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Veröffentlicht am 17.10.2020

Enttäuschend

Endlich Ben
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[Ein ARC dieses Buches wurde mir im Austausch gegen eine ehrliche Rezension von NetGalley zur Verfügung gestellt.]

CNs: Transfeindlichkeit, Misgendern, Deadnaming, Genitalien, Operationen, Fettfeindlichkeit, ...

[Ein ARC dieses Buches wurde mir im Austausch gegen eine ehrliche Rezension von NetGalley zur Verfügung gestellt.]

CNs: Transfeindlichkeit, Misgendern, Deadnaming, Genitalien, Operationen, Fettfeindlichkeit, Interfeindlichkeit, Rassismus?

Dieses Buch ist der perfekte Beweis dafür, dass man auch als trans Mensch transfeindlich sein kann. So sehr es mich auch freut, dass in letzter Zeit immer mehr Bücher zu diesem wichtigen Thema erscheinen - ich habe mich als trans Leser noch nie so unwohl gefühlt wie beim Lesen von „Endlich Ben“. Das Buch ist voller verletzender Aussagen und Klischees, und manchmal hatte ich das Gefühl, dass es nur geschrieben wurde, um cis Menschen zu gefallen.

Hier ein paar Beispiele:
• Der Autor verwendet die Wörter trans und transgender ausschließlich als Substantive (obwohl sie Adjektive sind), und bezeichnet trans Menschen ständig als „die Transgender“, „einige Transgender“, „alle Transgender“ etc. – mein „Highlight“ dabei: „Hast du Tipps, wie man als Trans Frauen kennenlernen kann?“ Das klingt extrem abwertend und erweckt den Eindruck, als gäbe es drei Kategorien: „die Männer“, „die Frauen“ und „die Transgender“. Warum das falsch ist, muss ich ja wohl hoffentlich nicht erklären.
• In den Zitaten seiner Mitmenschen wird der Autor ständig misgendert und bei seinem Deadname genannt. Außerdem misgendert er sich auch sehr oft selbst.
• Der Autor bezeichnet Binder und Packer als mehrmals dämlich und peinlich. Ist ja schön, dass er selbst diese Hilfsmittel nicht brauchte, aber für viele trans Menschen sind sie sehr wichtig, um die eigene Dysphorie zu lindern und sich mit sich selbst wohlzufühlen.
• Das Buch ist sehr binär und biologistisch geschrieben. Ständig geht es um das „biologische Geschlecht“, und nicht-binäre Menschen werden kein einziges Mal erwähnt.
• Der Autor misgendert und deadnamed nicht nur sich selbst, sondern auch andere trans Menschen.
• Ein Zitat über das Outing bei einem Freund der Familie: „Erstaunlicherweise traf mich seine [negative] Antwort kaum, vielleicht, weil ich den Mann nie sonderlich sympathisch gefunden hatte. Vielleicht auch, weil er türkischer Herkunft und Moslem war und ich seine Reaktion daher einordnen konnte. Das machte es mir leichter, mich abzugrenzen.“ Ich bin weiß und kann daher nicht viel dazu sagen, aber für mich klingt das ziemlich rassistisch.
• Mit am schlimmsten fand ich das Kapitel über seine Therapeut_innen-Suche. Hier ein paar Zitate: „Kaum hatte ich geklingelt, öffnete mir ein Mann in Frauenkleidern.“, „Meine ‚Therapeutin‘ erklärte mir einleitend, sie selbst sei Hermaphrodit, also ein Mensch, der mit männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen auf die Welt gekommen ist.", „Aber würde dieser fette Kerl in Frauenklamotten mir helfen, meinen Weg zu finden?“ Mit diesem Textabschnitt ist so viel falsch, dass mir echt die Worte fehlen… Transfeindlichkeit, Interfeindlichkeit, Fettfeindlichkeit – das volle Programm.
• Der Autor stellt seinen Weg immer wieder als den einzig richtigen und vernünftigen Weg dar und beleidigt dabei (direkt und indirekt) trans Menschen, deren Transition anders aussieht. Beispiele: „Das macht erstaunlicherweise nicht jeder Transgender so. Warum die zahlreichen OPs einzeln beantragen, wenn das Ganze dann umso länger dauert?“, "Wir Transgender verlieren diese Fähigkeit [zum Kinder Zeugen] im Zuge der kompletten Transformation. Das ist schon bitter, aber es führt kein Weg dran vorbei.", „Rein technisch gesehen ist das Erschaffen eines Penis eine überaus anspruchsvolle Operation – und gleichzeitig das i-Tüpfelchen beziehungsweise der große i-Punkt bei der Frau-zu-Mann-Werdung.“ Nicht alle trans Menschen wollen eine „komplette“ Transition machen. Manchen Menschen reichen Hormone, andere wiederum wollen bestimmte OPs und keine Hormone, es gibt auch trans Menschen, die überhaupt keine medizinischen Prozeduren machen wollen – das macht sie aber nicht weniger trans.
• Es wird ständig von trans Männern (bzw. von „Transgendern“) und „normalen Männern“ gesprochen: „[…] selbst bei den meisten normalen Männern […]“, „Aber welcher normale Mann hat schon riesige Narben an den Brüsten?“ Trans Männer sind nicht weniger normal als cis Männer.
• „Dass ich hier all diese Details meiner Geschlechtsanpassung preisgebe, ist übrigens ungewöhnlich in der Transcommunity. Aber ich kann mit deren Regeln wenig anfangen –und ich will mich nicht verstecken.“ Ah ja, die berühmte Transcommunity, die sich regelmäßig trifft und festlegt, was man als trans Mensch darf und was nicht… So einen Unsinn habe ich echt noch nie gehört. Natürlich hat jeder trans Mensch dazu eine andere Meinung - manche möchten über ihre eigene Transition reden und andere eben nicht. Beides ist völlig legitim, und niemandem wird dabei irgendwas verboten.
• Der Autor beleidigt andere trans Menschen wegen ihres Aussehens: „Und einen zwei Meter großen Uwe mit Schuhgröße 45 können kein noch so patenter Chirurg und versierter Endokrinologe in eine Elfe verwandeln. Der ausgeprägte Kehlkopf, die tiefe Stimme –all das lässt sich auch als Ulrike nicht wieder zurückbilden. Ein gutes Beispiel ist die bekannte Transfrau Caitlyn Jenner. Trotz der Schönheits-OPs ist unter den langen Haaren noch immer der ehemalige Zehnkämpfer Bruce zu erkennen.", „Ich erkenne es sofort, wenn jemand spät operiert wurde.“
• Noch mehr Fettfeindlichkeit: „Wenn du einen schönen Körper haben willst, musst du richtig dafür rackern.“
• Und hier noch ein paar Zitate, die nicht in die oberen Kategorien passen und einfach nur transfeindlich sind: „Was muss das für ein Schock für alle Beteiligten sein, wenn zum Beispiel der Vater plötzlich eine Mutter sein will.“, „Es gibt ein paar Beispiele von schwangeren Vätern. Das sind dann Betroffene, die zwar wie Männer aussehen, aber noch Eierstöcke und Gebärmutter haben.“, „Wir ehemaligen Frauen haben da nur weniger Material zum Verarbeiten.“ Trans Frauen wollen keine Frauen sein – sie sind Frauen. Und trans Männer sind keine Frauen, die aussehen wie Männer, oder „ehemalige Frauen“ – sie sind Männer.

