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Veröffentlicht am 04.10.2018

Das Mädchen aus Feuer und Sturm (Bd.1) von Renée Ahdieh

Das Mädchen aus Feuer und Sturm
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Mein Eindruck:

Mit „Zorn und Morgenröte“ und „Rache und Rosenblüte“ hat Renée Ahdieh bereits zwei fantastische Jugendbücher bei one, einem Imprint der Verlagsgruppe Bastei Lübbe veröffentlicht, bevor ...

Mein Eindruck:

Mit „Zorn und Morgenröte“ und „Rache und Rosenblüte“ hat Renée Ahdieh bereits zwei fantastische Jugendbücher bei one, einem Imprint der Verlagsgruppe Bastei Lübbe veröffentlicht, bevor nun mit „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ das dritte Buch der Autorin ins Deutsche übersetzt wurde. Dieses Mal entführt uns die Geschichte nicht in den Orient, sondern ins ferne Japan, wo die junge Mariko sich auf der Reise zu ihrem Verlobten Minamotu Raiden befindet, dem erstgeborenen Sohn des Kaisers. Bevor Mariko ihr Ziel allerdings erreicht, wird ihr Geleitzug rücksichtslos überfallen. - und Mariko schwört Rache. Als Junge verkleidet unterwandert sie den Schwarzen Clan, um herauszufinden, wer hinter dem heimtückischen Anschlag auf ihr Leben steckt.

Ein spannender Ansatz, der mich schon nach den ersten Kapiteln an die chinesische Ballade von Mulan erinnert hat, sich inhaltlich jedoch (glücklicherweise) davon abhebt. Immer wieder sind japanische Begriffe eingestreut, die die Geschichte authentisch wirken lassen und in einem ausführlichen Glossar am Ende erläutert werden. Das fortwährende Nachschlagen behindert allerdings auch den Lesefluss, denn die unbekannten Begriffe häufen sich doch stellenweise sehr und waren für mich nicht immer leicht zu behalten.

Die Kulisse und Schauplätze wie der düstere Jukaiwald oder die schillernde Kaiserstadt Inako werden lebendig beschrieben. Auch die vielen unterschiedlichen Charaktere erwachen durch verschiedenste Charakterzüge zum Leben. Besonders Mariko als seltsames, aber kluges Mädchen mit ihrem Erfindergeist hat mir gut gefallen. Ihr ist viel daran gelegen, den Erwartungen ihrer Familie gerecht zu werden, doch als sich die Gelegenheit bietet, frei von allen Verpflichtungen zu leben, schließt sie sich ohne zu überlegen den Männern des Schwarzen Clans an. Sie lernt deren Welt kennen, die stellenweise derb ist, ein einfaches Leben, wahre Freundschaft, aber auch Zusammenhalt und harte körperliche Arbeit. Und ohne es zu wollen schleicht sich eines der Clanmitglieder ganz besonders in ihr Herz, sodass auch eine kleine romantische Nebenlinie Teil der Geschichte ist.

Die Handlung entwickelt sich stellenweise langsam, mit gelegentlichen Längen im Mittelteil. Dennoch ist die Storyline fesselnd und weiß mit guten Ideen zu überzeugen. Besonders zum Ende hin passiert so einiges, sodass die Handlung schlussendlich in einen spannenden Showdown gipfelt. Insgesamt sind für mich jedoch einige Verwicklungen in der Hektik zum Schluss doch etwas untergegangen. Nach den doch eher gemächlichen Passagen im Mittelteil schreitet die Handlung in den letzten Kapiteln sehr schnell voran, wodurch sie stellenweise sprunghaft erscheint.

Nichtsdestotrotz kann ich „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ mit einem absolut guten Gefühl zur Seite legen. Renée Ahdieh hat eine magische Geschichte mit faszinierenden Komponenten geschaffen, die mit so manchem Plot-Twist aufwarten kann. Durch das japanische Setting wird ein ganz besonderes Flair vermittelt, das mir viel Lesespaß bereitet hat. Ich bin gespannt, wo Marikos Weg noch hinführen wird!

Bewertung: 4,5 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal • https://prettytigerbuch.blogspot.dehttps://www.facebook.com/prettytigerbuch/

Veröffentlicht am 07.02.2018

Bird & Sword (Bd.1) von Amy Harmon

Bird and Sword
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Inhalt:

Seit vielen Jahren schon sind die magischen Begabungen der Spinner, Heiler, Weber und Wandler im Königreich Jeru verboten. Wer seine Gabe gebraucht wird ohne Verhandlung gerichtet. So auch Larks ...

