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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2022

Ein wunderschönes Koch- und Lesebuch!

Good Lime
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In dem Buch wird man durch Anekdoten und Geschichten aus dem Leben des Autors mitgenommen in die Karibik und die dortige Lebensweise. So wird man auch an die karibischen Rezepte herangeführt, die erstmal ...

In dem Buch wird man durch Anekdoten und Geschichten aus dem Leben des Autors mitgenommen in die Karibik und die dortige Lebensweise. So wird man auch an die karibischen Rezepte herangeführt, die erstmal recht fremd aussehen. Doch die Zubereitung ist sehr gut erklärt und in den meisten Fällen auch sehr simpel. Die Zutaten die verwendet werden gibt es im normalen Supermarkt nicht unbedingt, jedoch wird zu Anfang gut erklärt welche Eigenschaften die Zutaten haben, wofür und wie sie verwendet werden, was man als Ersatz verwenden kann und wo die Zutaten abseits der Supermarktketten zu finden sind. Durch die Einkäufe entdeckt man neben neuen Geschmäckern so ganz nebenbei auch noch neue Spots in seiner Stadt. Abgerundet wird diese wirklich gelungene kulinarische Reise durch die ausgesprochen schöne Gestaltung der Buchseiten. 

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Veröffentlicht am 15.05.2022

pur und mit Tiefe

Amelia
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Eine Geschichte über eine ziemlich verrückte Familie in der Gewalt und sehr merkwürdige Szenen an der Tagesordnung zu sein scheinen und trotzdem ein gewisser Zusammenhalt herrscht, sobald eine "Bedrohung" ...

Eine Geschichte über eine ziemlich verrückte Familie in der Gewalt und sehr merkwürdige Szenen an der Tagesordnung zu sein scheinen und trotzdem ein gewisser Zusammenhalt herrscht, sobald eine "Bedrohung" von außen auftritt.
Man wird in einen Strudel dramatischer Umstände und Ereignisse hineingezogen, dabei versteht die Autorin es jedoch so gut wie jede Beklemmung und Mitleid, die beim Lesen aufkommen könnten in eine beobachtende und schicksalsergebene Haltung zu verwandeln. Man muss sogar ziemlich oft schmunzeln, denn in fast Allem schwingt eine zweite Ebene und gewisse Komik mit.
Der Erzählstil hat mir unglaublich gut gefallen. Die Gefühle und Gedanken der Personen kamen sehr gut und oft mit viel Witz und/oder Tiefe rüber ohne Mitleid zu erheischen.
Besonders anrührend aber auch komisch waren die Erzählungen aus Sicht des Kindes:
Zum Beispiel das völlige Erstaunen des Kindes darüber, wie jemand seinen Vater so herrisch anreden kann, ob dieser jemand denn nicht wüsste wer und wie ihr Vater sei und Zack kriegt dieser jemand eins über den Latz gezogen.
Herrlich humorvoll werden auch gesellschaftliche Themen hinterfragt und kritisiert:
Im Verlauf von Amelias Geschichte hat Amelia z.B. einen rassistischen und frauenfeindlichen Freund, der sich haltlos in einer Grübelei verliert, ob es denn nun eigentlich schlimmer sei eine weiße Frau oder ein schwarzer Mann zu sein.

Ein energischer Roman, der viele Themen mit eindrucksvoller Tiefe behandelt: Familienpatriarchat, Gewalt, gesellschaftliche und politische Unruhen, psychische Krankheiten und vieles mehr. Trotz der ernsten Themen fesselt einen die Geschichte bis zum Schluss und eigentlich möchte man Amelia noch ein Stück weiter auf ihrem Weg begleiten.

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Veröffentlicht am 09.04.2022

Gewaltig und umwerfend schön

Singe ich, tanzen die Berge
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Ich bin noch ganz überwältigt von dem Roman. Etwas in derartiger Form habe ich noch nie gelesen. Es werden einem als Leser*in tausend neue Perspektive dargelegt. Solà erzählt mal aus Sicht von Mensch, ...

Ich bin noch ganz überwältigt von dem Roman. Etwas in derartiger Form habe ich noch nie gelesen. Es werden einem als Leser*in tausend neue Perspektive dargelegt. Solà erzählt mal aus Sicht von Mensch, dann aus Sicht von Toten oder Ungeborenen, aus Sicht von Hunden, Bären und Rehkitzen oder aus Sicht von Gebirgen, Pilzen und Gewitterwolken. Man wird in die Kapitel hineingesogen. Jedes Kapitel ist neu gedacht und meistens so ausdrucksstark und fesselnd, dass es für sich allein als Kurzgeschichte stehen kann. Poesie und Prosa reichen sich die Hände und aus jeder Zeile sprüht die kreative Energie der Autorin oder hast du dir etwa schon mal Gedanken darüber gemacht, was sich eine Gewitterwolke so denken mag?
Die Schönheit der Worte und Sätze ist umwerfend, als wenn man einer Komposition aus Glück lauscht.

