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Veröffentlicht am 29.01.2021

Astronomie trifft Archäologie

Die Sternen-Saga 1. Taurus
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Dan Brown für Kinder und genau, was ich mir erhofft habe: Action, Rätsel, Reisen, Mythologie, Astronomie und Archäologie. I like!


Über diese Reihe bin ich neulich gestolpert und war sofort Feuer und ...

Dan Brown für Kinder und genau, was ich mir erhofft habe: Action, Rätsel, Reisen, Mythologie, Astronomie und Archäologie. I like!


Über diese Reihe bin ich neulich gestolpert und war sofort Feuer und Flamme: Astronomie meets Archäologie. Call me in!

Von der ersten Seiten an erfüllte das Buch dann auch meine Erwartungen: Reisen und Gefahren wie bei Die Kinder des Dschinn, Rätsel, Geheimnisse und ganz viel Wissen wie bei Nina oder Mumienherz. Natürlich ist das Buch für Kinder geschrieben und dementsprechend in manchen Punkten unglaubwürdig - für ihr Alter wissen und können die Kids ganz schön viel und dass sie einfach so herumreisen und schnüffeln können, mag unrealistisch sein. Aber darum geht es ja gar nicht!

Viel mehr besticht das Buch durch ein gelungenes Aufeinandertreffen von Astronomie und Geschichte - mein Herz schlägt seit meiner großen Reise höher für Sternbilder und so fand ich nicht nur die Kapiteleinleitungen an Hand jeweils eines Sternbildes, sondern auch das Wissen über Astronomie in fernen Ländern und fremden Zeit wunderbar in die Handlung eingeflochten. Und obwohl die Geschichte für Jüngere konzipiert ist, konnte sie mich fesseln, unterhalten und durchaus auch überraschen.

Ebenfalls mit in die abenteuerlichen Reisen eingeflochten ist eine Portion Übernatürliches; Astrologie oder schon Magie?! - mal sehen, was da noch kommt. Die Einblicke in den Kult waren auf jeden Fall bereits faszinierend und abschreckend zugleich; ich bin gespannt, was da noch kommt.

Die Figuren habe ich ebenfalls ins Herz geschlossen; Natalie und ihren Opa von Anfang an und auch Giles konnte meine Sympathie erwirken, nachdem klarer wurde, dass er gar nicht so versnobt und unfreundlich ist, wie er wirkt. Wie eingangs schon gesagt - dem Genre geschuldet mögen die Figuren flach und ihrem Alter ungewöhnlich voraus sein, aber das sei einfach dahingestellt und war für mich kein Manko. Und dann gab es ja noch eine große Überraschung...

Ich hatte unglaublich viel Lesespaß - hohes Tempo, interessante Erklärungen zu Sternbildern und antiken Völkern, Reisen, Geheimnisse, Überraschungen und ein angenehmer Schreibstil. Exakt das hatte ich mir erhofft und auch bekommen, sodass ich Band 2 und 3 jetzt vorfreudig entgegenfiebere :)

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Veröffentlicht am 17.01.2021

Es lebe das Matriarchat?!

Hexenherz. Goldener Tod
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Würdiges Ende für eine starke, ungewöhnliche Reihe mit taffen Charakteren und überraschenden Ideen, an die ich mich sicherlich noch lange positiv werde erinnern können und in die ich auch gerne wieder ...

Würdiges Ende für eine starke, ungewöhnliche Reihe mit taffen Charakteren und überraschenden Ideen, an die ich mich sicherlich noch lange positiv werde erinnern können und in die ich auch gerne wieder zurückkehre!


Über ein Jahr warte ich nun schon auf Fortsetzung und Finale der von mir geliebten Hexenherz-Welt... ENDLICH ist es so weit!

Und - das nehme ich gleich vorweg - die Zeit in Annaburg hat mir wieder ausgesprochen viel Freude gebracht! Ich liebe die Welt, die Monika Loerchner zeichnet; wie gekonnt sie latent und offen frauenfeindliche Vorurteile unserer Welt umdreht und überspitzt; sie der Lächerlichkeit freigibt und zeigt: Kein Mensch ist von Geburt an so und so; zu irgendetwas bestimmt und für etwas nicht "gemacht"!

