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Veröffentlicht am 16.10.2018

5 Sterne sind zu wenig!

Der Spielmann
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In seinem neuen Buch „Der Spielmann“ erzählt Oliver Pötzsch die Geschichte von Johann Georg Faustus, besser bekannt als Faust.
Wer hat Faust nicht in der Schule lesen müssen? Mir war allerdings bis zu ...

In seinem neuen Buch „Der Spielmann“ erzählt Oliver Pötzsch die Geschichte von Johann Georg Faustus, besser bekannt als Faust.
Wer hat Faust nicht in der Schule lesen müssen? Mir war allerdings bis zu diesem Buch nicht bekannt, dass Faust wirklich gelebt hat.
Der Autor ist durch einen Zufall in Knittlingen auf das Geburtshaus von Faust gestoßen und das war der Auslöser für dieses wunderbare Buch.
Bei einem Umfang von über 750 Seiten muss eine Menge Recherchearbeit in diesem Buch stecken. Da nicht sehr viel über Faust überliefert wurde braucht es auch einiges an dichterischer Freiheit.
Dies miteinander zu verknüpfen ist Oliver Pötzsch mit Bravur gelungen.
Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen und ich habe den dicken Wälzer kaum aus der Hand legen können.
Als Johann nach dem Tod seiner Mutter und dem verschwinden seines Bruders sein zuhause verlassen musste, reiste er dem Zauberer und Gaukler Tonio del Moravia durchs Land. So wissbegierig wie Johann war lernte er viel von seinem Meister.
Tonio hatte sich aber auch den schwarzen Künsten verschrieben. Oder steckt sogar der Teufel in ihm?
Auch als Johann dann Tonio verlassen hat und mit einer Gauklertruppe nach Venedig reiste hat man die Gegenwart von Tonio anhand einiger Sätze die der Autor einstreute gespürt.
Die Gefahr lag immer in der Luft.
Gut haben mir auch die Zitate aus Faust gefallen die der Autor in seinem Buch mit eingestreut hat. Für Leser die Faust nicht kennen gibt es am Ende des Buchs eine Auflistung der Zitate mit der Seitenzahl wo man das Zitat in diesem Buch findet.
Auch ein kleiner Reiseführer „auf Fausts Spuren“ ist im Anhang. Hier habe ich währende Faust Reise parallel nachgelesen.
Jetzt sind die Buchdeckel zugeklappt und mir bleibt nur noch die Vorfreude auf den 2. Teil von der Geschichte um Johann Georg Faustus die im September 2019 erscheinen soll.

Veröffentlicht am 01.10.2018

Große Erzählkunst

Als das Leben unsere Träume fand
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„Als das Leben unsere Träume fand“ ist der neue Roman von Luca di Fluvio.
Es erzählt von 3 Jugendlichen mit 3 unterschiedlichen Schicksalen die alle in der „Neuen Welt“, in Buenos Aires einen Neuanfang ...