Inhalt:

Seit vielen Jahren schon sind die magischen Begabungen der Spinner, Heiler, Weber und Wandler im Königreich Jeru verboten. Wer seine Gabe gebraucht wird ohne Verhandlung gerichtet. So auch Larks Mutter Meshara, die sich selbst opfert, um die Gabe ihrer einzigen Tochter geheim zu halten und deren Leben zu schützen. Mit ihrem letzten Atemzug lässt sie Lark verstummen und bindet ihr Leben an das ihres Vaters. Von nun an kann keiner ohne den anderen überleben. Stirbt einer, so stirbt auch der andere innerhalb von Sekunden.

Die letzten 15 Jahre hat Lark deshalb als Schutzgefangene auf der Burg ihres lieblosen Vaters verbracht. Erst ein drohender Krieg befreit sie aus ihrem goldenen Käfig. Und Tiras, der Sohn ebenjenes Mannes, der Larks Mutter getötet hat, zeigt ihr, dass das Leben noch so viel mehr zu bieten hat. Obwohl Lark stumm ist, scheint er sie auch ohne Worte zu verstehen und die beiden kommen sich trotz ihrer Abstammung gefährlich nahe ...

Eindruck:

Der Ansatz ist zunächst vielversprechend und das Cover ein absoluter Eyecatcher. Mit „Bird & Sword“ wagt sich Autorin Amy Harmon nun zum ersten Mal an das Genre der Fantasy heran. Doch es hat einen Grund, dass ich mir für diese Rezension etwas länger Zeit genommen habe, denn die Geschichte hat mich leider nicht so stark berührt, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte.

Schon der Einstieg ist etwas holprig und mein größter Kritikpunkt an der Erzählung ist wohl das etwas zu platte Worldbuilding. Natürlich lässt sich die Gestaltung sicherlich nicht mit einem der ausgeklügelten und namhaften Werke der High Fantasy vergleichen, aber die Länder waren für mich lediglich Namen auf dem Papier, mit denen ich rein gar nichts verbinden konnte. Zudem gibt es kaum Hintergrundinformationen zum Königreich Jeru und mein Kopfkino hat sich einfach nicht eingeschaltet.

Auch viele der einzelnen Szenen sind sehr schnell abgehandelt worden, sodass es oftmals an Tiefe mangelt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Liebesgeschichte, andere Handlungsstränge wie beispielsweise der Krieg gegen die Volgar werden immer wieder nur kurz angeschnitten, um anschließend wieder schnellstmöglich zu Lark und Tiras zurückzukehren.

Lark und Tiras selbst haben mir als Hauptcharaktere gut gefallen. Sie harmonieren und nähern sich im Verlauf der Geschichte langsam aneinander an. Besonders Lark ist trotz ihrer Stummheit sehr stark und bestimmt, was Tiras nicht nur einmal an den Rand der Verzweiflung treibt. Dieser macht im Handlungsverlauf eine positive Entwicklung durch, als er Lark nicht mehr nur als Mittel zum Zweck betrachtet, sondern schließlich doch noch die junge Frau in ihr erkennt. Allerdings liegt insgesamt der Fokus so stark auf den beiden, dass andere Nebencharaktere nur oberflächlich beleuchtet werden. So auch Kjell, dem der nächste Band der Reihe gewidmet ist.

Ein anderer zentraler Punkt sind die magischen Gaben, die keinerlei Grenzen zu haben scheinen. Aus diesem Grund werden die Magischen verfolgt und getötet. Auch wenn die Fähigkeiten durchaus für etwas Gutes genutzt werden könnten, ist die Angst zu groß, dass einer der Magischen das normale Volk unterwirft. Doch Lark geht sehr unbedacht mit ihrer Gabe um, obwohl auf deren Ausübung der Tod steht. Sie testet ihre Fähigkeiten immer weiter aus und entgeht nur knapp ihrer Entdeckung. Sie setzt alles auf eine Karte, doch kann sie Tiras wirklich vertrauen?

