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Veröffentlicht am 13.01.2020

Abenteuer erleben, um die Welt reisen, Geschichte entdecken? Geht alles, auch ohne das Haus zu verlassen. ...

Das Geheimnis der Mondberge
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Das Geheimnis der Mondberge – Ein Henry Voigt Abenteuer von David Reimer

Just fragte mich jemand, was ich denn so am Wochenende getrieben habe. Ich sagte ihm, ich sei mächtig indianajonesmäßig unterwegs ...

Das Geheimnis der Mondberge – Ein Henry Voigt Abenteuer von David Reimer

Just fragte mich jemand, was ich denn so am Wochenende getrieben habe. Ich sagte ihm, ich sei mächtig indianajonesmäßig unterwegs gewesen, dass ich mein Wochenende in fernen Ländern verbracht habe, im Dschungel, Ausgrabungen gemacht habe, eine alte Kultur gefunden habe, mehrere Artefakte, und das alles mit einem ziemlich heißen Archäologen, der sich todesmutig seinen Widersachern entgegengestellt hat. Stellt euch vor. Mir wurde nicht geglaubt. Nicht mal, als ich sagte, ich wäre kurz davor gewesen, meinen alten Hut, meine Lederjacke, und meine Peitsche herauszuholen :D

Wie so oft bei solchen abenteuerlichen Geschichten, beginnt am Anfang alles mit einer Legende. Einer Legende um eine verlorene Zeit, aus einer anderen Zeit. Jahrtausende alt, von Menschen festgehalten, die lange vor uns gelebt haben. Und trotz unserer Gegenwart, und ob, dass wir Menschen in dieser unserer Zeit gefangen ist, so hat die Vergangenheit schon immer einen Hauch von Neugier auf uns ausgeübt. Wie dachten die Menschen damals? Wie lebten sie, wie liebten sie? Haben sie dasselbe empfunden? Gab es ähnliche Probleme, die in die Merkwürdigkeiten dieser eigenen Zeit eingekleidet wurden, unseren aber ähneln? Für mich ist dies alles ein Grund, Geschichte, Vergangenheit und deren Geschichten zu lieben. Es ist aufregend, es ist abenteuerlich. Und die Leute, die uns diese Rätsel entschlüsseln, das sind Wissenschaftler und Archäologen. Zugegeben, ich habe für diesen Menschenschlag einiges übrig. Und das nicht nur, weil es da in den 80 er Jahren diesen Mensch mit Hut und Lederjacke gab, der mit einer Peitsche bewaffnet den heiligen Gral, die Bundeslade, und noch so einiges gefunden hat :D

Ich komme nicht umhin, den Namen Indiana Jones wenigstens mal erwähnt zu haben. Dabei will ich keinesfalls vergleichen. Oh, nein. Alles sind eigenständige Geschichten. Doch geht es bei Henry Voigt auch um einen Archäologen, der neben der normalen Tätigkeit dieses Berufes noch nebenher auf Abenteuerjagden geht, die sich ebenfalls um verschwundene Schätze der Menschheit drehen, und davon handeln. Er hat Gegenspieler, Feinde, und Freunde dabei. Wir haben einen weiblichen Gegenpart, und seinen Gehilfen, einen Studenten von ihm, sowie Archäologenfreunde und Professoren, die alle mächtig archäologisch was auf dem Kasten haben :D. Genauso hat das Buch mich an andere Filme, Bücher und Serien aus diesem Genre erinnert, wie zum Beispiel „the Quest“, oder die Vermächtnisfilme. Aber eben auch nur erinnert. Denn wie schon erwähnt. Es wurde ein völlig neuer Charakter erschaffen, und eine völlig neue Geschichte mit diesem. Auch unser Henry im Roman hat ein Leben, welches um ich herum aufgebaut wurde.

Dies alles mag auch daran liegen, dass dies schon der zweite Band einer ganzen Serie ist. Und die dreht sich….. richtig…… um den Archäologen Henry Voigt. Und nun sollte ich endlich mal zum Punkt kommen, und erzählen, worum es im Buch überhaupt geht.

Die Geschichte des Buches:

Henry Voigt ist Archäologe, und gerade dabei, Ausgrabungen in Ägypten zu leiten und durchzuführen. DA erreicht ihn eine Nachricht von seinem Freund Nickolas. Dieser hat in Südsudan eine alte Papyrusrolle gefunden, auf der etwas steht, was für jeden Archäologen der Welt….. eine Sensation wäre. Hinweise auf eine alte Legende, die keine Legende, sondern eine wahre Geschichte ist, und in der es wiederum um die Geschichte eines Diebes aus Atlantis geht. WAS??? Atlantis???!!! Ja, ihr habt richtig gehört.! Das sagenumwobene Atlantis. Doch dies soll gar nicht das Hauptgeschehen im Buch sein. Henry macht sich auf den Weg zu Nicholas, im Gepäck seinen archäologischen Studenten Isaac. Hinzu kommt dann noch die gute Charline, eine Reporterin aus Deutschland, denn wir brauchen ja auch ein wenig weibliches Gleichgewicht in der Geschichte. Mit Geschick und Wissen, und einem guten Riecher, machen sich nun alle gemeinsam auf den Weg, Atlantis zu finden. Dabei wird ihre Gruppe noch größer, sie stoßen auf Feinde, gefährliche Gruppierungen, Widersacher, falsche Fährten, und Gefahr. Aber sein wir mal ehrlich. Ohne Gefahr wäre es langweilig. Ein Archäologenroman benötigt das doch. :). Worauf sie noch stoßen, ist eine Odyssee, eine Reiseroute, die die Gruppe um Henry durch verschiedene Länder und Kontinente führt. Wollt ihr also wissen, auf welchem der Kontinente unserer Erde Atlantis liegt? Dann…………lest das Buch. :D. Im Großen und Ganzen möchte ich nämlich nicht mehr verraten, weil die Geschichte selbst so spannend ist, dass man sie selbst durchleben sollte.

Cover:

Das Cover ist mysteriös und passend zum Titel. Tatsächlich muss ich immer erst die Geschichte lesen, um das Cover zu bewerten, weil ich es schön finde, wenn sich im Cover Dinge zeigen, die in die Geschichte gehören. Hier ist es definitiv der Fall. Geheimnisvolle Zeichen und Linien, die gibt es so auch im Buch. An welcher Stelle? Lest selbst :P

Fazit:

Aber Aber. Und nun kommt es. Das ganze Buch ist nicht einfach nur ein super spannender Abenteuerroman, sondern hat auch ziemlich ernste Zwischentöne, wie es auf der Welt abläuft. Dazu kommt, dass alles wahnsinnig gut recherchiert ist. Egal in welchem Setting, oder an welchem Ort der Welt man sich gerade befindet, man fühlt sich, als ob man direkt dort wäre. Davon lebt das Buch. Eine kleine Reise um die Welt herum….. naja fast… im Kopf sozusagen. Die Atmosphäre bringt einen dazu, dass man mitten im Geschehen ist, dadurch dass alles wirklich toll beschrieben ist. Doch tolle Beschreibungen sind nicht alles. Manchmal hätte ich mir gewünscht, das Buch wäre etwas entschleunigt worden, und der Fortgang wäre nicht so schnell und rapide gewesen. Das ist im Großteil auch gelungen, zum Ende des Buches. Nur anfänglich hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht, um die Beschreibungen und Geschehnisse etwas in die Länge zu ziehen. Das ist dann auch schon mein einziger kleiner Kritikpunkt. Deshalb gibt es von mir für dieses Buch 4,5 Sterne.

Besonders schön finde ich, dass es die Sicht auf ein Ereignis gibt, und zwar aus zwei Zeitsträngen. Zum einen in der Vergangenheit, zum anderen in unserer heutigen Gegenwart. Und auch, wenn dies nur ein kleiner Teil des Buches ist, so ist dieser doch wunderbar beschrieben. Hat man doch zu einem heutigen Ort, der vor tausenden von Jahren existierte, die Geschichte von damals, und umgekehrt das Heute, in dem diese rekonstruiert wurde. Das Ganze ist wie spiegelverkehrt. Anfänglich gibt es die Legende, und am Ende die Fakten, wie es zu der Legende kam. Es ist ein Spiegelbild, festgehalten in der Zeit. Für Leute wie mich, die Geschichte und die Vergangenheit lieben, war das einfach großartig beschrieben.

Archäologische Helden werden ja oft etwas überzogen dargestellt, ja gar heldenhaft. Das ist hier nicht der Fall. Die Figuren werden menschlich dargestellt, mit all ihren Ängsten, und Gefühlen, und ihren Reaktionen. Die Sprache ist normal, und nicht überzogen heldenhaft, oder blumig, so als wenn man ein Gespräch zwischen Nachbarn belauschen würde. Aber gerade das macht es ein Stück weit authentischer. Die Erzählweise, und -art ist schnörkellos. Tatsächlich hat mir das in diesem Buch gut gefallen.

Meine Wochenendreise startete in Ägypten, dann in den Tschad, und…………naja, von dort noch an ein paar andere Plätze, die hier nicht verraten werden. Aber es war eine schöne Rundreise zu verschiedenen Orten der Welt. Und auch wenn ich es schon erwähnt habe, so sage ich es gerne nochmal. Die Recherche zu jedem dieser Orte war wirklich hervorragend, so dass ich wirklich glaubte, und nachfragen musste, ob der Autor nicht überall dort schon gewesen ist. Denn ich persönlich WAR an allen diesen Orten. Zumindest während ich das Buch gelesen habe, in meinem Kopf. Aber wenn dort oben wirklich gute Bilder geschaffen werden, ist es ja fast so, wie die Wirklichkeit. Alles ist atmosphärisch, geheimnisvoll, und abenteuerlich.

Das Buch ist vielleicht ein bisschen auch eine kleine Hommage an die Archäologen und wissensdurstigen Menschen der Geschichte, die in ihren Büchern, Filmen und Serien dazu beitragen, dass unsere Welt ein wenig mehr Wissen über vergangene Dinge erhält. Der Vergleich mit Indiana Jones liegt nahe, da sogar die Vornamen unserer Helden hier gleich sind. Und trotzdem kann man natürlich Dinge nie bis ins Detail miteinander vergleichen. Genauso gut könnte ich sagen, die Abenteuer haben mich an das Vermächtnis der Tempelritter, mit Nicholas Cage erinnert. Oder gar an die „The Quest“ Reihe, in der ein Bibliothekar auf Reliktsuche geht. Uns ja, in einem Kopf wie meinem kam vielleicht auch ein ums andere Mal die Titelmelodie von DuckTales durch. Sorry :D

Da ich Band 1 noch nicht gelesen habe, schreibe ich diese Rezension übrigens aus Sicht von jemandem, der mit Band 2 in genau diese Reihe einsteigt. Doch keine Angst. Dies gelingt völlig, und man kann die Geschichten getrost unabhängig voneinander lesen.

Und nun noch? Achja! Ich nehme es dem guten Henry Voigt natürlich nicht übel, aber eigentlich hat er mir meinen Lebenstraum ein wenig zerstört. Wieso das? Nunja. Wollte ich doch Zeit meines Lebens, diejenige sein, die Atlantis eines Tages entdeckt, und archäologisch bearbeitet. Und nun ist er auf der Jagd, nach genau diesem Ort. Und wahrscheinlich wird er mal wieder mehr Glück haben, als ich es bisher gehabt habe.

Mein heutiges Lied für das Rezensionsende, war gar nicht so schwer zu finden. Ist es mir doch in Dauerschleife durch den Kopf gerast, zusammen und abwechselnd mit der Titelmelodie von Indiana Jones. Und ja, nochmals Entschuldigung, aber es ist mein Ernst. Immerhin kann ich schlecht „dededede dededeeeeeeeeee dededede…….“ Zitieren. Deshalb:

„Might solve a mystery…………… Or rewrite history!

D-d-d-danger watch behind you!There's a stranger out to find you. What to do, just grab onto some…
………DuckTales! Wohooo.“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.01.2020

Was ist Realität, und was findet nur im Kopf statt? Hier gibts Antworten.

Blutblume
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Blutblume von Louise Boije af Gennäs

Ihr Menschen da draußen, passt auf, und gebt acht! Dieses Buch zeigt euch, wie die Welt wirklich ist. Jeder einzelne Bewohner dieser Erde sollte sich das hinter die ...

Blutblume von Louise Boije af Gennäs

Ihr Menschen da draußen, passt auf, und gebt acht! Dieses Buch zeigt euch, wie die Welt wirklich ist. Jeder einzelne Bewohner dieser Erde sollte sich das hinter die Ohren schreiben. Es gibt eine parallel existierende Welt, von der ihr nichts ahnt. Die Menschen, die Macht besitzen, kontrollieren diese. Diejenigen die keine besitzen, leben ihr Leben nebenher, und bekommen gar nichts davon mit, wer im Hintergrund die Fäden zieht. Fäden, die es ihnen erlauben, Verbrechen zu begehen, andere zu erniedrigen, und zu unterdrücken. Und das alles im Beisein von anderen Mächtigen, die sich gegenseitig decken, und versuchen die kriminellen Dinge zu vertuschen. Menschenhandel, Morde. Amtsmissbrauch, Prostitution und gar Kindesmissbrauch. Parallel existierend zu der normalen Menschheit, die ihr routiniertes Leben lebt. Und nur manchmal überlappen die beiden Welten sich. Was sagt ihr? Ich bin nur ein kleines Mädchen, das gar nichts zu sagen hat, und meine Behauptungen könnten niemals stimmen, weil ich ein Nichts ohne Macht und Einfluss bin? Und überhaupt klingt dies alles ziemlich paranoid, was ich hier erzähle? Tatsächlich. Beim neuerlichen Lesen muss ich zugeben, dass dies alles sich so liest, als ob es gar nicht wahr sein könnte, denn……. Welcher Mensch kann denn solche schrecklichen Dinge tun?! Aber ja……. Davon gibt es in den oberen Riegen eines jeden Landes genug. Wieso ich heute solch eine Einleitung für meine Rezension habe? Nun, im Großen und Ganzen geht es im vorliegenden Buch um dieses Thema. Und ich wünschte, man könnte sagen, es sei nur ein Buch, eine ausgedachte Geschichte. Aber da sind diese Zeitungsausschnitte, die im Buch immer mal wieder auftauchen, und diese wurden wirklich veröffentlicht. Recherchiert von mutigen Journalisten und Menschen, die versucht haben Dinge aufzudecken. Und den Menschen zu erklären. Was das mit einem macht, das kann jeder selbst für sich herausfinden. Auf jeden Fall sollte es nachdenklich machen. Und das ist gut. Denn nachdenken ist besser, als Dinge die nicht rechtens sind, einfach zu akzeptieren, oder gar zu ignorieren. Nicht sehen zu wollen. Nicht hören zu wollen. Nichts sagen zu wollen.

Geht es denn überhaupt darin im Buch? Jein. Die Geschichte ist kein reiner Psychothriller, und kein reiner Politthriller. Es ist eine Mischung aus beidem. Aus Fiktion und Realität, mit psychologischen Aspekten eines Thrillers. Im Übrigen ist Blutblume der 1. Teil einer Trilogie. Der sogenannten Widerstandstrilogie. Ein schön gewählter Name. Ist es doch so, dass man manchmal Widerstand leisten sollte, wenn Unrecht passiert.

