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Veröffentlicht am 15.09.2016

Hat mir nicht gefallen

The other Girl
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Hörbuch: The other Girl, ungekürzte Lesung.
Kernpunkt des Romans ist die Entführung der beiden Zwölfjährigen Lois und Carly May vor ca. 20 Jahren. Sie halten sich sechs Wochen mit ihrem Entführer Zed in ...

Hörbuch: The other Girl, ungekürzte Lesung.
Kernpunkt des Romans ist die Entführung der beiden Zwölfjährigen Lois und Carly May vor ca. 20 Jahren. Sie halten sich sechs Wochen mit ihrem Entführer Zed in einer Waldhütte auf, ohne dass ihnen von Zed irgendetwas angetan wurde. Bei der Befreiung durch die Polizei erschießt sich Zed. Mittlerweile sind die beiden Mädchen erwachsene Frauen und treffen nach vielen Jahren wieder aufeinander.

Ich gliedere meine Beurteilung in die Teile der Geschichte, die ich besser fand und die Bereiche, die ich als schlecht gelöst ansehe:

Zwei und mehr Sterne:
Gut vermittelt wurde mir, dass für die beiden Mädchen hinterher nichts mehr ist, wie es mal war. Das deckt sich mit dem Untertitel des Buches “Du kannst niemals ganz entkommen”. Nicht schlecht fand ich auch die Idee, dem Leser das damals Geschehene nicht direkt zu erzählen, sondern als Hilfsmittel die Umsetzung in dem Buch zu präsentieren.

Nur ein Stern:
ganz nervig fand ich die Geschichte mit Lois und Sean. Der Student belästigt und bedrängt die Professorin, ist unverschämt, fordernd und fast gefährlich, hackt sich in ihren Computer. Trotzdem trifft Lois sich mit ihm. Sie hätte sicher auch über die Uni Mittel gefunden, sich den Nachstellungen von Sean zu erwähren, aber Lois lässt das einfach zu.
Die größte Enttäuschung war die, dass keine der Fragen, die für den Leser auftauchen, beantwortet wird. Warum blieben die beiden Mädchen bei ihrer Entführung so ganz ohne Gegenwehr? Es wirkt beinahe freiwillig, auch ihr Aufenthalt in der Hütte zeigt keine Ängste oder Fluchtgedanken. Was waren die Motive des Entführers Zed? Wollte er die Mädchen einfach nur festhalten? Und was dann?

Es wären genug Ansätze da gewesen, eine gute und spannende Geschichte zu erzählen. Aber da der Leser/Hörer zum Schluss mit allen auftauchenden Fragen alleingelassen wird, reduziert es sich für mich auf stundenlange (765 Minuten) Monologe der beiden Frauen.
Und es gab eine weitere Problematik, dass nämlich die beiden Sprechstimmen nicht klar voneinander unterscheidbar waren und man deshalb beim Hören oft nicht genau wusste, ob nun Lois oder Carly May spricht.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Holmes und Watson

Holmes und ich – Die Morde von Sherringford
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Nach den Kino- und ARD-Verfilmungen von Sherlock sind mir die beiden Engländer auch ans Herz gewachsen. Mittlerweile weiß ich, dass echte Fans jeden Fall genauestens kennen und dass beispielsweise der ...

Nach den Kino- und ARD-Verfilmungen von Sherlock sind mir die beiden Engländer auch ans Herz gewachsen. Mittlerweile weiß ich, dass echte Fans jeden Fall genauestens kennen und dass beispielsweise der Reichenbachfall in der Schweiz durch Sir Arthur Conan Doyle Weltruhm erlangt hat. Und nun die Buchidee, dass Holmes und Watson tatsächlich gelebt haben und es deshalb auf beiden Seiten Nachfahren gibt, die mit dem Ruhm der beiden Helden weiterleben.

James Watson kommt mittels eines Stipendiums nach Amerika an ein Elite-Internat. Er weiß, dass dort ein Sproß der Holmesfamilie, nämlich Charlotte, studiert. Das ist eigentlich der wichtigste Anreiz für James, von seinem geliebten London wegzugehen. Im Internat trifft Watson bald auf Holmes und gerät in eine Schlägerei, weil er Charlotte gegen Pöbeleien eines widerlichen Mitschülers mit Fäusten verteidigt. Genau dieser Mitschüler wird wenig später ermordet und viele Spuren zeigen auf Holmes und Watson als Mordverdächtige. Charlotte hat schon Erfahrungen in der Aufklärung von Verbrechen gesammelt und die beiden schließen sich zusammen, um ihre Unschuld zu beweisen.

