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Veröffentlicht am 30.12.2023

Die alten Griechen

Atalanta
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ATALANTA ist nicht mein erstes Buch von Jennifer Saint. Elektra und Ariadne habe ich beide als starke Frauen in ihren anderen Büchern erleben dürfen. Also waren meine Erwartungen hoch.

Das Buch hat eine ...

ATALANTA ist nicht mein erstes Buch von Jennifer Saint. Elektra und Ariadne habe ich beide als starke Frauen in ihren anderen Büchern erleben dürfen. Also waren meine Erwartungen hoch.

Das Buch hat eine wunderbare Cover-Gestaltung. Ein wahrer Augenschmaus.

Die Geschichte an sich muss sich natürlich an den "realen" also den überlieferten Fakten entlanghangeln. Und wo die griechische Mythologie etwas wage ist, da hat die Autorin ihrer Heldin persönliche Züge gegeben und damit versucht zu erklären, wie diese mythische Frauenfigur so stark und heroisch wurde.

Atalanta ist mal keine zarte brave Tochter sondern schon in jungen Jahren mutig und stark und kämpferisch. Das hat mir gut gefallen. Ihr Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben wird von diversen Männern und Göttern erschwert.

Ich fand es nicht ganz so gut, wie seine Vorgänger, weil mir manchmal etwas die Spannung fehlte. Vielleicht ist das aber auch der Vorgabe geschuldet, an die die Autorin sich natürlich gehalten hat. Troztdem empfehlenswert, für den, der dieses Genre mag.

Veröffentlicht am 30.12.2023

sooo lecker

Easy Indien
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Ich bin ein Kochbuch-Fan. Und EASY INDIEN ist nicht mein erstes asiatisches Kochbuch. Aber ganz schnell ist es zu einem Favoriten bei mir geworden. Die Gründe sind einfach.

Zum einen ist es sehr ansprechend ...

Ich bin ein Kochbuch-Fan. Und EASY INDIEN ist nicht mein erstes asiatisches Kochbuch. Aber ganz schnell ist es zu einem Favoriten bei mir geworden. Die Gründe sind einfach.

Zum einen ist es sehr ansprechend gestaltet. Ein bisschen Basics und dann gut strukturiert verschiedene Bereiche. Jedes Gericht auf zwei Seiten. Wunderbare Food-Foto-Optik.

Die Gerichte sind gerade für einen Singlehaushalt, wie den meinen einfach IDEAL. Nicht zu kompliziert. Die wichtigsten Gewürze und Zutaten hat man eigentlich in einem aufgeschlossenen Haushalt immer da. Und die meisten Rezepte sind schnell und sehr gut nachkochbar.

Ich würde sagen, das Kochbuch ist für jede etwas. Also für Anfänger, die indische Küche zuhause für sich entdecken wollen. Aber auch etwas für alte Kochhasen, wie mich, die halt einfach nicht immer stundenlang für leckere indische Gerichte in der Küche stehen wollen.

Heiße Empfehlung von mir.

Veröffentlicht am 27.11.2023

feiner Politthrill

Im Sturm der Macht
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Leo Koski und Emma Erola sind zurück auf der finnischen Politbühne. Endlich. Nachdem sie ein halbes Jahr in Spanien untergetaucht sind, da Emma wegen Landesverrat gesucht wird, stellt sie sich und nachdem ...

Leo Koski und Emma Erola sind zurück auf der finnischen Politbühne. Endlich. Nachdem sie ein halbes Jahr in Spanien untergetaucht sind, da Emma wegen Landesverrat gesucht wird, stellt sie sich und nachdem das Gerichtsverfahren leider nicht so läuft, wie erhofft, kommt auch Leo in die Heimat zurück um für Emma ein gutes Wort an richtiger Stelle einzulegen.

Aber alles läuft seltsam schief. die Präsidentin wird von einer Unbekannten erschossen und Leo der Mitwisserschaft verdächtigt. Und eine rechtsradikale Truppe plant einen Anschlag, der das ganze Land an den Rand eines Krieges bringen könnte.

Tuomas Oskari, der im zweiten Leben politischer Journalist ist, spielt all seine Stärken auch im zweiten Band wieder aus. Sein gesellschaftliches Szenario in einem Finnland der nahen Zukunft ist realistisch und hart dran an der heutigen Realität. Atemlos jagt man durch das Buch und am Ende gibt es mehr als einen furiosen Höhepunkt bis hin zum Finale, mit dem ich so nicht gerechnet hatte.