Doch worum geht es genau? Auch hier versuche ich, die Geschichte ein wenig zu erzählen, und nicht zu viel zu verraten. Bei Thrillern ist das ja nie gut.

Die Geschichte des Buches:

Die Hauptperson im Roman ist Sara. Sara ist Schwedin, und stammt aus Örebro. Soweit, so gut. Sara zieht aus dem kleinen Nest Örebro um, in die Hauptstadt Stockholm. Dort will sie selbstständig leben, und ein neues Leben beginnen. Auch noch normal soweit. Doch nach und nach erfahren wir Dinge, und gehen immer tiefer in Saras Vergangenheit, und ihr Leben hinein. Dort finden wir auch den Grund des Umzuges. Sara braucht diesen Neuanfang, weil ihr, und ihrer Familie viele schlimme Dinge passiert sind. Saras Vater, zu dem sie ein sehr inniges Verhältnis hatte, ist im familieneigenen Ferienhaus verbrannt, davor ist Sara Opfer einer Vergewaltigung geworden. Also beste Voraussetzungen, um psychisch angeschlagen zu sein. In Stockholm angekommen fängt sie einen Job in einem Cafe an, und wohnt in einem Appartement, welches nicht sehr groß ist. Doch eines Tages kommt eine junge Frau ins Cafe, mit der sich Sara anfreundet. Diese bietet ihr eine Lösung aus ihrer Notlage an. Eine Wohnung, sie als Mitbewohnerin, einen Job in einer angesagten Agentur. Sara nimmt das Angebot an, glücklich nun wirklich einen neuen Lebensabschnitt anfangen zu können, gut zu verdienen, und eine Vertraute gefunden zu haben. Doch dies wäre kein Thriller, wenn alles so bleiben würde, und alle glücklich zusammen ihr Leben leben würden. Sara findet sich immer mehr in einer Situation wieder, in der sie sich selbst nicht mehr traut. Sie hört Dinge, sieht Dinge. Ist alles nur in ihrem Kopf, oder passiert alles wirklich? Ist alles nur eine posttraumatische Störung, aufgrund der Gewalt, die ihr angetan wurde, und des wirklich grausamen Todes ihres Vaters? Parallel kommt Sara zufällig auf die Spur alter Zeitungsberichte, die ihr Vater in Mappen gesammelt hat, und die fast alle von Verbrechen und Fällen berichten, und von Leuten handeln, die keine saubere Weste haben. Hauptsächlich mächtige Leute. Und nun kommt das Eigentliche des Romans. Denn die Berichte des Buches sind real, und wirklich erschienen. Sara gerät auf jeden Fall wo hinein, und muss sich schon bald der Frage stellen, was ihre Vergangenheit, die ihres Vaters, und die Gegenwart miteinander zu tun haben.

Cover:

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist düster, und passt damit für mich zur Atmosphäre des gesamten Romans, welche vom Anfang bis Ende durchgezogen wird. Auch hat der Name des Buches, und das Cover selbst, eine Bedeutung, die im Buch dann sehr wichtig wird. Inwiefern wird natürlich nicht verraten. Aber gut gewählt sind Cover und Titel allemal.

Fazit:

Mit diesem Buch musste ich diesmal wirklich erst warm werden. Das lag wohl am der schwierigen Thematik, als auch daran, dass es anfänglich sehr detailliert die genauen Straßen und Orte in Stockholm und Örebro beschrieben hat. Wer das Ganze nicht kennt, oder noch nicht da war, könnte davon vielleicht etwas irritiert sein. Normal mag ich das an Romanen ja auch, die guten Beschreibungen der Landschaften. Hier war es mir anfänglich etwas zu lange, so dass ich eben diese Zeit gebraucht habe, richtig in die Geschichte zu kommen. Später dann fand ich die Geschichte aber richtig spannend, weil sie an Fahrt aufgenommen hat.

Dieses Buch hat mich runtergezogen, aber auch mitgenommen. Und vor Allem hat es mir die Augen geöffnet. Es ist ein unangenehmes Buch, mit unangenehmen Thematiken. Hier muss man raus aus seiner Wohlfühlzone. Nichts hören, nichts sehen und vor Allem nichts sagen gilt hier nicht mehr.

Das Buch ist kein ausdrücklicher Psychothriller, aber auch nicht direkt nur ein Politthriller, schwer zu unterscheiden. Es gibt im Grunde zwei Ebenen im Buch. Die Geschichte um Sara, und dann die Zeitungsausschnitte des Vaters, die durchgehend alle real und echt sind. Die Verwicklungen und Parallelen waren da. Oftmals war das Lesen deshalb sehr unangenehm, oder man musste durchatmen. Und das Ganze hat sich in die Länge gezogen. Oftmals war es wie ein Spiegel, der einem vorgehalten wurde, in den man schauen musste, um zu erkennen, wie unsere Welt läuft, und was sich tatsächlich zuträgt, ohne das Wissen der Bevölkerung.

Wer Schweden liebt, und schon dort war, gerade in der Hauptstadt, oder im kleineren Örebro, der wird sich an den Beschreibungen der Orte, und der Wege erfreuen, die haargenau wiedergegeben wurden. Wer nicht dort war, und es vorhat, hat ebenfalls einen Wissensvorsprung der örtlichen Gegebenheiten, wenn er das Buch gelesen hat.

Wir lernen vor allen Dingen Sara im Roman gut kennen. ihre Gefühlswelt, ihre Denkweise. Wir erfahren von ihrer Vergangenheit in der Schule, und dass sie gemobbt wurde, und nie so richtig Anhang gefunden hat, der auch andauerte bis in die heutige Zeit. Dabei war sie eine der besten Schülerinnen. Doch Menschen empfinden oftmals Neid und Eifersucht, wenn andere zu gut sind. So sind Menschen eben. Sara als Person selbst erscheint einem manchmal sehr zerbrechlich. Nach den Dingen, die ihr passiert sind, folgt ein Zusammenbruch. Doch wir erleben auch eine starke Frau, die aufbegehrt, und sich wehrt, und mit ihrer Neugier anderen zunahe kommt. Menschen mit Macht, sind nur auf ihr eigenes Wohl bedacht. Nicht alle, das ist klar. Aber……Macht korrumpiert.

Und ja. Irgendwie gibt es unterschwellig auch diese Macht, die andere Menschen über uns haben, wenn sie besitzen, was man selbst nicht hat, wenn sie einen niedermachen, mobben, oder uns Dinge antun, so dass wir uns ganz klein und unmächtig fühlen, obwohl wir es gar nicht sind.

Der Roman baut ganz langsam die Spannung auf, und weil der erste Teil mir zu langatmig war, gibt es ein bisschen Abzug bei den Sternen. Ansonsten hat das Buch wunderbar aufgezeigt, wie es leider in der Welt läuft, und war ab einem Zeitpunkt auch sehr spannend.

Manchmal war ich sehr erschüttert, nicht wirklich überrascht, aber ja……….. Dinge laufen falsch in unserer Welt. Macht ist Macht, und die Nichtmächtigen leben nebenher, und merken nichts davon.

Und natürlich…. Es gab Parallelen zur heutigen Zeit mit all ihren Möchtegerns und Mächtigen. Na? Wenn ihr daran denkt, fällt euch auf dieser Welt sicher der ein oder andere Präsident ein, oder das ein oder andere Staatsoberhaupt ein, oder? :D hüstel……. Pardon :)

Was das Buch auf jeden Fall hat, das ist ein Nachhall in einem selbst, der sich erstmal setzen muss. Das Buch bedrückt auf eine ganz besondere Art und Weise, und lässt die Gedanken kreisen, und gleichzeitig nicht mehr los. Wer Schwierigkeiten mit Gewalt gegenüber Frauen und Ungerechtigkeiten hat, der sei gewarnt. Das Buch hinterlässt einen schalen Geschmack im Mund, dass etwas in der Welt nicht in Ordnung ist, man selbst dagegen, aber hilflos ist, ja gar machtlos. Und das, obwohl das doch unterschwellig eines der Themen im Buch ist. Die Macht. Und irgendwann am Ende, werdet ihr wissen, wie ALLES miteinander zusammenhängt.