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Fesselnder Roman über ein Leben als Sängerin, Freundin und Affäre

Unser wirkliches Leben
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Anna ist Aushilfsjobberin, beste Freundin und Mitbewohnerin aber vor allem ehrgeizige Opernsängerin in Ausbildung und Geliebte/ Affäre/ Beziehung eines Mannes. Was genau sie für diesen Mann und der Mann ...

Anna ist Aushilfsjobberin, beste Freundin und Mitbewohnerin aber vor allem ehrgeizige Opernsängerin in Ausbildung und Geliebte/ Affäre/ Beziehung eines Mannes. Was genau sie für diesen Mann und der Mann für sie ist, ist bis zur letzten Seite nicht so ganz einzuordnen.
Nachdem sie bislang zu 100% für ihre Ausbildung zur Opernsängerin gebrannt hat, den Proben dem Gesangsunterricht und den Auftritten mit dem dazugehörigen Lifestyle, rückt Max, nachdem sie ihn in einer Bar kennenlernt immer mehr in den Vordergrund ihrer Prioritäten.
Mit der Zeit sagt sie immer mehr Proben etc. ab um Zeit mit Max zu verbringen, sie zieht bei ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Laurie aus und lässt sich stattdessen eine eigene Wohnung von Max finanzieren. Laurie ist von dem Kerl und der ganzen Beziehung alles andere als angetan und tatsächlich ist Max‘ Einfluss auf Annas Leben nicht gerade positiv…
Mich hat der Roman komplett in seinen Bann gezogen. Man hat die ganze Zeit einen üblen Beigeschmack was Max‘ Intention und Gefühle angeht, aber man kann es nicht greifen. So wie die Opfer von Gaslighting kann man auch als Leser nicht sagen, ob man sich dieses Misstrauen gegen Max nur einredet, weil Laurie offen ihre Abneigung gegen ihn kundtut, weil er Anna ein paar mal zuviel unterstellt wie kindisch sie wäre, weil man das Gefühl hat, dass er sie kaufen möchte , finanziell abghängig machen und sozial isolieren will. All diese Motive könnte man aber auch für ihn auslegen: Laurie ist vielleicht einfach nur neidisch oder sieht alles durch eine pessimistisch-feministische Brille, er möchte Anna vielleicht nur vor Fehlern bewahren und finanziell unterstützen und sozial isolieren tut sie sich eigentlich ja selber, wie das halt normal ist, wenn man verliebt ist.
Sehr gut gefallen hat mir auch der Schreibstil. Durch das Weglassen von Anführungszeichen in der wörtlichen Rede, war der Text flüssiger lesbar, man ist nicht dauernd über die Zeichensetzung gestolpert, sondern die Erzählung ging ohne Stocken in den Dialog über und umgekehrt.
Absolute Empfehlung für diese Geschichte über eine Beziehung, die für die meisten Menschen wahrscheinlich näher an der Realität liegt und aus dem man auf jeden Fall mehr mitnehmen kann als aus den typisch kitschigen, aufpolierten Liebesromanen mit Happy End.

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Veröffentlicht am 15.01.2022

Tiefgreifende Erzählung aus Sicht eines Krebskranken

halbtote schmetterlinge
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Das Buch handelt von Ambühl, ein Mann mittleren Alters, der mitten im Leben zu stehen scheint bis ihn eine Prostatakrebs-Diagnose aus dem Leben reißt. Einhergehend mit der Erkenntnis, dass sein Leben endlich ...

Das Buch handelt von Ambühl, ein Mann mittleren Alters, der mitten im Leben zu stehen scheint bis ihn eine Prostatakrebs-Diagnose aus dem Leben reißt. Einhergehend mit der Erkenntnis, dass sein Leben endlich sein könnte verabschiedet er sich von seiner alten Beziehung und beginnt mit seiner neuen Liebe diesen schwierigen Lebensabschnitt. Durch die Behandlung geht ihm unter anderem auch seine Libido verloren und das Testosteron-Hormon wird chemisch in seinem Körper unterdrückt, wodurch er länger mit sich hadert: wie er nun auftritt und was ihn nun ausmacht als Mann ohne "Männlichkeit".
Ambühl nimmt einen mit auf eine Reise, die von einer schweren Krankheit teilweise schwer wiegt, doch immer wieder gibt es auch Momente in denen man vergisst, dass er so krank ist. Zusammen mit seiner neuen Frau finden sie ein schönes Ferienhaus indem sie Ruhe und Frieden finden und trotz allem einen schönen und entspannten Alltag zwischen den Behandlungen genießen können.
Ein wunderschönes und doch sehr positives Buch über eine tödliche Krankheit aus Sicht des Betroffenen. Tiefgreifend wird von seinen Gefühlen und immer wieder auftauchende Unverständnis von Außenstehenden sein derzeitiges Sein beleuchtet. Klischeebefreit wird die Aufnahme der Diagnose beschrieben, die unrealistische Vorstellung, dass einem in diesem Moment plötzlich der Sinn des Lebens aufgehen würde, bleibt glücklicherweise unangetastet. Das Ende bleibt offen, so dass jeder hoffen kann...

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