Zum Ende hat es „Bird & Sword“ vor allem durch den unerwarteten Plot Twist am Ende noch auf 3 Sterne geschafft, denn der finale Kampf ist absolut spannend. Auch wenn es mir im Königreich Jeru doch an einigen durchdachten Details und Tiefe gefehlt hat, beweist Amy Harmon dennoch ihr schreiberisches Talent. Die Seiten fliegen nur so dahin, während Lark als Ich-Erzählerin fungiert. Ein vielversprechender Ansatz und gute Ideen, leider hat mich „Bird & Sword“ dennoch in einigen Punkten nicht überzeugt. Wer eine fantastisch angehauchte Liebesgeschichte mag, in der die Welt nur als Gerüst für die Romanze dient, der ist mit Amy Harmon Erzählung sicherlich gut beraten!

Bewertung: 3 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal
http://prettytigerbuch.blogspot.de

Veröffentlicht am 28.01.2018

Berühre mich. Nicht. von Laura Kneidl

Berühre mich. Nicht.
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Mein Eindruck:

Auf die neue Reihe von Laura Kneidl war ich schon gespannt, seit ich das Buch bei der Verlagsvorschau entdeckt habe. „Sage und Luca - DIE große Liebesgeschichte des Winters!“ Nicht nur ...

Mein Eindruck:

Auf die neue Reihe von Laura Kneidl war ich schon gespannt, seit ich das Buch bei der Verlagsvorschau entdeckt habe. „Sage und Luca - DIE große Liebesgeschichte des Winters!“ Nicht nur der Klappentext auch das Cover hat mir auf Anhieb gefallen und so ist „Berühre mich. Nicht.“ dann auch ziemlich fix bei mir eingezogen ?

Auf die große Vorfreude folgte beim Lesen dann allerdings erst einmal Ernüchterung. Die Geschichte konnte mich einfach nicht mitreißen und Sage als Ich-Erzählerin hat mich emotional nicht vollständig erreicht. Mir fehlte das gewisse Etwas, der Pepp, der das Buch zu etwas Besonderem machen und mich vollkommen an die Seiten fesseln würde. Seite für Seite plätscherte die Geschichte dahin und ich hatte einfach das Gefühl, alles in der einen oder anderen Form in anderen New Adult Büchern schon gelesen zu haben. Dann wird es allerdings langsam interessant, als Luca in Sages Leben tritt und sie immer wieder an ihre Grenzen bringt. Nach dem ersten Drittel nimmt die Handlung an Fahrt auf und ich konnte die Geschichte endlich genießen.

Sage und Luca sind zwei tolle Protagonisten, deren Romanze voller Zärtlichkeit steckt. Obwohl Sage niemals daran geglaubt hat, sich nach den Erfahrungen aus ihrer Jugend jemals auch nur in der Nähe eines Mannes aufzuhalten, geschweige denn ihn zu berühren, zeigt ihr Luca, dass Tattoos und ein markantes Äußeres nicht gleich jeden Mann zu einem Verbrecher machen. Langsam, immer wieder mit Rückschlägen aber dennoch stetig macht Sage Fortschritte und lernt wieder zu leben. Sie findet Freunde und tut Dinge, die jedes andere Mädchen in ihrem Alter auch tun würde. Jede neue Erfahrung ist ein weiterer Erfolg gegen ihre Angst. Luca hingegen scheint vor nichts Angst zu haben. Er lebt in den Tag hinein und nimmt sich, worauf er Lust hat. Hinter seiner Fassade steckt allerdings auch ein tiefgründiger Mensch, dessen Herz für Literatur schlägt, doch diese Seite von sich zeigt er nicht jedem.

Und gerade als die beiden sich langsam näher kommen und sich eine Chance geben, wird Sage von ihrer Vergangenheit eingeholt und die Geschichte endet mit dem Wohl fiesesten Cliffhanger aller Zeiten :D Zum Glück muss ich mich bis Ende Januar nicht mehr allzu lange gedulden, bevor ich endlich weiterlesen darf. Denn trotz aller Startschwierigkeiten hat es die Autorin doch noch geschafft, mich von ihrer Geschichte zu überzeugen. Auch nach dem Lesen hat sie mich nicht mehr losgelassen und ich bin schon wirklich gespannt, welches Ende Laura Kneidl für ihre Dilogie vorgesehen hat.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Lisa von Prettytigers Bücherregal
http://prettytigerbuch.blogspot.de

Veröffentlicht am 27.11.2017

Tochter des dunklen Waldes von Katharina Seck

Tochter des dunklen Waldes
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Inhalt

Mit ihrem Onkel und ihrer Tante lebt Lilah am Rand des dunklen Waldes, der an das Dörfchen Grünweite grenzt. Die Dorfbewohner erzählen sich schon seit jeher Schauergeschichten über den düsteren ...