Manchmal sind Menschen anderen Menschen im Weg, die so mächtig sind, dass sie den Weg freimachen können, um das zu beseitigen, was im Weg steht, nämlich andere Menschen.

Diesmal ist mir beim Lesen kein Lied durch den Kopf gewandert, sondern ein Zitat. Dieses darf nun einfach nachwirken:

„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2019

Ist der Traum vom Weltfrieden wirklich für immer unmöglich, wenn sich die Menschen ändern würden?

Das Märchen vom modernen Frieden
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Das Märchen vom modernen Frieden von Jennifer Hilgert

Ist der Mensch, die eigentliche Waffe, mit der Kriege geführt werden? Wir Menschen, unsere Menschheit, unsere Welt. Wir alle kratzen gerade an einem ...

Das Märchen vom modernen Frieden von Jennifer Hilgert

Ist der Mensch, die eigentliche Waffe, mit der Kriege geführt werden? Wir Menschen, unsere Menschheit, unsere Welt. Wir alle kratzen gerade an einem neuen Jahr, ja gar an einem neuen Jahrzehnt, wenn wir es genau nehmen wollen. Wünsche sind um diese Zeit immer ganz besonders präsent in unseren Köpfen. Wünsche für ein neues Jahr, einen neuen Abschnitt, Wünsche für unser Leben, und Wünsche für die Welt. Der wohl meistgehegteste Wunsch , wenn man die Menschen befragt, der lautet als Antwort wohl meist: „ Ich wünsche mir den Weltfrieden“. Dem kann ich nur zustimmen. Frieden auf der Welt, zwischen den Menschen, keine unnötigen Tode und Grausamkeiten. Keine Machtspiele der Großen und Mächtigen, die die „Kleinen“ dafür nutzen, ihre Ziele mit ihrem Leben zu bezahlen. Das wäre doch fabelhaft. Denn wie hieß es schon in einem Lied? War? What is it good for? Absolutely nothing!. Menschen sterben. Die Welt und ihre Bebauungen werden zerstört, ebenso wie die Umwelt, und die Geschichte der Menschheit. Einfach ausgelöscht. Wofür das Ganze? Ich bin ratlos…. Denn auch ich bin jemand, der sich diesen Weltfrieden, neben Gesundheit, gerne für dieses neue Jahrzehnt, in das wir starten, wünschen würde.

Und ich weiß nicht wieso, aber ich wollte diese Worte, und diese Rezension unbedingt noch in diesem alten Jahrzehnt auf den Weg in die Menschheit bringen. Vielleicht weil diese Zeit nun irgendwie magisch ist. Vielleicht aber auch, weil dieses kleine Büchlein, und der Inhalt darin, so magisch sind, und auf mich wirken.

Ebenso ratlos wie ich, ist der Prinz, in dieser Geschichte. Denn auch er hat einen Traum. Neben Gesundheit sogar einen mir sehr ähnlichen. Den vom Frieden. Und damit könnte er nicht aktueller sein. Dies ist also die Geschichte eines modernen Märchens, das gar nicht so modern ist, sondern eher zeitlos. Denn Friede sollte zu allen Zeiten ein Thema sein, gewesen sein und werden….

Doch was genau ist eigentlich Frieden? Ist es wirklich nur Krieg, wenn die Mächtigen der Welt sich bekämpfen? Oder ist es viel mehr auch schon „Krieg“ wenn die Menschen im Kleinen einfach nicht friedlich miteinander umgehen? Sich quasi bekriegen? Und hier liegt der Knacktpunkt. Denn wäre es nicht auch schon Krieg, wenn die Menschen gar keine Waffen dafür hätten, sondern ihre Waffe, einfach ihr Worte, die Gedanken, und damit all das, was einen Menschen ausmacht, wären? Diese Frage stellt sich im Buch.

Die Geschichte des Buches braucht gar nicht lange, um erzählt zu werden. Wir haben hier wieder eine der kleinen Kurzgeschichten, die „nur“ 28 Seiten lang ist. Aber, und nun kommt das ABER…… Diese 28 Seiten sind mit Inhalt gefüllt. Mit gutem Inhalt. Der die Geschichte erstens länger erscheinen lässt, als sie auf den ersten Blick ist, und zweitens, mit der Aussage des Inhaltes wirklich viel gewichtiger ist, als wenn es nur pure 28 Seiten mit geschrieben nichtigen Worten wären.

Und die Geschichte des Buches geht so…..

Es war einmal ein Prinz, der wünschte sich Frieden für alle Menschen auf der Welt…. Und wusste nicht, wie das anzustellen war. Mit Rat und Tat zur Seite steht ihm eine Fee, die ihn jede Nacht besucht, um ihn nach und nach mit Courage, danach mit Beständigkeit, und als letztes mit Liebe auszustatten. Denn der Prinz stellt sich mit seinem Wunsch gegen die Berater seines Reiches, und seines Vaters, des Königs. Wie? Er will doch keinen Frieden? …. Doch doch, natürlich. Dies ist sein einziger Wunsch. Aber dies will er erreichen, indem er alle Waffen des Landes verbannt und vernichtet sehen will. Und damit sind nicht alle einverstanden. Ob dies der richtige Weg ist, den der Prinz damit einschlägt, oder ob es am Ende eine Überraschung und eine Wendung gibt, das könnt ihr selbst nachlesen. :)

Cover:

Das Cover ist wirklich magisch und Zauberhaft. Es ist schlicht, nicht zu überladen, und trotzdem klassisch, wie in den alten Märchen meiner Kindheit. Gezeigt wird die Fee, die uns auch im Märchen begegnet. Und so eine Fee, die kann wohl jeder für sein Leben gebrauchen. Außerdem glaube ich schon, dass Feenabbildungen immer eine gute Sache sind. Mir gefällt es auf jeden Fall ungemein, denn es lädt zum Träumen ein. Nichts lenkt von der Fee ab, und damit von der Aussage des Buches. Und die wird man verstehen, wenn man das Buch dann gelesen hat.

Fazit:

Der Schreibstil ist wundervoll. Ganz so, wie man ihn aus den alten Märchen kennt. Ebenso schön, dass er genau wie ein Märchen anfängt. Nämlich mit „Es war einmal……“. Das lässt einen selbst an frühere Zeiten denken, wo die Welt noch nicht ganz so schlecht war. Nämlich die als Kind. Gibt einem aber auch Hoffnung. Und man möchte die Geschichte unbedingt weitergeben. An die Kinder von heute. Und hoffen, dass sie damit etwas anfangen, und für ihr Leben mitnehmen können.