Kein Schwarzweißdenken - weder bei "männlich" und "weiblich" noch bei "gut" und "böse"; das ist es, was mir an den Büchern so gefällt. Helena ist eine schwierige Protagonistin; manchmal unausstehlich und dann wieder mit starken, berührenden Momenten. Keine strahlende Heldin, sondern menschlich. Mit Fehlern, Ecken und Kanten. Eine Person, der ich die Widersprüche und Zweifel abnehmen konnte, mit der ich mitfühlen konnte - selbst wenn ich anderer Ansicht war! Der Reiz des Lesens ist für mich genau das: Die Welt aus anderen Perspektiven sehen und erleben zu können; was mir mit Helena hervorragend gelingt. Zumal ich die göttinliche, generisch feminine Sprache einfach feiere, die vor keinem Sprichwort oder Stereotyp halt macht!

Bis wenige Seiten vor Buchende war mir nicht klar, wie die Autorin hier alles auflösen und abschließen will; worauf es hinausläuft. Und was soll ich sagen?! Ein unerwartetes, ungewöhnliches und für einige Leser*innen bestimmt auch unbefriedigendes Ende - das mir jedoch außerordentlich gefiel! Ich empfinde es als passend, der Reihe gerecht werdend und realistisch, zugleich aber auch hoffnungsvoll. Gerechtigkeit und Gleichheit - bis dahin ist es ein weiter Weg; den zu gehen aber unerlässlich ist! Wenn das in unserer Welt nur auch so funktionieren könnte; Einsehen braucht Zeit, kommt aber und wird verkrustete Strukturen aufbrechen...

Zwischen Auftakt und Finale hätte dieser Band ein wenig mehr Action vertragen können, zugleich war es der Vertracktheit der Situation angemessen, Zweifeln und Ängsten, Hoffnungen und Wut Raum zu geben - eine Gesellschaft verändern oder gar stürzen zu wollen ist das eine, die Frage nach dem und dann oder dem großen Wie kommt in Dystopien häufig ärgerlich zu kurz, sodass es mir auch gefiel, hier mehr in die Prozesse eingebunden zu sein... Und da ich von Schreibstil und Sprache sowie Charakteren und der Ausgestaltung von Helenas Welt mehr als angetan bin, gibt es an der Stelle auch keinen Abzug.

Neben Helena konnte mich auch die schöne Heidrun, wie sie weit über die Grenzen von Annaburg ehrfürchtig genannt wird, nachhaltig beeindrucken mit ihrer Stärke, Lebensklugheit und ihrem Rückgrat, für das einzustehen, woran sie glaubt. Der Zwiespalt zwischen ihr und Helena; die Erkenntnis wie ähnlich sie sich sind, und das sie auf der gleichen Seite hätten stehen können... ein wahres Drama.

Nebenbei: Den Umgang mit der für Fantasy so obligatorischen Liebesgeschichte, oder in diesem Fall der Nicht-Umgang damit, finde ich stark und sowohl der Reihe als auch Helena entsprechend!

Kurzum, eine starke Reihe über weit mehr als Magie und Matriarchat, sondern eine Beschäftigung mit Gleichheit und Gerechtigkeit, Vorurteilen und Sprache. Keine runde, glatt gefeilte Geschichte sondern eine, die sich real und wirklich anfühlt; desillusioniert und zugleich auch Mut macht. Ich kann nur empfehlen, sich auf diese Welt und ihre Figuren einzulassen!

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Komplex & großartig

Zerschlagene Krone - Geschichten und mehr aus der Welt der roten Königin (Die Farben des Blutes 5)
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Vielfältiger und wunderbarer Abschluss einer grandiosen und komplexen Reihe. Für Fans der Reihe ein bereichernder Zusatzband, der jedoch unbedingt nach Beenden gelesen werden sollte - sonst Spoilergefahr!


Anders ...

Vielfältiger und wunderbarer Abschluss einer grandiosen und komplexen Reihe. Für Fans der Reihe ein bereichernder Zusatzband, der jedoch unbedingt nach Beenden gelesen werden sollte - sonst Spoilergefahr!


Anders als viele Dystopien endet Wütender Sturm nicht mit der klaren Zukunftsvision, den heilenden Wunden und auf ewig verbundenen Liebespaaren sondern in einem realistischen und doch hoffnungsvollen Scherbenhaufen - kann dieses Sequel quälende Fragen beantworten und Leser*innen wie Figuren Frieden bescheren?

Über die Notwendigkeit von Sequels lässt sich streiten - für mich war dieses hier jedoch eine wunderbare Bereicherung der eigentlichen Serie! Denn ich liebe, wie Victoria Aveyard diese enden lässt; einer solch komplexen Geschichte wäre ein flaches, abgeschlossenes Ende einfach nicht gerecht geworden. Und doch - mein Leserinnenherz brauchte mehr. Mehr Klarheit, mehr Hoffnung, mehr Happy End.

