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Veröffentlicht am 16.07.2021

Bunt und schrill - ein queerer Jugendroman der von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt!

In all seinen Farben
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Dieses Buch hatte ich gar nicht auf dem Plan bis ich es in der One-Vorschau gesehen und mich sofort verliebt habe. Allein das Cover hat mich sooo begeistert, sodass ich wusste, dass ich das Debüt von George ...

Dieses Buch hatte ich gar nicht auf dem Plan bis ich es in der One-Vorschau gesehen und mich sofort verliebt habe. Allein das Cover hat mich sooo begeistert, sodass ich wusste, dass ich das Debüt von George Lester unbedingt lesen will. Als ich dann den Klappentext las und herausfand, dass es auch noch eine queere Geschichte ist, war es für mich ein absolutes Must-Have! Und das auch zurecht, wie ich festgestellt habe.

Anzahl der Seiten: 384
Verlag: One Verlag
Preis: 12,90€, e-book: 4,99€
ISBN: 978-3846601280
Link zum Buch*

Eine außergewöhnliche Geschichte über Selbstfindung, Mut, Freundschaft und wahre Liebe

In Robin Coopers Leben läuft gerade nichts, wie es sollte: Während sich alle anderen schon aufs College vorbereiten, häufen sich bei ihm die Absagen. Für Robin bricht eine Welt zusammen, als sein großer Traum von der Schauspielschule zerplatzt und er plötzlich ohne Plan für die Zukunft dasteht. Und dann ist da auch noch die Sache mit seinem Freund Connor, der sich nicht offen zu ihm bekennt. Alles ganz schön kompliziert! Doch als ihn seine Clique an seinem 18. Geburtstag in eine Drag-Queen-Show schleppt, realisiert Robin, dass das Leben manchmal ganz eigene Pläne macht …

Können wir mal kurz einen Moment innehalten und dieses atemberaubende Cover würdigen?! Das war einfach mal Liebe auf den ersten Blick für mich. Ich liebe die Farben, die Gestaltung, einfach alles! Es ist sooo perfekt und passend. Die Regenbogenfarben zeigen schon, in welche Richtung es geht: nämlich um eine Geschichte mit queeren Hauptcharakter. Ich finde es richtig gut gestaltet. Dadurch, dass der Hintergrund weiß ist und der Junge schwarz, haben die bunten Regenbogenfarben umso mehr die Möglichkeit, zu leuchten. Ich lieb’s einfach.

In dem Buch begleiten wir Robin Cooper. Einen jungen 18 Jahren alten Schüler, dessen Träume gerade erst zerstört wurden. Robin hatte eigentlich geplant, nächstes Jahr an die LAPA zu gehen, eine renomierte Schauspielschule. Er ist richtig optimistisch und voller Hoffnung auf seine Zukunft. Umso mehr ist er am Boden zerstört als er die Absage dafür erhält. Auf einmal ist er allein, da alle seine Freunde einen konkreten Plan für die Zukunft haben und seiner zerbrochen vor ihm liegt. Zusätzlich kommt hinzu, dass sein geheimer Freund, Conner, auch nicht zu ihm steht, sondern die Beziehung verleugnet. Man merkt also, dass es bei Robin gerade nicht besonders gut läuft. Zwar versuchen seine Freunde ihn aufzumuntern und zu untersützen, aber sie erreichen ihn immer weniger.

Dafür findet er eine neue Leidenschaft: Drag. Wir begleiten Robin also auf seinem Weg in die Welt des Dragxellence, eine schillernde Welt voller Möglichkeiten und Chancen. Ich fand es richtig gut, wie die Geschichte einen immer weiter in die Welt der Dragqueens und Dragkings einführt. Da Robin selbst ein Anfänger ist, wird man nicht eiskalt in die Szene hineingeworfen, sondern genauso langsam dahingehend eingeführt wie Robin. Dadurch war es für mich auch nie anstrengend zu lesen bzw. habe ich mich auch nie überfordert gefühlt.

Ich war mir am Anfang wirklich sehr unsicher, ob das Buch etwas für mich ist. Ich selbst hatte vorher keine wirkliche Vorstellung und Ahnung, was Drag wirklich bedeutet und was es ausmacht. Durch George Lesters Geschichte, habe ich einen Einblick bekommen, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Ich fand es auch richtig cool, dass der Autor darauf geachtet hat, zu zeigen, dass auch unter den Dragqueens/kings eine große Vielfalt herrscht. Jeder ist anders und sehr besonders. Das hat mir super gefallen! Auch das Glossar am Ende des Buches ist wirklich hilfreich, um mit den Fachbegriffen gut umgehen zu können. Darauf hätte der Verlag schon auf den ersten Seiten hinweisen können.

Robin als Charakter hat mir richtig gut gefallen. Er ist bunt, ein bisschen drüber und eine richtige kleine Dramaqueen. Manchmal hat er schon sehr übertrieben, aber ich glaube, dass macht ihn und seine Persönlichkeit aus. Ich habe seine Leidenschaft für Drag gut nachvollziehen können. Auch seine „Besessenheit“ war richtig gut dargestellt und in gewisserweise auch nachvollziehbar. Er hat das Gefühl, alles zu verlieren, obwohl dem gar nicht so ist. Für mich ist Robin ein toller, eigensinner, schriller, theatralischer und witziger Junge, der mir schnell ans Herz gewachsen ist.

Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich alle Charaktere sehr interessant und spannend fand. Durch sie ist die Geschichte noch lebendiger geworden. Ich persönlich bin auch durch die Seiten geflogen. Hier reihen sich viele tolle Momente mit wichtigen Messages aneinander, die Lust auf mehr machen! Hier steht auch nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund, die natürlich auch echt süß ist, sondern es geht mehr um Robins Weg zu sich selbst. Mit allen Steinen und Hürden, die ihm dabei so begegnen. Es geht um Mut, Hoffnung und Freundschaft.

Lester schafft es, einen queeren Jugendroman zu schreiben, der vielen Menschen die Augen öffnen und für mehr Offenheit sorgen kann. Dadurch, dass es ein Own-Voice-Roman ist, erscheint die Geschichte noch authentischer, auch wenn es natürlich nur eine Perspektive auf das Thema ist. Trotzdem bekommt man einen tollen Einblick in die Welt des Drag. Der Autor schafft es, eine tolle Balance zwischen positiven und mutigen Momenten, aber auch der traurigen und harten Realtiät (Mobbing etc.), derer sich queere Menschen leider noch immer ausgesetzt stehen, meisterhaft miteinander zu verknüpfen.

Gern hätte ich etwas mehr über Seth gewusst, er bleibt doch recht geheimnisvoll. Dagegen waren die Kapitel und Treffen zwischen den Dragqueens/ Dragmothers und Robin richtig gut ausgestaltet und geben tiefe Einblicke in die für mich eher fremdartige Thematik. Ich bin sehr froh, dass ich diesem Buch eine Chance gegeben habe! Es hat mich auf ganzer Linie überzeugen können.

Ein toller queerer Jugendroman, der Lust auf mehr macht! Bunt, schrill und lebensfroh kommt diese Coming-of-Age Geschichte in einem atemberaubenden Cover daher. Wir begleitetn Robin auf seinem Weg zu sich und zur Drag-Szene. Dabei werden wir Augenzeugen, wie er nicht nur sich selbst, sondern auch den Wert von Freundschaft erkennt. Ich fand die Erklärungen richtig gelungen und freue mich, dass ich durch dieses Buch einen besseren Einblick in das mir vorher eher unbekannte Thema „Drag“ erhalten habe. Ich werde auf jedenfall weitere Bücher zu dem Thema lesen und hoffe, dass ich auch einmal zu einer Dragshow gehen kann. Dieses Buch würde ich wirklich jedem ans Herz legen. Wir brauchen mehr solche bunten und liebenswerten Charaktere wie Robin!

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Veröffentlicht am 06.02.2021

Ich fand es grandios!

Night Rebel 1 - Kuss der Dunkelheit
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Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut. Vampirromane haben schon immer einen besonderen Platz in meinem Herzen, auch wenn ich in letzter Zeit viel zu wenige gelesen habe. Passend, dass endlich Night ...

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut. Vampirromane haben schon immer einen besonderen Platz in meinem Herzen, auch wenn ich in letzter Zeit viel zu wenige gelesen habe. Passend, dass endlich Night Rebel auf Deutsch erschienen ist! Urban Fantasy, die euer Herz höher schlagen lässt!

Anzahl der Seiten: 384
Verlag: Blanvalet
Preis: 12,90€
ISBN: 978-3-7341-6259-6
Link zum Buch*

Ian ist hemmungslos, böse – und ein mächtiger Meistervampir. In den letzten zwei Jahrhunderten hat er sich viele Feinde gemacht, darunter den Dämonen Dagon, der nur ein Ziel kennt: sich Ians Seele zum Besitz zu machen. Die einzige Chance des Vampirs ist es, sich mit einem der verhassten Gesetzeshüter zu verbünden, deren eigentliche Aufgabe es ist, die Blutsauger in Schach zu halten. Veritas hingegen verfolgt ihre eigenen Absichten – denn auch die Gesetzeshüterin hat mit Dagon noch eine Rechnung offen. Und Ian wäre der perfekte Köder für sie. Doch die verbotene Anziehungskraft zwischen ihnen beiden droht, den Plan gegen Dagon zu vereiteln. Und das hätte tödliche Konsequenzen …

Können wir kurz das Cover würdigen?! Ist es nicht wunderschön? Mir gefällt es wirklich richtig richtig gut! Tatsächlich habe ich das Cover gesehen, bevor ich irgendwas anderes von dem Buch gehört habe und war sofort verliebt! Ein unglaublich gelungenes Cover, das ein richtiger Eyecatcher ist!

Ich sage es euch gleich: Das ist Urban Fantasy, wie sie im Buch steht! Eine perfekte Mischung aus Humor, Spannung, Liebe und knisternden Funken. Ich liebe es!

Sowohl Ian als auch Veritas mochte ich ungemein. Sie sind tolle Charaktere, die mich sofort in ihre Welt gezogen und gefesselt haben. Ich habe die beiden schnell ins Herz geschlossen. Ich mag es super gerne, wenn beide Charaktere einen bissigen Mut haben. Ich konnte mit ihnen wirklich grandios mitfiebern!

Ich habe gelacht, mitgefiebert und konnte mich super in die beiden hineinversetzen. Die Chemie zwischen den beiden stimmt wirklich und lässt die Funken nur so fliegen!

Für mich ist die Story nie langweilig geworden. Ich war die ganze Zeit gefesselt und die ca. 380 Seiten flogen nur so dahin. Ich war richtig traurig als das Buch zu Ende war! Jetzt kann ich den zweiten Band kaum erwarten!

Für mich war es das erste Buch von der Autorin. Mich konnte sie mir ihrem fesselnden Schreibstil und der tollen Atmosphäre faszinieren. Ich habe das Buch also unabhängig von den anderen Bänden gelesen und alles verstanden. Also da gibt es keine Probleme. Nur die Übersetzung war etwas komisch. Warum heißt der eine Spaten? 😀 Aus den anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass er scheinbar eigentlich Spade heißt. Das klingt auf jeden Fall besser!

Ein fesselnder Auftakt einer neuen Urban-Fantasy-Reihe, die mich von der ersten Seite in ihren Bann ziehen konnte! Tolle Charaktere, spannende Wendungen und eine Prise Funken machen dieses Buch zu einem unvergesslichen Abenteuer. Ich liebe es und kann den zweiten Band kaum erwarten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 13.10.2020

Magisch, brutal, grausam - eine spannende Neuerzählung

Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland
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Ich bin ein großer Fan von „Alice im Wunderland“. Schon als junges Mädchen fand ich die Serien im Fernsehen super spannend und faszinierend. In den letzten Jahren habe ich immer mehr Alice-Adaptionen, ...

Ich bin ein großer Fan von „Alice im Wunderland“. Schon als junges Mädchen fand ich die Serien im Fernsehen super spannend und faszinierend. In den letzten Jahren habe ich immer mehr Alice-Adaptionen, von „Alice im Zombieland“ bis „Dark Wonderland“ gelesen. So war ich auch auf dieses Schätzchen sehr gespannt. Vor allem, weil es wirklich ser gehypt wurde. Trotzdem war ich mir sehr unsicher, ob das Buch mir gefallen würde, da es ja doch eher Horror sein sollte.