Inhalt

Mit ihrem Onkel und ihrer Tante lebt Lilah am Rand des dunklen Waldes, der an das Dörfchen Grünweite grenzt. Die Dorfbewohner erzählen sich schon seit jeher Schauergeschichten über den düsteren Morgenwald, in dem die wunderlichsten Kreaturen hausen sollen. Niemand betritt den dunklen Wald freiwillig und dennoch fühlt Lilah sich auf unerklärliche Weise von ihm angezogen. Er übt eine Faszination auf sie aus, die sie sich selbst nicht erklären kann. Als dann eines Morgens die Leiche einer jungen Frau am Waldrand gefunden wird und Lilahs Sommerliebe Dorean spurlos verschwindet, beschließt sie, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch dazu muss Lilah sich all den düsteren Legenden stellen und sich selbst in den dunklen Morgenwald wagen...

Mein Eindruck

Zu Beginn von „Tochter des dunklen Waldes“ steht ein Prolog, der das Märchen vom träumenden Mädchen und dem Eichenherz erzählt. Ein perfekter Einstieg, der die Angst der Dorfbewohner vor dem Wald verdeutlicht und eine düstere, schauderhafte Kulisse heraufbeschwört. Die Grundidee hinter dem Buch hat mich von Anfang an gefangengenommen. Ein dunkler Wald, von düsteren Mythen umrankt, ein junges Mädchen und ihre große Liebe. Was sich im Morgenwald offenbart ist wirklich magisch, auch wenn ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten möchte.

Katharina Secks Schreibstil ist ausschweifend, atmosphärisch und steckt voller Details, die den dunklen Wald lebendig werden lassen. Dennoch wirkt die Sprache dadurch sehr tragend und gemächlich, es gibt viele Schachtelsätze und der Handlungsfortschritt hat doch das ein oder andere Mal durch die ausufernden Beschreibungen gelitten. Leider verliert sich die Spannung allzu oft in den ausufernden Beschreibungen der Umgebung, sodass die Handlung stellenweise nicht wirklich vorankommt. Der rote Faden ist allerdings deutlich zu erkennen und es gibt einige unerwartete Wendungen. Dennoch ist insgesamt ein Großteil der Handlung für mich doch zu vorhersehbar gewesen und die Enthüllungen haben mich nicht mehr wirklich überraschen können.

Auf der einen Seite wird die Kulisse liebevoll und detailliert beschrieben, aber auf der anderen Seite hat es durchaus Passagen gegeben, die vor allem inhaltlich nicht detailliert genug gewesen sind. Besonders im letzten Drittel hat mir handlungstechnisch gesehen etwas die Tiefe gefehlt, um vollständig in die Erzählung abtauchen zu können. Nach der Lektüre sind bei mir also noch immer einige Fragen offen, die im Handlungsverlauf nicht ganz zufriedenstellend beantwortet worden sind.

Lilah und Dorean haben mir als eigenständige Protagonisten gut gefallen und auch als Pärchen haben die beiden durchaus Potential, dass allerdings nicht vollständig ausgeschöpft worden ist. Lilah wirkt sehr jung, teilweise naiv und läuft Dorean hinterher, obwohl er sie mehrfach abweisend behandelt. Dorean hingegen wirkt von Anfang an sehr mysteriös und es ist offensichtlich, dass er etwas verbirgt. Seine Seite konnte ich stets gut nachvollziehen, wohingegen ich bei Lilahs Entscheidungen einige Male nur den Kopf geschüttelt habe. Beide bleiben leider vergleichsweise blass und auch ihre große Liebe war für mich leider nicht ganz nachvollziehbar.

Katharina Seck beweist in „Tochter des dunklen Waldes“ ihre Kreativität und fängt die Atmosphäre des dunklen Waldes wunderbar ein. Insgesamt hat die Autorin mit ihrem neuesten Werk eine magische Welt geschaffen, die den Schauplatz für eine Geschichte voll Freundschaft, Magie und Geheimnissen bildet. Dennoch ist bei mir besonders durch den ausufernden Schreibstil der Funke nicht ganz übergesprungen. Auch inhaltlich hat mich die Erzählung nicht völlig fesseln können. Dennoch erhält das Buch solide 3 Sterne von mir und wer gerne mehr über die Magie des Waldes erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, sich an der Seite von Lilah selbst in den dunklen Morgenwald zu begeben ;)

Bewertung: 3 von 5 Sternen
Lisa von Prettytigers Bücherregal
http://prettytigerbuch.blogspot.de