Wie alt sollten die Kinder dafür sein? Diese Frage ist mir bei der Lektüre öfter über den Weg gelaufen. Nun. Offiziell angegeben wird hier ein Vorlesealter ab 6 Jahren, und ein Selbstlesealter ab 8 Jahren. ABER, und nun das Aber: Ich finde, es gibt in der Geschichte keine Grausamkeiten. Und wenn ein jüngeres Kind leuchtende Augen bekommt, wenn es die Fee sieht, oder man ihm von einem Prinzen erzählt, der Frieden will………. Dann ist das für mich völlig in Ordnung. Denn im Grunde genommen kommt es darauf an, wie das Kind reagiert, und wie aufnahmefähig es für die Geschichte ist. Und Kinder sind genauso verschieden, wie Menschen, und lassen sich nicht alle in eine Schublade einordnen. Genauso wie bei uns Erwachsenen. Apropos :). Würden wir Menschen eher mal auch Andersartigkeiten akzeptieren, oder überhaupt mehr Akzeptanz ausüben, gäbe es vielleicht auch weniger Bekriegungen in der Welt :)

Die Kernaussage beschäftigt einen. Naja, zumindest mich beschäftigt sie. Dass Menschen grausam sein können, das war mir schon seit Längerem klar. Und ja, man sieht es ja auch und zu oft, dass das, was Menschen anderen Menschen antun, wirklich so grausam ist, dass man es ab und an nicht ertragen kann.

Es geht um den Gedanken, oder besser gesagt, den Funken, der bei einem Gedanken überspringt. Denn selbst wenn ich eine Waffe hätte, oder etwas waffenähnliches, wie eine Schere. Und ich wollte damit nur jemanden eine neue Frisur verpassen, und nett sein. Dann ist die Waffe ansich keine Waffe. Wenn aus irgendeinem Grund aber Hass oder Wut auftritt, und ich meine Gedanken, die schlimm in meinem Kopf wüten, dazu nutze, Wirklichkeit werden zu lassen. Und die Schere dafür benutze, diesen Menschen zu verletzen, dann kann die arme Waffe nichts dafür. Sondern der Mensch als eigenständige Waffe ist schlimmer und verletzender. Und sein wir mal ehrlich, am Beispiel meiner kleinen Schere. Die Erfindung dessen ist praktisch und nützlich. Wir lernen also. Selbst wenn wir alle Waffen der Welt verbannen würden um sie zu vernichten, würde nicht unbedingt Frieden herrschen. Denn die bösen Gedanken, die in den bösen Menschen schlummern, die müssen vernichtet werden.

In diesem Sinne wünsche ich euch Allen, ein frohes neues Jahr, Jahrzehnt…. Aber vor allen Dingen einen Start in eine friedvollere Zukunft. Möge dies kein Traum bleiben.

Und ja, ich lasse euch doch nicht so einfach gehen, ohne auch noch diese letzte Rezension für dieses Jahr mit einem Lied zu beenden:

„Imagine all the people……………….living life in peace.

You, you may say I'm a dreamer…………but I'm not the only one.

I hope someday you will join us………….. and the world will be as one.“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2019

Salzburg zu Weihnachten ist schön. Wenn nicht gerade ein Serienmörder umhergeht, der die perfekten Opfer sucht, um seine eigene Weihnachtskrippe zu vollenden.....

Perchtenjagd
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Perchtenjagd – Ein Meiberger-Krimi von Maja und Wolfgang Brandstetter

Herr Gerichtspsychologe Meiberger will mir in diesem Roman wohl Konkurrenz als Protagonistenpsychologin machen. Aber so nicht mein ...

Perchtenjagd – Ein Meiberger-Krimi von Maja und Wolfgang Brandstetter

Herr Gerichtspsychologe Meiberger will mir in diesem Roman wohl Konkurrenz als Protagonistenpsychologin machen. Aber so nicht mein Freundchen. Da hab ich auch noch mitzureden. Denn auch ich habe mir so meine Gedanken zu den psychologischen Vorkommnissen in diesem Buch, in und um Salzburg herum, gemacht.

Dies ist ein bisschen auch ein Weihnachtsbuch. Ich muss es dazu sagen, weil es sonst die wenigsten wohl als das ansehen würden, was es ist. Natürlich kann man es aber auch in jeder anderen Jahreszeit lesen. Dies ist nur die Jahreszeit, in der das Buch spielt.

Das Buch basiert auf der Handlung der TV Serie über Thomas Meiberger, einen Gerichtspsychologen, der die örtliche Polizei unterstützt. Dies ist nun der erste Roman, der dazu erschienen ist. Ich versuch das Ganze heute so zu sehen, als ob es die Serie nicht geben würde, und das Buch eigenständig ist. Was auch Sinn macht, da ich wirklich erst auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, und erst im Nachhinein von der Serie erfahren habe, und so vielleicht eine der wenigen Leserinnen bin, bei der es so herum ist.

Eins also vorweg: Dies war meine erste Begegnung mit dem guten Herrn Meiberger. Zweitens vornweg: Ja, ich gebe es zu, und gestehe. Anfänglich musste ich googeln, was diese Perchtenjagd ist, oder die Perchten (heißt das so?) sind. Und ich musste feststellen, dass ich vielleicht doch nicht ganz so dumm bin, wie ich dachte, denn anfänglich sei gesagt, diese Sache mit den Perchtenläufern, das hat etwas mit der Zeit um Weihnachten, und zwischen den Jahren zu tun. Mit den sogenannten Rauhnächten genauer gesagt. Und ich hoffe, ich lehne mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster. Aber mit diesen kenne ich mich zumindest ein wenig aus. Andere Orte, andere Gegenden = andere Bräuche. Ich finde es bei diesem Buch wichtig, ein wenig dazu zu erzählen, denn sonst denken die Leute vielleicht, sie wüssten mit der Thematik des Buches nichts anzufangen. Denn wenn man es so will, liegt hier ein Krimibuch vor einem, das ganz gezielt in der Vorweihnachtszeit, im Advent stattfindet. Und das in der Gegend um Salzburg. Hier und im Alpenraum gibt es als Brauch die so genannten Perchtenjagden. Es gibt gute und böse Perchten. Zum Winteraustreiben, zum Austreiben des alten Jahres, zum Überwachen, ob alles seine Ordnung hat. Doch all diese Perchten haben etwas gemeinsam. Ein Mensch steckt darunter, der eine bestimmte Sagengestalt darstellt, und diese Kostüme gibt es in ganz unterschiedlichen Charakteren. Wie ein Teufel, oder so. Falls meine Hintergrundinfos hier ein wenig merkwürdig erscheinen, lest euch doch gerne mal Google selbst durch. Denn das Thema ist gar nicht mal so uninteressant. :). Ich dachte, ich muss es wenigstens ein wenig erklären. Damit ihr wisst, auf was ihr euch einlasst. Aber nun zum Buch!

Zum Inhalt des Buches:

Dieser ist wirklich spannend. Anders kann ich es nicht sagen. Auf einem Adventsmarkt in St. Wolfgang verschwindet ein kleines 5jähriges Mädchen. Marie. Und dies ist erst der Anfang. Wie immer bei Krimis oder Thrillern, muss man aufpassen, nicht zu viel zu verraten, da man sonst die Handlung verrät. Und die ist gerade bei solchen psychologisch durchdachten Krimis ja sehr wichtig. Aber so viel kann man sagen: Marie wurde entführt. Mitten im Adventsmarkttgetümmel. Und nun beginnt die Suche nach ihr. Knackpunkt an der Sache ist, dass der Adventsmarkt die Tradition der Perchtenläufer beinhaltet. Menschen, verkleidet als Teufel und andere mythologisch schreckliche Wesen. Kinder, oder in diesem Fall die kleine Marie, würden es wohl am ehesten mit Monstern bezeichnen. Das macht durchaus Sinn. Sind es doch die schrecklichen Verkleidungen in unseren menschlichen Jahreszeitenrhytmus, die den Winter, oder die bösen Geister vertreiben. In diesem Fall ist es eher nachteilig, denn der Entführer hat sich unter die Perchten gemischt. Oder etwa nicht? Was will der Entführer aber eigentlich? Und nun wird es brenzlig. Denn er entführt nicht einfach wahllos ein kleines Kind, sondern ist nebenher auch noch ein Mörder. Oder auch nicht??? :D. Denn dies sei gesagt. Es werden in diesem Krimi Menschen getötet. Dass er krankhaft handelt, das ist klar. Aus einer Überzeugung. Für ein bestimmtes Ziel. Das an Heiligabend seinen Gipfel erreicht. Und für den Mörder passt alles. Denn dieser will ein Krippenspiel inszenieren. Und seine Opfer sind die Figuren darin. Ob die kleine Marie gerettet wird? Ob man einige der vorgesehenen Opfer des Mörders retten kann? Ob es am Ende eine Krippe voller menschlicher Gegenfiguren für die heilige Familie und Co. Gibt? Oder ist alles GANZ anders??? Das ist das Geheimnis des Buches, welches ihr unbedingt herausfinden solltet. Gerichtspsychologe Meiberger macht sich auf jeden Fall auf die Jagd nach dem Mörder. Und der Mörder, der ja ein Percht ist, der macht sich auf die Jagd………… nach seinen Opfern….