Wer Band eins toll fand, wird auch hier auf seine Kosten kommen. Ein Politthriller vom Feinsten.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 06.10.2023

einfach nur toll

Sekunden der Gnade
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Von moehawk
Boston 1974. Ein junger Schwarzer wird tot auf den Zuggleisen gefunden. In der Stadt brodelt es bereits, denn die Stadt hat beschlossen, dass es keine Rassentrennung in den Schulen mehr geben ...

Von moehawk
Boston 1974. Ein junger Schwarzer wird tot auf den Zuggleisen gefunden. In der Stadt brodelt es bereits, denn die Stadt hat beschlossen, dass es keine Rassentrennung in den Schulen mehr geben darf und dass man schwarze Kinder an weiße Schulen schicken möchte und umgekehrt. Wenn nötig auch gegen den Willen der Eltern und der Gemeinde. Da kommt ein Toter wie dieser sehr ungelegen. War es wirklich ein Drogentod? Oder war es Mord? Am gleichen Abend verschwindet eine junge Weiße und deren Mutter ist ist keine die sich mit fadenscheinigen Beruhigungen abspeisen lässt. Denn Mary Pat Fennessy ist ziemlich schnell klar, dass das Verschwinden ihrer 17jährigen Tochter mit dem Toten auf den Gleisen zu tun hat. Und sie will die Wahrheit herausfinden, egal was es sie kostet.

Dennis Lehane erzählt eine Geschichte von Rassenhass und Vorurteilen. Die alltägliche Gewalt auf mitten in der Bevölkerung ist beklemmend und sehr realistisch. Mary Pat macht sich keine Illusionen. Sie weiß, wie das Gefüge von Dealern, Polizei und normalen Bürgern funktioniert. Sie scheut selbst nicht vor Drohungen und harten Mitteln zurück, um zu erfahren, was in jener Nacht wirklich passiert ist. Dabei lernt sie sich selbst auf eine ganze neue Art und Weise kennen. Und sie muss erkennen, dass auch sie nicht frei von Vorurteilen war und dass das Leben eine verdammt ungerechte Sache sein kann.

Ich liebe die Art, wie Lehane erzählt. Seine Hauptpersonen berühren, man kann mit ihnen mitfühlen. Man erkennt ein bisschen besser wie die Menschen ticken, wie die Welt funktioniert. Noch immer funktioniert. Denn da muss man ehrlich sein. Viel besser läuft es auch heute noch nicht.

Veröffentlicht am 06.10.2023

sehr persönlich und berührend

Aenne und ihre Brüder
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Wenn man in seine eigene Familienchronik zurückblickt, dann wird wahrscheinlich fast jeder eine Geschichte finden, ähnlich der, die hier erzählt wird. Hier heißen die Darsteller Alfons, Hans, Franz und ...

Wenn man in seine eigene Familienchronik zurückblickt, dann wird wahrscheinlich fast jeder eine Geschichte finden, ähnlich der, die hier erzählt wird. Hier heißen die Darsteller Alfons, Hans, Franz und Willi und deren Schwester Aenne. In meiner Familie waren es Alex und seine sechs Brüder. Mein Urgroßvater war der einzige Sohn, der den Krieg überlebte, weil er als Kleinster zuhause geblieben war. Alle anderen fielen im Krieg. So erging es auch den Brüdern von Reinhold Beckmann. Alle vier wurden Soldaten - der eine freiwillig, die anderen wurden eingezogen. Und keiner kehrte von der Front zurück. Zurück blieb nur die Schwester, die ohne Eltern und ohne Geschwister versuchte sich durchzukämpfen nach dem Krieg.

Beckmann schreibt emotional und sehr persönlich. Als Grundlage für die Recherche und das Buch dienten die Briefe der verstorbenen Onkel und die langen Gespräche mit der Mutter über ihre Brüder. Besonders hat mir gefallen, dass Aenne sie nie vergessen hat und diese Erinnerung dadurch in ihrer Familie bestand hat und ihr Sohn Reinhold dem kurzen tragischen Leben der vier Brüder ein Denkmal setzt. Und ein bisschen war es wie ein Denkmal auch für die Gefallenen in meiner Familie. Das hat mich berührt. Das finde ich wichtig.