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Veröffentlicht am 27.11.2017

Tochter des dunklen Waldes von Katharina Seck

Tochter des dunklen Waldes
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Inhalt

Mit ihrem Onkel und ihrer Tante lebt Lilah am Rand des dunklen Waldes, der an das Dörfchen Grünweite grenzt. Die Dorfbewohner erzählen sich schon seit jeher Schauergeschichten über den düsteren ...

Inhalt

Mit ihrem Onkel und ihrer Tante lebt Lilah am Rand des dunklen Waldes, der an das Dörfchen Grünweite grenzt. Die Dorfbewohner erzählen sich schon seit jeher Schauergeschichten über den düsteren Morgenwald, in dem die wunderlichsten Kreaturen hausen sollen. Niemand betritt den dunklen Wald freiwillig und dennoch fühlt Lilah sich auf unerklärliche Weise von ihm angezogen. Er übt eine Faszination auf sie aus, die sie sich selbst nicht erklären kann. Als dann eines Morgens die Leiche einer jungen Frau am Waldrand gefunden wird und Lilahs Sommerliebe Dorean spurlos verschwindet, beschließt sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch dazu muss Lilah sich all den düsteren Legenden stellen und sich selbst in den dunklen Morgenwald wagen...

Mein Eindruck

Zu Beginn von „Tochter des dunklen Waldes“ steht ein Prolog, der das Märchen vom träumenden Mädchen und dem Eichenherz erzählt. Ein perfekter Einstieg, der die Angst der Dorfbewohner vor dem Wald verdeutlicht und eine düstere, schauderhafte Kulisse heraufbeschwört. Die Grundidee hinter dem Buch hat mich von Anfang an gefangengenommen. Ein dunkler Wald, von düsteren Mythen umrankt, ein junges Mädchen und ihre große Liebe. Was sich im Morgenwald offenbart ist wirklich magisch, auch wenn ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten möchte.

Katharina Secks Schreibstil ist ausschweifend, atmosphärisch und steckt voller Details, die den dunklen Wald lebendig werden lassen. Dennoch wirkt die Sprache dadurch sehr tragend und gemächlich, es gibt viele Schachtelsätze und der Handlungsfortschritt hat doch das ein oder andere Mal durch die ausufernden Beschreibungen gelitten. Leider verliert sich die Spannung allzu oft in den ausufernden Beschreibungen der Umgebung, sodass die Handlung stellenweise nicht wirklich vorankommt. Der rote Faden ist allerdings deutlich zu erkennen und es gibt einige unerwartete Wendungen. Dennoch ist insgesamt ein Großteil der Handlung für mich doch zu vorhersehbar gewesen und die Enthüllungen haben mich nicht mehr wirklich überraschen können.

Auf der einen Seite wird die Kulisse liebevoll und detailliert beschrieben, aber auf der anderen Seite hat es durchaus Passagen gegeben, die vor allem inhaltlich nicht detailliert genug gewesen sind. Besonders im letzten Drittel hat mir handlungstechnisch gesehen etwas die Tiefe gefehlt, um vollständig in die Erzählung abtauchen zu können. Nach der Lektüre sind bei mir also noch immer einige Fragen offen, die im Handlungsverlauf nicht ganz zufriedenstellend beantwortet worden sind.

Lilah und Dorean haben mir als eigenständige Protagonisten gut gefallen und auch als Pärchen haben die beiden durchaus Potential, dass allerdings nicht vollständig ausgeschöpft worden ist. Lilah wirkt sehr jung, teilweise naiv und läuft Dorean hinterher, obwohl er sie mehrfach abweisend behandelt. Dorean hingegen wirkt von Anfang an sehr mysteriös und es ist offensichtlich, dass er etwas verbirgt. Seine Seite konnte ich stets gut nachvollziehen, wohingegen ich bei Lilahs Entscheidungen einige Male nur den Kopf geschüttelt habe. Beide bleiben leider vergleichsweise blass und auch ihre große Liebe war für mich leider nicht ganz nachvollziehbar.