Während sich in dem Buch auch zwei bereits veröffentliche Kurzgeschichten befinden, besteht es zudem ein Kartenmaterial, Julians Rechercheergebnissen, weiteren Kurzgeschichten, unter anderem zu Evangelina, sowie das heißersehnte "Was danach geschah" um Mare und Cal. Mir gefiel diese bunte Zusammenstellung aus Perspektiven, Informationen und Gefühlen ausgesprochen. Evangelina habe ich während der Reihe schon in mein Herz geschlossen und es hat mir Freude bereitet, dass diesem queeren und kontroversen Charakter ein eigener Erzählstrang eingeräumt wurde.

Und ja, die Hauptliebesgeschichte - Cal mag im Gegensatz zu Mare in der Reihe enttäuschend wenig Entwicklung durchlaufen zu sein; erst ganz am Ende bekam er das Einsehen und ja, die Liebesgeschichte zwischen den Beiden war teilweise ärgerlich kompliziert; ein ewiges Hin-und-Her. Und doch. Mich hat das elektrische Knistern von Anfang an bewegen und erreichen können; das Vertrackte an Cals und Mares Beziehung ließ sie für mich real und tiefgehend erscheinen; nachfühlbar und nicht nur eine 0815 Lovestory austauschbarer Charaktere. Ich bin vollends zufrieden mit diesem Doch-noch-Happy-End - kein erzwungen wirkendes wie bei Tribute von Panem noch ein verhinderbares Drama wie bei Romeo & Julia, sondern einem Tanz auf dem Eis gleich; zögerlich und doch mutig. Sich den eigenen Schatten und Wunden zu stellen. Denen, die sie sich gegenseitig zugefügt haben.

Womit mich dieses Buch zudem (erneut) begeistern konnte, ist die Komplexität des Worldbuildings. Victoria Aveyard hat nicht einfach mit ein paar Federstrichen eine Welt skizziert, sondern sie von Grund auf konzipiert, ausgebaut; realistisch und greifbar gemacht. Durch all die Figuren und Bündnisse, Handlungsstränge und Orte, Geschichten und Schicksale sind die Bücher umfangreicher als die eigentliche Geschichte um Mare es sein "müsste" und nicht für alle ist dieses ausführliche Ausholen erbaulich. Für mich schon. Mädchen mit besonderen Fähigkeiten kämpft gegen die böse Welt und verliebt sich in den Feind - diese Grundhandlung gibt es oft genug. Interessant ist doch eben die Ausgestaltung; das Nebenher und Dahinter. Bei Mares Welt habe ich das Gefühl, das könnte tatsächlich alles so geschehen; die zum Haare raufenden Irrungen und Windungen entsprechen dem Lauf der Geschichte, wie wir sie kennen. Mit den Fragmenten dieses Buch umliegende Regionen und von der Haupthandlung losgelöste Figuren kurzzeitig (näher) kennenzulernen, fand ich reizvoll.

Die Farben des Blutes ist eine mutig komplexe, ausgefeilte und starke Dystopie mit Fantasyelementen, die mit Worldbuilding, facettenreichen Charakteren und einem mitreißenden Schreibstil überzeugt.

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Kurios & unterhaltsam

Kleines Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache
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Kurzweilige und lesenswerte Zusammentragung kurioser Fakten und Wörter der (deutschen) Sprache.


Mit dem kleinen Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache nimmt uns der Dudenverlag mit in die Welt der ...

Kurzweilige und lesenswerte Zusammentragung kurioser Fakten und Wörter der (deutschen) Sprache.