Das was das Ganze am Roman so grausam macht, ist natürlich die Zeit in der es spielt. Advent, Vorweihnachtszeit. Die Menschen freuen sich der Helligkeit, der Hoffnung, der besinnlichen Stimmung. Es passt einfach nicht, dass in dieser besinnlichen Vorweihnachtszeit schreckliche Dinge geschehen, oder Serienmörder ihr Unwesen treiben. Das macht es zum einen zu keinem dieser fröhlichen Bücher, die in der Vorweihnachtszeit Freude bereiten. ABER….. ich lese einen Krimi. Das muss mir bewusst sein. Und hier muss ich damit rechnen, dass nicht alles locker flockig von statten geht. Wer zum Buch greift, der weiß das. Hoffe ich zumindest. Es war zwiespältig, mein liebes Gehirn. Zum einen hat es die Fröhlichkeit der Weihnacht vermisst, zum anderen weiß es, dass Menschen grausam sein können, und dies im Buch eben sind. Und ganz zum Schluss weiß es natürlich noch, dass die Beschreibungen der Adventsmärkte und der Umgebung trotz allem eine merkwürdige Adventsstimmung in einem hinterlassen hat. Ja……. Ich schätze, dieses Buch wurde psychologisch richtig gut recherchiert :)

Man trifft auf allerlei Typen, Stereotypen, krankhafte Menschen, und Menschen die handeln…. Wie eben Menschen handeln. Mit Fehlern, mit Makeln. Psychologisch gesehen ist das Buch wirklich top, denn man bekommt Einblicke in die Sichtweisen von Menschen, und wieso Dinge oder Situationen entstehen, von denen man bisher nicht wusste, warum sie so waren, wie sie sind. Das Buch baut auf, auf einer Kettenreaktion. Ein Ereignis passiert, weil ein anderes Ereignis passiert, weil dies oder jenes passiert ist, weil diese Szenerie oder dieser Gegenstand zu diesem Zeitpunkt dort oder da war. Es ist ein Eintauchen in die Psychologie – und Gedankenwelt des menschlichen Gehirns, und der Psyche. Okee okee. Bei einem Gerichtspsychologen ja irgendwie klar. Aber vielleicht ist es genau das, was mich so am Buch fasziniert hat. Denn mit den psychologischen Dingen hab ich es ja gerne mal.

Fazit:­­

Das ganze Buch ist psychologisch gut durchdacht (wiederhole ich mich eigentlich? :D). Wie könnte es auch anders sein? Agiert der Täter doch aus psychologisch, und nicht nachvollziehbaren Gründen. Und handelt das Buch diesmal nicht direkt von einem Kommissar, der den Fall löst, sondern eher dem Gerichtspsychologen Meiberger, der durchdacht und durch seine Hilfe der Kriminalpolizei zur Hilfe eilt? Und das ist auch dringend nötig. Denn die Polizisten werden hier im Buch eher als…….wie soll ich das nun sagen?........ zu nichts zu gebrauchen :D…. beschrieben. Jeder hat seine Eigenarten. Und dadurch lernt man all die Figuren in dieser Geschichte besser kennen. Man lernt nicht unbedingt, sie zu mögen. Aber man kennt nach und nach Hintergründe, und persönliche Eigenarten, oder Leidenschaften.

Die Atmosphäre selbst ist sehr düster. Was mir gefallen hat, das waren die Beschreibungen rund um Salzburg, und das in der Winterzeit. Man hat sich oft direkt an Tatorten gefühlt, das wurde alles sehr gut beschrieben. Ebenfalls die verschiedenen Sichtweisen. Denn die Perspektive wechselt oftmals. Wir sind hier hauptsächlich in der Sichtweise von Meiberger, aber zwischendrin tauchen immer wieder Gedankenfetzen von anderen auf. Von den Opfern, die bis dato noch keine Opfer sind (Das ist natürlich besonders grausam. Lernt man die Leute doch so gut kennen, und mag sie. Nur damit sie dann umgebracht werden.). So auch von der kleinen Marie. Und gar vom Täter, der mit Rückblicken in sein bisheriges Leben Hinweise gibt, wieso er die Dinge tut, die er tut. Wobei man nicht verstehen muss, wieso er sie tut. Aber es sind zumindest Erklärungen. Wie oben ja schon erwähnt, spielt die Psychologie eine große Rolle im Buch. Und was Dinge, die in der Vergangenheit liegen, in uns auslösen können.

Das Buch selbst ist aufgeteilt in drei große Abschnitte, die alle aus mehreren Kapiteln bestehen, die recht kurz und zügig zu lesen sind, und damit die Geschichte vorantreiben. Es gibt im Buch keine bestimmte Sichtweise. Sogar im Absatz selbst erzählt erst dieser, dann ein anderer Protagonist, was gerade in ihm abläuft. Und genau das ist das interessanteste. Die psychologische Entwicklung aller Figuren, im Buch während des Voranschreitens der Geschichte.

Erzählt wird von menschlichen Trieben, menschlichen Zwängen, psychologischen Zwängen, Zwängen des Gehirns, krankhaften Zwängen, krankhaften Trieben…………. Ja, wir haben hier an einigen menschlichen Beispielen alle möglichen Schattierungen der menschlichen Gefühlswelt vor uns. Von Grausamkeit, über Stupidität bis hin zu Schuld, zum Mitgefühl, oder Verantwortungsbewusstsein. Um nur ein paar davon zu nennen. Denn über fast jeden Protagonisten, ob Hauptprotagonist oder Nebencharakter, wird etwas erfahren, was seine Emotionen, seine Psyche, und sein Handeln erklärt. Wir haben ebenso verschiedene Arten von Liebe. Die eine wahre Liebe des Lebens, Elternliebe, Mutterliebe, Begierde ohne Liebe, Begierde mit gedachter Liebe, unerwiderte Liebe, Liebe die nach Jahren auf Gewohnheit beruht……….. Und auch wenn ihr nun denkt „Bin ich hier bei Tatsächlich…. Liebe„ gelandet, dann muss ich euch sagen. Nein. Es ist eine reine Beobachtung meiner psychologischen Einschätzung der Figuren. Außerdem passt Liebe doch so gut zu Weihnachten, und darum geht es ja im Roman………… also ein bisschen :). Vielleicht sollte ich aber nur einfach endlich damit klarkommen, dass Weihnachten nun vorbei ist :D

Was mir im Buch ebenfalls gefällt, sind die Verwebungen untereinander. Keiner ist ohne Makel. Jeder hat etwas zu verbergen, bzw. ein Laster, ein Geheimnis, keiner ist perfekt. Und alles hängt miteinander zusammen. Und jede Entscheidung hat Auswirkungen auf andere in der Geschichte, weil die Schicksale verwoben sind. Und so ist es manchmal nur ein kleiner Schritt vom Lebenden zum Opfer. Ein Zufall. Ein Kennzeichen, das ein anderer Mensch nicht hat, das denjenigen dann zum Mordopfer macht.

