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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2020

Gelungener und spannender Abschluss

Wolves – Die Jagd beginnt
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Mit „Wolves – Die Jagd beginnt“ legt Daniel Cole seinen dritten Thriller aus der Serie mit Detective William „Wolf“ Fawkes vor. „Ragdoll“ und „Hangman“, die beiden Vorgänger konnten mich sehr begeistern ...

Mit „Wolves – Die Jagd beginnt“ legt Daniel Cole seinen dritten Thriller aus der Serie mit Detective William „Wolf“ Fawkes vor. „Ragdoll“ und „Hangman“, die beiden Vorgänger konnten mich sehr begeistern und so war ich gespannt, was mich im wohl abschließenden letzten Band erwarten würde.
Der Plot ist recht einfach. Ein totes Opfer mit einer Pistole in der Hand, erschossen in einem abgeschlossenen Raum. Sieht alles nach Selbstmord aus, oder? Doch bei dem Opfer handelt es sich um keinen geringeren als Wolfes ehemaligen Mentor und väterlichen Freund Finlay Shaw. Wolf mag so gar nicht an einen Selbstmord glauben und nimmt die Ermittlungen auf. Dabei muss er einen Deal eingehen, denn er selbst wird immer noch von der Polizei gesucht.
Die Geschichte hat natürlich eine Vorgeschichte und führt uns in die späten 70er Jahre. Der Autor springt zwischen dem Jetzt und der damaligen Zeit hin und her und so erfährt man Stück für Stück was damals geschah und begreift ganz langsam die Zusammenhänge. Durch den ständigen Wechsel der Zeiten wird die Spannung, die sowieso schon ständig vorhanden ist, zusätzlich erhöht.
Der neue Fall ist zwar in sich geschlossen, aber um wirklich alle Zusammenhänge zu verstehen, ist es von Vorteil die beiden ersten Bände gelesen zu haben, denn es gibt immer wieder Verweise dorthin. „Wolves – Die Jagd beginnt“ setzt genau am Ende von „Hangman“ein. Ganz besonders gefreut habe ich mich über ein Wiedersehen mit Baxter und Edmunds, die mir beide sehr ans Herz gewachsen waren. Gerade auch die privaten Verwicklungen zwischen den Charakteren fand ich überaus interessant. Trotz all den kriminellen Elementen kommt auch der Humor hier nicht zu kurz, allerdings eher einer der trockenen Art, was mir aber sehr gefallen hat.
Alles in allem ein sehr gelungener Abschluss der Trilogie. Vieles weist darauf hin, dass es wirklich das Ende mit den liebgewonnenen Figuren ist. Ich hoffe, der Autor entscheidet sich doch noch für eine Fortsetzung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2020

Hier kommt keine Spannung auf

Doggerland. Tiefer Fall
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Noch immer angeschlagen von ihrem letzten Fall, verbringt Kommissarin Karen Eiken Hornby das Weihnachtsfest im Kreis ihrer Familie. Dies ist eigentlich gar nicht so ihr Ding und so rettet sie quasi ein ...