Katharina Seck beweist in „Tochter des dunklen Waldes“ ihre Kreativität und fängt die Atmosphäre des dunklen Waldes wunderbar ein. Insgesamt hat die Autorin mit ihrem neuesten Werk eine magische Welt geschaffen, die den Schauplatz für eine Geschichte voll Freundschaft, Magie und Geheimnissen bildet. Dennoch ist bei mir besonders durch den ausufernden Schreibstil der Funke nicht ganz übergesprungen. Auch inhaltlich hat mich die Erzählung nicht völlig fesseln können. Dennoch erhält das Buch solide 3 Sterne von mir und wer gerne mehr über die Magie des Waldes erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, sich an der Seite von Lilah selbst in den dunklen Morgenwald zu begeben ;)

Bewertung: 3 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal
http://prettytigerbuch.blogspot.de

Veröffentlicht am 12.10.2019

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte (Bd.1) von Laini Taylor

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte
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Rezension:

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte erzählt die Geschichte des Träumers Lazlo Strange, der mit seinen Gedanken lieber tief in den Mysterien der Stadt Weep steckt, als sich mit dem ...

Rezension:

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte erzählt die Geschichte des Träumers Lazlo Strange, der mit seinen Gedanken lieber tief in den Mysterien der Stadt Weep steckt, als sich mit dem wahren Leben auseinanderzusetzen. Geschichten bestimmen seinen Alltag, genau wie das Rätsel um die verborgene Stadt - einst eine blühende Handelsstadt, doch heute von sämtlichen Landkarten getilgt.

Das Buch ist ein faszinierendes Konstrukt von Rätseln, Träumen und Geheimnissen, die es zu lüften gilt. Die Story verläuft in eine Richtung, die mir gut gefallen hat und auch nach dem Lesen noch beschäftigt. Lazlo Strange ist ein Traumtänzer, seine Gedanken schweben schneller davon als Federn im sachten Windhauch. Er drängt sich niemals in den Vordergrund, ist genügsam und auch sonst ist nichts besonders Auffallendes an ihm. Dennoch ist er als Hauptfigur faszinierend. Er macht im Verlauf der Handlung eine starke Wandlung durch, als er langsam seinen Platz auf der Welt findet und dem Geheimnis von Weep immer näher kommt.

Auf seiner großen Reise durch das Land ist Lazlos Vorfreude und Neugier auf die verborgene Stadt wirklich ansteckend. Welches Geheimnis umgibt Weep? Etwa Dreiviertel der Kapitel sind rätselhaft, mysteriös und schüren die Erwartungen, wenngleich die Handlung dadurch stellenweise etwas langsam voranschreitet.

Die Erzählung ist insgesamt in drei Abschnitte unterteilt. Im ersten lernen wir Lazlo und seine Träume kennen. Neben Lazlo lernen wir auch weitere Figuren kennen, deren Rolle ab dem zweiten Abschnitt zunehmend wichtiger für die Storyline wird - auch wenn sich die Zusammenhänge beim Lesen nicht auf Anhieb ergeben, sondern erst auf den letzten Seiten offenbart werden.

Eine Geschichte, die ich wohl noch viele weitere Kapitel hätte genießen können - wenn nicht ein abrupter Cut Lazlos Abenteuer beendet hätte. Der erste Band endet relativ plötzlich und mündet in eine Leseprobe zur Fortsetzung, auf deren Erscheinen wir uns allerdings noch bis November gedulden müssen (Strange the Dreamer - Ein Traum von Liebe).

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte ist anders als jedes Buch, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Es ist zeitlos, traumhaft und rinnt stetig wie der Sand in einer Sanduhr. Die Geschichte ist griffig und entgleitet beim Lesen dennoch wie ein Traum. Ein starker, detailreicher Auftakt von Laini Taylor, der definitiv Lust auf den nächsten Band macht!

Bewertung: 4 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal
https://prettytigerbuch.blogspot.de

Veröffentlicht am 29.09.2019

Flammenflug (Bd.1) von Melissa Caruso

Flammenflug
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Flammenflug ist das Debüt von Autorin Melissa Caruso und der erste Band einer Fantasy-Trilogie. Mir war zwar beim Lesen nicht unbedingt bewusst, dass es noch zwei weitere Teile geben wird, aber im Nachhinein ...

