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Veröffentlicht am 17.11.2018

Anklage einer Mutter gegen Mobbing

Marion, für immer 13
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Das Buch „Marion – für immer 13“ ist kein Roman sondern ein Erfahrungsbericht. Eine Mutter schreibt das Buch in Form eines Briefes an ihre 13jährige verstorbene Tochter. Diese hat sich aufgrund von Mobbing ...

Das Buch „Marion – für immer 13“ ist kein Roman sondern ein Erfahrungsbericht. Eine Mutter schreibt das Buch in Form eines Briefes an ihre 13jährige verstorbene Tochter. Diese hat sich aufgrund von Mobbing in der Schule und in den sozialen Netzwerken selbst umgebracht. Nora Fraisse versucht, im Nachhinein herauszufinden, was alles passiert ist, was ihre Tochter Marion dazu brachte, sich umzubringen.
Es war schockierend zu lesen, was dort in der Schule vorgeht, ohne dass die Lehrer oder der Rektor etwas dagegen zu unternehmen versuchten. Auch die Hinweise der Eltern verliefen im Nichts. Im Nachhinein wird die Familie zu Geächteten gemacht, jeder versucht nur, die Verantwortung von sich zu schieben. Natürlich hat man nicht alles in der Hand, aber dass eine Schule davon nichts mitkriegt, das ist nicht vorstellbar für mich. In diesem Buch bekommt man natürlich nur die Sicht der Mutter mit, aber wenn diese dies veröffentlicht, dann wird das schon eher stimmen, sonst würden sicher einige Stellen dagegen vorgehen.
Der Schreibstil war eindeutig erkennbar als ein Nicht-Autor. Es ist eher in Brief-/Gesprächsform geschrieben und es kommen viele Wiederholungen vor, was das Kreisen der Mutter um das Problem sehr deutlich zeigt. Mich persönlich hat das nicht so sehr gestört, auch wenn oft nichts Neues dazu kommt.
Ich muss sagen, ich fand es sehr schockierend zu lesen, was da alles passiert ist, aber vor allem, was alles nicht passiert ist. Irgendwie habe ich mir von dem Buch aber ein paar Strategien erhofft, wie man gegen Mobbing vorgehen kann, was man dagegen tun kann. Das kommt nicht vor, aber im Nachhinein schon nachvollziehbar, es ist ja die Mutter, die das ganze aufklären will. Ich persönlich fand das Buch zum Aufrütteln gut, ein Leitfaden gegen Mobbing wäre für mich allerdings hilfreicher. Wer so etwas sucht, braucht dieses Buch nicht lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Thema
  • Klappentext
Veröffentlicht am 14.10.2018

Ein Mittelband - aber macht Lust auf mehr!

Die Frauen der Kamelien-Insel
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Tabea Bach führt mit „Die Frauen der Kamelieninsel“ das Vorgängerbuch „Die Kamelieninsel“ weiter. Sylvia heiratet Mael. Beide sind anfangs sehr glücklich und entscheiden sich dafür, ein Kind zu bekommen, ...

Tabea Bach führt mit „Die Frauen der Kamelieninsel“ das Vorgängerbuch „Die Kamelieninsel“ weiter. Sylvia heiratet Mael. Beide sind anfangs sehr glücklich und entscheiden sich dafür, ein Kind zu bekommen, was allerdings nicht so klappen mag. Um das Besucherzentrum für die Kamelieninsel voranzutreiben und zu finanzieren, verkauft Sylvia ihre geerbte Kamelie nach Madeira. Dort trifft sie einen alten eher weniger geliebten Bekannten wieder. Als sie und Mael wieder zurück auf der Insel sind, kommt der nächste Knüller: Maels Urlaubsbekanntschaft Chloe von vor vielen Jahren kommt zurück und hat einen Sohn dabei….ist es Maels Sohn? Was beabsichtigt Chloe wirklich? Und sind erneut die Insel und die Gärtnerei in Gefahr? Viele Irrungen und Wirrungen enden in einer netten Auflösung fürs Herz.
Tabea Bachs Schreibstil ist manchmal etwas distanziert, ich konnte nicht immer eintauchen in die Figuren, wenn sie auch schon Gefühle beschreibt. Im zweiten Buch ist nicht mehr ganz so viel Zauber der Bretagne beschrieben, das war im ersten Band viel traumhafter. Nichtsdestotrotz kann man gut in den Roman eintauchen und mitfiebern. Durchaus empfehlenswert! Ich freue mich auch sehr auf den dritten Teil der Trilogie!

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Geschichte
Veröffentlicht am 26.09.2018

Ein Wechselbad der Gefühle aufs Feinste verwebt!

Liebe und Verderben
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Das Buch „Liebe und Verderben“ von Kristin Hannah ist eins der besten Bücher, die ich in meinem bisherigen Leben gelesen habe – und das ist bei mir als Vielleserin durchaus eine Adelung! Ich kannte noch ...