Noch immer angeschlagen von ihrem letzten Fall, verbringt Kommissarin Karen Eiken Hornby das Weihnachtsfest im Kreis ihrer Familie. Dies ist eigentlich gar nicht so ihr Ding und so rettet sie quasi ein Anruf ihres Chefs, der sie nach Noorö, der nördlichsten Insel Doggerlands, führt. Dort ist ein pensionierter Lehrer von seiner Schwester tot in einer Kiesgrube aufgefunden worden. Was anfänglich wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich schnell als Mord. Karen nimmt die Ermittlungen auf, noch nicht ahnend, dass es nicht bei dem einen Mord bleiben wird…
Es ist bereits der zweite Fall für die etwas kantige, aber dennoch sympathische Kommissarin Karen Eiken Hornby. Doggerland bezeichnet eine Inselgruppe in der Nordsee zwischen Dänemark und England, die es längst nicht mehr gibt. Doch für diese Trilogie wurde sie wieder ins Leben gerufen und ist somit fiktiv. Der Fall knüpft fast nahtlos an die Ereignisse vom ersten Band (Fehltritt – Doggerland 1) an. Es sind jedoch keine Vorkenntnisse des Vorgängers notwendig, da jeder Fall in sich geschlossen ist.
Den ersten Band der Doggerland-Reihe fand ich richtig gut, doch dieser Fall war eher langatmig und konnte mich nicht so richtig begeistern. Dies liegt an den vielen Verhören und endlosen Gesprächen, die dafür sorgen sollen, die Identität des Mörders zu klären. Doch wirkliche Spannung kam irgendwie nicht auf. Da fand ich fast die Nebenhandlung, die in Karens privatem Umfeld spielt, fesselnder und aufregender. Erst zum Ende hin wird es dann doch noch einmal spannend und die Autorin überrascht mit einem Täter, den ich absolut nicht auf dem Schirm hatte.
Gut eingefangen war die Atmosphäre, die auf der Insel herrscht. Gerade zur dunkelsten Jahreszeit, nicht gerade ein Flecken Erde nachdem man sich sehnt und dennoch wurde mir die Insel, die leider nur fiktiv ist, sympathisch.
Insgesamt also ein nicht so ganz spannender Skandinavien-Krimi, der leider viele Längen aufweist. Doggerland 3, „Fester Grund“ soll zum Jahresende 2020 erscheinen. Ich hoffe auf einen spannenden Abschluss der Trilogie.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2020

Noch düsterer als der erste Band

1794
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Nachdem ich 1793 mit Begeisterung verschlungen hatte, war ich sehr gespannt auf eine Fortsetzung der Geschichte, die uns wieder ins düstere Schweden vor über 200 Jahren führt.
1794 knüpft geradewegs an ...

Nachdem ich 1793 mit Begeisterung verschlungen hatte, war ich sehr gespannt auf eine Fortsetzung der Geschichte, die uns wieder ins düstere Schweden vor über 200 Jahren führt.
1794 knüpft geradewegs an die Geschehnisse aus 1793 an. Viele der Figuren aus dem ersten Band tauchen wieder auf und ihre Geschichte wird weitererzählt. Ich empfehle daher jedem den Erstling zuerst zu lesen, um die Handlungsstränge, die hier weitergesponnen werden, besser zu verstehen.
Jean Michael Cardell, der Veteran mit dem Holzarm ist seit der Aufklärung des letzten Falles mit der verstümmelten Leiche ziemlich heruntergekommen und verschuldet. Erst als er gebeten wird die Ereignisse einer Hochzeitsnacht zu klären, scheint sein Leben langsam wieder einen Sinn zu bekommen. Dabei wurde die Braut auf bestialische Weise ermordet, dem Bräutigam fehlt jede Erinnerung an die Nacht und er wurde in das Irrenhaus Zudem tritt Emil Winge, ein Bruder Cecils, der an Tuberkulose verstarb in sein Leben. Cardell sieht in Emil die Möglichkeit, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen und gemeinsam machen sie sich an die Klärung des Falles.
Der Autor Niklas Natt och Dag nimmt uns mit in eine Welt, die einerseits faszinierend, aber auch abstoßend zugleich ist. Wieder zeigt sich eine große Kluft zwischen der armen Bevölkerung, die unter schwersten und unhygienischen Bedingungen lebt und der reichen Oberschicht. Doch gerade dort findet man die größten menschlichen Abgründe. Geld scheint wahrlich ein Instrument zu sein, das es ermöglicht seinen grausamen Neigungen nachzugehen.
Wie schon 1793 ist auch dieses Buch wieder in die vier Jahreszeiten unterteilt und manches davon wird in rückwärtiger Reihenfolge erzählt. Einige der offenen Fragen aus dem Debütroman werden hier endlich geklärt. Dennoch wurde ich nach Beendigung des Romans das Gefühl nicht los, dass sich beide Bände letzthin sehr ähnlich waren.
Am faszinierendsten fand ich wieder den Erzählstil des Autors. Dieser ist wirklich außergewöhnlich gut und nahm mich sofort gefangen. Ob es eine Fortsetzung geben wird ist noch offen, dazu sollte der Autor sich aber dann doch etwas Neues einfallen lassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.10.2019

Tolles Krimi-Debüt

Bis ihr sie findet
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Im Sommer des Jahres verbringt die 14jährige Aurora mit einer Gruppe Jugendlicher eine Nacht im Wald beim Zelten. Alle kehren zurück, nur Aurora bleibt verschwunden. Als nun 30 Jahre später die Leiche ...