„Als das Leben unsere Träume fand“ ist der neue Roman von Luca di Fluvio.
Es erzählt von 3 Jugendlichen mit 3 unterschiedlichen Schicksalen die alle in der „Neuen Welt“, in Buenos Aires einen Neuanfang starten wollen.
Rosetta lebt in Sizilien. Seit dem Tod ihres Vaters versucht sie sich mit dem Vieh und dem Land ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Doch ihre Ziegen werden umgebracht und sie wird vergewaltigt.
Als sie aufgibt und dem Baron, der hinter ihrem Land her ist das Land verkauft bekommt sie nur einen Bruchteil des Wertes.
Als der Baron ihr auch noch zu nahe kommt schlägt sie ihm einen Briefbeschwerer gegen die Stirn.
Rosetta gelingt die Flucht. Sie begibt sich auf ein Schiff in Richtung Buenos Aires um ein neues Leben anzufangen.
Doch die Arme des Barons reichen auch bis dahin.
Rocco, auch aus Sizilien möchte nicht wie sein Vater für die Mafia arbeiten.
Sein Vater hat sein Leben für den Mafiaboss gegeben darum stand er unter dessen Schutz. Doch jetzt will er Ihn in die Pflicht nehmen. Doch Rocco will nur eins, Automechaniker werden.
Der Mafioso schickt ihn nach Buenos Aires zu s einem Neffen. Aber auch der will, dass Rocco für die Mafia arbeitet.
Raechel ist die jüngste, sie ist gerade einmal 13Jahre und lebt mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter in Russland in einer jüdischen Gemeinde.
Raechel ist ein rechter Dickkopf und versucht ihren Vater immer um den Finger zu wickeln.
Sie kann als einziges Mädchen lesen und schreiben. Ihr Vater hat es ihr heimlich beigebracht, denn es schickte sich wohl nicht für Mädchen das zu können.
Als sie eines Tages einen Zettel in der Synagoge sah auf dem stand, dass Mädchen gesucht werden die in Buenos Aires als Büglerin oder Dienstmädchen bei wohlhabenden Menschen arbeiten möchte das unbedingt tun. Ihr Vater verbietet es ihr. Schließlich ist sie erst 13 und Argentinien weit weg.
Als der Vater bei einem Angriff auf die jüdische Gemeinde getötet wird geht Raechel, die sich mit ihrer Stiefmutter nicht versteht heimlich weg.
Doch bald merkt sie was hinter der Sache steckt. Doch da ist es zu spät.
Die Kapitel wechseln sich zwischen den 3 Protagonisten ab. Zwischendurch treffen Rocco und Rosetta aufeinander verlieren sich aber wieder.
Auch Rocco und Raechel treffen sich.
Auch spielt die Sociedad israelita de socorros mutuos varsovia, eine „Organisation“ die Mädchen nach Argentinien verschleppt und sie dort an Bordelle verkauft, eine große Rolle in diesem Roman.
Ich habe die Sociedad im Internet recherchiert, es ist kaum zu glauben, dass so etwas über einen so langen Zeitraum möglich war.
Das Buch war sehr spannend und interessant geschrieben. Manche Stellen waren sehr unrealistisch und einiges war zu gewalttätig.
Doch trotz der Abstriche hat mir das Buch gut gefallen und bekommt von mir 5* den es ist große Erzählkunst.

  • Cover
  • Emotionalität
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 17.05.2018

Kluftinger in Gefahr

Kluftinger
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Allerheiligen und wie es der Brauch will steht der alljährliche „Gräberlauf“ an.
Trotz mehrfacher Versuche und Rücksichtnahme auf das Enkelkind vorschiebend kann Kluftinger sich nicht vor dem Friedhofsbesuch ...

Allerheiligen und wie es der Brauch will steht der alljährliche „Gräberlauf“ an.
Trotz mehrfacher Versuche und Rücksichtnahme auf das Enkelkind vorschiebend kann Kluftinger sich nicht vor dem Friedhofsbesuch drücken.
Vor einem neu aufgeschütteten Grab steht eine Menschenmenge die sehr komisch zu der Familie Kluftinger hinsieht. Als Kluftinger nachsieht was es da besonderes gibt kann er erst, außer einem frischen Grab nichts feststellen. Doch als sein Blich auf das Holzkreuz fällt sieht er seinen Namen darauf stehen.
Erst tut er die Sache als Streich von Jugendlichen ab doch als dann noch eine Todesanzeige mit seinem Namen erscheint muss er sich eingestehen, dass ihn jemand bedroht.
Seit 15 Jahren schreibt das Autorenduo Klüpfel/Kobr Krimis mit dem beliebten Kommissar Kluftinger.
Der 10. Band ist etwas ganz Besonderes und wie der Titel schon sagt, ganz „Kluftinger“ gewidmet.
Er unterscheidet sich von den vorherigen Bänden indem es hier keinen Mord gibt sondern Kluftinger selber bedroht wird.
Gerade jetzt wo Kluftinger ein Enkelkind bekommen hat in das er ganz vernarrt ist.
Jetzt gilt es herauszufinden wer ihm denn was Böses will.
Hängt es mit einem alten Fall zusammen oder ist es etwas Persönliches?
Darüber grübelt Kluftinger nach und denkt zurück an verschiedene wichtige Stationen in seinem Leben.
Dabei erfährt der Leser nicht nur den Vornamen sondern auch einige andere nie geahnte Dinge aus Kluftingers Leben.
Dieser 10. Band ist, dadurch das Kluftingers Leben ernstlich in Gefahr ist zum einen Teil recht ernst und natürlich spannend.
Aber der Humor kommt wie immer auch nicht zu kurz.
Das Ende des Buches lässt darauf schließen, dass es(hoffentlich bald) einen neuen Kluftinger geben wird.