Anzahl der Seiten: 352
Verlag: Penhaligon Verlag
Preis: 18,00€
ISBN: 978-3764532345
Link zum Buch*

Seit zehn Jahren ist Alice in einem düsteren Hospital gefangen. Alle halten sie für verrückt, während sie selbst sich an nichts erinnert. Weder, warum sie sich an diesem grausamen Ort befindet, noch, warum sie jede Nacht Albträume von einem Mann mit Kaninchenohren quälen. Als ein Feuer im Hospital ausbricht, gelingt Alice endlich die Flucht. An ihrer Seite ist ihr einziger Freund: Hatcher, der geisteskranke Axtmörder aus der Nachbarzelle. Doch nicht nur Alice und Hatcher sind frei. Ein dunkles Wesen, das in den Tiefen des Irrenhauses eingesperrt war, ist ebenfalls entkommen und jagt die beiden. Erst wenn Alice dieses Ungeheuer besiegt, wird sie die Wahrheit über sich herausfinden – und was das weiße Kaninchen ihr angetan hat

Das Cover hat mich persönlich nicht besonders angesprochen. Man erkennt den weißen Hasen, oder besser das Kaninchen, das man auch aus der usprünglichen Geschichte schon kennt. Mit der Taschenuhr und den langen Ohren wirkt es auf dem Cover schon ein bisschen gruselig und wenig einladend. Auch damit wird es seiner Rolle im Buch mehr als gerecht. Mir persönlich haben aber am meisten die Pfotenabdrücke auf dem Buchschnitt super gefallen. Die waren richtig süß und auch an den Stellen gut gesetzt.

Alice ist eine junge Frau, die schon seit 10 Jahren im Krankenhau, oder eher in der Psychatrie, lebt. Sie wurde nach eine traumatischen Nacht mit einer langen Wunde im gesicht und Blut-, sowie Gewaltspuren gefunden. Nachdem sie immer wieder anfing, von einem Kaninchen zu sprechen, dass ihr das angtan hat, sahen ihre Eltern sich gezwungen, sie in das Irrenhaus in der alten Stadt zu verfrachten. Dort verbringt sie ihre Tage, abgestumpft durch Pulver und alleingelassen in ihrer Zelle.

Doch Alice ist nicht ganz allein. Über ein Mäuseloch hat sie Kontakt zu dem Mann in der Zelle neben an: Hatcher. Er ist wegen einer Gräultat in seiner Vergangenheit in das Krankenhaus gesperrt worden. Ansonsten haben sie keinen Kontakt zur Außenwelt. Auch ihre Familien kommen sie nicht, oder in Alice Fall, nicht mehr besuchen.

Als es den beiden eines Tages gelingt, aus dem Irrenhaus auszubrechen, machen sie sich auf den Weg in ein neues Leben. Doch in der alten Stadt, die durch Gewalt, Mord und Blut gezeichnet ist, ist es für die beiden mehr als Schwer, ein ruhiges Leben zu finden. Vor allem, wenn ein Monster sein Unwesen treibt und unzähligen Menschen das Leben kostet. Alice und Hatcher machen sich, eher unfreiwillig, auf den Weg, um die dunkle Macht zu besiegen, die sie bedroht.

Ich mochte Alice gerne. Man merkt ihr an, dass sie als junges Mädchen „eingesperrt“ wurde und seitdem keinen Kontakt zur Außenwelt hatte. Dadurch wirkt sie, gerade zu Beginn der Handlung, noch sehr naiv und gutgläubig. Sie selbst merkt auch an, dass sie eigentlich gar nicht weiß, wer sie ist, da sie so früh so abgeschottet wurde. Ihre Erinnerungen sind auch getrübt, sodass sie sich nicht erinnert, was genau in jener Nacht geschah, als sie mit Dor in die alte Stadt ging. Auch Hatcher erinnert sich nicht mehr wirklich an seine Vergangenheit.

Die beiden bilden ein wirklich gutes Team. Irgendwie ist da etwas zwischen ihnen, aber so richtig lies es sich für mich nicht fassen. Trotzdem fand ich die Beziehung zwischen den beiden sehr spannend. Hatcher ist ein spezieller Charakter, den man mögen muss und auf den man sich einlassen sollte. Er wirft einen mehr als nur einmal in einen Zwiespalt.

Henry schafft es, eine durchweg spannende Geschichte zu schreiben. Sie verbindet Fantasyelemente (Zauberer) mit klassischen Elementen aus der bekannten Alice-Reihe (Grinser, Raube, Jabberwock). Für mich war es auch nie zu brutal, da ich persönlich nicht fand, dass es äußerst detaillreich beschrieben wurde, wenn jemand starb (und es sterben viele). Klar, es ist düster, teilweise unmenschlich und bedrückend, aber für mich nicht so schlimm, wie ich dachte, dass es werden würde, als ich laß, dass es eine Horrorgeschichte sein soll.

Ich persönlich finde, dass das Buch eventuell für manche Menschen Triggerwarnungen gebraucht hätte. Da gerade das Thema Vergewaltigung öfter aufkommt, sollte man hier Betroffene Personen warnen.

Ich fand die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Vor allem aber das Ende fand ich sehr überraschend und doch passend. Die ganze Zeit passiert viel und vor allem auch blutiges, sodass ich das ruhige Ende mit dem überraschenden Ende schon sehr genossen habe.

„Die Chroniken von Alice“ sind eine düstere und doch sehr brutale Neuerzählung der ursprünglichen Alice im Wunderland-Geschichte. Mir persönlich hat sie wirklich richtig gut gefallen. Ich könnte für mich jetzt nicht agen, dass es wirklich Horror gewesen sein soll. Da habe ich mit deutlich schlimmeren gerechnet. Für manche könnte am Anfang eine Triggerwarnung fehlen. Mich konnten Alice und Hatcher von der ersten Seite an fesseln. Ich mochte die beiden sehr gerne und bin schon gespannt, wie es mit ihnen weitergehen wird.

Eure Michelle

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Veröffentlicht am 24.09.2020

Absolute Liebe - authentische Charaktere, spannende Wendungen, komplexe Figurenkonstellationen

Chain of Gold
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Das lange Warten hat ein Ende. Endlich dürfen wir wieder in die Welt der Schattenjäger eintauchen. Diesmal aber einige Jahre (oder eher ca. ein Jahrhundert) vor Clarys und Jace Auftreten. Wir erfahren ...

Das lange Warten hat ein Ende. Endlich dürfen wir wieder in die Welt der Schattenjäger eintauchen. Diesmal aber einige Jahre (oder eher ca. ein Jahrhundert) vor Clarys und Jace Auftreten. Wir erfahren endlich mehr über James Herondale und über Cordelia Castairs, deren berühmtes Schwert, Cortana, wir schon aus den Abenteuern von Emma Castairs und Julian Blackthron kennen. Ich habe mich sehr auf den Band gefreut, auch wenn ich etwas skeptisch war, ob ich das alte London mögen würde.

Doch meine Sorgen waren völlig unbegründet. Habe ich die jungen Gesellen James, Matthew, Christopher und Thomas schon in dem Sammelband der Schattenjägerakademie und im Sammelband rund um den Schattenmarkt kennenlernen dürfen, sind sie mir hier nun noch mehr ans Herz gewachsen. Daraus lässt sich auch erkennen, dass dieses Universum unglaublich komplex und toll zu lesen ist! Wobei man diesen Band auch unabhängig von der ganzen Reihe lesen kann, dabei würde man aber viel verpassen. Offiziell ist „Chain of Gold“ der erste Band ihrer „Die letzten Stunden“-Trilogie – ein Spin-Off der „Clockwork“-Reihe.

Das Cover ist schön gestaltet. Man erkennt Cordelia Castairs und ihr berühmtes Schwert Cortana, das alle Materialien durchtrennt. Sie ist mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Alastair erst nach London gekommen. Viele Jahre reiste sie mit ihrer Familie durch die Welt, doch damit ist nach den neusten Entwicklungen innerhalb ihrer Familie Schluss. Ihre Familie versucht nun, in London sich ein Leben aufzubauen. Dort lebt auch ihre zukünftige Parabatai, Lucie.

Ich mochte Cordelia sehr gerne. Sie ist eine starke, mutige und selbstbewusste, junge Protagonistin. Mit ihrem feuerroten Haar und ihrer dunklen Hautfarbe, die ihre persischen Wurzeln wiederspiegeln soll, ist sie nicht nur sehr schön, sondern auch ein toller Charakter, der Diversität ins alte London bringt. Ich fand es auch richtig gut, wie die Traditionen und Zwänge dargestellt wurden, die junge Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts ertragen mussten. Das hat die ganze Geschichte noch authentischer und glaubhafter gestaltet.

Auch James und seine Freunde Matthew, Thomas und Christopher waren richtig schön authentisch und damit nachvollziehbar und liebenswürdig gestaltet. Ich mochte alle von Anfang an. Jeder ist ein individueller Charakter, die im Zusammenspiel einfach so ein tolles, heimeliges Gefühl ausstrahlen, dass man sie einfach nur mögen kann. Besonders James mit seinen goldenen Augen und seinem Erbe, sowie Christopher, der irgendwie immer von Explosionen angezogen wird, haben es mir sehr angetan.

Trotz der Vielzahl an Protagonisten konnte ich mit jeder der Figuren super mitfiebern! Ich mochte wirklich alle (ok, Grace und Charles nicht wirklich). Anna, Lucie, James, Thomas, Christopher, Cordelia, Matthew, sogar Alastair! Die Figuren sind so toll ausgestaltet und diesmal auch sehr divers, sodass eine spannende Mischung entsteht. Super war auch, dass hier LGBT-Charaktere involviert und als etwas ganz normales dargestellt wurden. Natürlich wurden auch die damit einhergehenden Probleme in der damaligen Zeit beschrieben, aber trotzdem wurde präsent, dass es auch damals schon verschiedene Sexualitäten gab und das finde ich toll!

Auch alte Charaktere wie Will, Tessa, Magnus Bane oder Hypatia Vex, Malcom Fade und Ragnor Fell waren wieder dabei. Dadurch fühlt sich das Lesen immer ein bisschen nach ’nach Hause‘ kommen an. Einfach richtig toll! Das verstrickte Liebesnetz, das sich hier bildet, ist wirklich interessant und mal etwas ganz anderes. Viel komplexer als diese typischen Junge-Mädchen-Junge-Entwicklungen, sodass man auch hier gespannt wartet, wie es wohl weitergehen mag.

Mich hat das Buch von seiner ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Die kompletten 700 Seiten waren für mich durchweg spannend. Cassandra Clare weiß einfach, wie man spannende und authentische Charaktere schreibt. Die Erläuterung Londons und die vielen Beschreibungen lass das Geschehen vor den Augen der Leser
innen wahr werden. Ich habe mitgefiebert und mich durchweg unterhalten gefühlt.

Wann geht es weiter?! Ich kann es kaum erwarten. Das Ende war ja mal soooo gut und fesselnd. Für mich, eines der besten Bücher von Cassandra. Es zieht sich nicht, die Charaktere sind fantastisch und die Zeit wird super dargestellt. Ich bin einfach gefesselt und begeistert. Absolute Empfehlung. Sogar fast besser als Jace und Clarys Geschichte. Ich kann euch in diesem Zusammenhang auch nur die Sammelbände zur Schattenjägerakademie und dem Schattenmarkt empfehlen. Da treffen wir teilweise auch noch einmal auf die Charaktere. Die sind auch super geschrieben!

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Veröffentlicht am 08.09.2020

Ein absolutes Meisterwerk

Muse of Nightmares - Das Erwachen der Träumerin
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Ahhhh, endlich ist der Abschlussband der „Strange the Dreamer“-Reihe da. - So lange musste ich diesmal zwar nicht warten, aber trotzdem habe ich mich sehr gefreut, endlich dieses Schmuckstück in den Händen ...

Ahhhh, endlich ist der Abschlussband der „Strange the Dreamer“-Reihe da. - So lange musste ich diesmal zwar nicht warten, aber trotzdem habe ich mich sehr gefreut, endlich dieses Schmuckstück in den Händen halten zu dürfen. Nun erfahren wir, wie Lazlo und Sarai Weep retten wollen und wie sich die Geschichte mit Minya weiterentwickelt. Ich bin sooo gespannt.

Anzahl der Seiten: 368
Verlag: One Verlag
Preis: 15,00€
ISBN: 978-3-8466-0101-3
Link zum Buch*

Gerade noch war Lazlo der unscheinbare Bibliothekar aus Zosma, der von der vergessenen Stadt Weep träumte. Jetzt hängen die Hoffnungen all ihrer Bewohner an ihm, und Lazlo steht vor einer unmöglichen Entscheidung: Entweder er rettet die Liebe seines Lebens – oder Weep. Sein Gegner ist unberechenbar, und ohne die Hilfe von Sarai kann er ihn nicht bezwingen. Doch ist ihre Liebe stark genug, um alle Hindernisse zu überwinden und Weep endlich zu befreien?