An alle cis Menschen, die sich über das Thema informieren wollen: spart euch das Geld und lest lieber "Ich bin Linus" von Linus Giese oder "Amateur" von Thomas Page McBee.

Veröffentlicht am 07.10.2020

Was für ein Debüt!

Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut
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CNs: Rassismus, Sexismus, Missbrauch, Trauma, Gewalt, Tod, Mord, Blut, Brutalität

Was mir gefallen hat:
• Ich liebe die Charaktere! Und damit meine ich nicht nur Deka, sondern vor allem die Nebencharaktere. ...

CNs: Rassismus, Sexismus, Missbrauch, Trauma, Gewalt, Tod, Mord, Blut, Brutalität

Was mir gefallen hat:
• Ich liebe die Charaktere! Und damit meine ich nicht nur Deka, sondern vor allem die Nebencharaktere. Ich mag diverse, vielschichtige Charaktere mit interessanten Backstories, und davon gibt es in diesem Buch definitiv genug. Meine Lieblinge waren Belcalis, Keita und Weißhand. Ich hoffe, dass wir diese Charaktere im zweiten Teil noch besser kennenlernen.
• Das Worldbuilding ist einfach unglaublich! Von den magischen Kreaturen über das Magiesystem bis zu den verschiedenen Ländern und Landschaften – es hat richtig Spaß gemacht, immer mehr in diese Welt einzutauchen, die überhaupt nicht und doch irgendwie genauso wie unsere Welt ist.
• Die Geschichte war so spannend! Die im Klappentext erwähnte Handlung ist ja schon interessant genug, aber es gab so viele Plottwists und unerwartete Wendungen, dass ich das Buch irgendwann gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.
• Es gab queere Repräsentation! Ich finde Fantasywelten ohne queere Charaktere einfach nur langweilig und unrealistisch, deswegen habe ich mich wirklich darüber gefreut, dass es hier zumindest ein paar queere Nebencharaktere gab.
• Ich glaube, ich habe noch nie ein feministischeres Fantasybuch gelesen! Auch wenn dieser Feminismus (zumindest in Band 1) noch sehr binär und wenig intersektionell war (siehe unten), fand ich das Buch sehr inspirierend und empowerend.

Was mir nicht gefallen hat:
• Wieso muss ich noch so lange auf den zweiten Teil warten?? Ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht!
• Das Worldbuilding basiert sehr stark auf einer patriarchalen Gesellschaft und der Trennung zwischen Frauen und Männern. Es hätte mich sehr interessiert, wie sich diese Faktoren auf trans (und speziell nicht-binäre) Menschen in Otera auswirken. Ich hoffe sehr, dass in Band 2 oder 3 ein paar trans Charaktere vorkommen.
• Die Liebesgeschichte hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt sein müssen, aber ich fand sie trotzdem ziemlich süß.
• In diesem Buch kommen sehr viele düstere und potenziell triggernde Themen vor (siehe oben). Es wäre schön, wenn es am Anfang des Buches Content Warnungen für diese Themen gegeben hätte.

Was für ein unglaubliches Debüt! Wenn ihr Fantasy mögt, dann lest dieses Buch – und wenn nicht, dann auch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2019

Emotionale Achterbahnfahrt! <3

Royal Blue
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Ich habe dieses Buch im März 2019 auf Englisch gelesen und schon beim Gedanken daran bekomme ich Herzchenaugen! "Royal Blue" ist definitiv das beste New Adult Buch des Jahres und ein Must-Read für alle, ...

Ich habe dieses Buch im März 2019 auf Englisch gelesen und schon beim Gedanken daran bekomme ich Herzchenaugen! "Royal Blue" ist definitiv das beste New Adult Buch des Jahres und ein Must-Read für alle, die emotionale Liebesgeschichten mögen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere