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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2019

Spannung mit Tiefgang

A Good Girl’s Guide to Murder
1

Pippa, eine sehr forsche und selbstbewusste Jugendliche mit einer tollen Familie, möchte die Unschuld eines toten Mitschülers beweisen, der angeblich vor 5 Jahren seine Freundin ermordet haben soll. Das ...

Pippa, eine sehr forsche und selbstbewusste Jugendliche mit einer tollen Familie, möchte die Unschuld eines toten Mitschülers beweisen, der angeblich vor 5 Jahren seine Freundin ermordet haben soll. Das Mädchen ist seitdem verschwunden, eine Leiche wurde nie entdeckt. Der tatverdächtige Mitschüler hat sich ein paar Tage später umgebracht. Somit war für die Justiz die Aufklärung des Falles eindeutig.
Durch die Erzählweise, welche sich aus Protokollen, Quellenangaben und aktuellen Geschehnissen auszeichnet, ist ein schneller und flüssiger Ablauf gewährleistet. Man fühlt sich mitgenommen und mitten drin im Geschehen.
Durch ihre ehrliche und herausfordernde Art findet Pippa Dinge heraus, nach denen 5 Jahre lang niemand gefragt oder geforscht hat. Sie ist eine extrem taffe junge Lady, die Mut beweist und nur wenig Hilfe in Anspruch nimmt.
Die Geschichte dümpelt einstweilen so dahin, ohne aber langweilig zu werden. Zum Schluss hin geht die Entwicklung dann aber rasend schnell. Ein Steinchen setzt sich aufs andere und mit jedem Kapitel gibt es neue Erkenntnisse.
Das Ende ist dann auch für den geübten Krimileser sehr überraschend und war nicht vorhersehbar.
Alles in allem ein sehr spannender Roman mit tollen Figuren und einer tief- und hintergründigen Geschichte.

  • Spannung
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.12.2019

Sehr leiser Psychothriller

Poppy
1

Poppy ist sechs Jahre alt, als ihre Mutter einen neuen Mann kennen lernt und die Beiden zu ihm ziehen.
Schon an ihrem ersten Abend macht Poppy nähere Bekanntschaft mit ihrem neuen Vater.
Der sexuelle Mißbrauch ...

Poppy ist sechs Jahre alt, als ihre Mutter einen neuen Mann kennen lernt und die Beiden zu ihm ziehen.
Schon an ihrem ersten Abend macht Poppy nähere Bekanntschaft mit ihrem neuen Vater.
Der sexuelle Mißbrauch zieht sich über Jahre, in denen die Mutter sich nur um sich selbst kümmert und angeblich nichts mitbekommt.
Dieser Psychothriller ist ganz leise, ohne Blutvergießen. Aber schrecklicher als jeder, den ich bisher gelesen habe. Poppy ist ein intelligentes und guterzogenes Mädchen, man fragt sich woher sie das hat. Von ihrer geistesgestörten Mutter ganz sicher nicht. Niemand hilft dem Kind aus diesem Leben heraus. Sie vertraut sich auch niemandem an, weil sie nicht weiß, ob das alles normal ist.
Dieser Thriller ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Die 230 Seiten fliegen nur so dahin. Durch die recht kurzen Kapitel ist man immer versucht, noch kurz nur dieses eine zu lesen.
Dieser Thriller ist nichts für zart besaitete Seelen. Er eröffnet eine ganz neue Welt, in die ich zum Glück nie reinschnuppern durfte

Veröffentlicht am 11.09.2019

Mehr versprochen

Die einzige Zeugin
1

Ich habe mir sowohl vom Klappentext als auch von der Leseprobe her mehr versprochen.
Im Grunde genommen eine nette Idee, allerdings zieht sich der Mittelteil in Rumänien und die Flüchtlingsproblematik ...

Ich habe mir sowohl vom Klappentext als auch von der Leseprobe her mehr versprochen.
Im Grunde genommen eine nette Idee, allerdings zieht sich der Mittelteil in Rumänien und die Flüchtlingsproblematik unheimlich in die Länge und macht das Lesen nicht zum Spaß. Ohne diesen Mittelteil wäre das Buch wahrscheinlich einfach zu kurz geraten.
Der Anfang gefällt mir sehr gut, das Ende ist sogar überraschend. Insofern finde ich eine Rezension und eine Sternevergabe wirklich schwierig.
Die Charaktere waren mir durchweg unsympathisch, niemand hat es hier auf meine Seite als Leser geschafft.
Das Fehlen von Kapiteleinteilungen finde ich anstrengend.
Ansonsten war der Text flüssig geschrieben.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 26.06.2019

Mehr erwartet

Tiefes Grab
1

In "Tiefes Grab" von Nathan Ripley geht es um Martin, der seine Computerfirma teuer verkauft hat und nun als Privatier ein eigentlich recht beschauliches leben mit Frau und Tochter führt. Allerdings verbringt ...

In "Tiefes Grab" von Nathan Ripley geht es um Martin, der seine Computerfirma teuer verkauft hat und nun als Privatier ein eigentlich recht beschauliches leben mit Frau und Tochter führt. Allerdings verbringt er viel Zeit damit, "alte Leichen", das heißt Knochen auszugraben und diese "Funde" der Polizei zu melden, da er eigentlich auf der Suche nach der Leiche seiner Schwägerin ist. Natürlich stößt das nicht nur der Polizei, sondern auch dem Mörder schwer auf und somit bringt er nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie in Gefahr.

Die Leseprobe hatte mich sofort begeistert, leider ließ diese Begeisterung aber bald nach. Das erste Drittel des Buches ist noch durchdacht und spannend, danach wird es aber immer konfuser und unglaubwürdiger.

Leider erscheint es so, als hätte der Autor im Verlauf selbst den Faden verloren oder hätte das Werk einfach schnell zu Ende bringen wollen.

Keiner der Protagonisten konnte mich auf seine Seite ziehen, alle waren mir durchweg unsympathisch.

Das wahrlich Beste am Buch ist für mich das Cover, einfach und trotzdem düster und absolut aufs Thema abgestimmt.

Ich kann leider keine Leseempfehlung geben.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 12.12.2016

Wieder ein durchgeknallter Kommissar

Schattenkiller
1

Mirko Zilahy’s Auftakt zur Enrico Mancini Reihe, welche in Rom spielt.
Im Mittelpunkt steht der Kommissar Enrico Mancini, der nach dem Tode seiner Frau nicht richtig zurück ins Leben gefunden hat und ein ...

Mirko Zilahy’s Auftakt zur Enrico Mancini Reihe, welche in Rom spielt.
Im Mittelpunkt steht der Kommissar Enrico Mancini, der nach dem Tode seiner Frau nicht richtig zurück ins Leben gefunden hat und ein weiterer Kommissar in der neuen Literatur ist, der dem Alkohol nicht abgeneigt ist.
Die Geschichte besteht aus sehr vielen Personen und vielen Handlungssträngen und ist zunächst einmal sehr unübersichtlich gestrickt. Es werden viele Orte in einem unwirtlichen, im Regen versunkenen Rom vorgestellt. Die Örtlichkeiten sind interessant und bildlich beschrieben, wie zum Beispiel das Gasometer oder ein alter Schlachthof. Die bösartig verübten Verbrechen passen hervorragend zu diesen Industriebrachen.
Nachdem man immer wieder in verschiedene Richtung ermittelt und der Leser immer wieder zu – wie sich später herausstellt – falschen Vermutungen verführt wird ist man zum Schluß hin doch sehr überrascht, was der Autor mit seinen anscheinend nur lückenfüllenden Aussagen angedeutet hat.

Enrico Mancini als Hauptakteur ist kein Mensch, mit dem der Leser schnell „warm“ wird, vielleicht sollte dieser Auftakt einer neuen Reihe nur zeigen, woher er kommt und wie er zu dem geworden ist, wie er sich darstellt. Ich hoffe, daß in neuen Folgen der Reihe nicht mehr stark auf seine Ticks und seine Probleme eingegangen wird.
Eine Ausweitung der Charaktere seines Kollegen Walter Comello, der Kollegin Caterina de Marchi und dem Professor Carlo Biga wäre wünschenswert. Diese 4 haben letztendlich als Team hervorragend zusammen gearbeitet, da jeder seine Stärken hervorragend einbringen konnte.
Insgesamt ein gutes Buch, kurzweilige Unterhaltung, flüssiger Schreibstil.

  • Cover
  • Charaktere
  • Spannung
  • Handlung
  • Stil