Das Buch ist wie eine Illusion. Ist es ein Mensch der die Menschen jagt? Ein Percht? Ein anderes Wesen? Sind es beide Dinge in einem? Und wenn ja, wieso? Der Teufel übernimmt den Menschen, und sieht dessen Existenz nur noch als Nebensache. Das Buch ist mythisch angehaucht, schon allein wegen der Erwähnungen des Percht, der in Gestalt des Teufels im Buch auftaucht, und genau so nennt er sich selbst auch. Teufel.

Zwischendrin gibt es Widersprüche. Denn nichts im Roman, wirklich nichts, ist so, wie es scheint. Die Autoren, oder auch normale reale Psychologen nennen das Ganze Kausalattribution. Dies war der für mich interessanteste Teil im Buch. Vielleicht nicht jedem verständlich. Leicht beschrieben bedeutet es einfach, dass das Gehirn und etwas vollflunkert, was nicht da ist, weil es die falschen Zusammenhänge bildet. Und ja, unser Gehirn flunkert uns etwas vor, und in diesem Roman tut es das sogar ganz oft. Mit den meisten Wendungen habe ich tatsächlich mal nicht gerechnet. Und das fast über die Hälfte des Romans. Anderes habe ich ansatzweise erahnt, aber so doch dann auch nicht kommen sehen. Vielleicht wollte mein Gehirn aber auch nur die Wahrheit nicht wahrhaben? Wer weiß das schon. Meistens fühlt man sich im Roman unmittelbar dabei in der jeweiligen Situation.

Also: Passt auf euch auf. Besonders in der Zeit der Rauhnächte, die nun auf uns zukommen, und bis ins neue Jahr andauern. Nicht, dass Frau Percht, Frau Holle, oder ein Percht, Knecht Ruprecht oder die Wilde Jagd euch bestraft oder gar holt und einsammelt. Jedes Brauchtum ist irgendwie miteinander verwoben. Und viele haben dieselbe Aussage. :)

Zum Schluss noch einen Rat aus meiner Kinderzeit: :D „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? Niemand. Und wenn er kommt? Dann laufen wir“…...Ein wahrlich guter Rat, wenn jemand gejagt wird.

Ein Lied für das Rezensionsende zu finden, war diesmal schwer. Trotzdem, so merkwürdig wie es klingen mag, ist mir ständig eines durch den Kopf gegangen. Vielleicht liegt es an der Nähe zu Weihnachten, die noch da ist, auch wenn es nun vorbei ist. Vielleicht auch daran, dass dieses Lied in der Region geschrieben wurde, wo das Buch spielt. Und weil diese Region an Weihnachten im Buch nicht so still und nicht so ruhig ist, geben wir ihr nun ein wenig Ruhe. Also los:

„Stille Nacht! Heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht.
Nur das traute hoch heilige Paar. "Holder Knabe im lockigen Haar.
Schlaf in himmlischer Ruh'. Schlaf in himmlischer Ruh'!"“

Okay, okay, weil Weihnachten vorbei ist, ergänzen wir doch noch mit einem anderen Text. Weil wir eben nie wissen, wer um uns herum ein Monster ist, und warum er dieses ist. Denn manchmal versteckt sich das Monster in Verkleidung eines Menschen……. Oder eben andersherum ;)

„Your heart hits like a drum. The hunt has just begun.

Monsters stuck in your head. We are, we are, we are….

Monsters under your bed We are, we are….

We are monsters …..We are, we are…….we are monsters ….oh.“

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2019

Könnte es hier etwa ein Happy End geben, oder bleibt das alles eine Träumerei? :)

Weihnachtswunderträume
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Weihnachtswunderträume von Cara Lindon

Die Weihnachtswunderträume habe ich dieses Jahr kurz vor Weihnachten gelesen. Und weil das Fest mich fest im Griff hatte, und mir wenig Zeit für meine eigentlich ...

Weihnachtswunderträume von Cara Lindon

Die Weihnachtswunderträume habe ich dieses Jahr kurz vor Weihnachten gelesen. Und weil das Fest mich fest im Griff hatte, und mir wenig Zeit für meine eigentlich liebste Beschäftigung, das Lesen, gelassen hat, hole ich die Rezension nun nach. Doch auch, wenn ich das Lesen vernachlässigen musste, so wurde mir etwas Anderes gegeben. Nämlich Zeit mit meiner Familie. Und weil dieses Jahr so trubelig und unschön war, war ich froh, diese Zeit nun und jetzt haben zu dürfen. Denn manchmal passiert es viel zu schnell, dass man gar keine Zeit mehr miteinander hat. Aber eigentlich sollte ich hier ja ein Buch rezensieren, und damit fange ich nun mal an.

Ähnlich wie in der Einleitung geht es im Buch Weihnachtswinterträume im weitesten Sinne auch um das Thema Familie, und was diese aus uns macht, und aus uns werden lässt.

Wir haben zwei Hauptprotagonisten. Gemma und Ryan. Und um diese beiden dreht sich die Geschichte. Meistens aus Gemmas Sicht, aber auch aus der von Ryan. Und so bekommen wir auch kleine Einblicke oder Erwähnungen in deren beider Vergangenheit, so, dass wir nachvollziehen können, warum sie Dinge tun, die sie nun mal tun. Dabei kommt im Buch die typische Situation vor, dass wir Leser etwas wissen und erfahren, wovon die Protagonisten selbst nichts wissen. Dadurch entstehen, so wie meistens, Missverständnisse. Und wir als Leser sitzen kopfschüttelnd vorm Roman, und denken uns nur „Mensch, wieso hast du das denn nun verschwiegen, und nicht gesagt, dann wäre alles viel einfacher.“. Doch Einfachheit ist nichts, mit dem man einen lesenswerten Roman schreiben kann, denn dieser wäre dann ja nach ein paar Seiten schon zu Ende. Was vielleicht noch zu sagen sei, das ist, dass die Jahreszeit im Buch der Winter ist. Wir beginnen Ende Oktober, und wandeln dann die ganzen Wochen stetig auf Weihnachten zu. Also etwas, das wir alle gerade hinter uns haben. Trotzdem muss man das Buch nicht nur unbedingt an Weihnachten lesen, sondern kann es auch als leichte Winterlektüre betrachten, oder ganz einfach nun nach Weihnachten, um sich an die Tage, die hinter uns liegen, zu erinnern. Und überhaupt: Wer sagt uns, dass man nicht im Sommer auch ein schönes Weihnachtsbuch lesen kann? :D.

Für mich war dies das erste Buch von Cara Lindon, welches das Pseudonym von Christiane Lind ist, die eine sogenannte Buchserie namens „Cornwall Seasons“ geschrieben hat. In diesen kommt die Protagonistin Gemma als Randfigur vor, die wir hier nun besser kennenlernen. Ich würde es als kleines Winter Spin off dieser Serie betiteln. Die Figuren aus den Cornwall Seasons kommen hier auch vor, diesmal aber, verkehrte Welt, als Randfigur, während in den anderen Geschichten wohl jede ihre eigene Geschichte schreibt und hat. Und ja. Wie man am Name wohl ebenfalls merkt, spielen diese Romane, wie auch dieser, in Cornwall, zu verschiedenen Jahreszeiten, was ja nichts Schlechtes bedeuten kann, denn sein wir mal ehrlich: Landschaftlich gesehen ist diese Gegend wirklich wunderschön. Und wenn das Ganze dann noch toll und gut beschrieben wird, so dass man sich in die Situationen und an die Orte hineinversetzen kann, dann umso besser. So entstehen Reiseträume. Genug geträumt! Nun endlich mal zum Inhalt des Buches. Der irgendwie auch mit Träumereien zu tun hat…..