Mit dem kleinen Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache nimmt uns der Dudenverlag mit in die Welt der grammatikalischen Abstrusitäten, Feinheiten und Besonderheiten des Deutschen sowie der atemberaubenden Wortvielfalt - mit seinen anschaulichen Graphiken sorgt dieses Büchlein für allerlei Aha- und Staunmomente, lädt zum Weiterdenken und Recherchieren ein und war für mich zu keinem Zeitpunkt trockene Wissenschaft. Überraschende Anagramme, ungeahnte Etymologien (der Friedhof z. B. leitet sich nicht vom Frieden ab und der Wahnsinn hatte ursprünglich nichts mit dem Wahn zu tun), abstrus lange Wörter mit 40-67 Buchstaben, deutsche Wörter in anderen Sprachen (abgesehen vom allseits bekannten Kindergarten), regionale Sprachvielfalt etwa beim Apfelrest, Bedeutungsunterschiede doppelter Pluralformen (Mütter sind etwas anderes als Muttern und Strauße und Sträuße biologisch deutlich verschieden), sinnlose Pleonasmen (zu denen der bekannte weiße Schimmel übrigens eben nicht zählt!), lustige Verdeutschungsversuche wie den Meuchelpuffer, verwirrende Grammatikvielfalt bei der weiblichen Form und in Vergessenheit geratene Wortbedeutungen - hier gibt es Allerhand zu entdecken! Was Fliegenkopf, Hochzeit, Hurenkind, Leiche, Schusterjunge und Zwiebelfisch mit dem Druckwesen zu tun haben lässt sich in diesem Buch ebenso erfahren wie die Besonderheit der Wörter Untiefe, Preis und Sanktion. Kurzum, eine lesenswerte und kurzweilige Zusammentragung kurioser Fakten und Wörter der (deutschen) Sprache.

Mitgenommen: Pro Minute sprechen wir ungefähr 120-150 Worte; alle 10 Minuten/1000 Worte kommt es dabei zu einem Versprecher; wobei wir die Hälfte selbst korrigieren, die andere zumeist übergehen. Korrekterweise heißt es Ende dieses Jahres; manchmal ist eben doch der Genitiv dem Dativ sein Tod... Außerdem hat sich meine eigene Liste von Homografen nochmals erweitert; vielleicht gibt es irgendwann mal einen Post zu Wörtern und Wortverwendungen, die ich interessant finde...?

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Lesenswert!

Der Ursprung von (fast) allem
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Äußerst unterhaltsame und aufschlussreiche Zusammentragung faszinierender wie kurioser Fakten, vom Urknall bis zur heutigen Zeit!


Sachbücher des Typs "unnützes Wissen" liebe ich ja und so musste ich ...

Äußerst unterhaltsame und aufschlussreiche Zusammentragung faszinierender wie kurioser Fakten, vom Urknall bis zur heutigen Zeit!


Sachbücher des Typs "unnützes Wissen" liebe ich ja und so musste ich diesen Titel einfach lesen, als ich es in der Vorschau entdeckte :D Doch was habe ich mitnehmen können?

Eine ganze Menge! Denn das Buch ist ein informatives Kompendium bedeutender wissenschaftlicher Erkenntnisse aber auch abstruser Fakten - vom Urknall bis zur Mondlandung, über die QWERTY-Tastatur zu Bauchnabelflusen. Durchaus humorvoll berichtet Graham Lawton hier von den Ursprüngen von (fast) allem.
Unterteilt ist das Buch in die sechs Abschnitte Universum, unser Planet, Leben, Zivilisation, Wissen und Erfindungen, die dann wiederum in etwa 5-10 Fragen mit griffig betitelten Unterabschnitten gegliedert sind. Eine perfekte Abendlektüre also, um vor dem Schlafen noch ein paar Seiten zu lesen, aber jederzeit eine Pause einlegen zu können :D

Ich hatte dabei viel Spaß, in Zellen, Weltall und Steinzeit aber auch neuerer Geschichte herumzuschnüffeln, der Sache mit dem Kleber auf die Spur zu kommen und vom ersten Klopapier zu hören. Vieles knüpfte an Gelerntes aus Schule und Studium an; wieder anderes war völliges Neuland, sodass ich nach dem Lesen das angenehme Gefühl hatte, einiges schon gewusst zu haben, während ich auch vieles neu dazugelernt habe.

Natürlich ist der Titel provokant und mt einem Zwinkern gemeint, den Ursprung von auch nur annähernd allem irgendwo aufzulisten, würde Lebenszeit und Druckkapazität sprengen; ich finde jedoch, dass hier eine gelungene Ausgewogenheit zwischen bahnbrechender Forschung und Alltagserkenntnissen, weltverändernden Erfindungen und kleinen Entdeckungen gefunden wurde.

Über ein paar kleine Lektoratsfehler bin ich gestolpert, finde diese aber nicht weiter tragisch. Erfreulich ist die Auflistung weiterführender Literatur zu den einzelnen Themengebieten - vor allem, weil der Autor hier ansprechend klingende Titel und keine tiefwissenschaftlichen Ausführungen gewählt hat.

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