Im Sommer des Jahres verbringt die 14jährige Aurora mit einer Gruppe Jugendlicher eine Nacht im Wald beim Zelten. Alle kehren zurück, nur Aurora bleibt verschwunden. Als nun 30 Jahre später die Leiche eines jungen Mädchens ganz in der Nähe aufgefunden wird, ist DCI Jonah Sheens sofort klar, dass es sich dabei nur um Aurora handeln kann. Schon damals war Sheens an den Ermittlungen beteiligt und ist nun fest entschlossen endlich diesen Fall zu lösen.

„Bis ihr sie findet“ ist ein wirklich gutes Krimi-Debüt, das superspannend erzählt ist. Die Handlung springt zwischen den beiden Zeitebenen 1983 und dem Jetzt hin- und her. Zunächst erfährt man sehr wenig über die Figuren. Eine Clique von 15 bis 18jähren, zu denen auch Topaz, Auroras Schwester gehört. Erst nach und nach lernt man die einzelnen Mitglieder der Gruppe kennen und dies sowohl auf der aktuellen Zeitebene als auch von damals als Jugendliche. Allein schon der Vergleich, wie unterschiedlich sich die Figuren entwickelt haben war schon spannend. Dazu noch der Fall, der nie gelöst werden konnte, denn alle beteuern ihre Unschuld. Doch es existieren auch eine Menge Lügen, die es gilt aufzudecken.
Den Protagonisten Jonah Sheens fand ich sehr sympathisch, ebenso wie sein Team, das aus ziemlich unterschiedlichen Figuren besteht, die alle ihre Schwächen haben. Vielleicht hat gerade das sie so sympathisch gemacht.
Ich würde mich sehr freuen, wenn aus diesem Debüt eine ganze Reihe würde. Nicht nur weil mir der Protagonist so gut gefallen hat, sondern auch weil die Autorin Gytha Lodge absolut ihr Handwerk beherrscht und sehr spannend erzählen kann.

Veröffentlicht am 25.05.2019

Bisher der schwächste Band

10 Stunden tot
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Kommissar Fabian Risk hat große Eheprobleme und auch die Beziehung zu seinen Kindern steht nicht gerade zum Besten. Daher hat er sich eine Auszeit genommen.
Helsingborg wird jedoch von einer Serie von ...

Kommissar Fabian Risk hat große Eheprobleme und auch die Beziehung zu seinen Kindern steht nicht gerade zum Besten. Daher hat er sich eine Auszeit genommen.
Helsingborg wird jedoch von einer Serie von Gewaltverbrechen erschüttert. Ein kleiner syrischer Flüchtlingsjunge wird gewaltsam in einer Waschmaschine zu Tode geschleudert. Zudem treibt ein Mörder sein Unwesen, in dem der die Wahl seiner Opfer und deren Todesart Würfeln überlässt. Dies kann die Helsingborger Polizei natürlich nicht wissen und steht vor einem großen Rätsel. Auch Fabian Risk beendet seinen Urlaub und nimmt die Ermittlungen auf.

Das Buch startet auf alle Fälle sehr spannend. Doch die vielen Handlungsstränge, die anfänglich nichts miteinander zu tun zu haben scheinen haben mich schon ein wenig verwirrt. Und dass, obwohl ich alle drei Vorgängerbände der Reihe kenne. Für Quereinsteiger, die dann noch nicht mal mit den Figuren vertraut sind mag dies nochmals schwieriger gewesen sein. Insgesamt ist zwar jeder der Handlungsstränge sehr spannend beschrieben, aber irgendwie war das Buch nicht so wie die bisherige Reihe, die mir immer bestens gefallen hat.
Schlimm fand ich dann auch das Ende. So viel Ungeklärtes, das geradezu nach einem neuen Band schreit.

Fazit: Insgesamt der bisher schwächste Band, aber immer noch gut. Ich hoffe auf Aufklärung im nächsten Werk von Stefan Ahnhem.