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Veröffentlicht am 11.01.2021

Macht Geld glücklich oder sogar unglücklich?

Notizen eines Gewinners
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Der philosophische Roman „Notizen eines Gewinners“ geschrieben von Gerrit C. Paulson erzählt die Geschichte von dem Dachdecker Paulo, der im Lotto gewinnt und auf einmal mega reich ist.

Es wird die Entwicklung ...

Der philosophische Roman „Notizen eines Gewinners“ geschrieben von Gerrit C. Paulson erzählt die Geschichte von dem Dachdecker Paulo, der im Lotto gewinnt und auf einmal mega reich ist.

Es wird die Entwicklung ab der Lottoziehung, inklusive einiger Rückblicke in Paulos Leben, beschrieben.
Erst überwiegt noch das Glücksgefühl und Paulo kauft sich übermütig Alles, was er sich früher nicht leisten konnte. Bald aber kommen Zweifel und Probleme hinzu, denn der enorme Reichtum scheint doch nicht so toll zu sein, wie er anfangs dachte. Paulo verliert mit Absicht oder (und das hauptsächlich) unabsichtlich viele seiner Freundschaften, seine Familie, seinen Job und somit eine sinnvolle Beschäftigung und auch die Freude am Leben. Alkohol wird für ihn zur Flucht vor der Realität, wodurch auch noch sein Geist sowie sein Körper in Mitleidenschaft gezogen werden.
Über das ganze Buch verteilt hat Paulo einige Erkenntnisse über das Leben, die er in einem kleinen Notizbuch festhält - die Notizen eines Gewinners!


Ich fand die Geschichte sehr interessant und die Idee war wirklich gut. Auch hatte das Buch ein echt schönes Format und war dadurch angenehm zu lesen. Die Bereiche, auf die der Autor eingeht, waren sehr vielschichtig und deckten alles ab, was ich mir gewünscht hatte.
Besonders spannend war für mich zu sehen, wie Paulo in die Alkoholsucht reingerutscht ist und wie seine Gedanken dazu waren. Auch sein Zwiespalt zwischen „sein wie vorher“ und „leben wie ein Reicher“ hat mich zum Nachdenken angeregt.

Dies ist einer der einzigen Romane, wo es mir gefallen hat, dass aus der 3.Person erzählt wurde. Dadurch hat man nämlich den nötigen Abstand zu der Hauptfigur bekommen. Den brauchte ich, weil ich natürlich nicht Alles gutheißen und auch verstehen konnte, was Paulo gemacht hat. Wäre ich ihm auf einer anderen Ebene begegnet, hätte es mich mehr gestört, dass Paulo mir nicht unbedingt sympathisch war - ich habe ihn ja schließlich nur als Millionär kennengelernt und nicht als den bodenständigen Menschen, der er wohl davor gewesen ist. Sein Handeln war öfter nicht weitsichtig und es war schade, dass er dachte, dass er jetzt mit Villa, Porsche und Butler mehr wert sei als vorher.

Das Ende hat gut zu dem Buch gepasst, aber war nicht eindeutig. Das hat mich noch einmal zusätzlich dazu gebracht, mir Gedanken über Paulos Schicksal zu machen.
Obwohl es an sich ein Roman war, hatte es für mich auch viel von einer nicht fiktiven Erzählung, wodurch es mir nicht so wichtig war, ob das Ende jetzt geklärt ist.

Meine Kritik ist, dass die Informationen, die das Buch vermittelt hat, nichts Weltbewegendes an sich hatten. Vieles davon war, zumindest mir, schon bewusst oder allgemein bekannt. Zum Beispiel, dass Geld allein halt einfach nicht glücklich macht und man eine Beschäftigung im Leben braucht, um sich nicht nutzlos zu fühlen. Dennoch hat die Lektüre es nochmal gut auf den Punkt gebracht und war trotz der Vorhersehbarkeit spannend.
Ich muss auch bemängeln, dass während eines kleinen Teils (aber schon so groß, dass ich es hier anspreche) im ersten Drittel des Buches nichts Neues passiert ist, bis dann aber wieder neue Entwicklungen kamen.