Leider fand ich den weiteren Verlauf der Ereignisse und den Ermittlungsansätzen von Holmes und Watson etwas zäh und langatmig. Die viel zu langen Kapitel haben dies noch gefördert. Ein bißchen fade fand ich, dass Watson Charlotte zwar anhimmelt, aber doch die ganze Zeit an ihr zweifelt und immer wieder in Betracht zieht, dass sie evtl. doch eine Mörderin sein könnte. Dem Leser ging es teilweise so wie Watson, der ständig versucht zu hinterfragen, dem aber alle wichtigen Erkenntnisse vorenthalten werden. Irgendwie hat dann Charlotte mit Hilfe ihres Bruders und dessen dubiosen Helfern alles ermittelt und die Fälle geklärt.
Also die Grundidee des Buches und besonders die Besetzung des Mädchens Charlotte für Sherlock fand ich gut, der eigentliche Fall hat mich nicht überzeugt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

gefällt mir

Veilchens Feuer
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Ich kenne den ersten Veilchenkrimi nicht und somit auch nicht Valerie Mauser. Doch sie gefällt mir: jung und frech, aber auch kompetent in ihrem Beruf. Amüsiert habe ich mich über ihre Souffleuse bzw. ...

Ich kenne den ersten Veilchenkrimi nicht und somit auch nicht Valerie Mauser. Doch sie gefällt mir: jung und frech, aber auch kompetent in ihrem Beruf. Amüsiert habe ich mich über ihre Souffleuse bzw. das Teufelchen, dass auf ihrer Schulter sitzt und immer vorlaute Bemerkungen in die Gespräche reinruft. Als Kommissarin verkneift sich Valerie, diese Spitzen laut zu formulieren, obwohl einiges passend gewesen wäre.
Der eigentliche Fall ist von den Ermittlungen und dem Einsatz her nicht spektakulär. Hier geht es viel mehr um die einzelnen Charaktere auf beiden Seiten und den humorvollen Schreibstil. Zum Schluß platziert der Autor noch einen echten Cliffhanger um seine Leser auf einen Folgeband einzustimmen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

traurig

Das Mädchen mit dem Fingerhut
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Das Erscheinungsbild dieses kleinen, gebundenen Buches ist etwas Besonderes. Das gemalte Coverbild passt sehr gut zur Hauptperson.

Es ist die traurige und deprimierende Geschichte dieses kleinen Mädchens. ...

Das Erscheinungsbild dieses kleinen, gebundenen Buches ist etwas Besonderes. Das gemalte Coverbild passt sehr gut zur Hauptperson.

Es ist die traurige und deprimierende Geschichte dieses kleinen Mädchens. Sie selbst und der Leser wissen so gut wie nichts über sie. Sie kennt nicht mal ihren Namen, so nennt sie einfach den Namen Yiza, obwohl sie und die Jungs wissen, dass das kein Name ist. Der Autor schafft es durch seine Schreibweise, die Hoffnungslosigkeit dieser drei obdachlosen Kinder auszudrücken. Beispiel ein Zitat des älteren Jungen Schamhan über Yiza (S. 80): Sie weiß nicht einmal, wie sie heißt. Wer nicht weiß, wie er heißt, der hat keine Mutter und keinen Vater. Mutter und Vater sagen den Namen.

Es fällt schwer, diese Verlorenheit und Ausweglosigkeit zu begleiten. Insgesamt keine schöne Geschichte, sondern eine, die den Leser ratlos zurücklässt. Ein bißchen tröstlich fand ich, dass Yiza wenigstens von den beiden Jungs ordentlich behandelt und nicht reingelegt wurde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

bekannte Qualität

Nun ruhet sanft
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Bis auf einen habe ich alle Dühnfort-Krimis gelesen. Und bin von der Serie überzeugt. Ich weiß noch, dass ich beim ersten Band begeistert war über die Charakteren rund um Kommissar Dühnfort, die Frau Löhnig ...

Bis auf einen habe ich alle Dühnfort-Krimis gelesen. Und bin von der Serie überzeugt. Ich weiß noch, dass ich beim ersten Band begeistert war über die Charakteren rund um Kommissar Dühnfort, die Frau Löhnig sehr gut aufgebaut hat. Ich lese sehr viele Krimis, auch Regional-Krimis, und muss dort leider oft feststellen, dass die Teams schwach, lieblos und stereotyp zusammengeschustert werden.
Der Fall selbst war spannend bis zum Schluß. Die Ermittlungen sind zwar träge und führen nicht voran, aber der Leser steht wohl hinter Dühnforts These, dass der unsympathische Hauptverdächtige geknackt werden muss.
Inge Löhnig hat einen Schreibstil, der mich fesselt. Und so bin ich auch an diesem Buch gerne drangeblieben um dem Ergebnis auf die Spur zu kommen.
Auf den Nachfolger freue ich mich auch schon.