Veröffentlicht am 21.03.2021

Gänsehautcharakter

Trauma - Kein Entkommen
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Zwei Leichen werden gefunden.
Ein Toter ist ertrunken, der andere im Kühlschrank erstickt.
Die Ermittler Katja Sand und Rudi Dorfmüller übernehmen den Fall und entdecken schnell Parallelen.
Beide Opfer ...

Zwei Leichen werden gefunden.
Ein Toter ist ertrunken, der andere im Kühlschrank erstickt.
Die Ermittler Katja Sand und Rudi Dorfmüller übernehmen den Fall und entdecken schnell Parallelen.
Beide Opfer haben schwere Trauma erlitten.
Dazu kommt noch ein Skandal bei der Bundesmarine der vertuscht wird.
Je mehr Katja Sand nachbohrt, je mehr Druck bekommt sie, bis ihr der Fall entzogen wird.
„Trauma – kein Entkommen“ ist der erste Band einer geplanten Trilogie von Christoph Wortberg.
Der Thriller beschäftigt sich mit dem brisanten Thema Trauma.
Schon im Prolog habe ich Gänsehaut bekommen. Ein Kind wird aufs schwerste Misshandelt.
So etwas ist nur schwer zu ertragen.
Man ahnt schon, dass das Kind mit seinem schweren Trauma einmal selbst zum Täter wird. Oder ist es eins der Opfer?
Beide hatten schwere Trauma erlitten.
Wer das Kind ist oder war erfährt man erst am Ende des Buches.
So bleibt die Spannung auch die ganze Zeit erhalten.
Die Protagonisten sind gut in Szene gesetzt.
Auch Katja Sand leidet an einem Trauma.
Was sie erlebt hat kommt in diesem Band noch nicht ans Licht.
Das Buch hat sich gut gelesen. Die Geschichte spannend erzählt.
m Ende gibt es eine Leseprobe zum 2. Band.
Jetzt bin ich schon richtig neugierig geworden wie es weitergeht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2021

Ein Genießer-Krimi

Toskanisches Vermächtnis
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Nach dem Tod seiner Frau versucht der frühere Polizist vom NYPD Nico Doyle einen Neuanfang in einem kleinen Ort in der Toskana, dem Land seiner verstorbenen Frau.
Hier lebt die Familie seiner Frau und ...

Nach dem Tod seiner Frau versucht der frühere Polizist vom NYPD Nico Doyle einen Neuanfang in einem kleinen Ort in der Toskana, dem Land seiner verstorbenen Frau.
Hier lebt die Familie seiner Frau und er findet schnell Anschluss. Er hilft auch gerne im Restaurant seiner Schwägerin, was ihn auf andere Gedanken bringt.
Doch dann findet Nico unweit von seinem Haus eine Leiche.
Kommissar Salvatore Perillo, der in dem Fall die Ermittlungen aufnimmt nimmt gerne Hilfe von Nico an.
Es stellt sich schnell heraus, dass das Opfer im Ort bekannt war.
Aber niemand gibt zu, eine Verbindung zu dem Opfer gehabt zu haben.
Das ganze Ort scheint etwas zu verbergen.
Jetzt gilt es das Geheimnis des Ortes zu lüften und den Täter zu finden.
Der Krimi „Toskanisches Vermächtnis“ von Camilla Trinchieri ist ein richtiger Genießer-Krimi.
Der Beginn des Krimis ist recht gemütlich. Die italienische Lebensart steht im Vordergrund.
Es wird viel gekocht, viel gegessen und natürlich gibt es auch guten Wein.
Doch je weiter man in die Geschichte eindringt um so spannender wird das Buch.
Die Protagonisten sind sympathisch und gut in Szene gesetzt.
Nico und auch den Kommissar Salvatore Perillo mochte ich gleich.
Auch die Familie von Nicos verstorbener Frau war sehr herzlich.
Am Ende hat die Geschichte dann richtig Fahrt aufgenommen, wurde recht spannend.
Die Auflösung war dann überraschend aber auch gut nachzuvollziehen
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu verstehen.
Das Buch enthält viel Lokalkolorit, man fühlt sich förmlich in die Toskana versetzt.
Allerdings sollte man die Geschichte nicht mit knurrendem Magen lesen.
„Toskanisches Vermächtnis“ ist ein Krimi zum Wohlfühlen den man genießen sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere