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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2021

Wunderbarer Roman - absolut lesenswert

Ein neuer Horizont
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Nellie wächst zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Laura auf dem Schiff ihrer Eltern auf. Die Zwillinge haben eine sehr starke Bindung zueinander. Ab dem Zeitpunkt, ab dem Nellie ihre Schwester verliert, ...

Nellie wächst zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Laura auf dem Schiff ihrer Eltern auf. Die Zwillinge haben eine sehr starke Bindung zueinander. Ab dem Zeitpunkt, ab dem Nellie ihre Schwester verliert, lebt sie für zwei.
Sie wird Auslandsreporterin und berichtet als einzige Frau vom Koreakrieg. Unerschrocken setzt sie sich ungeheueren Gefahren aus und muss sich gegen viele Widerstände ihrer männlichen Kollegen behaupten.
Während ihres Einsatzes trifft sie auf Jake, einen Fotografen, den sie vor Jahren in Chicago kennenlernte. Es entspinnt sich eine zarte Liebe zwischen beiden. Durch ihre Tätigkeiten werden sie öfter getrennt, aber finden doch wieder zueinander.
Wir erfahren in diesem Buch einiges über die Kampfeinsätze in Korea, über die brutale Realität eines Krieges und die Trennung eines Landes. Parallel erzählt die Autorin die Geschichte um Nellies Mutter, die im Ostsektor Berlins lebt, und über die Liebe zwischen Nellie und Jake.
Das Buch „Ein neuer Horizont“ ist eines meiner Jahreshighlights. Es ist wunderbar geschrieben, der historische Hintergrund spannend und interessant, die Figuren sind mit viel Liebe gezeichnet und wachsen einem sofort ans Herz. Ich hätte immer weiterlesen können.
Die Autorin Maiken Nielsen schafft es, den Leser tief in die Geschichte eintauchen zu lassen und den Protagonisten emotional nahe zu kommen. Dazu bekommt man noch viel Wissenswertes vermittelt, wie das damals mit den verschiedenen Sektoren in Berlin war, wie die USA ihren Koreakrieg zu führen pflegten und auch über die Rolle der Frau in den 1950ern.
Der Roman hat mich berührt und zum Nachdenken angeregt und mir vor Augen geführt, wie ein Land bzw. ein Volk durch Politiker und durch Ideologien gespalten werden kann. Die Thematik ist aktueller denn je.
Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen!

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Veröffentlicht am 12.12.2021

Ein melancholischer und berührender Roman

Die Tschechow-Leserin
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Nina, eine Ukrainerin, sieht sich aus finanziellen Gründen gezwungen ihre Heimat zu verlassen und eine Stelle als Altenpflegerin in Italien anzunehmen.
Sie hat eine akademische Ausbildung und liebt die ...

Nina, eine Ukrainerin, sieht sich aus finanziellen Gründen gezwungen ihre Heimat zu verlassen und eine Stelle als Altenpflegerin in Italien anzunehmen.
Sie hat eine akademische Ausbildung und liebt die Literatur, insbesondere Tschechow. Ihre freie Zeit verbringt sie in der Bibliothek und bekommt unverhofft die Chance Vorlesungen an der Universität zu halten.
In der Heimat sind ihr schwer kranker Mann und ihre Tochter geblieben.
Nina muss einige schwerwiegende Entscheidungen in ihrem Leben treffen, die starken Einfluss auf ihre Beziehungen haben.
Die Autorin Giulia Corsalini hat mit „Die Tschechow Leserin“ einen melancholischen und tiefgründigen Roman geschrieben.
Die Geschichte kommt auf leisen Sohlen daher, aber dennoch mit Tiefgang. Der Schreibstil ist ein Genuss, Giulia Corsalini versteht es Örtlichkeiten und Jahreszeiten mit wunderschönen Worten zu beschreiben.
Die Gegenwart wird mit Elementen aus der Vergangenheit vermischt und so taucht man immer tiefer in die Gedanken und Gefühle Ninas ein. Über allem liegt eine Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben, nach dem Ergreifen von Chancen und zugleich spürt man als Leser Ninas Einsamkeit und Traurigkeit. Dennoch gibt das Ende einen positiven Ausblick.
Für mich eine klare Leseempfehlung: wer gerne leise und eher zartere Töne mag und sich an schöner Sprache erfreuen kann, der ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 06.12.2021

Wunderschöne Illustrationen und berührende Geschichten

Wo de lu - Mein Weg - Das Zeitenmeer
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Wie schon in Band 1 begleiten wir Herrn V auf seiner Reise. Die Illustrationen sind wie auch in Band 1 wunderschön und wirklich etwas ganz Besonderes.
Im Textteil erfahren wir mehr aus dem Leben der Künstlerin. ...

Wie schon in Band 1 begleiten wir Herrn V auf seiner Reise. Die Illustrationen sind wie auch in Band 1 wunderschön und wirklich etwas ganz Besonderes.
Im Textteil erfahren wir mehr aus dem Leben der Künstlerin. Sie hat in diesem Band ihren Schmerz und ihre Trauer über einen schrecklichen Verlust verarbeitet. Ihre Traurigkeit, ihre Sehnsucht und ihre Beschäftigung mit dem Tod durchzieht die berührenden Geschichten.
Für mich ist Band 2 eine Steigerung zum ersten Band.
Hier findet man Geschichten, die zum Nachdenken anregen, einen innehalten lassen und wirklich tief berühren.
Die Bilder sind ein absoluter Genuss und daher ist für mich Band 2 eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.11.2021

Psychologische und machtpolitische Grundlagen erkennen

Wie uns die Parteien über den Tisch ziehen!
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Dr. Dr. Florian Willet, Ökonom, Rechtswissenschaftler und Kommunikationspsychologe, lässt uns in seinem Buch „Wie uns die Parteien über den Tisch ziehen“ einen Blick in die machiavellistische Trickkiste ...

Dr. Dr. Florian Willet, Ökonom, Rechtswissenschaftler und Kommunikationspsychologe, lässt uns in seinem Buch „Wie uns die Parteien über den Tisch ziehen“ einen Blick in die machiavellistische Trickkiste werfen.
Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte. In Kapitel 1 ‚Das Spielfeld‘ werden einige Begriffe erläutert, unter anderem Liberale, Konservative, Linke, Rechte. Diese Grundlagen finde ich sehr wichtig, damit auch genau definiert ist, worüber man denn eigentlich spricht. Kapitel 2 ‚Die Spielchen‘ befasst sich konkret mit den Tricks der Politiker. Wir erfahren wie sie geschickt auf der Klaviatur der psychischen Mechanismen der Wähler spielen.
Wähler vergessen gerne, also wird das Blaue vom Himmel versprochen. Sie werden in dem Glauben gehalten, dass sie selbst zu dumm sind und der Politiker daher unverzichtbar ist. Wir lesen darüber, wie man sich geschickt immer an die Spitze der Mehrheitsmeinung setzt, mit Zahlen jongliert und über diese die Deutungshoheit beansprucht. Ablenkungsmanöver und Spaltung werden gezielt eingesetzt, um die erlangte Macht zu festigen. Dieses Kapitel hat es in sich und schneidet weit mehr Themen an, als eben exemplarisch von mir benannt.
In Kapitel 3 ‚Nach dem Spiel ist vor dem Spiel‘ lernen wir noch etwas über Politzyklen und Moralkapitalismus.
Dieses Buch halte ich für essenziell wichtig, denn nur wer Spielchen und Manipulationen durchschaut, ist in der Lage, sich davon zu distanzieren. Am Anfang steht das Erkennen und dieses Buch kann absolut dazu beitragen.
Der Text ist trotz der theoretischen Anteile gut verständlich geschrieben und auch wenn ich nicht direkt etwas Neues erfahren habe, fand ich es spannend und hilfreich dieses Wissen geballt und zugleich nachvollziehbar zu lesen. Es hat mich definitiv zum Nachdenken angeregt, denn wie schnell wird man doch wieder eingelullt. „Wie uns die Parteien über den Tisch ziehen“ hat mich wieder aufgerüttelt.
Daher vergebe ich sehr gerne 5 Sterne und gebe eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.10.2021

Ein sehr schönes Buch zu einem schwierigen Thema

Was bleibt, wenn wir sterben
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Die Journalistin Louise Brown verliert innerhalb kürzester Zeit beide Elternteile. Durch diesen schweren Verlust verändert sich etwas in ihr und ihrem Leben. Sie wird Trauerrednerin. In ihrem Buch „Was ...

Die Journalistin Louise Brown verliert innerhalb kürzester Zeit beide Elternteile. Durch diesen schweren Verlust verändert sich etwas in ihr und ihrem Leben. Sie wird Trauerrednerin. In ihrem Buch „Was bleibt wenn wir sterben“ lässt uns die Autorin an ihrem Trauerprozess teilhaben und gewährt Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Sie gibt uns ihre Erkenntnisse rund um die Themen Sterben, Trauer und das Weiterleben der Hinterbliebenen nach einem Trauerfall an die Hand.
Louise Brown hat ihr Buch in drei Abschnitte unterteilt: „Konfrontation mit dem Tod“, „Leben mit der Trauer“ und „Die Endlichkeit annehmen“.
Die Übergänge sind fließend und es wechseln sich persönliche und berufliche Erfahrungen ab. Wir bekommen einen Einblick in das Leben der Autorin, erfahren zugleich auch von Begegnungen mit Hinterbliebenen, mit denen sie in Kontakt kommt, um die Trauerreden für die Verstorbenen zu schreiben.
Es geht in diesem Erfahrungsbericht, denn ein Ratgeber soll es laut der Autorin ausdrücklich nicht sein, um Sinnstiftung, Rituale, Humor, Zärtlichkeit, Beileidsbekundungen, Versöhnlichkeit, die kleinen Wunder des Alltags, die heilende Kraft der Natur und vieles mehr.
Die Autorin schreibt über all diese Aspekte in einer leichten und lockeren Sprache und zugleich mit sehr viel Tiefgang.
Dieses Buch ist nicht nur ein Gewinn für Menschen, die gerade einen Trauerfall zu beklagen haben. Es macht durchaus Sinn, sich davor schon mit der Thematik des Sterbens auseinander zu setzen und mit der Annahme unserer Endlichkeit ein gelungenes Leben zu führen. In diesem Buch finden sich einige Denkanstöße, die nie belehrend oder aufdringlich erscheinen, sondern als ein wertvolles Angebot dargeboten werden.

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