Wie auch schon „Strange the Dreamer“ wurde auch „Muse of Nightmares“ in zwei Teile geteilt. D.h. „Muse of Nightmares: Das Erwachen der Träumerin“ sollte man keinesfalls lesen, wenn man „Muse of Nightmares: Das Geheimnis des Träumers“ nicht gelesen hat. Die beiden Bücher gehören zusammen und wurden im Original auch zusammen veröffentlicht. Deswegen muss man beide Bücher gemeinsam als ein Buch betrachten, dann ergibt es mehr Sinn.

Wie auch schon der Band vorher, gefällt mir das Cover hier nicht so gut. Das Silber ist mir persönlich zu dominant, aber ich finde es toll, dass „Irrlicht“ einen Platz auf dem Cover bekommen hat. Genau wie in „Muse of Nightmares: Das Geheimnis des Träumers“ spielt der Astral von Kora eine wichtige Rolle. Fand ich sehr passend!

Und Leute… diese Geschichte… ein Traum! Ich liebe einfach alles an ihr! Wirklich alles. Und das pasiert sehr selten. Selbst Minya fand ich in diesem Buch viel besser. Endlich hat man ihre komplexe Psyche verstanden. Nun konnte ich mich auch in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Das hätte ich niemals erwartet und allein damit hat Laini Taylor mich schon gefesselt.

Dann die sanfte Beziehung, die sich zwischen dem Alchemisten Nero und dem Tizerkan Ruza entwickelt! Ahhhh, ich liebe es! So großartig, zauberhaft und wahnsinng schön beschrieben, sodass man auch hier die Entwicklung der Charaktere mitverfolgen konnte.

Lazlo und Sarai sind immernoch ein wunderschönes und absolut passendes Paar. Ich fand die Entwicklung, die die beiden durchgemacht haben, sehr gut geschildert. Darin überzeugt Laini Taylor einfach. Ihre Charaktere sind so lebensecht und gut ausdifferenziert, dass man glauben könnte, sie würden wirklich leben.

Besonders habe ich mich auch über Eril-Fane gefreut. Er tat mir schon immer irgendwie leid und hier in dem Buch passiert viel. Viel schlimmes, aber auch etwas Gutes. Ich will nicht mehr verraten, aber es ist einfach grandios!

Laini Taylor überzeugt nicht nur durch ihre Charaktere, sondern auch durch die Welt, die sie erschaffen hat. Ihr Worldbuilding ist einfach überragend und faszinierend. Besonders die Erklärung der Welten & Melize fand ich super gut durchdacht. Und dann hat sie einfach mal einen Grundstein für eine neue Reihe gelegt, von der ich jetzt schon weiß, dass ich sie brauchen und vergöttern werde! Und der Querverweis lässt auf die Verschmelzung mit Karous Geschichte hoffen.

Kora und Nova treten auch in diesem Buch wieder mit in den Mittelpunkt. Man erfährt noch einmal so viel mehr über das Leben der beiden und vor allem über die verschwundenen Götterkinder. Wir lernen sogar noch ein paar mehr Götterkinder kennen. Feral, Ruby, Sparrow sind aber auch wieder dabei. Und das schöne ist, dass auch sie über sich hinauswachsen und eine tolle Entwicklung zeigen. Das fand ich super schön!

Durch Lainis besonderen Schreibstil, der viel durch Metaphern und Sinnbildern lebt, ist dieses Buch etwas ganz besonderes. Ich persönlich bin nur so durch die Seiten geflogen und war traurig, als es schon vorbei war. Aber vielleicht ist es das ja gar nicht? Immerhin deutet der letzte Satz kein vollständiges Ende an.

Laini Taylor ist für mich die Taylor Swift der Fantasy Romane. Bildreich mit versteckten Hinweisen verzaubert sie ihre Leser und entführt sie in ein magisches Abenteuer in die sagenumwobene Stadt Weep. Ein absoluter Muss für jeden Fantasyfan!

Lest dieses Buch. Lest diese Reihe – Verliebt euch in die Charaktere und die Stadt Weep, die endlich ihren Namen bekommen hat. Das Ende ist ein Anfang von etwas noch Größerem. Ich kann es gar nicht erwarten. Absolute Liebe für diese Charaktere, die Welt und Laini Taylors Schreibstil! Eines meiner absoluten Highlights dieses Jahr!

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