Die Geschichte ansich:

Gemma, Anfang 30, ist eine Tagträumerin sondergleichen. Oftmals findet sie sich in Situationen wieder, um dann zu bemerken, dass sie von jemand andrem „geweckt“ wurde, da sie sich wieder mal in einem ihrer Tagträume befunden hat. Sie arbeitet in einem Cafe als Buchhalterin. Dieses Cafe gehört Ben und Bree, ein sich liebendes Paar, welches wundervoll zusammenpasst. Wenn da nicht diese Sache wäre, dass Gemma früher für Ben eine gewisse Verliebtheit empfunden hat. Zusammen sind die beiden nach Cornwall gekommen, um neu anzufangen, wo Ben dann Bree kennengelernt hat. Gemma fühlt sich oftmals als 5. Rad am Wagen, selbst im Freundeskreis von Ben und Bree meint sie, nur „adoptiert“ worden zu sein. Doch nun ist es an der Zeit für Gemma, etwas Neues im Leben zu beginnen. Einen neuen Job. Hinzu kommt, dass sie Ben und Bree nicht auf der Tasche liegen will, wovon sie durch ihre Buchhaltungstätigkeit ja am besten weiß. Und Zahlen waren eigentlich noch nie ihr Ding, hat sie dieses Studium der Zahlen damals doch nur begonnen, um ihrem Vater zu gefallen.

Überhaupt ist alles sehr auf Gemmas Vater begründet, denn der hat nie Liebe für seine Tochter empfinden können, und damit war sie für ihn nie gut genug. Dazu vielleicht später ein wenig mehr.

Gemma liebt die Gärten Cornwalls, und die Gärtnerei in ihrem eigenen Garten. Als eine Stelle angeboten wird, als Hilfsgärtnerin, sieht sie ihre Chance, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Doch der Garten ist verwildert. Und es gibt einen weiteren Bewerber auf diese Stelle. Eben unser guter Ryan. Wer nachdenkt wird nun schon merken, dass da irgendwas nicht stimmt. Denn Ryan ist nicht der, der er vorgibt zu sein, und der Job ist nicht der Traum, von dem Gemma geträumt hat. Und so sehen wir im Roman, dass Tagträume schön und wundervoll sind, aber nicht immer mit der Realität einhergehen. Und manchmal reale Situationen da sind, die Träumereien schon sehr nahekommen. Ich sag ja, verkehrte Welt :D. Wobei das ja eigentlich das Schöne ist an einem Roman. Die Verwicklungen umeinander :). Was nun genau mit Gemma und Ryan passiert, und ob sie das Paar sind, welches am Ende glücklich sein wird, dies zu lesen, sei euch überlassen. Ich will ja auch nicht alles verraten ;). Nur so viel. Beide haben ihre Altlasten, und jeder im Leben hat ein Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen.

Das Cover:

Das Cover gefällt mir beim Buch sehr gut, schon allein, weil es nicht nur Weihnachten, sondern eben winterliche Szenen assoziiert, und damit wunderbar zum Thema passt.

Fazit:

En Ausbrechen aus der Gewohnheit. Eine Neuausrichtung des Lebensumfeldes und Lebens ansich, Ein Zwiespalt der sich begründet in der Angst, und das Zögerliche vor etwas Neuem, weil man Angst hat, dass es genauso schlimm wird, wie etwas, das man schon hatte. Man könnte auch sagen, die Angst vor dem Unbekannten, in welches man hineingeschleudert wird. Das sind nur einige der Thematiken im Buch.

Der Weg des geringsten Widerstandes ist nicht immer der beste Weg, denn manchmal müssen wir auch durch nicht so schöne Dinge hindurch, so schrecklich, wie es für das Leben sein mag. Vielleicht erkennen wir so erst, WAS im Leben uns glücklich macht. Es geht um die Wahl, nach dem Leben, mit den geringsten Widerstand, was uns am einfachsten erscheint, oder darum, auch mal etwas zu wagen, und ein völlig Neues Leben zu beginnen, sich zu widersetzen. Und hier wird man nachdenklich. Denn man kommt in Grübeleien. Hätte man sich früher seinem Vater widersetzen sollen? Hätte man das machen sollen, was einem selbst Spaß macht? Hätte man sich früher von ihm lösen sollen? Wo liegt die Schuld? Am Vater? An einem selbst? Hätte ich mich früher vom Freundeskreis lösen sollen, um eigenständig zu werden? Und überhaupt…………… geht es hier um Gemma oder um Ryan?????

Ebenfalls wird im Buch Verantwortung übernommen. Für Menschen….. für Tiere…… und wieder fragt ihr euch sicher….. ja von wem denn??? Gemma oder Ryan????

Ich würde ja sagen, für beide. Denn obwohl beide aus ganz verschiedenen Welten kommen, und ihre Probleme sich nicht gleichen, sind sie doch merkwürdig ähnlich, und basieren auf vielen gemeinsamen Dingen, die gleich sind. Es gibt Veränderungen im Leben. Für Gemma schon vorher, und nun auch für Ryan. Denn hier heißt es für beide: Sich von anderen lösen, die für uns Entscheidungen treffen, weil sie denken, es wäre das Beste für uns, und aus ihrem Schatten heraustreten.

Auf der anderen Seite: Manchmal ist das, wovon wir denken, dass es gut für uns ist, nicht das Beste. Man sollte sich immer auch von neuen Dingen überraschen lassen, und offen für Neues sein. :) Dies ist kein Widerspruch in sich. Dafür sollte man das Buch lesen.

Wovon der Roman wirklich lebt sind seine detailreichen und schönen Beschreibungen der Landschaften in Cornwall, einiger berühmter touristischer Ziele dort, und die Liebe der Hauptprotagonistin zur englischen Gartenkunst, welche unheimlich Lust darauf macht, im Frühling nach England zu fliegen, um sich tagträumerisch, und auch ohne Tagträume, springend und hüpfend diese Gärten anzusehen. Fast schon zu kitschig? Ach papperlapapp. Ich wüsste nicht, was es in Zeiten einer klimawandlerischen Welt Schöneres gibt als blühende Gärten….:)

Ja, okeeeee, ich gebe zu. Gemma ist eine Tagträumerin und liebt Gärten. Vielleicht erinnert sie mich damit, ab und zu, an mich. Das allein macht Protagonisten schon mal sympathisch. Dieses Gefühl, wenn man merkt, da ist jemand so wie man selbst. Und sei es eben ein Buchprotagonist. Aber ich will nicht voreingenommen sein. Gemma und Ryan sind auch so zwei Protagonisten, die das Herz am rechten Fleck haben. Ja. Dies vielleicht so sehr, dass es erklärt, dass andere Personen diesen rechten Fleck ausnutzen, oder nicht zu würdigen wissen. Dadurch denken die sympathischen Menschen dann, an ihnen sei irgendein Fehler, der nicht da ist, und daraus wiederum entsteht ………..genau………Unsicherheit. Und bei Unsicherheiten weiß man manchmal gar nicht mehr wie man agieren soll. Warum ich das alles erzähle? Zum einen, weil ich es wichtig für die Geschichte empfinde. Zum anderen weil ich………in dieser Rezension noch gar niemanden RICHTIG psychologisch analysiert habe. Bis jetzt eben. :)

Mein heutiges Lied fürs Rezensionsende…….. weil ich es einfach schön passend fand :)

„We met in the winter…… And we fell in love…………

It's just like make believe. Each night is New year's eve. Each day is Christmas day. You make me feel this way.
It's gonna snow outside…….. The weather will be cold.
But I'm gonna be warm, ho ho, this winter.“

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