Alles in allem eine interessante und lesenswerte Lektüre für Alle, die sich mit dem Sinn des Lebens auseinandersetzen wollen, denn sie regt nachhaltig zum Nachdenken an. Man muss sie jedoch nicht unbedingt gelesen haben und wirklich Spaß beim Lesen hatte ich nicht. Aber ich bin doch froh, dass ich darauf gestoßen bin!

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Veröffentlicht am 22.12.2020

Zu wenig Story und zu viel Trauer, aber immer noch ein toller Schreibstil!

All in - Zwei Versprechen
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!!Achtung Rezension enthält Spoiler zu Band 1!!

In Emma Scott’s Roman „All In, zwei Versprechen“ geht die Geschichte von Kacey und ihren Freunden nach dem großen Verlust weiter.

Inhaltlich baut der Roman ...

!!Achtung Rezension enthält Spoiler zu Band 1!!

In Emma Scott’s Roman „All In, zwei Versprechen“ geht die Geschichte von Kacey und ihren Freunden nach dem großen Verlust weiter.

Inhaltlich baut der Roman auf dem ersten Teil auf und schließt fast direkt an das Ende von Teil 1 an. Statt Jonah nimmt nun aber sein Bruder Theo die zweite Hauptrolle ein. Der erste Part behandelt fast ausschließlich den Umgang mit der Trauer Jonah‘s Freunde und Familienmitglieder, bis der Fokus sich im weiteren Verlauf des Buches auf die Gefühle zwischen Kacey und Theo legt.

Den zweiten Teil habe ich so gut wie dauerhaft mit Tränen hinter den Augen gelesen. Emma Scott hat den Schmerz wieder so gut rüber gebracht und hat den Leser tief in die Emotionen der einzelnen Charaktere eintauchen lassen. Durch den Schreibstil habe ich mich so gefühlt, als hätte auch ich einen Freund verloren und würde die Personen in echt kennen.
Ich fand beide Protagonisten sehr sympathisch, dafür die anderen mir schon bekannten Personen diesmal weniger. Aber ich fand interessant zu sehen, wie anders die Figuren auf Jonah‘s Tod reagiert haben.
Außerdem empfand ich es als sehr berührend mitzuerleben, wie schwierig es war, dass das Leben weitergehen musste - ohne Jonah.
Meine Kritikpunkte sind, dass lange nichts passiert ist, sich die Probleme dadurch nicht gelöst haben und wenig Überraschendes passierte.
Das Ende war nach einer schwierigen Zeit dann aber auf jeden Fall ein Happy End und ein schöner Abschluss der Duologie.

Ein würdiger zweiter Teil, der aber keinesfalls an Band 1 heran kommt.

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Veröffentlicht am 22.12.2020

Unglaublich emotional: traurig und schön gleichzeitig

All In - Tausend Augenblicke
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Ich habe ja schon wirklich viel über die Bücher von Emma Scott gehört und gelesen. Nun kann ich mich den Leuten anschließen, die behaupten, dass ihre Werke so viel mehr als ein New Adult Roman sind.

Kacey ...

Ich habe ja schon wirklich viel über die Bücher von Emma Scott gehört und gelesen. Nun kann ich mich den Leuten anschließen, die behaupten, dass ihre Werke so viel mehr als ein New Adult Roman sind.

Kacey spielt in einer vielversprechenden Rockband kurz vor dem Durchbruch, aber merkt immer öfter, dass es nicht das ist, was sie wirklich will. So versucht sie, ihre negativen Gefühle im Alkohol zu ertränken. Nach einer besonders wilden Nacht wacht sie auf dem Sofa ihres Fahrers Jonah auf, bei dem sie sich sofort wohler fühlt, als irgendwo anders auf der Welt. Sie kommen sich näher und Kacey entdeckt das, was sie wirklich möchte. Jedoch kann Jonah ihr nicht das bieten, was er gerne würde, denn in seinem Leben gibt es ein großes Problem, mit dem er Kacey keinesfalls belasten möchte...