Das Buch „Liebe und Verderben“ von Kristin Hannah ist eins der besten Bücher, die ich in meinem bisherigen Leben gelesen habe – und das ist bei mir als Vielleserin durchaus eine Adelung! Ich kannte noch kein Buch der Autorin, werde aber die anderen Bücher auch von ihr lesen.
Zur Handlung:
Der Roman beginnt im Jahre 1974. Leni ist ein 13jähriger Teenager, deren Vater aus dem Vietnamkrieg heimkommt. Cora, ihre Mutter, ist unendlich in ihren Mann verliebt. Leider hat der Krieg eine posttraumatische Störung ausgelöst, die zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht behandelt wurde. Somit rastet er immer wieder aus und schlägt Cora. Auch behält er keine Arbeit, weshalb sie dauernd umziehen müssen. Da erbt Ernt – Lenis Vater – ein Haus in Alaska. Die Familie startet einen Neuanfang in Alaska, was anfangs ganz gut funktioniert. Aber gerade die Trostlosigkeit des Winters in Alaska löst eine Verstärkung des Traumas aus. Mit Hilfe der tollen Gemeinschaft in Alaska schaffen es Cora und Leni aber, ein ganz glückliches Leben dort zu führen und Ernt in den Griff zu bekommen. Aber natürlich ist nichts von Dauer….
Leni freundet sich mit dem Nachbarsjungen Matthew an. Sie verlieben sich sogar. Durch einen Schicksalsschlag auf Matthews Seite werden die beiden aber einige Jahre getrennt. Als Matthew wieder zurückkommt, ist die Katastrophe mit Lenis Vater vorprogrammiert, dem der Junge ein Dorn im Auge ist….

Der Schreibstil:
Es ist sehr faszinierend, wie Kristin Hannah es schafft, einen zu fesseln. Man könnte fast meinen, der Roman hätte Thrillerqualitäten! Man bangt von Aktion zu Aktion, von Tag zu Tag. Man freut sich, dann heult man wieder mit Leni. Das Thema Misshandlung ist dabei ein starkes Thema. Es passiert so viel in kürzester Zeit, man kann wirklich nicht erahnen, was alles passiert. Trotz allem ist es nie so, dass es kitschig oder unglaubwürdig wird! Das ist eine große Kunst! Ich kann nur sagen: Wer dieses Buch nicht liest, ist selbst schuld! Eine absolute Kaufempfehlung!

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzähstil
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 04.08.2018

Toller Wortwitz!

Mein (nicht ganz) perfektes Leben
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„Mein (nicht ganz) perfektes Leben“ von Sandra Binder handelt von Lila und Fred. Lila ist eine qurilige junge Frau, die im Chaos zuhause ist. Nachdem ihr Vater gestorben ist, als sie 10 Jahre alt war, ...

„Mein (nicht ganz) perfektes Leben“ von Sandra Binder handelt von Lila und Fred. Lila ist eine qurilige junge Frau, die im Chaos zuhause ist. Nachdem ihr Vater gestorben ist, als sie 10 Jahre alt war, und ihre Mutter sehr darunter gelitten hatte, möchte sie alles anders machen. Sie möchte sich auf keinen Fall verlieben, schon gar nicht in einen armen Schlucker. Deswegen hat sie eine Liste, auf der steht, dass sie einen Mann sucht, der ihr Sicherheit und Geld bieten kann, Gefühle dagegen will sie keine für ihn haben. Nachdem ihre vorherige Beziehung zu Bruch ging, zieht sie in eine Wohnung in Berlin-Spandau – ohne Möbel und sonstigen Krimskrams….sie hat keinen Job und keine Ausbildung. Aber reden kann sie wie ein Weltmeister…. Ihr Nachbar Fred ist der geborene Grummel. Soziale Kontakte hat er keine, er jobbt als Kellner, ist eigentlich aber ein Künstler, der derzeit eine Blockade hat. Lila lässt ihm keine Chance, sie freunden sich an. Er verliebt sich in sie, sie hält an ihrer Liste fest und lernt Marcel kennen, der perfekte Mann von ihrer Liste. Fred zieht sich zurück. Haben die beiden trotzdem eine Chance? Wird die Liebe siegen?
Der Roman ist in einem wunderschönen Ton geschrieben. Er liest sich leicht und flüssig, ist aber nie langweilig, sondern man findet sehr viele amüsante Szenen und tollen Wortwitz. Ich bin wirklich sehr angetan von Sandra Binders Schreibstil. Ich kann den Roman nur empfehlen! Man kann sich wunderbar in die Personen einfühlen!

  • Cover
  • Figuren
  • Gefühl
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 22.07.2018

Enttäuschend nach einem tollen Beginn

Das kleine französische Landhaus
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„Das kleine französische Landhaus“ von Helen Pollard handelt von der Engländerin Emmy, die mit ihrem Freund Nathan auf dem französischen Land Urlaub machen und sich von ihrem sehr stressigen Job erholen ...

„Das kleine französische Landhaus“ von Helen Pollard handelt von der Engländerin Emmy, die mit ihrem Freund Nathan auf dem französischen Land Urlaub machen und sich von ihrem sehr stressigen Job erholen möchte. Die Beziehung hat sich tot gelaufen und Nathan betrügt Emmy mit der Pensionsbesitzerin, während der Besitzer gerade eine Art Herzanfall hat. Emmy erwischt die beiden inflagranti. Nathan brennt mit seiner Affäre durch und Emmy hilft dem Pensionsbesitzer Rupert, die Pension aufrecht zu erhalten. Dabei lernt sie viele Freunde von ihm kennen und fühlt sich immer wohler. Irgendwann kommt der Abreisetermin immer näher….wie wird sich Emmy entscheiden?
Der Anfang des Buches verspricht viel, es geht gleich rasant zur Sache. Danach bleibt das Buch für mich sehr oberflächlich und nicht sehr mitreißend. Der Schluss versöhnt mich dann wieder etwas. Alles in allem ist es leicht zu lesen, ohne viel Tamtam, aber auch ohne große Mitfühleigenschaft. Ich werde die Fortsetzung nicht mehr lesen. Leseempfehlung? Nicht wirklich, aber wer einen seichten Roman ohne Aufregung sucht, ist hier genau richtig.

  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Erzählstil