Flammenflug ist das Debüt von Autorin Melissa Caruso und der erste Band einer Fantasy-Trilogie. Mir war zwar beim Lesen nicht unbedingt bewusst, dass es noch zwei weitere Teile geben wird, aber im Nachhinein freut es mich, dass wir bereits Anfang nächsten Jahres ein weiteres Abenteuer mit Amalia und Zaira erleben dürfen (Sturmschwingen, 31.01.2020, Bastei Lübbe)!

Exsolvo - ein Wort voller Macht, das die zerstörerische Magie eines Falken freisetzt. Resolvo - ein Wort, das die Macht eindämmt und die Magie eines mit dem Magiermal geborenen Menschen eindämmt. Raverras Macht stützt sich allein auf dieses Zusammenspiel zwischen einem Falken und seinem Falkner. Bereits in jungen Jahren werden die Magiegeborenen als Soldaten rekrutiert und an einen Hüter gebunden, der ihre Macht entfesseln oder in Zaum halten kann. Zaira allerdings hatte nie vor, ein Falke zu werden, als ausgerechnet die Erbin der mächtigsten Adelsfamilie in der Stadt, Dama Amalia Cornaro, sich mit ihr verbindet. Ein Ereignis, dass das politische Gleichgewicht gefährlich aus der Ruhe bringt.

Melissa Caruso baut ihre Storyline langsam und beständig auf, sodass die ersten Kapitel noch etwas zäh erscheinen. Dennoch gelingt es ihr gut, die Hintergründe zu erläutern, sodass die Geschichte schon bald an Fahrt aufnimmt. Dann ist Flammenflug durchzogen von politischen Ränkespielen und Intrigen, die sich im Verlauf der Geschichte auswachsen. Ein Minenfeld, in das Amalia und Zaira hineingeworfen werden. Allerdings lässt sich die Autorin bei der Ausarbeitung der Handlung nicht in die Karten sehen und bis zum Ende musste ich rätseln, wer die Drahtzieher hinter den Komplotten gegen den Stadtstaat Raverra waren.

Die Hauptcharaktere Amalia und Zaira passen auf den ersten Blick keinesfalls zusammen. Eine vornehme Dame von Stand, der es in ihrem Leben bisher an nichts fehlte, und eine Straßengöre, die sich mit Diebstählen über Wasser fält und für die jeder Tag ihres bisherigen Lebens ein Kampf war. Die Beziehung der beiden als kompliziert zu beschreiben wäre wohl die Untertreibung des Jahrhunderts. Und doch sind beide aneinander gebunden - um einen Krieg zu verhindern müssen sie zusammenarbeiten.

Angesiedelt ist Flammenflug in Raverra, einer Stadt, die mit ihren Kanälen und verwinkelten Gässchen stark an Venedig erinnert. Das Setting ist eine Mischung aus Moderne und Vergangenheit. Die äußeren Gegebenheiten und das Erscheinungsbild der Menschen erinnert an ein längst vergangenes Jahrhundert, sprachlich sind wir alerdings um einiges fortschrittlicher unterwegs, was den Umgang zwischen den Hauptfiguren etwas weniger steif wirken lässt.

Auch wenn die Magie stetig präsent ist, bleibt sie doch ein Nebenmotiv. Der Hauptfokus liegt auf der Entwicklung der Geschehnisse in Raverra, was insgesamt allerdings nicht störend ist. Ganz im Gegenteil. Mit jedem weiteren Kapitel gelingt es der Autorin, mich mehr gefangen zu nehmen, auch wenn anfangs die Geografie noch etwas unübersichtlich erscheint.

Flammenflug ist ein historisch, fantastischer Politkrimi, der gut zu unterhalten weiß. Die Prinzipien der Magie, die hinter den Falken und ihren Falknern stecken, sind eingängig und in einer spannenden Storyline ausgearbeitet. Magisch, fesselnd, voller Intrigen und Machtspielchen - und mit zwei durchaus schlagkräftigen Protagonistinnen.

Bewertung: 3,5 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal
https://prettytigerbuch.blogspot.com/

Veröffentlicht am 17.07.2019

Das Herz aus Eis und Liebe (Bd.2) von Renée Ahdieh

Das Herz aus Eis und Liebe
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Meine Rezension:

Mariko steht die schwerste aller Prüfungen bevor: Ōkami wird im kaiserlichen Palast gefangen gehalten, der Schwarze Clan scheint zerschlagen und sie selbst soll in wenigen Tagen die Ehefrau ...