Vor allem hat mich die Geschichte berührt und es war einfach unmöglich, nicht zu weinen. Aber es war nicht nur die Geschichte von Jonah und Kacey. Emma Scott ist viel auf die Nebenfiguren eingegangen, wodurch man in Jonah’s gesamtes Umfeld einsteigen konnte und den Schmerz von Allen gespürt und mit ihnen getrauert hat. Besonders seinen Bruder Theo mochte ich irgendwie echt gerne.
Gespickt mit schönen und tiefergehenden Zitaten konnte man die erzählte Geschichte auch immer wieder auf das eigene Leben beziehen. Der Schreibstil war generell besonders, so menschlich und nah am Leben beschrieben.
Obwohl es ein trauriges Ende war, bin ich doch vollkommen zufrieden damit. Die Autorin hat es nämlich geschafft, dass man das Gute im Schlechten gesehen hat und erklärt, dass man immer das Beste aus dem Leben machen und nichts bereuen sollte. Außerdem stellt sie den Tod nicht als Ende der Welt dar, sondern beweist, dass das Leben weiter geht - und die All In Duologie geht ja auch noch weiter😍

All in ist ein wunderschönes Buch voller Liebe und Leben, was man nicht durch den Klappentext beurteilen sollte. Der hat mich nämlich erst nicht so überzeugt, aber in dem Buch steckte so viel mehr!

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Veröffentlicht am 22.12.2020

Besondere und spannende Geschichte, aber ich bin mit den Charakteren nicht ganz warm geworden

All I Need
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Belinda Benna erzählt in „All I need“ die Geschichte von Simon und Mira. Wer denkt, dass es ein einfacher Liebesroman ist, liegt vollkommen falsch, denn in diese Buch steckt so viel mehr!

Simon sehnt ...

Belinda Benna erzählt in „All I need“ die Geschichte von Simon und Mira. Wer denkt, dass es ein einfacher Liebesroman ist, liegt vollkommen falsch, denn in diese Buch steckt so viel mehr!

Simon sehnt sich nach Freiheit in Form einer Motorradreise, die ihn weg aus Wien und damit auch weg von seiner Vergangenheit bringen soll. Sein Job als Gefängniswärter dient ihm dabei als Finanzierungsquelle. Eigentlich darf Simon seine Stelle deswegen auch keinesfalls riskieren. Sein großes Herz bringt ihn jedoch dazu, sich mit einem Häftling einzulassen, von dessen Unschuld er überzeugt ist. Um ihm zu helfen sucht er seine Frau auf und so lernt er Mira kennen.
Mira, die seit der Verhaftung ihres Mannes am Boden zerstört ist und sich alleine um ihre zwei Kinder kümmern muss. Doch es kommt nie dazu, dass Simon seinen Auftrag ausführt, denn die unbekannte Frau flasht Simon vollkommen, sodass er ihr verschweigt, dass er der Gefängniswärter ihres Mannes ist. Ein spannendes Gerüst aus Lügen, Liebe, Verzweiflung und Angst baut sich auf und Simon muss sich fragen, ob er bereit ist, dafür seine Träume aufzugeben.

Ich finde es extrem schwierig für „All I need“ eine Bewertung abzugeben, da meine Meinung so gespalten ist.
Einerseits war die Geschichte mega fesselnd und überraschend, denn durch spannende Wendungen, war gar nicht klar, was als nächstes passieren würde. Ich musste einfach immer weiter lesen. Zusätzlich fand ich die Idee schon sehr interessant und Emotionen wurden auf gar keinen Fall vernachlässigt. In vielen schönen Szenen mit liebevollen Details wurden sie gut rüber gebracht. Die vielen „Kalendersprüche“, die Belinda Benna sehr passend in das Buch eingebaut hat, mochte ich ebenfalls sehr gerne. Auch das Ende mit einem schönem Ausblick auf die Zukunft hat mir super gut gefallen und da war ich dann endlich warm geworden mit den Figuren.
Vorher aber eben eher weniger und das bringt mich zu meinen Kritikpunkten. Ich hatte so meine Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen. Ich vermute es lag auch mit daran, dass ich als Leser sehr unwissend war. Ich konnte die Charaktere schlecht einordnen und habe sie nicht wirklich verstanden. Als dann eine wichtige Information einfach in einem Nebensatz fallen gelassen wurde war ich zusätzlich etwas irritiert. Im Laufe der Kapitel wurde es zwar immer besser, aber ich konnte Vieles immer noch nicht ganz nachvollziehen oder hielt es manchmal für überzogen. Wahrscheinlich, weil ich selber so anders als Mira und Simon gehandelt hätte.

