin meist im 18. Jahrhundert in Großbritannien spielen, gibt sich zwar vom Setting her ein kleiner Spielraum, aber die Charaktere machen das alles natürlich wieder wett. Eine aufregende Kutschfahrt, viele Geheimnisse und Intrigen, Machtspiele und Verwechslungen, die Mischung ist in meinen Augen einfach perfekt gewählt.

Fazit:
Wieder ein toller Roman mit spannenden Elementen und zwei Protagonisten mit losem Mundwerk.