Meine Rezension:

Mariko steht die schwerste aller Prüfungen bevor: Ōkami wird im kaiserlichen Palast gefangen gehalten, der Schwarze Clan scheint zerschlagen und sie selbst soll in wenigen Tagen die Ehefrau von Prinz Raiden werden, dessen unberechenbarer Bruder Roku derzeit auf dem Thron sitzt. Dennoch weigert sie sich die Hoffnung aufzugeben. Mariko kämpft - um die zu schützen, die sie liebt.

Eine magische Geschichte mit faszinierenden Komponenten, mit so manchem Plot-Twist und einem besonderen Flair durch das japanische Setting. Der Auftaktband der neuen Reihe von Renée Ahdieh hat mich in vielen Punkten überzeugt - der Einstieg in den zweiten Band der Dilogie wollte mir zu Beginn dann allerdings nur schwer gelingen. Ohne Hilfestellung durch eine Zusammenfassung der Vorgeschehnisse waren die vielen Namen schlicht und ergreifend verwirrend. So hat es eine Weile gedauert, bis ich in Marikos Welt wieder Fuß fassen konnte.

Doch auch danach konnte mich die Erzählung erst gegen Ende hin richtig fesseln. Die unbeschwerte Kulisse des Jukaiwaldes und der gelegentliche Humor unter den Männern fehlten. Eingetauscht gegen das gefährliche Terrain des kaiserlichen Palastes, wo Mariko sich schnell in Machtspiele verwickelt sieht. Die Storyline ist zwar stimmig, dennoch gefiel mir das Setting des ersten Bandes bei weitem besser.

Mariko ist auch im zweiten Band unerschütterlich und stark, ihr Kopf steckt voller Ideen, um Ōkami aus seiner dunklen Zelle zu befreien. Dennoch konnten neben ihr die meisten Charaktere nicht zeigen, was in ihnen steckt. Vielmals bleiben die Beschreibungen an der Oberfläche, sodass die Figuren weniger griffig erschienen, als noch in „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“. Zwischen den einzelnen Kapiteln kommt es immer wieder zu Sprüngen, sodass die Szenen in sich oftmals nicht abgeschlossen wirken. Zudem bleibt manches ungesagt, sodass sich der Leser einige Schritte der Handlung selbst ausmalen kann.

Der Abschluss und besonders die Szene im Epilog haben mir dann doch noch gut gefallen. Mit „Das Herz aus Eis und Liebe“ endet Marikos Geschichte, auch wenn einige Fragen offen bleiben. Ein zäher Einstieg und für mich nicht ganz überzeugende Charaktere machen das Buch allerdings zu einem eher durchwachsenen Leseerlebnis. An den Auftakt der Reihe reicht die Fortsetzung somit nicht heran. Nichtsdestotrotz ist Renée Ahdieh ein runder Abschluss gelungen, der die Grundstory in vielen Punkten abschließt.

Bewertung: 2,5 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal • https://prettytigerbuch.blogspot.de

Veröffentlicht am 30.06.2019

Bloodbound - Die Garde des Königs (Bd.1) von Erin Lindsey

Bloodbound - Die Garde des Königs
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Inhalt:

Gemeinsam mit seinem Bruder zieht König Eric White gegen das Aufgebot der feindlichen Oridianer in den Krieg. Sie sind dem Feind zahlenmäßig überlegen, der Sieg scheint zum Greifen nah. Und doch ...