Abschließend kann ich sagen, dass „All I need“ ein äußerst spannender und besonderer Roman ist, der Langeweile ausschließt, ganz andere Themen behandelt und auch für ältere Leser*innen sehr gut geeignet ist. Ich persönlich konnte mich nur einfach nicht so sehr dafür begeistern, was nicht heißt, dass es nicht zu empfehlen wäre!

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Veröffentlicht am 22.12.2020

Emotional, mitreißend, einzigartig!

All das Ungesagte zwischen uns
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Seit ich die Leseprobe zu Colleen Hoover‘s neustem Roman „All das Ungesagte zwischen uns“ gelesen habe, war mir klar, dass ich das Buch schnellstmöglich lesen muss. Meine hohen Erwartungen wurden nicht ...

Seit ich die Leseprobe zu Colleen Hoover‘s neustem Roman „All das Ungesagte zwischen uns“ gelesen habe, war mir klar, dass ich das Buch schnellstmöglich lesen muss. Meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht und ich kann es auf jeden Fall weiter empfehlen!

Morgan ist 34 Jahre alt, lebt ein durchschnittliches Leben mit ihrer Familie in ihrer Heimatstadt und ist alles in allem ziemlich „vorhersehbar“. Diese Normalität ändert sich schlagartig, als ihr Mann Chris und ihre Schwester Jenny durch einen tragischen Unfall aus dem Leben gerissen werden. Für Morgan bricht eine Welt zusammen und auch die Beziehung zu ihrer 17-jährigen Tochter Clara zerbricht fast an den emotionalen Folgen für die Beiden. Einzig Jonah, der ehemals beste Freund ihres Mannes, gibt ihr gemeinsam mit seinem und Jenny’s Sohn ein wenig Lebensfreude zurück. Gemeinsam entdecken sie auch, dass die zwei Verstorbenen ein großes Geheimnis vor ihnen gehütet haben...
Gleichzeitig verliebt sich Clara in den Jungen, mit dem sie eigentlich auf gar keinen Fall etwas zu tun haben soll, sich aber einfach zu gut mit ihm versteht.

Ich habe das Buch an einem Stück durchgelesen und nur zum Essen Pause gemacht.
Es war emotional, dramatisch, fesselnd und eine tolle und einmalige Geschichte, die so viel tiefer als ein normaler Liebesroman geht.
Wieder einmal hat mich Colleen Hoover mit ihrem bombastischen Schreibstil begeistert, der die Emotionen perfekt und treffend rüber gebracht hat. Besonders die wechselnden Erzählperspektiven aus Morgans und Claras Sicht haben mir gefallen. Dadurch wurde die Story noch einmal runder und verständlicher, aber auch vielseitiger. Ich konnte sozusagen zwei zusammenhängende Geschichten parallel verfolgen. Trotzdem kam keine der wirklich süßen Liebesgeschichten zu kurz, wurden aber auch nicht unnötig in die Länge gezogen. Generell hatte der Roman genau die richtige Länge.

Dadurch, dass es viele Konfliktpunkte gab, also wirklich SO viele, wurde es nie langweilig, wobei es dabei alles andere als zusammenhangslos war. Alles hat aufeinander aufgebaut und die Spannungskurve war fast so hoch wie der Mount Everest. Ich habe dem Ende zwar entgegengefiebert, aber hatte nie das Bedürfnis schneller voranzukommen, als ich gerade gelesen habe.
Die Autorin hat richtig sympathische Charaktere erschaffen, die ich zu 100% verstanden habe und in die ich mich sehr gut hineinversetzen konnte. Vor allem die Beziehung zwischen Morgan und Clara fand ich sehr berührend und besonders beschrieben und ich fand echt cool, dass diese Mutter-Tochter-Verbindung im Vordergrund stand und nicht eine Mann-Frau-Liebe.
Mir fallen keine Kritikpunkte ein, weswegen ich auch bei der Bewertung nicht lange überlegen musste.

Ich hab es geliebt das Buch zu lesen und jede einzelne Seite genossen!

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