Inhalt:

Gemeinsam mit seinem Bruder zieht König Eric White gegen das Aufgebot der feindlichen Oridianer in den Krieg. Sie sind dem Feind zahlenmäßig überlegen, der Sieg scheint zum Greifen nah. Und doch lässt Tomald White seine Truppen nicht ziehen, als sein Bruder in einen Hinterhalt des Feindes gerät. Nur Alix Blacks beherztem Eingreifen ist es zu verdanken, dass Eric White den Verrat seines Bruders überlebt. Aus Dank wird Alix zum Hauptmann der königlichen Leibwache ernannt und verbringt von nun an jede Minute an der Seite ihres Königs. Eine denkbar schwere Aufgabe, denn noch immer trachtet Prinz Tomald seinem Bruder nach dem Leben. Alix gelangt an ihre Grenzen, um des Königs Leben mit ihrem eigenen zu verteidigen. Und als wäre das nicht genug, spielen ihre eigenen Gefühle vollkommen verrückt. König Eric scheint Gefallen an Alix gefunden zu haben und auch ihr Kamerad und bester Freund Liam macht ihr Avancen, die Alix vor die schwerste Entscheidung ihres bisherigen Lebens stellen…

Mein Eindruck:

Auf „Bloodbound“ von Erin Lindsey hat mich vor allem der Klappentext neugierig gemacht, denn schon dort wird die Vermischung von High Fantasy und Romance angedeutet, die mich so gespannt auf die Geschichte gemacht hat. Auch das Cover hat mir auf den ersten Blick gut gefallen und so landete der erste Band der Erzählung ohne groß darüber nachzudenken in meinem Warenkorb. Der Beginn lief dann aber doch etwas holprig für mich an. Es gibt leider weder eine Karte, noch ein Personenverzeichnis, sodass ich mich teilweise etwas orientierungslos gefühlt habe. Es prasseln so viele verschiedene Namen auf einen ein, dass es eine ganze Weile gedauert hat, bis ich mich vollkommen zurechtgefunden habe.

Bei mir gibt es immer wieder Phasen, in denen ich gerne High Fantasy lese, doch bisher hatten Liebesgeschichten in solchen Heldenepen eher weniger Platz. Natürlich gab es die ein oder andere Liebelei, aber nie war sie dabei ein tragender Pfeiler der Handlung. Mir persönlich hat Erin Lindseys Mischung gut gefallen. Die Romantik entwickelt sich natürlich und wirkt deshalb an keiner Stelle des Romans unpassend. Sie ist stets präsent und doch gelingt der Autorin ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen emotionalen Verwirrungen und epischem Schlachtengetümmel.

Alix Black, die beste Kämpferin der königlichen Armee ist für „Bloodbound“ eine wirklich passende Hauptprotagonistin. Sie ist stark und tapfer – besonders für ihre jungen Jahre. Ohne Furcht stellt sie sich jedem Feind in den Weg. Und doch hat sie Probleme, sich ihren eigenen Gefühlen zu stellen. Sie ist hin- und hergerissen zwischen zwei Männern, die um ihre Gunst kämpfen. Der eine ist ihr bester Freund und der andere ihr König, dem sie zu Gehorsam verpflichtet ist. Sie muss sich mit ihrem Innersten auseinandersetzen und am Ende eine Entscheidung treffen.

Obwohl Alix eine starke Protagonistin ist, hat sie dennoch auch eine weiche Seite. Die Frau in ihr geht nie verloren. Sie muss wie jeder andere Soldat der Armee für ihre Erfolge kämpfen und dabei an einigen Stellen ganz schön etwas einstecken. Auch die Nebencharaktere fallen sehr vielfältig aus und haben ausreichend Tiefe. Man erfährt einiges über deren Hintergrundgeschichten und lernt Alix Kameraden dadurch näher kennen. Der Autorin ist es gelungen, mich ein ums andere Mal zu überraschen. Ihre Ideen sind gut und packend umgesetzt, wobei der Schreibstil stets flüssig bleibt. Besonders das Ende hat mich überzeugen können und ich bin schon gespannt, wie es mit Alix im zweiten Band weitergeht!

Für mich stellt „Bloodbound“ eigentlich eine komplett in sich geschlossene Geschichte dar, doch im August erscheint mit „Bloodbound - Der Weg der Wölfe“ ein weiterer Band, der von Alix Abenteuern erzählen wird. Auch ein dritter Band ist schon in Planung. Für die Höchstbewertung reicht es leider nicht ganz, aber wer Lust auf gewaltige Schlachten und eine feinfühlige Romanze hat, dem kann ich Erin Lindseys Buch nur empfehlen.

Bewertung: 4,5 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal
https://prettytigerbuch.blogspot.de/